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ALSO DOCH: FLICK BLEIBT BAYERN-TRAINER

PRESSEMITTEILUNG FC BAYERN MÜNCHEN – 3.4.2020

Der FC Bayern und Hansi Flick setzen ihre Zusammenarbeit fort. In guten und vertrauensvollen Gesprächen haben sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, Vorstand Oliver Kahn und Sportdirektor Hasan Salihamidžić mit dem Cheftrainer auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2023 verständigt.

Karl-Heinz Rummenigge: „Der FC Bayern ist mit der Arbeit von Hansi Flick sehr zufrieden. Die Mannschaft hat unter ihm eine sehr gute Entwicklung genommen, spielt attraktiven Fußball, der sich auch in den Ergebnissen widerspiegelt. Wir sind der einzige deutsche Verein, der noch in allen drei Wettbewerben vertreten ist. Dazu gefällt mir die Art und Weise, wie er die Mannschaft führt, seine menschlichen Qualitäten überzeugen, seine Empathie spricht für ihn. Der FC Bayern vertraut Hansi Flick und wir sind davon überzeugt, dass wir mit ihm auch in der Zukunft unsere Ziele erreichen werden.“

Hasan Salihamidžić: „Wir hatten ja von Tag eins an, als Hansi die Mannschaft übernahm, einen Plan, wie wir mit der Situation umgehen. Zunächst hat Hansi für zwei Spiele übernommen, dann bis Weihnachten, dann gab es die Vereinbarung, dass er bis Ende der Saison unser Trainer ist. Daran hat sich Hansi loyal und diszipliniert gehalten, das ist eine Qualität. Eine andere sind die Ergebnisse, die Hansi mit unserer Mannschaft erzielt hat. Diese Ergebnisse sprechen für sich. Hansi und ich wissen, in welche Richtung wir die Mannschaft entwickeln wollen. Der Fußball steht vor großen Herausforderungen. Wir glauben, dass Hansi auch der richtige Cheftrainer für diese Zeit ist.“

Hansi Flick: „Ich freue mich darauf, zusammen mit meinem Trainer-Team und der Mannschaft die kommenden Aufgaben anzugehen. Die Gespräche mit Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić waren sehr gut und von großem gegenseitigem Vertrauen geprägt. Wir haben zusammen die Ausrichtung für die kommenden Jahre festgelegt. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam viel erreichen können.“ 

Oliver Kahn: „Für den FC Bayern München ist es wichtig, dass ein Trainer auch die Philosophie des Vereins versteht. Hansi war Spieler beim FC Bayern, er war Co-Trainer. Jetzt wird er dauerhaft Cheftrainer. Das ist ein guter Weg. Hansi kennt die Mentalität des Vereins, er weiß, dass der FC Bayern am maximalen Erfolg gemessen wird, und ich freue mich, dass wir nun mit ihm unsere Idee von Vereins- und Spielkultur in den kommenden Jahren gemeinsam entwickeln können.“

Hansi Flick, 55, war von 1985 bis 1990 bereits als Spieler für den FC Bayern aktiv. Er feierte mit dem FCB vier Deutsche Meisterschaften (1986, 1987, 1989, 1990), einen Pokalsieg (1986) sowie einen Supercuptitel (1987) und stand 1987 im Finale des Landesmeisterpokals. Nach seiner aktiven Karriere absolvierte er den Trainerschein an der Sporthochschule Köln 2003 als Jahrgangsbester und startete beim FC Victoria Bammental in der Oberliga Baden-Württemberg als Coach.

Als Cheftrainer der TSG 1999 Hoffenheim und als Assistent von Giovanni Trapattoni bei Red Bull Salzburg sammelte er weitere Erfahrungen, ehe er 2006 von Bundestrainer Joachim Löw zum Assistenten bei der deutschen Nationalmannschaft berufen wurde. Nach dem Triumph bei der WM 2014 in Brasilien wechselte Flick ins Amt des Sportdirektors beim Deutschen Fußball-Bund. Ehe er im Sommer 2019 zunächst als Co-Trainer zum FC Bayern zurückkehrte, arbeitete er bei der TSG Hoffenheim als Geschäftsführer.

Flick und Beierlorzer in Verkaufslaune

FSV MAINZ 05 – FC BAYERN MÜNCHEN 1:3 (1:3)

Mit Verwunderung – vielleicht gespielt – schaut Bayern-Coach Hansi Flick auf die Journalisten, die nach dem Spiel in Mainz auf Interviewpartner aus dem Rekordmeister-Team warten. Auf dem Weg zu Pressekonferenz meint er zu den vermeintlich FCB-freundlich gesonnenen Pressevertretern: „Was schaut Ihr so? Wir haben gewonnen!“

Die Szene zeigt zweierlei. Offenkundig wird vertrauten Gesichtern clubnahe Bewunderung unterstellt. Und zweitens: Das 3:1 bei den abstiegsgefährdeten Mainzern scheint nicht so glänzend, als dass man es nicht verkaufend aufpolieren müsste. Das tat er dann auch in der PK: „Es war unser 7. Sieg in Folge! Und von den ersten 30 Minuten war ich begeistert.“ Das konnte er auch sein. In einem Fußballwirbel umwehte das Münchner Ensemble die bedauernswerten Gastgeber mit Bayernlike-Effizienz, so dass bereits nach 26 Minuten ein Debakel für die Rheinhessen möglich war. Doch dann folgte eine auslaufende Brise. Die wiederum – und der 1:3 Anschluss – animierten Flicks gegenüber Achim Beierlorzer dazu, die übrig gebliebenen 60 Minuten Fußball auf Augenöhe seinerseits als Optimismus-Starterpaket zu verkaufen: „Ich bin mit 60 Minuten einigermaßen zufrieden. Was mir gefallen hat: Die hohe Laufbereitschaft und wir waren füreinander da. Das sind Aspekte, die ich dann gesehen habe und die wichtig sind für die nächsten Spiele. In die wollen wir mit dem Schwung der letzten 60 Minuten gehen.“

Mit Schwung ging allerdings auch sein Spieler Kunde Malong bei dessen Auswechslung nach nur 32 Minuten am Trainer vorbei, den Handschlag verweigernd. Beierlorzer dazu: „Er hat den Fehlpass zum 0:2 gemacht und war nicht im Spiel. Respekt ist keine Einbahnstraße! Aber er ist auf mich zugekommen und hat sich entschuldigt.“

Friede, wenig Freude und erst recht kein Eierkuchen in Mainz. Einen Sieg mit Weck, Worscht und Woi kann es das nächste Mal in Berlin geben. Ausgerechnet bei der selbstbewusster werdenden Hertha müssen die Mainzer sich am Samstag teurer verkaufen – und als Einheit.

Und Flick? Der verkaufte auch die nicht so meisterlichen letzten 60 Minuten im Stile eines Meistertrainers: „Wir haben nach 30 Minuten das Gas rausgenommen, aber das muss man auch mal akzeptieren. Ein Trainer hat mal gesagt: Ich mache meine Spieler lieber einen Kopf größer.“