MONTAGE DEMONTAGE?

„Aller schlechten Dinge sind 3“, mögen sich die Gegner der Montagsspiele denken, angesichts der dritten Ausgabe Bremen – Köln. Doch halt!

Den knurrenden Kritikern dieser ausdehnenden Ausgestaltung eines spannenden Spieltages sei von den vergnügten Verfechtern zugerufen: Dient ausschließlich der Erholung von Teams im europäischen Wettbewerb! Hallo? Ein Tag länger Pause! Da kann man doch nicht dagegen sein!
Man nehme nur einmal den 1. FC Köln, der nach seinem letzten Europa League Spiel in Belgrad am 7.12. anno 2017 jetzt endlich noch entscheidende 30 Stunden den Muskeltonus absenken kann. Auch beim SV Werder Bremen werden so die Kohlehydratspeicher bis in die hinterste Körperzelle aufgefüllt: Nach dem letzten anstrengenden internationalen Spiel gegen Inter Mailand am 7.12. im Jahre des Herrn 2010.
Gar nicht auszudenken, wenn zukünftig auf Montagsspiele verzichtet werden müsste, nur weil fortschrittsfeindliche Fans dies ablehnen. Schon das Beispiel Frankfurt – Leipzig als lobenswerter Vorreiter in der kreativen Gestaltung der montäglichen Events zeigt doch, wo die schöne Reise hingeht. Mit einem Schlag konnte die gesamte Tennisball-und Trillerpfeifen-Branche im Rhein-Main-Gebiet saniert werden! Außerdem ist mit den Frankfurt-Fans längst die Einigung erzielt: Lieber montags Fußball, als sonntags Helene Fischer.
Nicht zuletzt die Begegnung Dortmund – Augsburg hat sich eindeutig auf die „Pro Montagspiele“-Seite gehievt: Denn hätten nicht etliche das Spiel boykottiert, würden sich nicht lediglich 54.000 sondern unfassbare 81.000 Zuschauer über das lasche 1:1 geärgert haben. An einem schnöden Samstag wären also Zehntausende in ihr Unglück angereist, wenn nicht ein vorausschauendes Rechtepaket dieses Unheil verhindert hätte.
Doch die entscheidenden Vorteile der Montagspiele zeigen sich nicht in den Stadien der Republik, sondern auf den Sofas der Nation. Die Ansetzung parallel zu „Hart aber fair“ (ARD) gewährleistet, dass die Familie sich an einem weiteren Tag vor einem Bundesligaspiel versammeln und über den Punkteabstand zum FC Bayern aufregen kann, statt sich mit Nebensächlichkeiten wie unserer gesellschaftspolitischen Gegenwart und Zukunft zu beschäftigen.

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