WILD WEST BUNDESLIGA

In der Bundesliga geht’s zu wie im Wilden Westen…

1. Regisseur Schweinsteiger dreht kurz vor den Oscars noch den Film „Spiel mir das Lied vom tot-langweiligen Meisterschaftsrennen“ (siehe: BILD-Bild). In den Hauptrollen Häuptling „Großer Punktevorsprung“ und Lucky Lahm, der Mann der schneller grätscht als sein Schatten.
2. Für eine Handvoll Dollar: Große Aufregung rund um den reichen Pferdekutschen-Produzenten McVauuwehh in Wolfsburg County. Er hatte eine Belohnung von 32 Millionen Euro ausgesetzt für die Ergreifung eines gesuchten Scharfschützen, der sich zuletzt in London auf einer Tribüne versteckt haben soll.
3. Sheriff Stöger hat seinen Ort Nullzunull-City weiter im Griff. Schon seit Wochen hat es weder vor den Toren seiner Stadt noch in den Toren eine Schießerei gegeben.
4. Auch die Cowboys von der Hamburg-Ranch haben ihre Pistolen an den Nagel gehängt. Sie haben den Söldner Marcelo vom nahegelegenen Fort Hannover angestellt, der für sie in alle Richtungen schießt.
5. Kriegsbeil eingegraben: Häuptling „Listiger Lemke“ vom Indianerstamm an der Weser will sich mit Häuptling „Höhnender Hoeneß“ von den Isar-Indianern wieder vertragen. Wohl die schwierigste UN-Mission aller Zeiten. Genug Feuerwasser steht bereit, um den jahrelangen Streit in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
6. Kein Schatz im Silbensee: Von der verbalen Entgleisung „get the ball, you motherfucker“ im Drehbuch des Western-Krimis „Der den Wölfen auf der Nase rum tanzt“, muss sich ein als Balljunge verkleideter Statist in Frankfurt anschreien lassen. Der Ball steht jetzt im Filmmuseum, gestiftet von einem reuigen Belgier.
7. High Noon in Tabellen Low: Wer darf nächstes Jahr nicht mehr den DFL-Saloon betreten? Neben den zu erwartenden Abstiegskandidaten Dortmund, Stuttgart und Hamburg, gesellt sich jetzt überraschenderweise auch Paderborn hinzu.
8. Zwei glorreiche Halunken: Ranger Reuter und der Wilde Weinzierl reiten mit ihren Männern Richtung Europa. Auf ihren schnellen Pferden haben sie bereits Sheriff Schmidt und Fabulous Favre hinter sich gelassen und sind Marshall Di Matteo auf den Fersen.

Quelle Bild: BILD vom 9.2.2015

Quelle BILD 9.2.
Quelle BILD 9.2.

Neue Wechsel-Regeln im Fußball?

Sehr gut! Aber nicht gut genug: Offenbar wird in der FIFA diskutiert, ob die Wechsel-Regel modernisiert werden sollte. Anlässlich der Belastungen bei der WM 2014 (warum erst da offensichtlich?) in den Verlängerungen, wird wohl am 28. Feburar in Belfast (siehe Artikel, Quelle: BILD) ein 4. Einwechselspieler beschlossen.

Meinung:

– Mehr Einwechselspieler wären die logische Konsequenz aus dem immer physischer werdenden Spiel. Anfang der 90er Jahren lief ein Feldspieler etwa 6 Kilometer pro 90 Minuten; jetzt darf sich als lauffaul betrachten, wer unter 10 Kilometer absolviert.

– demnach könnte auch ein 5. Einwechselspieler Sinn machen. Es sollte aber bei maximal 3 „echten“ Einwechselspielern bleiben + je eine weitere Option in der Halbzeit und vor einer Verlängerung. Mehr als 3 Spieler innerhalb der Spielzeit wären zu viele Unterbrechungen. Mehr als 5 Spieler wären wohl ein zu großer Vorteil für die reicheren Vereine.

– eine Überlegung zu den Änderungsabsichten: Es gibt meiner Ansicht nach keinen Grund, weshalb ein ausgewechselter Profi „vom Spieltag ausgeschlossen“ wird. Warum darf er nicht bei einer nächsten Wechselabsicht des Trainers wieder eingewechselt werden? Er könnte sich weiter warm halten. So könnte er zum Beispiel längere Zeit medizinisch versorgt werden (z.B.: Nähen einer Wunde), oder es könnte auch aus taktischen Gesichtspunkten ein Spielerwechsel rückgängig gemacht werden, wenn ein Spezialist nur einen Freistoß schießen oder Kopfballduelle gewinnen sollte. Der Trainer müsste einen Wechsel opfern, aber weshalb wird ihm ein ausgewechselter Spieler vorenthalten?

