Schlagwort-Archive: Europa League

Eintracht Frankfurt auf Denkmal-Kurs

Drei Fußball-Herzen schlagen in der Brust von Ervin Skela. Und alle pochen an diesem berauschenden Europa League Abend beim 2:0 (1:0) Halbfinal-Einzug gegen Benfica Lissabon mit maximaler Intensität. Das erste ist das des Ex-Eintracht-Profis, der ab 2001 in drei Jahren 99 Spiele (28 Tore) bestritt: „Auch wenn ich zwischendurch weg war, mein Herz ist hier “. Das zweite Fußball-Herz gehört dem Eintracht-Angestellten, der als Markenbotschafter und in der Fußballschule den Höhenflug genießt: „Ich habe auch einem Kollegen in der Eintracht Fußballschule gesagt: Ich bin so glücklich, dass ich diese Zeit miterlebe und froh, dass es Eintracht so gut geht.“ Wem das dritte Herz gehört – dazu später. Aber gerade als ehemaliger Profi hätte er den Rausch dieses Abends, mit der bewundernswerten Choreographie gerne noch intensiver erlebt. Denn immerhin spielt der 41-Jährige noch aktiv beim FC Hanau 93: „Schade, dass ich nicht auf dem Platz spielen kann. Als Sportler will man immer gewinnen und für diese Tage lebt man als Sportler. Und wenn man die strahlenden Gesichter, weinend vor Glück, sieht, das ist einfach fantastisch.“ Als Fußballer mit Leib und Seele, der sogar in seinem Heimatland Albanien schon den Fußball-Lehrer-Schein gemacht hat, kann er besonders gut einschätzen, was Eintracht Frankfurt in dieser Saison vollbringt: „die Mannschaft, der Trainer, der ganze Staff, Masseure, Ärzte – was die leisten: Das ist irre!“ Die Energie speist sich allerdings noch aus rund 50.000 weiteren Batterien, so Skela: „Dazu kommt: In diesem Stadion, mit diesen Fans, das macht 20-30% mehr Kraft aus, das glaube ich schon. Als ich die Atmosphäre gegen Lazio oder Marseille gesehen habe, dachte ich, das kann man nicht toppen. Aber was heute wieder die Fans leisten, das ist ehrenwert und einfach fantastisch.“

Die gute Nachricht für Eintracht Frankfurt: Das Weiterkommen gelang an diesem Abend trotz einer unterdurchschnittlichen Leistung des vielleicht wertvollsten Spielers: Luka Jović. Offenbar ist die Eintracht nicht immer von seinen Toren abhängig, könnte einen riesigen Erlös im Sommer einstreichen. Skela nimmt ihn in Schutz: Er hat unglücklich gespielt, aber, mein Gotte, es gibt solche Tage. Der Jovic ist ein fantastischer Fußballspieler

Voller Euphorie an diesem Abend ist auch Eintracht-Präsident Peter Fischer, der regelrecht ins Schwärmen kommt bei der Bitte um eine Zusammenfassung des Erlebten: „Weil wir ja jetzt nach Chelsea müssen: Die Engländer würden sagen, „Magic Night!“. Das was das Stadion als 12. Mann gebracht hat, was die Truppe auch läuferisch und kämpferisch gebracht hat: Da haben wir heute doch, glaube ich, ein Zeichen gesetzt für den deutschen Fußball. Ich glaube, dass auch viele neutrale Fußballfans, die das heute gekuckt haben, der Eintracht die Daumen gedrückt und gesagt haben: Coole Truppe!“ Einer der coolsten und vor allem laufstärksten der Truppe ist Sebastian Rode – ausgerechnet als einziger Hesse auf dem Platz, der Matchwinner mit seinem 2:0. Rode ist für Skela insbesondere „einer der Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren“ und für den ehemaligen Eintracht-Coach Dragoslav Stepanovic unverzichtbar: „Das ist einer, den jede Mannschaft braucht. Der macht seine Zweikämpfe, gibt den Ball dem Nächsten und macht seinen Job von A bis Z. Das ist das, was der Mannschaft in der Stimmung hilft und immer wieder Kraft gibt, wenn die sieht, wie der von einer Seite auf die andere läuft.“ Die Laufleistung – das beeindruckte den Serben bei einem Landsmann, dm Torschützen zum 1:0, besonders: „Was die physisch herausgeholt haben, obwohl sie zuletzt zweimal mit 10 Leuten spielen mussten, das ist für mich unmöglich. Ich habe mir schon überlegt, ob sie den Kostić bei der Geburt irgendwo vertauscht haben: Ist der Deutscher? Kein Serbe läuft wie der! Das habe ich noch nie gesehen – der läuft wie ein Uhrwerk.“

