Archiv der Kategorie: nur Spaß

PK-Gold

Es gibt sie! Unter Millionen von öden Pressekonferenzen gibt es immer eine, die glänzt wie ein einzelner Diamant unter wertlosem Gestein. Eine Pressekonferenz im Oktober gehört zu den besonderen Kleinoden unter den PK-Juwelen. Jeder weiß, welche gemeint ist. Man muss nur sagen, „hast Du DIE Pressekonferenz gesehen?“ Sie steht in einer Reihe mit Glanzpunkten der Befragungs- und Verkündungshistorie, bei denen schon mal Boxer sich prügeln oder eine Mauer aus Versehen geöffnet wird.

Für alle, die lieber eine öde Pressekonferenz unfallfrei hinter sich bringen wollen:

Die 10 Gebote für eine Pressekonferenz ohne Wirbel.

  1. Sag nicht, dass Du Gott bist, es sei denn Du heißt Zlatan
  2. Beantworte nicht Deine eigenen Fragen
  3. Sprich vor der PK mit einem Medienberater, nicht danach
  4. Sag nie, dass etwas „sofort, unverzüglich“ in Kraft tritt
  5. Halte Deine PK lieber auf Deutsch, dann bist Du ein little bit lucky
  6. Du sollst nicht das Grundgesetz zitieren
  7. Lieber eine Flasche leer trinken, als sie für eine Metapher gebrauchen
  8. Vermeide das Ankündigen einer Haarprobe
  9. Leg Dich mit dem Bretzenheimer Tagblatt an, nicht mit der BILD
  10. Schau auf Deinen Pass. Wenn „Uli Hoeneß“ draufsteht: Keine PK geben

Nachfolger für Babylon Berlin!

ARD, SKY und Satire-Networks präsentieren:

Nach „Babylon Berlin“ starten die Dreharbeiten für ein weiteres Millionen-Projekt. Im neuen History-Serien-Blockbuster geht es um Ereignisse im Deutschland des Jahres 2018. Der Inhalt: München ist hin und hergerissen zwischen trostlosen Verhältnissen in Grünewald, wo sich nicht selten bis zu zwei Personen eine Villa teilen müssen, und ausschweifendem Nachtleben im P1. Die neue Serie voller Häme, Respektlosigkeit und Polemik: „Babylon Bayern“.

Messi nach Deutschland?

Schnappatmung bei allen schlechten Profimannschaften: Die Chance Lionel Messi zu bekommen ist nah! Eine Meldung der mit dem FC Barcelona gut vernetzten „Mundo Deportivo“ spricht von einer Ausstiegsklausel im eigentlich mit 700 Millionen Euro Ablöse als Tschüss-Gebühr versehenen Kontrakt des fünfmaligen Weltfußballers, der bis Juni 2021 gilt. Diese Ausstiegsklausel… Moment, erstmal müssen wir uns für dieses deutsche Wort entschuldigen. „Ausstiegsklausel“ – das klingt wie ein niederbayerischer Verkehrspolizist mit zu viel Glühwein intus, der Santa Claus auffordert aus dem Rentierschlitten zu kommen: „Moch mir amol den Austiegs-Klausl!“. Bei den Spaniern hört sich das eher an wie das liebliche Summen eines Dortmunders, wenn er an Paco Alcàcer denkt: „Clàusula especial de salida“. Aber zurück zu Lionel „La Pulga“ Messi, also dem „Floh“ – um den es gerade einen großen Floh-Zirkus gibt: Diese Vertragsidee soll ihm nämlich die Möglichkeit geben, ablösefrei zu einem Club zu wechseln, der regelmäßig Schrott zusammenspielt – was sich auch im Spanischen viel eleganter liest: Eine Mannschaft, die „no es de la elite.“

Falls Ihr Verein sich also zur „Nicht-Elite“ des europäischen Fußballs zählt, so weisen Sie Sportdirektor und Trainer auf die Notwendigkeit hin, jeglichen Elite-Fußball bis 2020 weiterhin zu unterlassen. Sich nähernde internationale Startplätze in der Tabelle sind als bedrohliche Warnzeichen zur Kenntnis zu nehmen. Sollten unvorhergesehene Siegesserien eintreten, ist umgehend die Boulevard-Presse über (notfalls erfundene) interne Querelen in Kenntnis zu setzen. Um Messis Jahresgehalt von rund 40 Millionen Euro kann man sich dann später immer noch mit Mäzenen und Milliardären auf Mallorca unterhalten.

Außerdem ist jetzt noch genug Zeit, um an Elite-Profis zu sparen. Denn es gilt auch an diesem Bundesligaspieltag die Devise: Jede Niederlage ist ein kleiner Hüpfer hin zum Floh.

 

Ganz Europa spielt

Wichtig: Merken sie sich den walisischen Ort Llansantffraidym-Mechain. Damit sichern sie sich einerseits gute Chancen bei der Scrabble-Weltmeisterschaft. Andererseits müssen sie als Fußballfan vielleicht in drei Jahren dorthin fahren, wenn sich ihr Klub 2021 für die Europa League 2 qualifiziert hat und gegen den dortigen Meister „The New Saints FC“ antritt. Ja, es wird alles „new“, wenn sich am 3. Dezember das UEFA-Exekutivkomitee auf den Modus des dritten europäischen Wettbewerbs einigt. Fest steht: Mindestens 5 Verlierer der Europa League Quali „dürfen“ dann wenigstens in der Europa League 2 antreten. Juhu!

Schon jetzt kann man sich in den Sendern die Schlacht um die Fernsehrechte für die nervenzerfetzenden Knaller wie Molde FK aus Norwegen gegen den isländischen Vertreter FH Hafnarfjödur vorstellen: „Scheiße – müssen wir uns da bewerben? OK – lasst uns nur 10 Cent bieten, dann übernehmen es vielleicht andere.“

Doch jetzt die spannende Frage: Wenn die Loser aus der Champions League in der Europa League starten und die Loser aus der Europa League in der Europa League 2 – was passiert dann mit den Losern aus der Europa League 2? Treffen die sich dann mit den europäischen Zweitligameistern zu einem internationalen Trost-Turnier in Tibet, um neue Märkte zu erschließen?

Und noch spannender: Was ist mit den Profi-Klubs, die sich einige Jahre später trotz dreier Wettbewerbe immer noch niemals europäisch qualifiziert haben? Werden die dann zum ausgelacht werden vor der UEFA-Zentrale angekettet?

Noch sind es Fragen über Fragen, die uns vor dem ersten Spiel der Europa League 2 beschäftigen sollten.

Oder vielleicht doch nicht beschäftigen.

3 Jahre Ruhe haben wir ja noch.