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Presserunde mit Andi Möller

Nach sechs Monaten als Chef des SG Eintracht Frankfurt Nachwuchsleistungszentrums hat der Ex-Adler Andreas Möller über die Presseabteilung ein Zwischenfazit weitergegeben.

Andreas Möller über …

…die aktuelle Situation bei den Jugendspielern: Der Spiel- und Trainingsbetrieb ist bis auf Weiteres eingestellt, wir halten uns an alle Richtlinien und Empfehlungen. Wir gehen verantwortungsvoll mit der Krise um und haben früh erkannt, dass eine Welle auf uns zukommt. Unsere jungen Kicker haben Trainingspläne nach Hause bekommen und stehen im regen Austausch mit ihren Trainern und Athletiktrainern. Sie machen ihre Hausaufgaben. Wir haben keinen COVID-19-Fall gemeldet bekommen.

…seine aktuelle Arbeit: Wir arbeiten sehr viel konzeptionell und zukunftsorientiert. Wir versuchen, über die Saison hinaus Planungen aufzunehmen. Beispielsweise die Trainerteams zusammenzustellen, organisatorische Dinge zu modifizieren, die Plätze auf Vordermann zu bringen. Man kann die Zeit nutzen, um Dinge abzuarbeiten, die zu kurz kommen, wenn das Tagesgeschäft normal läuft. Das tut gut. Unser Internat wird auch gerade umgebaut.

…sein Zwischenfazit nach rund einem halben Jahr als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums: Ich musste mich in vielen Themen einarbeiten und habe eine große Verantwortung, das spüre ich. Wir haben sehr viel Fachkompetenz, das müssen wir bündeln. Es macht sehr viel Spaß, ich fühle mich sehr wohl, hier arbeiten sehr viele nette Leute. Der schönste Moment des Tages ist, wenn ich nach Feierabend nochmal über die Plätze gehe und schaue, wie die Jungs kicken, mit Freude dabei sind, sich abklatschen. Das gibt mir ein gutes Gefühl für den Nachhauseweg.

…die U19: Die Mannschaft hat in der Rückrunde fantastische Ergebnisse erzielt und spielt einen guten Ball, wir haben fünf von sieben Spielen gewonnen. Wir sind mit der Entwicklung zufrieden. Die Jungs haben Teamspirit, die Mannschaft ist auf einem guten Weg. Es gibt sicherlich Spieler, die irgendwann die Möglichkeit haben, im bezahlten Fußball unterzukommen. Ich möchte dazu keine Namen nennen und niemanden unter Druck setzen. U19-Spieler der Eintracht stehen immer im Blickfeld. Dafür arbeiten wir täglich, wir möchten unsere Talente so nah wie möglich an den Bundesligakader heranführen. Die U19 ist unser Flagschiff, das Zuschauen macht Spaß.

…die Verpflichtung von Thomas Broich und Jerome Polenz als Trainer der U15 ab Sommer: Der Kontakt ist vor einigen Monaten durch Fredi Bobic entstanden. Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass zwei richtig gute Jungs da sind, die gerne ins Trainergeschäft kommen möchten. Wir haben ihnen ab Januar Hospitationen bei unseren Mannschaften ermöglicht. Sie haben hier reingeschnuppert und Erfahrungen gesammelt. In Gesprächen habe ich sofort gespürt, dass sie sich in der Materie sehr gut auskennen. Wie sie Fußball leben, was sie inhaltlich sehen und wie sie die Spielanalyse rüberbringen, das hat uns beeindruckt. Die Profierfahrung hilft zudem, sie haben von vielen guten Trainern gelernt. Wir konnten die Jungs überzeugen, dass sie bei uns beginnen. Es freut mich, dass sie bereit sind, in der Jugend lernen zu wollen. So denkt nicht jeder Profi. Der Trainerberuf ist sehr facettenreich, man ist als Pädagoge, Psychologe und Trainingslehrer gefragt. Es ist der richtige Schritt für Thomas und Jerome, ein guter Startschuss in ihre Trainerkarriere. Wir freuen uns auf sie ab Sommer am Riederwald und können von ihnen profitieren. Sie werden die A-Lizenz angehen, sobald das möglich ist. Außerdem entwickeln sie unsere Spielkonzeption im Jugendbereich mit, an der wir gerade arbeiten.

