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Die WM-Offensive!

Der feuchte Traum eines Offensiv-Fans. Wir schalten uns ein in die Reportage des WM-Finales, eine Minute vor Schluss..

„Neuer mit kurzem Abwurf auf Linksverteidiger Gnabry, der zunächst auf Innenverteidiger Müller passt. Müller lässt auf seinen Innenverteidiger-Kollegen Wagner abtropfen. Offenbar spekuliert die deutsche Mannschaft beim Stand von 8:8 auf die Verlängerung. Auch Bundestrainer Löw scheint das Unentschieden zunächst einmal absichern zu wollen, denn die Abwehrspieler Kruse, Brandt und Stindl stehen bereit zur Einwechslung.

Jetzt zieht Rechtsverteidiger Draxler etwas das Tempo an, dribbelt einen, zwei, drei Gegenspieler am eigenen 16er aus. Oh, das waren schöne Doppelpässe mit der deutschen Doppel-Sechs Reus und Volland. Jetzt der Seitenwechsel auf Sanè, der den Ball auf der linken Seite nach vorne treibt. In der Spitze bieten sich Gomez und Werner an, der Ball kommt aber dank einer schönen Flanke auf Petersen, der den Ball mit der Brust annimmt und in einer eleganten Bewegung schießt. Der Ball fliegt! Fliegt! Tooooor! 9:8! Abpfiff! Deutschland ist Weltmeister!“

Lehre aus leeren Länderspielen?

Bürgerkriegsähnliche Zustände vor den Vorverkaufsstellen. Mit Fäusten prügeln sich Fußball-Fans um die letzten Eintrittskarten. Jauchzend und glücksstrahlend verlassen Menschen die Szenerie, die gerade noch – in einem tragbaren Tresor – eine Eintrittskarte bekommen haben: Für das Spiel der Nationalmannschaft am 10.6.gegen San Marino. IRONIE AUS.

Was ist los mit dem Weltmeisterpublikum? Nur zwei der jüngsten acht Heimspiele waren ausverkauft. Noch präsent sind die leeren Ränge beim Abschiedsspiel von Lukas Podolski in Dortmund – auch beim Tschüss von Bastian Schweinsteiger in Mönchengladbach wurden tausende leere Sitzschalen mit riesigen Bastian-Banner und Fan-Fahnen überdeckt.

Wir schalten in die geheime Fan-Findungs-Kommission im abhörsicheren Keller unter der Otto-Fleck-Schneise. Gerade hat sich Joachim L. einen Badischen Weißwein „Nivea-Hang Südlage“ eingeschenkt, um sich die erste Halbzeit gegen Aserbaidschan schön zu trinken, als Oliver B. das Wort ergreift: „Das Problem am Zuschauerschwund beim Länderspielen, ist das Länderspiel. Das ist im Prinzip so wie der Trick beim Kochen: Da kann man das Tränen der Augen bei Zwiebelschneiden vermeiden, wenn man statt Zwiebeln Oliven nimmt.“

„Des isch ein högscht interessanter Ansatz“, erwidert Joachim L.. „Richtig!“, schaltet sich Manuel N. ein, „wenn wir bei Bayern München trainieren sind schon mehr Plätze besetzt als bei einem Länderspiel.“. „Fantastisch!“, ruft Kommissions-Chef Reinhard G., „ich hab’s!“ Zwei Wochen später. Mit Fäusten prügeln sich Fußball-Fans vor den Vorverkaufsstellen. Zu jedem Ticket für Deutschland gegen San Marino gibt es kostenlos eine DVD vom Bayern-Training und ein Glas Oliven.

 

 

Schweiniabschied

Gomez is back!

Die aktuelle Kader-Meldung des DFB:

Mario Gomez kehrt in den Kreis der Nationalmannschaft zurück, Kevin Trapp und Leroy Sané sind zum ersten Mal nominiert, Mesut Özil und Toni Kroos erhalten eine Pause. Bei der Nominierung seines Kaders für die Länderspiele am 13. November in Paris Saint-Denis gegen Frankreich (21.00 Uhr, live in der ARD) und am 17. November in Hannover gegen die Niederlande (20.45 Uhr, live im ZDF) setzt Bundestrainer Joachim Löw um, was er zuvor angekündigt hatte: Mit dem Doppelpack gegen die Nachbarn beginnt die Vorbereitung auf die EURO im kommenden Sommer in Frankreich, personelle Varianten inklusive.

