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Nach Arsenal – vor BVB: Frankfurt bleibt positiv

Bei der 0:3 Niederlage der Frankfurter Eintracht gegen Arsenal London in der Europa League ist es wohl den meisten der 47.000 Zuschauer entgangen: In der 74. Minute ist die SGE zum Ausgleich gekommen. 1:1! Was die Hessen auf dem Rasen betrifft, als der in Frankfurt geborene Timothy Chandler eingewechselt wurde. Bemerkenswerter Weise war zu Spielbeginn mit Innenverteidiger Shkodran Mustafi, in Bebra aufgewachsen, der einzige Hesse bei Arsenal auf dem Rasen. Auch weil mit Sebastian Rode ein „heimatlicher Stammspieler“ verletzt ausgefallen war. Auf Nachfrage von FUSSBALL KOLUMNE bekam Mustafi dann nach Spielende in den Katakomben des Stadions große Augen und musste dann schmunzeln: „Nein, das war mir nicht bewusst. Aber Hesse hin. Hesse her, ich arbeite in London und muss für London spielen. Aber bei dieser Atmosphäre war es schön in diesem Stadion zu spielen. Es war auch mein erstes Spiel hier und ich musste vielen Freunden Karten besorgen, weil sie Eintracht Fans sind.“

Für Dragoslav Stepanović, den vielleicht hessischsten Nicht-Hessen des Landes, ist angesichts der Tatsache, dass Eintracht im internationalen Konzert mitspielt, ein Hessen-Mangel kein Misston: „Es ist doch Europa. Da gibt es nicht mehr Hessen oder Bayern, sondern eine Mannschaft, die gewinnt oder verliert.“ Doch er mahnt auch: „Es muss aber Hessen sozusagen abgegrast werden. Dass uns da kein Talent entgeht.“ Das wird dann auch vielleicht die Aufgabe von Ex-Spieler, Weltmeister und gebürtigem Frankfurter Andreas Möller. Was das zweite große Thema des Abends war, neben der Chancenverwertung der Gastgeber, die war  – frei nach Trapattoni –  wie Bembel leer. Die Ultras machten mit einer riesigen Plakataktion gegen das Gerücht aktiv, dass Andreas Möller das Nachwuchsleistungszentrum am Riederwald leiten soll. Die Kritik sieht Stepanović zweigeteilt. Die Qualifikationsfrage stellt der 71-Jährige auch: „Erfahrung hat er keine. Aber die Vereinsoberen werden das schon analysiert haben: Hat er im Jugendbereich schon etwas gemacht? Hat er ein Näschen für gute Spieler? Aber als Person ist er super, da kann ich nichts sagen.“ Für den von den Ultras auf den Plakaten unterstellten fehlenden SGE-Charakter legt der Serbe aber seine Hand ins Feuer: „Kein Zweifel: Der ist Eintrachtler ohne Ende. Klar – er ist nach Schalke gegangen und so weiter. Aber vom Herz her ist er Eintrachtler.“

Wie geht es aber sportlich weiter? Der Applaus nach dem Abpfiff klingt nach Vertrauensvorschuss. Trainer Adi Hütter analysiert diese Phase so: „Ich glaube dass die Erwartungshaltung in Frankfurt riesengroß geworden ist aufgrund der letztjährigen Saison. Wir dürfen aber nicht vergessen – auch wenn das keine Ausrede sein soll – wir haben Spieler zu ersetzen, die viele Tore gemacht haben. Wir müssen den Neuen die Zeit geben, die habe ich als Trainer.“ Für den Österreicher steht mit der Borussia ausgerechnet ein Gegner vor der Tür, den er stärker einschätzt als sein eigenes Team: „Dortmund ist Favorit, nicht nur wegen der Qualität, sondern weil sie auch zwei Tage mehr Zeit haben sich zu erholen. Wir müssen dieses 0:3 verdauen. Trotz allem glaube ich, dass wir wieder alles versuchen werden, um mit Dortmund den nächsten Hochkaräter zu fordern.“