– Der Gedanke die Wechsel generell frei zu geben: Angelehnt an Handball oder Hallenfußball könnten beliebig Spieler zwischen den beiden Trainerbänken an der Mittellinie vom und auf das Feld gehen. Das wäre allerdings mit einerm sehr, sehr (und zu) großen Belastungszuwachs verbunden, wegen der Spielfeldgröße, die keinen Vergleich mit Sportarten wie Handball/Basketball zulässt.

Wechsel

Marcel Schäfer im Interview

Der VfL Wolfsburg hat seine Schäfchen noch nicht im Trockenen, was das Saisonziel in der Fußball-Bundesliga betrifft, aber schon seinen Schäfer im Trockenen. Marcel Schäfer, der Rekordspieler der Wölfe und Deutsche Meister von 2009, schwört auch in einer schwierigen Phase seiner Karriere dem Verein und der Stadt Treue. Der gebürtige Aschaffenburger bestätigt im Gespräch mit www.fussball-kolumne.de im Auftrag des Main Echo, dass er seine Bundesliga-Karriere in Wolfsburg beenden und seinen Berufsweg nach dem aktiven Fußball in Wolfsburg beginnen wird.
Seine zuletzt geringeren Einsatzzeiten nimmt er sportlich. Er könnte referieren, dass seine Einwechslung, sein Flügellauf, seine Flanke zum 1:1 durch de Bruyne bei Eintracht Frankfurt einen Punkt gerettet hat, doch große Töne sind dem freundlichen und bodenständigen 30jährigen fremd: „Natürlich will man als Fußballer immer spielen, das ist natürlich in meiner Situation genauso. Aber ich weiß auch um die Stärken meines Konkurrenten – Konkurrent klingt immer so negativ – meines Freundes, Kollegen Ricardo Rodriguez. Da muss man das dann etwas anders bewerten.“
Auch sein Vater, der Lokalmatador von Viktoria Aschaffenburg in Zweitligazeiten, Markus Schäfer, stellt eine gewisse Souveränität fest: „Er ist lange Genug im Geschäft. Jahrelang hatte er einen Bonus und war gesetzt – jetzt geht er gut damit um, spricht auch mit seinem Berater und mir über die Situation. Er hält die Füße still und zeigt in den Spielen, dass man sich auf ihn verlassen kann“.
Marcel, jetzt selbst Vater von zwei Söhnen, will offenbar im Herbst seiner Karriere mit unbedachtem Sturm und Drang kein Gewitter entfachen – nur ein leises Grollen ist auf Nachfrage bei Klaus Allofs, dem VfL-Geschäftsführer Sport und Kommunikation, recherchierbar: „Ab und zu murrt er auch schon mal. Es ist auch gut so, dass er murrt. Wir hatten eine Situation, wo er sagte: ich bin doch weit weg, was ist denn, ich trainiere gut? Ich weiß es noch genau, es war ein sechs Augen Gespräch – der Trainer war mit dabei. Wir haben gesagt, Schäfi du kriegst deine Chance. Du musst gut trainieren, du musst dranbleiben, darfst nicht verzagen. Eine Woche später hat er gespielt. Heute auch wieder: Kommt rein, gibt den Pass zum Tor. Das ist super, denn er ist das Herzstück des Teams. Solche Spieler brauchen wir.“ Nicht nur auf dem Platz. Der Ex-Nationalspieler Marcel Schäfer hatte frühzeitig bis 2017 verlängert, inklusive einer Anstellung im Verein ab 2019, was auch bei Allofs Vorfreude erzeugt: „Ja, das ist kein Zufall. Da wären wir sehr froh, wenn sich das realisieren lässt. Aber er ist noch jung, er kann noch spielen. Daran wollen wir jetzt noch gar nicht denken. Aber dass man so einen Spieler, der sich so mit dem VfL identifiziert, dass man den behalten möchte und einbauen wird, das ist ganz klar.“
Was er zwischen 2017 und 2019 macht, wen er nicht küssen will und weshalb sein Trainer beruhigt sein kann, erzählt er im Exklusiv-Interview.

Sie sind seit 2007 in Wolfsburg, hatten davor mit dem TSV 1860 München nur eine andere Profistation. Wie kommt es, dass sie ein vereintreuer Spieler sind?