…die Spielphilosophie im Nachwuchsleistungszentrum: Wir sind dabei, eine Spielkonzeption auszuarbeiten. Dabei geht es um die Art und Weise, wie wir im Jugendfußball spielen und für was wir stehen wollen. Das beste Beispiel dafür sind die Profis mit ihren Leistungen in den vergangenen Jahren. Das möchten wir den Jungs gemeinsam mit den Trainern vermitteln. Die Ausarbeitung läuft unter unserem Leiter Spielkonzeption Matthias Borst. Unser Technischer Direktor Marco Pezzaiuoli, der viel auf dem Platz steht und mit dem ich beispielsweise auch die Kaderplanungen mache, sowie die Trainer gehören ebenso wie ich zum Team, das sich damit befasst und regelmäßig dazu im Austausch ist. Diese Spielphilosophie möchten wir später über ein Playbook umsetzen, auf das man immer zurückgreifen kann. Das geht dann hinunter bis in die Trainingssteuerung. Das Ganze ist ein Prozess, an dem wir stetig feilen und den wir irgendwann abschließen möchten – immer unter Berücksichtigung der modernsten Erkenntnisse. Es macht aber jetzt schon Spaß, die Umsetzung auf dem Platz zu sehen.

GEISTERSPIEL – ein Erlebnisbericht

Unweit von Hanau, Geburtsstadt der Gebrüder Grimm, hat sich in Frankfurt ein Märchen ohne Happy End zugetragen. Es war einmal ein Geisterspiel. Im Übergang zwischen den letzten Schimmern des Tageslichts und der hereinbrechenden Nacht auf Freitag duellieren sich die jeweils gleich gewandeten Vertreter von Eintracht Frankfurt und dem FC Basel. In gespenstischer Atmosphäre tragen die Schweizer in diesem besonderen März 2020 den 3:0-Sieg in der Europa League davon – doch es gibt weitaus mehr Verlier. Neben den Gastgebern noch die 47.000 ausgeladenen Gäste. Und: der Fußballsport.

Auch als anwesender Sportjournalist gräbt sich das Erleben entfernter Emotionen bei einem formal so wichtigen Achtelfinales für ewig in das Reportergedächnis ein. Als gefühlte Trainingsbeobachtung. Besonders skurril ist das Spiel als Hörspiel. Etwa wenn Stadionsprecher  Bartosz Niedzwiedzki enthusiastisch die Aufstellung den leeren Rängen entgegenschreit – natürlich inklusive Nachnamen, denn wie üblich komplettieren werden die Sitzschalen und Betonstufen nicht. Oder wenn zum Anpfiff der Applaus von einigen Offiziellen der einzige offizielle Applaus ist. Die Rufe der Spieler als Kulisse für die Ohren: Besonders laut, wenn den Pfiff des Schiedsrichters das Unrechtsbewusstsein entfacht, oder wenn der frühere Hertha-Profi Valentin Stocker herzerweichend nach Foulspiel schreit. Vereinzeltes Klatschen als Höhepunkte: Das aufmunternde Klatschen von Ersatzspielern schallt genauso ins Nichts wie das Klatschen des Balles an die Latte – geschossen von Alamy Toure auf der Suche nach dem 1:1-Ausgleich gegen die besseren Schweizer. Womöglich liegt der letztlich souveräne Gästesieg an der listigen Geisterspielerfahrung, die sich der FC Basel verschafft hat, als sie zur Vorbereitung ein Spiel gegen den Zweitligisten Schaffhausen vor leeren Rängen absolvierten. „Für uns war das Geisterspiel ein Vorteil“, gibt dementsprechend auch FC-Trainer Marcel Koller zu. „Wenn hier 50.000 Zuschauer sind, und hier ist immer was los, ist das was ganz anderes“. Die Eintracht hingegen ging noch am Tag vor dem Spiel von vollen Rängen aus. Fazit aus Spielersicht von Djibril Sow, dem Schweizer unter den Hessen:  „Uns hat heute einiges gefehlt, auch die Zuschauer. Das hat man gespürt. Den Virus und das was man immer wieder darüber liest, das kann man nicht so abschütteln, aber das darf keine Ausrede sein.“