Für das nächste Erfolgserlebnis will auch Stürmer Bas Dost sorgen, dem auch Mut macht, wie die Mannschaft in die Nacht verabschiedet wurde: „Am Ende hat man gesehen, dass die Fans immer hinter uns stehen. Das gefällt mir schon seit dem ersten Spiel. Die Niederlage müssen wir ab morgen abhaken und positiv sein und besprechen was schlecht gelaufen ist – aber auch was gut gelaufen ist!“ Gegen Dortmund soll auch dann auch seine bessere Chancenverwertung beitragen. Dabei denkt er erfrischend ehrlich an einen Kopfball in der ersten Halbzeit: „Da bin ich normalerweise tödlich, aber das bin ich jetzt noch nicht. Und das nervt natürlich brutal! Aber das kommt alles, ich muss Geduld haben.“ Geduld zeigen die Fans noch. Sie würden auch wirklich jeden Torschützen bejubeln – „Hesse hin, Hesse her.“

Nach der Arsenal-PK. „Stepi“ und „Adi“

Masked Singer Staffel beim Fußball?

2024. Es wird spannend in der zweiten Staffel der DFL-Show „The Masked Coach“. Nachdem sich letzte Woche in Paderborn das „Glühwürmchen“ der Maske entledigt hat und Jupp Heynckes unter dem Applaus der Zuschauer zum Vorschein kam, ist es wieder soweit. Wie immer: Nach der jeweils zweiten Niederlage muss der Trainer sich zu erkennen geben.

Heute könnte es den „Brontosaurus“ treffen, der mit seinem HSV 0:1 gegen den vom „Peter Pan“ trainierten FC Bayern zurückliegt. Mittlerweile hat sich die Show bei Sky zum Quotenhit gemausert. Dabei sollte mit der Einführung einfach die überschnelle Entlassungswelle bei Bundesligatrainern gestoppt werden. Schließlich kommt auch der Fankurve ein „Süßer Pudelwelpe raus!“ weniger schnell über die Lippen und selbst beim VfB Stuttgart konnte sich das „Rauschgoldengelchen“ bewundernswert lange halten.

Jetzt ist es passiert! Der FC Bayern erhöht mit dem Schlusspfiff auf 2:0. An der Seitenlinie rupft der Brontosaurus mit seinen Tatzen-Handschuhen schon an seiner Kopfbedeckung. Es ist… Pep Guardiola! Entschuldigend-schmunzelnd zuckt er mit den Achseln, als wolle er sagen „ja wie soll ich denn ohne Scheich-Millionen an der Elbe Tiki-Taka spielen?“.

Jetzt darf noch die Jury eine Vermutung äußern: Wer könnte sich als „Peter Pan“ verstecken? Jurymitglied Rainer Calmund legt sich fest: „Also Ende aus, Mickey Maus. Ich leg mich fest. Wenn die so eine Angst haben zu verlieren? Kann nur Felix Magath sein!“ Auflösung vielleicht nächste Woche.

Neustart beim FSV Mainz 05

Mit Grün und Ádám will Schwarz weg von der rotenen Laterne zu goldeneren Zeiten!

Mit neu verlegtem Rasen (zum Heimspiel am 14.9. gegen Hertha BSC) und dem neuen (Ex-)Stürmer Ádám Szalai (von der TSG Hoffenheim) auf zu neuen Ufern: Trainer Sandro Schwarz kann schon vor dem schweren Auswärtsspiel beim Meister Bayern München auf einen Neustart in den nächsten Wochen hoffen.


Ádám Szalai (links) und 05-Sportvorstand Rouven Schröder.
Im Hintergrund die Arbeiten am neuen Rasen
Foto: rscp/Mainz 05

Die Miteilung des FSV:

