Science Fiction Ødegaard

Der Presseraum von Real Madrid ist zum Zerbersten voll.

Martin Ødegaard bahnt sich seinen Weg durch raunende Reporter und fokussierte Fotografen hinauf zum mürrischen Mediendirektor. Kameras klicken, Augen blicken.

Mediendirektor:
„Der heutige Tag, der 17. Dezember 2019, wird die Geschichte der Königlichen eingehen. Real trauert. Martin beendet eine Karriere! Martin, dein Statement.“
Ødegaard:
„Meine Damen und Herren von der Presse, liebe Fans. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem ich meine lange, erfolgreiche Karriere beende. Ich bin heute 21 Jahre alt geworden – ich spiele jetzt schon fünf Jahre für Real Madrid. Ich habe die Champions League gewonnen, jedes Jahr die Meisterschaft und wurde zum Krawattenträger des Jahres ernannt. Mehr geht nicht. Mein Vertrag läuft eigentlich bis 2021 und ich danke Real, dass sie mir damals solch einen Rentenvertrag vorlegten. Aber ich bin jetzt in einem reifen, überreifen Fußballer-Alter. Jetzt sollen die Jüngeren ran. Es ist imponierend, was die 14jährigen heutzutage können. Als damals mit 15 in der Norwegischen Nationalmannschaft debütierte, war ich bei weitem nicht so weit wie die Jungs heute. Da merkt man einfach wie alt man ist. Auch was jetzt die Jungen mit 12 oder 13 Jahren verdienen! Ich war damals meiner Unterschrift hier in Madrid mit etwa zwei Millionen Euro pro Jahr zufrieden. Dafür zieht sich keines der Talente heute noch die Trainingshose an. “
Mediendirektor:
„Haben sie Fragen?“
Reporter:
„Worauf freuen sie sich jetzt?“
Ødegaard: „Ich bin seit heute 21. Ich kann mir jetzt in den USA ein Radler bestellen.“
Mediendirektor:
„Vielen Dank für ihr Interesse. Wir sehen uns dann beim nächsten Spiel. Dazu noch ein Hinweis: Nicht im Kader für die Champions League Partie gegen die Even Jounger Boys Bern sind Gonzales Niño, der mit seiner Grundschulklasse Wandertag hat und Louis Bebè, wegen entzündeter Milchzähne.“

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