Insgesamt nominiert Joachim Löw 25 Spieler, darunter vier Torhüter. Der Kader der Mannschaft setzt sich zusammen aus Spielern aus sechs verschiedenen Ligen – das ist Rekord in der DFB-Historie. Den größten Block stellt die Bundesliga mit 17 Spielern, aus der Premier League wurden Kapitän Bastian Schweinsteiger (Manchester United) und Emre Can (FC Liverpool) nominiert, aus der Primera División in Spanien Shkodran Mustafi vom FC Valencia, aus der Serie A in Italien Sami Khedira (Juventus Turin) und Antonio Rüdiger (AS Rom), aus der französischen Ligue 1 Torhüter Kevin Trapp (Paris St.-Germain) und aus der türkischen Süper Lig die Stürmer Mario Gomez (Besiktas Istanbul) und Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul).

Über seinen aktuellen Kader sagt Bundestrainer Löw: „Nun beginnt für uns die Phase der Vorbereitung auf die EM in Frankreich. Deswegen werden wir jede Gelegenheit nutzen, einige Varianten zu testen. Gleichzeitig habe ich mit Blick auf das EM-Turnier immer auch die Belastung unserer Spieler im Kopf. Die Saison ist noch sehr lang, in ausländischen Ligen gibt es teilweise keine Winterpause. Daher habe ich dieses Mal auf eine Nominierung von Mesut Özil und Toni Kroos verzichtet, zumal wir auf deren Positionen für die beiden Spiele auch Alternativen sehen wollen.“
Zur Rückkehr von Gomez sagt Löw: „Wenn Mario fit ist, regelmäßig
spielt, seinen Rhythmus und Selbstbewusstsein hat, dann kann er für jede Mannschaft wertvoll sein, natürlich auch für uns. Diese Voraussetzungen sind nun erfüllt. Mario erzielt in der Türkei wieder Tore, auch in der Europa League war er erfolgreich, er hat seine Sicherheit wieder. Ich freue mich sehr, dass er seine Verletzungsmisere überwunden hat. Er hat sich die Chance verdient, seine Qualitäten auch bei uns unter Beweis zu stellen und zu zeigen, dass er eine Option in unserer Offensive ist.“

Die Berufung von Leroy Sané ist für Löw die Konsequenz aus dessen
konstanten Leistungen im Verein, er sagt: „Wir haben Leroy ja bereits
über unsere U-Nationalmannschaften kennengelernt. Er gehört für mich zu
den positiven Erscheinungen dieser Saison. Er ist schnell, technisch
stark, sucht das Eins-gegen-Eins, ist unbeschwert. Wir sehen bei ihm
enormes Potenzial.“

Sanés Nominierung enthält eine Besonderheit: Zwischen Joachim Löw, DFB-Sportdirektor Hansi Flick und U 21-Trainer Horst Hrubesch wurde vereinbart, dass Sané nach dem Spiel gegen Frankreich zur U 21-Nationalmannschaft reisen wird, die am 17. November in Fürth gegen Österreich das wichtige Qualifikationsspiel für die U 21-EM in Polen bestreitet.

Mit Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (Bayer Leverkusen),
Ron-Robert Zieler (Hannover 96) und Kevin Trapp (Paris Saint-Germain) gehören vier Torhüter zum Kader. Dazu sagt Torwarttrainer Andreas Köpke:
„Wir freuen uns darauf, nun mal ein paar Tage in dieser Konstellation
intensiv miteinander zu trainieren und uns auch außerhalb des Platzes auszutauschen. Kevin Trapp haben wir schon länger im Blick und wollen ihn im Kreise der Nationalmannschaft sehen, er hat durch seinen Wechsel nach Paris noch einmal einen Sprung gemacht. Ron-Robert Zieler haben wir aber genauso weiterhin im Fokus wie Bernd Leno und Marc-André ter Stegen, der dieses Mal, auch wegen einer Zahn-Operation, nicht dabei ist.“

Das Spiel gegen Frankreich ist der 27. Vergleich mit der „Grande
Nation“. Neun Spiele gewann Deutschland, elfmal siegten die Franzosen, sechs Vergleiche endeten mit einem Remis. Zuletzt trafen sich die Teams beim Viertelfinale der WM 2014, in Rio siegte der spätere Weltmeister durch ein Tor von Mats Hummels mit 1:0.