Die Nummer 28 kehrt zurück – Ádám Szalai ist wieder 05er
Alter Bekannter, neuer Vertrag – der 1. FSV Mainz 05 hat Angreifer Ádám Szalai verpflichtet.
Der 56-fache ungarische Nationalspieler, der bereits von 2010 bis 2013 im Dress der 05er wirkte, kehrt bis 2021 an den Bruchweg zurück. Der 31-Jährige wird wie damals das Trikot mit der Rückennummer 28 tragen. Szalai kommt vom Ligakonkurrenten TSG Hoffenheim zum FSV. Für die Kraichgauer hat er in der abgelaufenen Spielzeit in 37 Pflichtspielen in der
Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League 6 Tore (5 Assists) erzielt und kommt ablösefrei zu Mainz 05.
„Ádám Szalai könnte das Puzzle-Teil werden, welches uns noch gefehlt hat. Er ist auf und neben dem Platz eine Verstärkung. Als erfahrener Stürmer im besten Alter ist er nicht nur robust und präsent, sondern auch kopfballstark und unheimlich gefährlich in der Box. Ádám weiß wo das Tor steht und verfügt darüber hinaus über einen sehr guten Charakter mit Führungsqualität. Er wird unsere Offensive bereichern, verbessern und anführen können.
Mainz 05 muss man Ádám nicht erklären, und er wollte gern zu uns zurück. Als er auf dem Markt war, haben wir die Chance direkt ergriffen. Jetzt freuen wir uns, dass er wieder hier in Mainz ist“, sagt 05-Sportvorstand Rouven Schröder.
05-Cheftrainer Sandro Schwarz ergänzt: „Ádám Szalai ist ein körperlich robuster Stürmer, der vor dem Tor immense Gefahr ausstrahlt. Er kennt den Verein Mainz 05 und unsere Spielphilosophie und ist charakterlich ein guter Typ, ein absoluter Teamplayer, der im Sinne
der Mannschaft immer alles gibt.“
„Die Unterschrift hier ist ein emotionaler Moment für mich. Als ich gestern in die Stadt gefahren bin, sind viele schöne Erinnerungen in mir hochgekommen. Es gab einige andere Angebote, aber ich bin froh, dass ich nichts überstürzt habe. Die Entscheidung für Mainz 05
war die richtige, das habe ich im Inneren direkt gespürt. Jetzt ist es Zeit, sich auf die anstehenden Aufgaben zu fokussieren. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und darauf, wieder für die 05er auf dem Rasen Gas zu geben“, sagt Ádám Szalai.


Silke Bannick
Pressesprecherin

Das Jahr des Danny da Costa

Er ist der Rekordmann bei Eintracht Frankfurt. Danny da Costa absolvierte in der Fußball Bundesliga mit 3035 Spielminuten – also mehr als jeder andere Spieler der SGE. Dazu kommen Pokal, Supercup und Europa League. Zusammen stand er in 50 Pflichtspielen 4.472 Minuten auf dem Feld. Jetzt stehen nach dem 1:5 beim Meister Bayern München noch einige Minuten in Arbeitskleidung für die Interviews an. Kein Wunder, dass er mit seinem verschmitzten Lächeln auf die Frage, auf was er sich in der Sommerpause am meisten freue, antwortet: „Dass mich keiner von Euch mehr belästigt.“ Die Frohnatur auf Rechtsaußen ist ebenso wie das ganze Team „ausgepresst wie eine Zitrone“ (Trainer Adi Hütter). Aber einige Antworten, ließ sich der 25-Jährige dann doch noch bereitwillig herauspressen.

Im Endspurt ging der Eintracht nach einer furiosen Saison die Puste aus. Warum reichte es auch heute gegen den Meister nicht, es spannend zu mache?

„Man hat ja gesehen, dass bei Spielen, in denen uns die Kompaktheit gefehlt hat, wir da teilweise untergangen sind. Wir kommen eben extrem über die mannschaftliche Geschlossenheit und es ist eben ganz wichtig für den Verein, dass jeder Spieler arbeitet und sich für die Mannschaft reinhaut. Dann erst kommen spielerische Elemente zum Tragen. Und wenn wir das hinten anstellen, wird es schwer. Wir haben hier zu viele Fehler gemacht, die die Bayern gnadenlos ausgenutzt haben. Mental waren wir eigentlich schon auf der Höhe, uns haben dann am Ende wirklich die Körner gefehlt.“

Was ist Ihr Saisonfazit?

„Sehr, sehr positiv. Wir haben über die Saison hinweg überragende Spiele gezeigt und auch sehr viele Spiele sehr aufopferungsvoll gestaltet. Deswegen bin ich in erster Linie unglaublich stolz auf das, was wir geleistet haben als Mannschaft. Natürlich hätten wir hinten raus gerne den einen oder anderen Punkt mehr geholt, aber wir können als Team und als Stadt Frankfurt stolz sein.“

Es hat jetzt gerade noch für die Qualifikation zur Europa League gereicht. Wie ordnen Sie das ein?

„Das verkürzt jetzt zuallererst den Urlaub um einiges (lacht). Mitte Juli geht es da wohl schon los. Wir freuen uns darauf. Wir haben dieses Jahr gesehen wie es gefeiert wird, welche Stimmung aufkommt und wir hoffen, dass wir es schaffen über die Qualifikation international zu spielen.“