Mit seinem typischen Augenzwinkern stellt der launige 70-Jährige noch in Richtung Rodes Zwischenstationen bei den Branchenriesen Bayern München und Borussia Dortmund fest: „Der Rode hat sich fünf Jahre erholt bei den beiden Vereinen – und jetzt bei uns gibt er Gas ohne Ende.“

Gas geben muss die SGE zunächst aber für den Einzug in die Champions League über die Bundesliga. Bereits am Ostermontag (20:30 Uhr) wartet der VfL Wolfsburg. Für Trainer Adi Hütter ist aber am Wolfsburger Horizont durchaus schon ein Umriss vom Euro-Final-Ort Baku zu sehen: „Wir sind vielleicht der unerwartete Teilnehmer des Halbfinales. Die Favoritenrolle ist klar bei Chelsea. Aber es steckt immer etwas in unserer Mannschaft drinnen und wir können für Überraschungen sorgen.“

Für Skela ist die Bundesliga kein Anlass, sich für einen eventuellen Eurotriumpf zu schonen: „Mein Gefühl ist: Wichtiger ist der Champions League Platz. Wenn wir das erleben würden! Natürlich, wir sind jetzt im Halbfinale und wollen auch Chelsea schlagen. Wir haben gesehen, die haben auch 3 Tore bekommen gegen Prag. Die Niederlage gegen Augsburg hat wehgetan, aber die Mannschaft ist so gefestigt und das werden sie auch zeigen gegen Wolfsburg: Dass wir den Platz vier verteidigen wollen. Wenn sie das schaffen, kann man den Jungs hier ein Denkmal bauen!“

An diesem Denkmal würde sicher auch gerne Ervin Skela mithelfen zu bauen. Denn das dritte Fußball-Herz in seiner Brust schlägt nicht als Ex-Profi oder Club-Vertreter und auch nicht als Trainer, der selbst gerne einmal in der Arena für seinen Herzensverein tätig wäre: „Ja, absolut. Jeder, der ehrgeizig ist und ich bin ehrgeizig, möchte natürlich gerne so einen Tag auf der Bank erleben. Das ist ein Traum. Aber jetzt bin ich da als Eintracht-Fan. Ich genieße das jede Sekunde.“ Pochendes Herz beim prominenten Eintracht-Fan. Es wird wieder besonders hoch schlagen, am 2. Mai gegen den FC Chelsea. Als eines von drei Fußball-Herzen bei Ervin Skela.

fussball-kolumne vor Ort für den HANAUER ANZEIGER

„Stepi“

Ervin Skela

Schiri – wir wissen wo Dein Bus steht!