Zurück zu den Erfahrungen auf der Pressetribüne, die zum ersten Mal besser gefüllt ist, als der Rest des Stadions. Dort hat zumindest die erfahrene Sportchefin von Hit Radio FFH Geisterspielerfahrung. Sonja Pahl war Augen- und Ohren-Zeugin des 2:1-Sieges der SGE in Marseille. Beim Europa League Spiel im September 2018 waren ebenfalls die Zuschauer ausgeschlossen. Allerdings wegen Vergehen der französischen Fans, nicht wegen eines Virus. Die Hörfunkreporterin erinnert sich an die Unterschiede: „In Marseille hatte die Eintracht immerhin etwa 50 VIPs mit dabei, die dann bei entsprechenden Szenen applaudiert haben und so ein Funke von Feeling aufkam. Das ist heute komplett anders.“. An diesem Abend werden Pahls Szenenbeschreibungen nicht vom Stadionlärm des Profifußballs verschluckt. Für sie selbst ist jede Meldung an die Hörer deshalb eine bizarre Zeitreise: „Ich habe ja in der Fußball Oberliga Hessen angefangen, da saßen dann die alten Herren von der Zeitung um mich herum und haben, gerade bei der jungen Frau, genau hingehört. Weil es da eben so leise war auch jedes Wort verstanden. Also ist das eine Art zurück-zu-den-Wurzeln-Gefühl.“

Nachdem sich die außergewöhnlich kalte Atmosphäre gerade noch über das Sportliche legte, wurden dann nach dem Spiel Aufarbeitung und Ausblick emotionaler, aber auch außergewöhnlich. Sowohl die versammelten Journalisten im Pressraum als auch die Aktiven hangeln sich von Vermutung zu Vermutung, von Nachricht zu Nachricht. Würde überhaupt noch Fußball gespielt werden und soll überhaupt?

Die sportliche Gretchenfrage, „wie halten wir es mit dem Fußball?“, beantwortet Eintracht-Trainer Adi Hütter ganz am Ende eines auch für einen Reporter außergewöhnlichen Abends so: „Auch für die Entscheidungsträger ist es nicht einfach, es geht ja über den Sport hinaus. Wir leben ja nicht hier in den Katakomben der Arena und trainieren und spielen nur. Es hat jeder eine Familie und Bekannte – überall ist die Gefahr, dass man sich ansteckt. Ich bin in dieser Situation auch überfordert, wie wir alle. Wir müssen alle versuchen bis gewisse Entscheidungen getroffen sind, professionell zu sein. Sie können mir glauben, dass das nicht einfach ist. Denn hier geht es nicht um Sportler, hier geht es um Menschen, die den Sport ausüben und mit der Situation konfrontiert sind.“

Nach diesen letzten Ausführungen ist es ganz leise bei der Pressekonferenz. Alle spüren: Das ist nur Fußball. Und auch für einen Fußballberichterstatter wird an diesem Abend in der Geisterspiel-Atmosphäre eindrucksvoll klar: Die Besonnenen sind jetzt am Ball. Der gemeinsame Gegner ist ein Virus. Und wenn dieser Gegner ausgekontert ist, der Ball wieder vor Zuschauern rollt, dann gibt es nur Gewinner. Dann hat ein noch wichtigeres, noch größeres, noch moderneres Märchen ein Happy End.

Hessen-Lust, Böller-Frust

Ausgerechnet der einzige Hesse auf dem Platz beim Schlusspfiff des Rhein-Main-Derbys hatte Grund sich über die Niederlage der Frankfurter Eintracht zu freuen: Robin Zentner. Denn der in Rüdesheim geborene Torwart des FSV Mainz 05 rettete in der Nachspielzeit mit einer Parade gegen SGE-Flügelflitzer Filip Kostic das 2:1 (0:1). „Ja, das ist schon schön, weil viele im Rheingau Frankfurt-Fans sind und ich auch viele Frankfurt-Fans kenne. Das ist immer ein schönes Gefühl.“