Zum Spiel gegen Frankreich sagt Joachim Löw: „Die französische
Nationalmannschaft gehört für mich zu den besten Teams der Welt. Schon bei der WM hat sie gezeigt, auf welch hohem Niveau sie spielen kann. Ich freue mich, in Frankreich einen Vorgeschmack darauf zu bekommen, was uns dort im kommenden Sommer erwartet. Wir spielen im Stade de France, hier wird am 10. Juli 2016 der Europameister ermittelt. Für uns alle ist es auch eine gute Gelegenheit, die Atmosphäre in diesem Stadion schon
einmal zu erleben.“

Vier Tage nach dem Spiel in Saint-Denis endet das Jahr 2015 für den
Weltmeister mit dem Finale in Niedersachsen. In Hannover trifft die
Mannschaft auf die Niederlande. Über den Gegner im letzten Spiel des Jahres sagt Löw: „Die Niederlande hatten zuletzt wenig überzeugende Auftritte und Ergebnisse. Ich finde das sehr bedauerlich, für mich gehört so eine große und traditionsreiche Fußball-Nation zu einem EM-Turnier. Das Spiel zwischen Deutschland und den Niederlanden ist ein
Klassiker, ein Spiel, auf das sich jeder freut. Für uns wird die Partie
ein hervorragender Test im Hinblick auf die EM. Und völlig klar ist
auch, dass wir uns zuhause von unseren Fans mit einem guten Ergebnis aus dem Länderspieljahr verabschieden wollen.“

Gegen die Niederlande tritt eine Auswahl des DFB zum 41. Mal an. 15
Siege, 15 Remis und zehn Niederlagen stehen in der Bilanz. Zuletzt
trafen sich die Teams am 14. November 2012, in Amsterdam trennten sich Mannschaften mit einem torlosen Remis.

Für die Mannschaft geht es nach dem Jahreswechsel im März 2016 weiter, wieder stehen zwei Klassiker an. Am 26. März spielt der Weltmeister in Berlin gegen England, am 29. März in München gegen Italien.

Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

DFB goes „Mia san Mia“

Erstaunlich! Beim Deutschland-Länderspiel gegen Polen erklärt sich der DFB bereits zum „Europameister 2016“ in Frankreich – und damit zum „REKORD EUROPA MEISTER“ (aktuell zusammen mit Spanien drei Titel).

Choreo

Überheblich? So erinnert der ausgerufene Rekordeuropameister an den nationalen Rekordmeister Bayern München und sein „Mia san Mia“ (frei übersetzt für Alle von nördlich des Weißwurstäquators: „Wir wissen was wir können – und zwar: alles erreichen!“).

Klasse! Wer wagt gewinnt, oder besser: wer ein Ziel hat, weiß wo’s lang geht. Die Bayern machen es zumindest schon lange vor. Die Aussicht auf den Rekordmeister-Rekord von vier Meisterschaften in Folge ist kein Zufall. Im Gegensatz zu den meisten nationalen Kronkurrenten, die sich mit finanziellen Coups (Börsengang Dortmund), cleveres Scouting (Leverkusen) oder riesiges Potential (Stadt Hamburg, Fans Schalke) jeweils nach oben orientier(t)en, verweigerten die Münchner Verantwortlichen und (!) Spieler nie das Ziel Meisterschaft – auch wenn man die Gelegenheit von „Übergangsjahr“ oder „Verletzungspech“ nutzen hätte können. Mittlerweile steht „Mia san Mia“ sogar als schriftliches Versprechen auf der Rückseite der Trikots.

Die Nationalmannschaft setzt aktuell also auch auf Fußball-Placebo: Es ist erwiesen: Wer an die Wirkung einer Therapie glaubt, bei dem tut sich etwas. Therapie „Erfolgshunger“. Gut so. Nur wer Fehlbarkeit vor sich herträgt, macht sich nie angreifbar. Doch es geht um mehr als nur die Veremeidung von Erfolgsversprechen: Andere leiden unter Fußball-Nocebo. Der Nocebo-Effekt ist noch nicht so gut erforscht, aber vieles deutet darauf hin, dass man sich negative Effekte (z.B.: Nebenwirkungen) auch einreden kann, oder besser: eingeredet bekommen kann (Versuche mit erfundenen Beipackzetteln von Fake-Medikamenten). Eingeredet zum Beispiel von der Ansage nach dem Motto „wir können nicht mithalten“.

Nicht mithalten? Alle Bundesligisten spielen an 32 von 34 Spieltagen NICHT gegen Bayern München. Man könnte also auch mit zwei Unentschieden gegen die „Mia san Mia“`s, ohne ein Spiel gegen die Münchner gewonnen zu haben, Deutscher Meister werden.