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Vorbericht: MAINZ – BAYERN

Mainz mit M.A.I.N.Z gegen den Meister?

Mit Bayern München kommt die klare Rollenverteilung nach Mainz. Der Favorit reist aus dem Süden zum Außenseiter an. Das Besondere: Das ist immer so. Denn der FC Bayern in der vierten Amtszeit von Jupp Heynckes ist zur „Münchner Maschine“ mutiert. Selbst als die TSG Hoffenheim vergangene Woche mit der 2:0 Führung Sand ins Getriebe streute, liefen die von Heynckes eingestellten Zahnräder unerbittlich weiter. Resultat: 5:2. Wie also dem fußballerischen Ungetüm begegnen?

Die Rückkehr aus Leverkusen hat für die 05er trotz dem 0:2 und damit dem blamablen 16. sieglosen Bundesligaauswärtsspiel in Folge immerhin einen Vorteil. Sie sind wieder daheim. Das Wort „auswärts“ erst einmal vergessen, doch an Durchschnaufen ist nicht zu denken: Denn nach dem Tabellenzweiten steht jetzt der Tabellenerste als Gegner auf dem Spielplan. Nach den formstarken Leverkusenern geht es für die Mainzer also gleich gegen die Truppe, die mit 16 Punkten Vorsprung über der Liga kreist. Wie sie also vom Höhenflug, frei nach Kloppo, auf das Niveau der Normalsterblichen herunterziehen?

Die Lösung könnte hinter einem Kürzel stecken:

M.A.I.N.Z – M wie Mentalität, A wie Anfeuerung, I wie Ideen, N wie Neustart und Z wie Zuhause.

Die Mentalität.

Einmal mehr aufstehen als hinzufallen. Das hat die Mainzer diese Saison immer wieder vor dem Absturz auf die Abstiegsränge bewahrt. Ob Auswärtsprobleme, Diskussionen um die Vereinsführung oder Rückstände in Spielen: Immer wieder konnten Sandro Schwarz und seine Mannen positive Schlüsse aus negativen Erlebnissen ziehen. Die Mentalität ist für den Trainer auch im weiteren Saisonverlauf der Schlüssel: „Mentalität bedeutet Widerstände komplett zu überwinden und für die Mitspieler da zu sein, in guten und in schwierigen Momenten. Jeden Tag einfach alles aus sich herauszuholen und besser werden zu wollen, und Spaß daran zu haben. Auch Fehler zu machen und damit umgehen, zeichnet eine Mentalität aus.“

Die Anfeuerung:

Ausverkauft. Vorfreude. Emotionen. Wenn die Bayern kommen sind alle Plätze belegt und alle Stimmbänder geölt. Das Spiel des Jahres. Die Mannschaft weiß also, dass der Rahmen stimmt, jetzt muss sie sich die Anfeuerung nur noch verdienen und sie dann vielleicht: genießen. Wie in den zurückliegenden Krimis gegen Stuttgart in Pokal und Bundesliga: Auch nach jeweils dem 0:1 bedankten sich die Spieler für die Anfeuerung mit einer spannenden Dramaturgie und letztlich dem Erfolg – und daran dachte auch Sportvorstand Rouven Schröder bei der Analyse des jüngsten Heimsieges in der OPEL ARENA: „Das war heute ein Mainz-05-Spiel. Und das war heute auch ein perfekter Platz für so ein Spiel. Da kannst du tackeln, Zweikämpfe führen, leidenschaftlich Fußball spielen und die Zuschauer sind mit dabei. Jetzt lassen wir den Ball so liegen und dann geht es gegen Bayern.“ Jeder weiß, dass gegen die Bayern mehr als guter Tag nötig ist – und dieses „mehr“ ist auch die Unterstützung von den Rängen mit dem Anpfiff als Anfang des Anfeuerns.

Die Ideen.

Wie ist der Matchplan gegen den Meister? Alle gegnerischen Trainer grübeln noch etwas intensiver, wenn es gegen die Bayern geht. Auch Sandro Schwarz muss tüfteln. Gegen Leverkusen brauchte es einen Sonntagsschuss von Leon Bailey (Giulio Donati: „Das Super-Tor hat uns aus dem Rhythmus gebracht“) und einen Elfmeter, um gegen die 5-3-2-Taktik der 05er zum Erfolg zu kommen. Bis dahin war Schwarz teilweise zufrieden mit der Spielidee: „Erste Hälfte fand ich uns sehr gut, was die Defensivorganisation angeht. Es war auch so angelegt, dass wir sehr kompakt agieren und engmaschig stehen. Wir hatten gute Ballgewinne, was wir nicht gut gemacht haben, waren die Überzahlangriffe“. Jetzt muss der Verteidigungswall gegen die Bajuwarischen Top-Angreifer noch besser stehen – und ein Ideenplus in der Offensive ist gefragt.

