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Bundesliga klassisch

Die Bundesliga-Rückrunde geht los. Und wir fragen uns natürlich alle: War Johann Wolfgang von Goethe Fußball-Fan? Oder konnte er in der Zeit reisen? Offenbar!Denn seine Zitate beziehen sich gespenstisch genau auf die aktuellen Ereignisse:

 

Der Wirbel um den Videobeweis.

„Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los.“ (Aus: Zauberlehrling)

 

Nach Ablösewahnsinn von Neymar, Coutinho & Co. Bundesligisten können’s nicht zahlen.

„Den lieb‘ ich, der Unmögliches begehrt.“ (Faust)

 

Schafft der 1. FC Köln doch noch das Wunder?

„Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziele kommt.“ (Wahlverwandtschaften)

 

Haben sich die Schiedsrichter auf beim Friedensgipfel auf Mallorca wieder vertragen?

Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!“ (Götz von Berlichingen)

 

Dauer-Klischee: Der FC Bayern München kauft sich die Besten der Konkurrenz.

„Denn von oben kommt Verführung, Wenn‘s den Göttern so beliebt.“ (Paria Legende)

 

Warum schielt der HSV immer wieder auf die Geldbörse von Mäzen Kühne?

„Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe!“ (Wahlverwandtschaften)

 

Nagelsmann und Tedesco im Kommen, Heynckes geht.

„Ich hör es gern, wenn auch die Jugend plappert; Das Neue klingt, das Alte klappert.“ (Zahme Xenien)

 

Wird irgendwann Bayern München nicht Deutscher Meister?

„Hoffnung gießt in Sturmnacht Morgenröte!“ (Proserpina)

„Videobeweis 2.0“ oder „Eine Geschichte aus Köln“

„Puhh“, wischt sich der Bauarbeiter erschöpft den Schweiß von der Stirn, bevor er die interessierten Besucher hereinbittet und mit einer bedeutungsschwangeren Geste in Richtung eines Tunnels zeigt: „Wir sind fast fertig, der Videobeweis 2.0 kann bald starten“.
Die Besucher gehen in einen Keller unterhalb des Kölner Kellers, in dem der noch amateurhafte Videobeweis 1.0 sein unvollendetes Unwesen trieb. Dort öffnet sich ein Raum, der genauso aussieht wie der Original-Raum der Videoassistenten. Projektleiter Hellmut Krug erläutert: „Hier also sehen sie die Arbeitsplätze der Lippenleser, die jetzt jede Szene des normalen Videobeweises noch einmal kontrollieren. Das wurde nötig nach der Diskussion rund um die Rote Karte an Ibisevic, also ob er ‚scheiße‘ oder ‚schlecht‘ sagte“.
Jetzt geht es noch tiefer in den Kölner Untergrund. „So!“, grinst Krug in Richtung einer weiteren Tür zu einem weiteren Raum, der genauso aussieht wie die oberen. „Und hier ist unser ganzer Stolz, der Raum mit den Gebärdensprachendolmetschern. Die betrachten nach der Betrachtung der Lippenleser, nach der Betrachtung der Videoassistenten die Szene und können auch die kleinste Gestik – vom sanften Tätscheln eines Ribery bis zur Onaniegeste eines Baier – alle relevanten optischen Daten an den Schiedsrichter im Stadion übermitteln.
Wenn Sie mir bitte noch einmal folgen wollen.“
Krug geht einige Schritte, blickt in Richtung eines noch tiefer gehenden Stollens und erteilt mit einem würdigenden Handzeichen dem Bauarbeiter das Wort. „Nun“, holt der Bauarbeiter tief Luft, „hier sollte es eigentlich schon jetzt zu einem weiteren Raum gehen. Dort werden später Tierforscher sitzen und bei der Analyse von Rudelbildung auf dem Spielfeld behilflich sein. Doch die Fertigstellung verzögert sich leider, da wir bei dem Aushub auf das Bernsteinzimmer trafen und deshalb noch tiefer gehen mussten. Dort sind wir aber so nah am Erdkern, dass aufgrund von Temperaturen überhalb 258 °C die Wände noch mit Isolierschicht auskleiden werden.“
Die Besucher nicken zustimmend. Der Aufwand ist es wert.
Wenn nur der Fußball gerechter wird.

Bundesliga-Zukunftsvisionen

Spannende Lektüre! Unweit des Artikels über das (nennen wir es mal) „Wirken“ von 1860 München „Investor“ Ismaik, findet sich noch ein Bericht über den FC Liverpool. Da wird unterstellt, dass es dessen amerikanischer Clubbesitzer toll fände, wenn der Amerikaner Pulisic aus Dortmund käme. Interessant!