Der 25-jährige erlernte das Fußballspielen bei der SpVgg Eltville, bis er 2006 auf die andere Rheinseite wechselte. Dort trägt er jetzt dazu bei, dass die Eintracht die Derby-Punkte bald kampflos per Flaschenpost den Main entlang schickt, denn bereits zum zwölften Mal in Folge gelingt den Frankfurtern kein Sieg. „Wir wollten Geschichte schreiben, indem wir die erste Mannschaft sind, die in Mainz gewinnt“, gibt auch SGE-Trainer Adi Hütter danach ernüchtert zu. Bei sechs Niederlagen und sechs Unentschieden liegt jetzt die Quote der Hessen bei den Rheinhessen. Zumindest einen Vorsprung und ein Unentschieden hielten die Gäste zur Halbzeit. Mit Kapitän Sebastian Rode aus Seeheim-Jugenheim war die Anzahl der gebürtigen Hessen noch bis zu seiner Auswechslung (74.) 1:1 ausgeglichen und durch den Treffer von Martin Hinteregger der Spielstand auf Seiten der Frankfurter. Doch schon in der Mainzer Pausenatmosphäre hatte der 1,94 cm lange Robin Zentner freie Sicht auf einen Heimsieg ausgemacht: „Wir hatten das Gefühl, dass wir die bessere Mannschaft waren. Das Gefühl in der Kabine war: Ok, wir gewinnen hier auf jeden Fall.“ So kam es auch nach den Toren von Karim Onisiwo und Adam Szalai.

Der Derbysieg lässt die Mainzer (15 Punkte) jetzt von noch mehr Aufwärtstrend träumen. Ein Trend, der an den Rhein-Main-Rivalen (17) vorbeiführt? Immerhin hat die SGE alle Bundesligaspiele seit dem grandiosen 5:1 gegen Bayern München verloren und der FSV beide Spiele seit der Verpflichtung von Trainer Achim Beierlorzer gewonnen. Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder jedenfalls stellt mit Blick auf die Fakten nüchtern fest: „Wenn Frankfurt das nächste Spiel verliert und wir gewinnen, sind wir vor Frankfurt. Unterm Strich ein verdienter Mainzer Sieg. Und wir waren auch die bessere Fußballmannschaft. Aber jetzt heißt es erstmal hungrig bleiben. Jetzt werden wir mit Selbstvertrauen nach Augsburg fahren.“

Für Eintracht-Trainer Adi Hütter bleiben zwar keine Punkte, es bleibt aber Optimismus vor dem nächsten Heimspiel am Freitag gegen die Berliner Hertha. Denn während der Böller und die Bengalfeuer der sogenannten Fans (Rode: „Das ist sehr ärgerlich, nervt uns auch“) für negative Schlagzeilen sorgen wird, sorgt das kämpferische Feuer seiner Spieler bei ihm für weiter positive Grundstimmung: „Man hat gesehen dass die Mannschaft Power hat, trotz Spiel Nummer 26 und in Unterzahl. Mich freut es eine Mannschaft zu sehen, die mit Leidenschaft Fußball spielt und daran glaubt noch den Ausgleich zu erzielen.“

Jetzt heißt es für die „echten“ Südhessen aber wieder eine Saison warten, bis die nächste Gelegenheit kommt, Geschichte zu schreiben und den ersten Bundesliga-Sieg in Mainz zu erleben. Und der „falsche“ Südhesse, Robin Zentner, kann sich sicher sein, in den nächsten Tagen Ruhe vor seinem Eintracht-Freundeskreis zu haben, wie er in seiner Derby-Sieger-Nacht mit sichtlich guter Laune durchblicken lässt: „Die sind, denke ich, morgen still.“                                         

Nach Arsenal – vor BVB: Frankfurt bleibt positiv

Bei der 0:3 Niederlage der Frankfurter Eintracht gegen Arsenal London in der Europa League ist es wohl den meisten der 47.000 Zuschauer entgangen: In der 74. Minute ist die SGE zum Ausgleich gekommen. 1:1! Was die Hessen auf dem Rasen betrifft, als der in Frankfurt geborene Timothy Chandler eingewechselt wurde. Bemerkenswerter Weise war zu Spielbeginn mit Innenverteidiger Shkodran Mustafi, in Bebra aufgewachsen, der einzige Hesse bei Arsenal auf dem Rasen. Auch weil mit Sebastian Rode ein „heimatlicher Stammspieler“ verletzt ausgefallen war. Auf Nachfrage von FUSSBALL KOLUMNE bekam Mustafi dann nach Spielende in den Katakomben des Stadions große Augen und musste dann schmunzeln: „Nein, das war mir nicht bewusst. Aber Hesse hin. Hesse her, ich arbeite in London und muss für London spielen. Aber bei dieser Atmosphäre war es schön in diesem Stadion zu spielen. Es war auch mein erstes Spiel hier und ich musste vielen Freunden Karten besorgen, weil sie Eintracht Fans sind.“

