#WePlayAtHome: DFB startet virtuelles Charity-Turnier auf neuer eFootball-Plattform

PRESSEMITTEILUNG DFB:

Weil der Ball aktuell nicht auf dem grünen Rasen rollen kann, kommt er ins Wohnzimmer: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) richtet am 23. April ein virtuelles Charity-Turnier auf seiner neuen eFootball-Plattform aus. Unter dem Motto #WePlayAtHome treten eNationalspieler, Hobby-Gamer, Fußball-Profis sowie Entertainment- und Youtube-Stars auf der Konsole gegeneinander an, um Geld für den guten Zweck zu erspielen. Mit dabei sein werden unter anderem eFootball-Weltmeister Mohammed “MoAuba” Harkous und der amtierende Deutsche Meister im Einzel Michael “MegaBit” Bittner.

Unter www.dfb-efootball.de können sich User ab sofort für die “Heimspiel Series” anmelden, um sich für das Charity-Turnier zu qualifizieren: Im Rahmen von vier “Heimspielen”, einzelnen wöchentlich stattfindenden eFootball-Turnieren, werden insgesamt vier Sieger ausgespielt – sie ergattern jeweils einen Platz in den vier prominent besetzten Teams, die beim großen Turnier am 23. April aufeinander treffen. Gespielt wird FIFA 20 – auf der Playstation. Die gesamten Erlöse des Turniers kommen der Initiative KINDERTRÄUME zugute, mit der die DFB-Stiftung Egidius Braun gemeinsam mit der Nationalmannschaft verschiedene Programme und Organisationen im In- und Ausland unterstützt.

Sowohl die “Heimspiel Series” als auch das Charity-Turnier können über www.dfb-efootball.de sowie die Youtube- und Twitch-Kanäle des DFB verfolgt werden. Außerdem informiert der DFB auf seinen Social-Media-Kanälen stets ausführlich über das Geschehen. 7Sports, die Sportbusiness-Unit der ProSiebenSat.1 Group, fungiert im Rahmen des Charity-Turniers als Medienpartner. Über verschiedene Fernseh- und Digital-Kanäle der ProSiebenSat.1 Group wird ab sofort über neu gewonnene prominente Gesichter und Unterstützer sowie die Vorbereitungen zum Turnier berichtet: Sei es im TV-Magazin “ran Esports: Professional. Gaming. Magazine” auf ProSieben MAXX – oder auf esports.com und ran.de.

Auf der neuen eFootball-Plattform des DFB findet vom ambitionierten Hobbygamer bis zum Profi ab sofort jeder eFootball-Interessierte eine Heimat – nicht nur während, sondern auch nach den “Heimspiel Series” und dem Charity-Turnier. Redaktioneller Content, Streams, Statistiken und viele weitere Insights sind nur einige der Features. Auch die eNationalmannschaft wird auf der Plattform zukünftig prominent sichtbar sein. Die Verzahnung zum Geschehen auf dem grünen Rasen garantiert eine Schnittstelle zu FUSSBALL.DE, der digitalen Heimat des Amateurfußballs. Alle Informationen zum Anmeldeprozedere und die genauen Daten der “Heimspiel Series” finden sich auf der Plattform selbst.

Dr. Friedrich Curtius, DFB-Generalsekretär, sagt: “Als DFB haben wir in der aktuellen Situation natürlich eine wichtige Verantwortung. Wir merken aber auch, wie sehr der Fußball uns allen derzeit als Unterhaltungsform fehlt. Ich finde es klasse, dass wir nun gemeinsam mit Akteuren aus den verschiedensten Bereichen einen Weg gefunden haben, um Verantwortung und Unterhaltung in dieser besonderen Phase zu verbinden.”

Mohammed “MoAuba” Harkous sagt: „Fußball verbindet. In der Regel auf dem grünen Rasen – und jetzt vor allem virtuell. Natürlich geht es bei dem Event nicht ums Gewinnen, sondern darum, Spaß zu haben und dabei etwas Gutes zu tun. Und wir wollen mit dem Hashtag #WePlayAtHome ein wichtiges Signal an alle Menschen schicken, dass man in diesen Tagen nicht oft genug wiederholen kann: Bleibt zuhause und passt auf Euch auf!”