Der Neuanfang

Mit der deutlichen Wahl von Stefan Hofmann zum Vorstandvorsitzenden gibt es jetzt auch in Punkto Ruhe im Verein die Chance für einen Neuanfang. Für den neuen starken Mann auf der Kommandozentrale ist es auch deswegen an der Zeit ein ruhigeres Fahrwasser auch auf dem Rasen zu nutzen: „Es ist sehr vieles an Substanz vorhanden, jetzt müssen wir die Dinge wieder in die richtigen Bahnen lenken. Und ich glaube dann können wir Mainz auch wieder dahin führen, dass wir sagen können, da steht der Sport im Fokus und wir sind eine Plattform für junge Spieler und die können sich hier weiterentwickeln – und das muss unser Ziel sein“.

Das Zuhause

„Noch mehr Überzeugung“, mahnte Sandro Schwarz nach dem Spiel in Leverkusen an, was die Offensivaktionen betraf. Offensichtlich ist diese Überzeugung in den Heimspielen präsenter. Mit 16 Heimpunkten liegen die 05er sogar besser als die Dortmunder (15) mit ihrem 80.000er Hexenkessel.

Das Spiel gegen den FC Bayern. Ist es ein „Bonus-Spiel“, weil alle mit einem Sieg des Tabellenführers rechnen? Oder ein ganz normales Duell um drei Bundesligapunkte? In beiden Fällen geht der Weg zum Sieg über nur über M.A.I.N.Z., über Mentalität in der Mannschaft, laute Anfeuerung von den Rängen, taktischen Ideen, mit einem Neuanfang im Rücken und der Überzeugung im erfolgversprechenden Zuhause auflaufen zu können.

Bundesliga-Zukunftsvisionen

Spannende Lektüre! Unweit des Artikels über das (nennen wir es mal) „Wirken“ von 1860 München „Investor“ Ismaik, findet sich noch ein Bericht über den FC Liverpool. Da wird unterstellt, dass es dessen amerikanischer Clubbesitzer toll fände, wenn der Amerikaner Pulisic aus Dortmund käme. Interessant!

Die Meldungen werfen den Blick auf eine großartige Zukunft:

Das Jahr 2022. Beim ersten Saisonheimspiel der Augsburger gibt es eine Veränderung an der Imbiss-Bude. Der chinesische Investor des FCA ließ die Bratwürstchen durch Hot Dogs ersetzen. Am besten schmecken die kleinen mit Pudelgeschmack.

Aufregung gleichzeitig in der Allianz-Aldi-Audi-Arena des FC Bayern. Weil der Mehrheitsaktionär aus Katar verlangt, dass die Münchner im landestypischen Thawb-Gewand spielen, liegen die Münchner zur Halbzeit mit 0:8 gegen Eintracht Frankfurt zurück. Doch Rettung ist in Sicht. Da die Hessen den gleichen Großinvestor haben, sollen sie in der Halbzeit ebenfalls die Gewänder und dazu noch Taucherschuhe anziehen, um die siebte Meisterschaft in Folge nicht zu gefährden.

In Bremen schleppen sich derweil die etwas übergewichtigen Werderaner über den Platz. Nach dem Einstieg eines Konsortiums aus Kentucky Fried Chicken, McDonald’s und Burger King sind die Sponsorentermine in der Sommerpause nicht spurlos an den Norddeutschen vorübergegangen Trotzdem scheinen sie wenig Mühe zu haben gegen die völlig betrunkene Veltins-Vertreter aus Gelsenkirchen.

Das meiste Interesse der Fußballfans gilt allerdings der ersten Partie von 1860 München. Die Löwen treten als Aufsteiger  in Dortmund an. Noch ist es ungewohnt, die gewaltige Südkurve ganz in blau zu sehen. Aber es ist ein herrlicher Anblick, wie die Fans mit vielen kleinen Schildchen die NIVEA-Werbung des Hauptaktionärs bilden. Doch am spannendsten ist, welcher von den 24 vorhandenen Trainer zu Beginn an der Seitenlinie der Münchner steht: Ismaik hat noch nicht angerufen.

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Recherche-Bild-Quellen: SPORT-BILD 49.2016

DFB goes „Mia san Mia“

Erstaunlich! Beim Deutschland-Länderspiel gegen Polen erklärt sich der DFB bereits zum „Europameister 2016“ in Frankreich – und damit zum „REKORD EUROPA MEISTER“ (aktuell zusammen mit Spanien drei Titel).

Choreo

Überheblich? So erinnert der ausgerufene Rekordeuropameister an den nationalen Rekordmeister Bayern München und sein „Mia san Mia“ (frei übersetzt für Alle von nördlich des Weißwurstäquators: „Wir wissen was wir können – und zwar: alles erreichen!“).