Achtung! Morgen ist wieder Europa League. Es kann bei den Spielen zu erhöhtem Verkehrsaufkommen kommen. Wegen der vielen Schiedsrichter: „Die Schiedsrichter kommen ja mittlerweile fast mit dem Omnibus – so viele sind inzwischen im Stadion“, analysierte Christian Heidel beim Schalke-Gastspiel in Nizza. Beim folgenden Heimspiel gegen Salzburg stand ein Sechstel der Schiedsrichtertruppe wieder im Blickfeld: Ausgerechnet der Torrichter, der nur schauen sollte, ob der Ball drin ist, sah nicht dass ein Ball drin ist. Doch den Mann hinter der Grundlinie traf keine Schuld – es sind einfach immer noch nicht genug Fachkräfte im Schiedsrichter-Team. Problem erkannt, Problem gebannt: Die mutmaßliche Entwicklung in nächster Zeit…

Januar 2017: Zum Jahreswechsel tritt endlich die notwendige Besetzungsänderung in Kraft: Hinter den Torrichter kommt noch ein Torrichterassistent, der mit einer grünen Flagge anzeigt, ob der Torrichter richtig liegt.

Februar 2017: Zum Beginn der KO-Runde wird endlich der Mangel ausgemerzt, dass auf einer Längsseite der Assistent nur die Hälfte bearbeiten kann – es kommen für die fehlenden Hälften noch zwei hinzu.

Juli 2017: In der Sommerpause werden die neuen Eckfahnenschiedsrichter ausgebildet. Sie müssen vor dem Spiel überprüfen, ob die Ecken die vorgeschriebenen 90 Grad haben.

Dezember 2017: Spät, aber nicht zu spät, bekommt das Schiedsrichterwesen endlich den notwendigen Schiedsrichter-Accessoire-Assistent. Er läuft neben dem Hauptschiedsrichter her und trägt Sprechfunkgerät, Uhr, Freistoßspray, Gelbe und Rote Karten sowie eine Liste der insgesamt eingeteilten Schiedsrichter des Spiels, damit er sich nicht die ganzen Namen merken muss.

Januar 2018: Für die WM 2018 wird der Bau eines weiteren Stadions begonnen: Für die Schiedsrichterbesprechungen. Tickets für die WM-Spiele gibt es keine im freien Verkauf: Weil alle Mitglieder der Schiedsrichterteams jeweils zwei Freikarten bekommen, sind alle Spiele ausverkauft.

August 2018: Nach dem Videoschiedsrichter gibt es jetzt noch jeweils elf Audioschiedsrichter. Neben jedem Spieler läuft ein solcher, um unflätige Schimpfworte zu bewerten.

Januar 2019: Christian Heidel setzt sich auf den Malediven zur Ruhe. Er hatte 2016 frühzeitig in Omnibus-Aktien investiert.

Marcel Schäfer im Interview

Interview mit Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg) zwischen den Spielen der Wölfe in Mailand und Mainz für „PRIMASONNTAG“

 

 

Egal ob Bayern München oder Inter Mailand: Der VfL Wolfburg verbreitet „Angst und Schrecken“ bei den Gegnern. Warum ist Euer Team so stark?

Marcel Schäfer: Wir haben einen tollen Teamgeist, eine Mannschaft mit herausragenden Einzelspielern, die auch in der Breite gut besetzt ist und gierig nach Siegen ist.

Wie ist die Taktik als „neue Nummer 2“ in Deutschland: Bayern überholen, oder den Abstand zum Rest halten?

Bayern spielt seit Jahren auf einem konstant sehr, sehr hohen Niveau und es wäre vermessen, dass wir uns mit Bayern auf einer Höhe sehen. Wir wollen über Jahre uns an der Spitze der Bundesliga etablieren und dauerhaft in Europa vertreten sein. Und falls es mal so kommen sollte, dass der FC Bayern etwas schwächelt , dann wollen wir da sein. Titel sind für Fußballer das allergrößte und dafür arbeiten wir Tag für Tag. Ich bin sehr froh schon einmal die deutsche Meisterschaft gewonnen zu haben, ich hoffe aber dass dies nicht der einzige Titel in meiner Karriere sein wird.

Bei Eurer Niederlage in Augsburg brachte Kevin de Bruyne vor, dass doch sehr viele Spiele zu Zeit zu bewältigen sind. Ist das die Chance für Mainz?

Marcel Schäfer im Interview weiterlesen