Stefan Zant, Geschäftsführer 7Sports, sagt: “In der aktuellen Zeit ist das oberste Ziel, dass Jung und Alt zuhause bleiben. Gaming und Esports sind gerade so angesagt wie noch nie. Das sehen wir gerade auch an den steigenden Abrufzahlen bei esports.com. Unser virtuelles Turnier bietet der FIFA 20-Community die einmalige Chance, mit Profis aus der Szene, dem echten Fußball und anderen bekannten Gesichtern zusammen zu spielen. Wir hoffen, so die Zeit zuhause etwas kurzweiliger gestalten zu können.”

Direktion Öffentlichkeit und Fans

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GEISTERSPIEL – ein Erlebnisbericht

Unweit von Hanau, Geburtsstadt der Gebrüder Grimm, hat sich in Frankfurt ein Märchen ohne Happy End zugetragen. Es war einmal ein Geisterspiel. Im Übergang zwischen den letzten Schimmern des Tageslichts und der hereinbrechenden Nacht auf Freitag duellieren sich die jeweils gleich gewandeten Vertreter von Eintracht Frankfurt und dem FC Basel. In gespenstischer Atmosphäre tragen die Schweizer in diesem besonderen März 2020 den 3:0-Sieg in der Europa League davon – doch es gibt weitaus mehr Verlier. Neben den Gastgebern noch die 47.000 ausgeladenen Gäste. Und: der Fußballsport.

Auch als anwesender Sportjournalist gräbt sich das Erleben entfernter Emotionen bei einem formal so wichtigen Achtelfinales für ewig in das Reportergedächnis ein. Als gefühlte Trainingsbeobachtung. Besonders skurril ist das Spiel als Hörspiel. Etwa wenn Stadionsprecher  Bartosz Niedzwiedzki enthusiastisch die Aufstellung den leeren Rängen entgegenschreit – natürlich inklusive Nachnamen, denn wie üblich komplettieren werden die Sitzschalen und Betonstufen nicht. Oder wenn zum Anpfiff der Applaus von einigen Offiziellen der einzige offizielle Applaus ist. Die Rufe der Spieler als Kulisse für die Ohren: Besonders laut, wenn den Pfiff des Schiedsrichters das Unrechtsbewusstsein entfacht, oder wenn der frühere Hertha-Profi Valentin Stocker herzerweichend nach Foulspiel schreit. Vereinzeltes Klatschen als Höhepunkte: Das aufmunternde Klatschen von Ersatzspielern schallt genauso ins Nichts wie das Klatschen des Balles an die Latte – geschossen von Alamy Toure auf der Suche nach dem 1:1-Ausgleich gegen die besseren Schweizer. Womöglich liegt der letztlich souveräne Gästesieg an der listigen Geisterspielerfahrung, die sich der FC Basel verschafft hat, als sie zur Vorbereitung ein Spiel gegen den Zweitligisten Schaffhausen vor leeren Rängen absolvierten. „Für uns war das Geisterspiel ein Vorteil“, gibt dementsprechend auch FC-Trainer Marcel Koller zu. „Wenn hier 50.000 Zuschauer sind, und hier ist immer was los, ist das was ganz anderes“. Die Eintracht hingegen ging noch am Tag vor dem Spiel von vollen Rängen aus. Fazit aus Spielersicht von Djibril Sow, dem Schweizer unter den Hessen:  „Uns hat heute einiges gefehlt, auch die Zuschauer. Das hat man gespürt. Den Virus und das was man immer wieder darüber liest, das kann man nicht so abschütteln, aber das darf keine Ausrede sein.“