Klasse! Wer wagt gewinnt, oder besser: wer ein Ziel hat, weiß wo’s lang geht. Die Bayern machen es zumindest schon lange vor. Die Aussicht auf den Rekordmeister-Rekord von vier Meisterschaften in Folge ist kein Zufall. Im Gegensatz zu den meisten nationalen Kronkurrenten, die sich mit finanziellen Coups (Börsengang Dortmund), cleveres Scouting (Leverkusen) oder riesiges Potential (Stadt Hamburg, Fans Schalke) jeweils nach oben orientier(t)en, verweigerten die Münchner Verantwortlichen und (!) Spieler nie das Ziel Meisterschaft – auch wenn man die Gelegenheit von „Übergangsjahr“ oder „Verletzungspech“ nutzen hätte können. Mittlerweile steht „Mia san Mia“ sogar als schriftliches Versprechen auf der Rückseite der Trikots.

Die Nationalmannschaft setzt aktuell also auch auf Fußball-Placebo: Es ist erwiesen: Wer an die Wirkung einer Therapie glaubt, bei dem tut sich etwas. Therapie „Erfolgshunger“. Gut so. Nur wer Fehlbarkeit vor sich herträgt, macht sich nie angreifbar. Doch es geht um mehr als nur die Veremeidung von Erfolgsversprechen: Andere leiden unter Fußball-Nocebo. Der Nocebo-Effekt ist noch nicht so gut erforscht, aber vieles deutet darauf hin, dass man sich negative Effekte (z.B.: Nebenwirkungen) auch einreden kann, oder besser: eingeredet bekommen kann (Versuche mit erfundenen Beipackzetteln von Fake-Medikamenten). Eingeredet zum Beispiel von der Ansage nach dem Motto „wir können nicht mithalten“.

Nicht mithalten? Alle Bundesligisten spielen an 32 von 34 Spieltagen NICHT gegen Bayern München. Man könnte also auch mit zwei Unentschieden gegen die „Mia san Mia“`s, ohne ein Spiel gegen die Münchner gewonnen zu haben, Deutscher Meister werden.

 

 

WILD WEST BUNDESLIGA

In der Bundesliga geht’s zu wie im Wilden Westen…

1. Regisseur Schweinsteiger dreht kurz vor den Oscars noch den Film „Spiel mir das Lied vom tot-langweiligen Meisterschaftsrennen“ (siehe: BILD-Bild). In den Hauptrollen Häuptling „Großer Punktevorsprung“ und Lucky Lahm, der Mann der schneller grätscht als sein Schatten.
2. Für eine Handvoll Dollar: Große Aufregung rund um den reichen Pferdekutschen-Produzenten McVauuwehh in Wolfsburg County. Er hatte eine Belohnung von 32 Millionen Euro ausgesetzt für die Ergreifung eines gesuchten Scharfschützen, der sich zuletzt in London auf einer Tribüne versteckt haben soll.
3. Sheriff Stöger hat seinen Ort Nullzunull-City weiter im Griff. Schon seit Wochen hat es weder vor den Toren seiner Stadt noch in den Toren eine Schießerei gegeben.
4. Auch die Cowboys von der Hamburg-Ranch haben ihre Pistolen an den Nagel gehängt. Sie haben den Söldner Marcelo vom nahegelegenen Fort Hannover angestellt, der für sie in alle Richtungen schießt.
5. Kriegsbeil eingegraben: Häuptling „Listiger Lemke“ vom Indianerstamm an der Weser will sich mit Häuptling „Höhnender Hoeneß“ von den Isar-Indianern wieder vertragen. Wohl die schwierigste UN-Mission aller Zeiten. Genug Feuerwasser steht bereit, um den jahrelangen Streit in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
6. Kein Schatz im Silbensee: Von der verbalen Entgleisung „get the ball, you motherfucker“ im Drehbuch des Western-Krimis „Der den Wölfen auf der Nase rum tanzt“, muss sich ein als Balljunge verkleideter Statist in Frankfurt anschreien lassen. Der Ball steht jetzt im Filmmuseum, gestiftet von einem reuigen Belgier.
7. High Noon in Tabellen Low: Wer darf nächstes Jahr nicht mehr den DFL-Saloon betreten? Neben den zu erwartenden Abstiegskandidaten Dortmund, Stuttgart und Hamburg, gesellt sich jetzt überraschenderweise auch Paderborn hinzu.
8. Zwei glorreiche Halunken: Ranger Reuter und der Wilde Weinzierl reiten mit ihren Männern Richtung Europa. Auf ihren schnellen Pferden haben sie bereits Sheriff Schmidt und Fabulous Favre hinter sich gelassen und sind Marshall Di Matteo auf den Fersen.

Quelle Bild: BILD vom 9.2.2015

Quelle BILD 9.2.
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