Schäfer:
„Das hat sich mit der Zeit entwickelt. Ich glaube, dass man nicht sofort ein Bekenntnis zum Verein machen kann. Ich bin keiner der Trikots küsst, weil unser Geschäft viel zu schnelllebig ist. Ich bin jetzt über acht Jahre da, habe einen Vertrag, der noch zweieinhalb Jahre läuft. Dann habe ich auch einen Anschlussvertrag im Verein. Ich glaube auch das dass für meine Situation spricht. Wenn ich 24, 25 wäre, keine Frage, dann müsste man sich in der Situation, in der ich vielleicht jetzt bin, Gedanken machen, weil man da wirklich darauf achten muss viel zu spielen. Aber nach so langer Zeit in einem Verein, in dem ich mich so wohl fühle, auch in der Stadt: Meine Kinder sind dort geboren, wachsen da auf, sind in ihren Mannschaften. Man reißt seine Kinder nicht aus dem Umfeld, wenn man sich wohl fühlt. Ich glaube, dass das alles mit Geld gar nicht zu bezahlen ist. Mein Herz hängt an diesem Verein.“

Sie haben also ohne viele Stationen früh eine neue Heimat gefunden, wie ihr dicker Kumpel Daniel Baier, der mit Ihnen in Aschaffenburg aufwuchs, es in Augsburg getan hat?

Schäfer:
„Genau. Ich denke, das geht dann auch über das Sportliche hinaus, weil man auch ganz ehrlich sagen muss: Wenn man woanders hingeht, man muss wieder neu aufbauen. Hier im Verein habe ich ein riesiges Standing, was man sich auch erstmal erarbeiten muss, was man woanders höchstwahrscheinlich nicht mehr bekommt, weil die Zeit einfach nicht mehr da ist. Das ist für mich sehr, sehr viel wert und das waren die Gründe: Familiäre Gründe, der langfristige Vertrag und dass Wolfsburg meine Heimat geworden ist.“

Wenn Sie ein langfristiger Planer sind, dann werden Sie den schon geäußerten Wunsch in der amerikanischen Profiliga zu spielen auf jeden Fall durchziehen.

Schäfer:
„Das ziehe ich auf jeden Fall durch. Ich denke unser Verein und Sponsor Volkswagen werden mir da auch unter die Arme greifen, dadurch, dass der auch in Amerika in der Liga präsent ist. Das wissen die auch, wir haben das auch besprochen und ich darf das auch machen, nach Amerika gehen und mir meinen Traum zu erfüllen, um danach wieder zurückzukehren und in den Verein eingebunden zu werden.“

Welcher Verein der Major League Soccer wird es?

Schäfer:
„Das weiß man noch nicht, da es ja noch zweieinhalb Jahre hin ist, wird man dann situationsbedingt entscheiden wohin der Weg führt. Aber wie gesagt: Für mich ist das ungemein wichtig und ich glaube, dass es sehr, sehr viele Fußballer gibt, die ein Problem haben nach der Karriere ins Berufsleben einzusteigen und mir wurde das als Geschenk gegeben, dass mein Berufsleben danach sofort anfängt und bin auch sehr stolz darauf.“

Geschenk? Nicht so bescheiden: Immerhin haben sie parallel zum Profi-Fußball Fernstudien in Sportmarketing und Sportmanagement absolviert.

Schäfer:
„Richtig, das ist auch die Richtung in der ich mir vorstelle zu arbeiten auch mit jungen Spielern. Das macht mir sehr viel Spaß jetzt auch, da ich über 30 bin. Da kommen sehr viele Fragen von den jungen Spielern und mich freut es, wenn man da weiterhelfen kann und denen Fehler, die man vielleicht gemacht hat, helfen kann zu vermeiden.“

Also eher Management als Trainer? Dieter Hecking muss sich also keine Sorgen machen?

Schäfer:
(lacht) „Auf gar keinen Fall. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich im Verein einen Beruf im Büro ausüben werde. Als Trainer sehe ich mich nicht. Weil ich auch jetzt schon sehr, sehr viel Organisatorisches rund um die Mannschaft mache, sehe ich da auch meine Aufgabe später.“

Eine Frage fehlt natürlich ganz aktuell: Wie sehen Sie die Verpflichtung von Andre Schürrle?

Schäfer:
„Wir freuen uns natürlich riesig. Jeder weiß um die Qualitäten von Andre Schürrle und ich glaube dass er uns unheimlich weiterbringt. Das ist für uns als Verein und als Mitspieler natürlich super schön, wenn du Spieler dazu bekommst, die einen weiter bringen unsere hohen Ziele und Ansprüche zu erreichen und zu erfüllen.“

aus Liebe zum Sport