Zurück zu den Erfahrungen auf der Pressetribüne, die zum ersten Mal besser gefüllt ist, als der Rest des Stadions. Dort hat zumindest die erfahrene Sportchefin von Hit Radio FFH Geisterspielerfahrung. Sonja Pahl war Augen- und Ohren-Zeugin des 2:1-Sieges der SGE in Marseille. Beim Europa League Spiel im September 2018 waren ebenfalls die Zuschauer ausgeschlossen. Allerdings wegen Vergehen der französischen Fans, nicht wegen eines Virus. Die Hörfunkreporterin erinnert sich an die Unterschiede: „In Marseille hatte die Eintracht immerhin etwa 50 VIPs mit dabei, die dann bei entsprechenden Szenen applaudiert haben und so ein Funke von Feeling aufkam. Das ist heute komplett anders.“. An diesem Abend werden Pahls Szenenbeschreibungen nicht vom Stadionlärm des Profifußballs verschluckt. Für sie selbst ist jede Meldung an die Hörer deshalb eine bizarre Zeitreise: „Ich habe ja in der Fußball Oberliga Hessen angefangen, da saßen dann die alten Herren von der Zeitung um mich herum und haben, gerade bei der jungen Frau, genau hingehört. Weil es da eben so leise war auch jedes Wort verstanden. Also ist das eine Art zurück-zu-den-Wurzeln-Gefühl.“

Nachdem sich die außergewöhnlich kalte Atmosphäre gerade noch über das Sportliche legte, wurden dann nach dem Spiel Aufarbeitung und Ausblick emotionaler, aber auch außergewöhnlich. Sowohl die versammelten Journalisten im Pressraum als auch die Aktiven hangeln sich von Vermutung zu Vermutung, von Nachricht zu Nachricht. Würde überhaupt noch Fußball gespielt werden und soll überhaupt?

Die sportliche Gretchenfrage, „wie halten wir es mit dem Fußball?“, beantwortet Eintracht-Trainer Adi Hütter ganz am Ende eines auch für einen Reporter außergewöhnlichen Abends so: „Auch für die Entscheidungsträger ist es nicht einfach, es geht ja über den Sport hinaus. Wir leben ja nicht hier in den Katakomben der Arena und trainieren und spielen nur. Es hat jeder eine Familie und Bekannte – überall ist die Gefahr, dass man sich ansteckt. Ich bin in dieser Situation auch überfordert, wie wir alle. Wir müssen alle versuchen bis gewisse Entscheidungen getroffen sind, professionell zu sein. Sie können mir glauben, dass das nicht einfach ist. Denn hier geht es nicht um Sportler, hier geht es um Menschen, die den Sport ausüben und mit der Situation konfrontiert sind.“

Nach diesen letzten Ausführungen ist es ganz leise bei der Pressekonferenz. Alle spüren: Das ist nur Fußball. Und auch für einen Fußballberichterstatter wird an diesem Abend in der Geisterspiel-Atmosphäre eindrucksvoll klar: Die Besonnenen sind jetzt am Ball. Der gemeinsame Gegner ist ein Virus. Und wenn dieser Gegner ausgekontert ist, der Ball wieder vor Zuschauern rollt, dann gibt es nur Gewinner. Dann hat ein noch wichtigeres, noch größeres, noch moderneres Märchen ein Happy End.

FSV MAINZ 05: Jetzt erst recht

Mitten in der sportlichen Krise und bei in dieser Saison unruhigem Fahrwasser (Trainerentlasung Sandro Schwarz, Diskussionen um die Kaderzusammenstellung) hat der Verein mit Sportvorstand Rouven Schröder verlängert. Ein „typisch mainzerisches“ Zeichen für Konstanz.

Hier die offizielle Pressemitteilung:

Rouven Schröder verlängert bis 2024

Wegweiser in die Zukunft und ein Zeichen der Kontinuität: Rouven Schröder hat seinen Vertrag als Sportvorstand des 1. FSV Mainz 05 vorzeitig bis zum Jahr 2024 verlängert und damit das Angebot des Aufsichtsrates auf die vorzeitige Ausdehnung der Zusammenarbeit angenommen. Rouven Schröder arbeitet seit März 2016 für die 05ER, er ist damit in der sportlichen Verantwortung einer der dienstältesten Vertreter der Bundesliga. „In meiner bald vierjährigen Tätigkeit für Mainz 05 bin ich mit dem Verein, der Stadt und den Menschen hier bereits eng verwachsen. Mainz 05 hat sich in dieser Zeit deutlich weiterentwickelt. Ich habe richtig Lust, perspektivisch die vor uns liegenden Projekte im sportlichen Bereich, bei den Profis und im Nachwuchsleistungszentrum, aber auch bei der
Infrastruktur und im Gesamtverein voranzutreiben und mit zu gestalten. Und ich bin hoch motiviert, die aktuellen sportlichen Herausforderungen anzupacken und mit positiver Energie zu meistern“, sagt Rouven Schröder.
Aufsichtsratsvorsitzender Detlev Höhne sagt: „Rouven Schröder genießt aufgrund seiner sportlichen Kompetenz und seines Netzwerkes, aber auch als klarer und standfester Charakter in der Bundesliga große Anerkennung. Für Mainz 05 ist er in seiner Verantwortung ein sportlich und wirtschaftlich erfolgreich arbeitender Teamplayer und eine wichtige Führungsfigur. Er ist in den vergangenen vier Jahren fester Bestandteil unseres Vereins geworden und soll dies auch bleiben.“

(Foto: Mainz 05)

Flick und Beierlorzer in Verkaufslaune

FSV MAINZ 05 – FC BAYERN MÜNCHEN 1:3 (1:3)

Mit Verwunderung – vielleicht gespielt – schaut Bayern-Coach Hansi Flick auf die Journalisten, die nach dem Spiel in Mainz auf Interviewpartner aus dem Rekordmeister-Team warten. Auf dem Weg zu Pressekonferenz meint er zu den vermeintlich FCB-freundlich gesonnenen Pressevertretern: „Was schaut Ihr so? Wir haben gewonnen!“

Die Szene zeigt zweierlei. Offenkundig wird vertrauten Gesichtern clubnahe Bewunderung unterstellt. Und zweitens: Das 3:1 bei den abstiegsgefährdeten Mainzern scheint nicht so glänzend, als dass man es nicht verkaufend aufpolieren müsste. Das tat er dann auch in der PK: „Es war unser 7. Sieg in Folge! Und von den ersten 30 Minuten war ich begeistert.“ Das konnte er auch sein. In einem Fußballwirbel umwehte das Münchner Ensemble die bedauernswerten Gastgeber mit Bayernlike-Effizienz, so dass bereits nach 26 Minuten ein Debakel für die Rheinhessen möglich war. Doch dann folgte eine auslaufende Brise. Die wiederum – und der 1:3 Anschluss – animierten Flicks gegenüber Achim Beierlorzer dazu, die übrig gebliebenen 60 Minuten Fußball auf Augenöhe seinerseits als Optimismus-Starterpaket zu verkaufen: „Ich bin mit 60 Minuten einigermaßen zufrieden. Was mir gefallen hat: Die hohe Laufbereitschaft und wir waren füreinander da. Das sind Aspekte, die ich dann gesehen habe und die wichtig sind für die nächsten Spiele. In die wollen wir mit dem Schwung der letzten 60 Minuten gehen.“

Mit Schwung ging allerdings auch sein Spieler Kunde Malong bei dessen Auswechslung nach nur 32 Minuten am Trainer vorbei, den Handschlag verweigernd. Beierlorzer dazu: „Er hat den Fehlpass zum 0:2 gemacht und war nicht im Spiel. Respekt ist keine Einbahnstraße! Aber er ist auf mich zugekommen und hat sich entschuldigt.“

Friede, wenig Freude und erst recht kein Eierkuchen in Mainz. Einen Sieg mit Weck, Worscht und Woi kann es das nächste Mal in Berlin geben. Ausgerechnet bei der selbstbewusster werdenden Hertha müssen die Mainzer sich am Samstag teurer verkaufen – und als Einheit.

Und Flick? Der verkaufte auch die nicht so meisterlichen letzten 60 Minuten im Stile eines Meistertrainers: „Wir haben nach 30 Minuten das Gas rausgenommen, aber das muss man auch mal akzeptieren. Ein Trainer hat mal gesagt: Ich mache meine Spieler lieber einen Kopf größer.“


aus Liebe zum Sport