Für Dragoslav Stepanović, den vielleicht hessischsten Nicht-Hessen des Landes, ist angesichts der Tatsache, dass Eintracht im internationalen Konzert mitspielt, ein Hessen-Mangel kein Misston: „Es ist doch Europa. Da gibt es nicht mehr Hessen oder Bayern, sondern eine Mannschaft, die gewinnt oder verliert.“ Doch er mahnt auch: „Es muss aber Hessen sozusagen abgegrast werden. Dass uns da kein Talent entgeht.“ Das wird dann auch vielleicht die Aufgabe von Ex-Spieler, Weltmeister und gebürtigem Frankfurter Andreas Möller. Was das zweite große Thema des Abends war, neben der Chancenverwertung der Gastgeber, die war  – frei nach Trapattoni –  wie Bembel leer. Die Ultras machten mit einer riesigen Plakataktion gegen das Gerücht aktiv, dass Andreas Möller das Nachwuchsleistungszentrum am Riederwald leiten soll. Die Kritik sieht Stepanović zweigeteilt. Die Qualifikationsfrage stellt der 71-Jährige auch: „Erfahrung hat er keine. Aber die Vereinsoberen werden das schon analysiert haben: Hat er im Jugendbereich schon etwas gemacht? Hat er ein Näschen für gute Spieler? Aber als Person ist er super, da kann ich nichts sagen.“ Für den von den Ultras auf den Plakaten unterstellten fehlenden SGE-Charakter legt der Serbe aber seine Hand ins Feuer: „Kein Zweifel: Der ist Eintrachtler ohne Ende. Klar – er ist nach Schalke gegangen und so weiter. Aber vom Herz her ist er Eintrachtler.“

Wie geht es aber sportlich weiter? Der Applaus nach dem Abpfiff klingt nach Vertrauensvorschuss. Trainer Adi Hütter analysiert diese Phase so: „Ich glaube dass die Erwartungshaltung in Frankfurt riesengroß geworden ist aufgrund der letztjährigen Saison. Wir dürfen aber nicht vergessen – auch wenn das keine Ausrede sein soll – wir haben Spieler zu ersetzen, die viele Tore gemacht haben. Wir müssen den Neuen die Zeit geben, die habe ich als Trainer.“ Für den Österreicher steht mit der Borussia ausgerechnet ein Gegner vor der Tür, den er stärker einschätzt als sein eigenes Team: „Dortmund ist Favorit, nicht nur wegen der Qualität, sondern weil sie auch zwei Tage mehr Zeit haben sich zu erholen. Wir müssen dieses 0:3 verdauen. Trotz allem glaube ich, dass wir wieder alles versuchen werden, um mit Dortmund den nächsten Hochkaräter zu fordern.“

Für das nächste Erfolgserlebnis will auch Stürmer Bas Dost sorgen, dem auch Mut macht, wie die Mannschaft in die Nacht verabschiedet wurde: „Am Ende hat man gesehen, dass die Fans immer hinter uns stehen. Das gefällt mir schon seit dem ersten Spiel. Die Niederlage müssen wir ab morgen abhaken und positiv sein und besprechen was schlecht gelaufen ist – aber auch was gut gelaufen ist!“ Gegen Dortmund soll auch dann auch seine bessere Chancenverwertung beitragen. Dabei denkt er erfrischend ehrlich an einen Kopfball in der ersten Halbzeit: „Da bin ich normalerweise tödlich, aber das bin ich jetzt noch nicht. Und das nervt natürlich brutal! Aber das kommt alles, ich muss Geduld haben.“ Geduld zeigen die Fans noch. Sie würden auch wirklich jeden Torschützen bejubeln – „Hesse hin, Hesse her.“

Nach der Arsenal-PK. „Stepi“ und „Adi“