Die Meldungen werfen den Blick auf eine großartige Zukunft:

Das Jahr 2022. Beim ersten Saisonheimspiel der Augsburger gibt es eine Veränderung an der Imbiss-Bude. Der chinesische Investor des FCA ließ die Bratwürstchen durch Hot Dogs ersetzen. Am besten schmecken die kleinen mit Pudelgeschmack.

Aufregung gleichzeitig in der Allianz-Aldi-Audi-Arena des FC Bayern. Weil der Mehrheitsaktionär aus Katar verlangt, dass die Münchner im landestypischen Thawb-Gewand spielen, liegen die Münchner zur Halbzeit mit 0:8 gegen Eintracht Frankfurt zurück. Doch Rettung ist in Sicht. Da die Hessen den gleichen Großinvestor haben, sollen sie in der Halbzeit ebenfalls die Gewänder und dazu noch Taucherschuhe anziehen, um die siebte Meisterschaft in Folge nicht zu gefährden.

In Bremen schleppen sich derweil die etwas übergewichtigen Werderaner über den Platz. Nach dem Einstieg eines Konsortiums aus Kentucky Fried Chicken, McDonald’s und Burger King sind die Sponsorentermine in der Sommerpause nicht spurlos an den Norddeutschen vorübergegangen Trotzdem scheinen sie wenig Mühe zu haben gegen die völlig betrunkene Veltins-Vertreter aus Gelsenkirchen.

Das meiste Interesse der Fußballfans gilt allerdings der ersten Partie von 1860 München. Die Löwen treten als Aufsteiger  in Dortmund an. Noch ist es ungewohnt, die gewaltige Südkurve ganz in blau zu sehen. Aber es ist ein herrlicher Anblick, wie die Fans mit vielen kleinen Schildchen die NIVEA-Werbung des Hauptaktionärs bilden. Doch am spannendsten ist, welcher von den 24 vorhandenen Trainer zu Beginn an der Seitenlinie der Münchner steht: Ismaik hat noch nicht angerufen.

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Recherche-Bild-Quellen: SPORT-BILD 49.2016

Achtung England!?

Guardiola 2013: „Thiago, oder nix!“

Guardiola 2016: „Sané, Stones, Gündogan, Jesus, Bravo, Nolito usw, oder nix!“

Endlich September. Endlich bekommen wir einen Transfer-Ruhepuls.

Fußball-Europa scheint unter Kreislaufbeschwerden zu leiden. Unter Geldkreislaufbeschwerden. Als gäbe es Schwindelgefühle angesichts der Frequenz, mit der sich ein finanzieller Überdruck aus dem Herz des Fußballmutterlandes in die Arterien der restlichen Fußballwelt bewegt. Die vielen Überweisungen gehen Berichterstattern und Fans an die Nieren. Doch der medizinische Rat, wie bei jedem Anflug von zu großer Aufregung: Weniger Aufregung!

Denn wer die Art und Weise diagnostiziert, wie sich das Britische Pfund durch Europa pumpt, erkennt: Alle lebenswichtigen Liga-Organe werden versorgt: Ob 35 Millionen Euro für Slimani nach Portugal, 40 Millionen für Batshuayi nach Frankreich, 40 Millionen nach Spanien für Mustafi, 50 Millionen nach Deutschland für Sané, oder 100 Millionen nach Italien für Pogba. Nur Beispiele. Und diese Millionen wiederum fließen noch weiter nach außen in die Extremitäten des internationalen Fußballkörpers.

Und wer heutzutage noch glaubt, dass ein Spieler, der 20 Millionen kostet, zehnmal besser, effektiver oder mannschaftsdienlicher ist, als einer für 2 Millionen, der glaubt auch, dass vergangene Saison Darmstadt und Ingolstadt abgestiegen sind, und nicht Hannover und Stuttgart.

Auch wenn die Premier League diesen Sommer 1,4 Milliarden Euro in Transfers investierte, die Bundesliga nur 547 Millionen: Das Verhältnis war auch in den vergangene Jahren immer „zu Gunsten“ der Engländer.

Und? Bekamen wir Herzrasen und Kreislaufbeschwerden beim Aufzählen ihrer Europäischen Titel?

PS: Selbst die Serie A hat mit 699,9 Millionen Euro mehr investiert als die Bundesliga.

 

Foto – QUELLE: BILD