Archiv der Kategorie: Meinung

Ante Rebic bleibt und eine Vermutung kommt

Mit Freude im Blick und Stolz im Tonfall begrüßt Eintracht-Pressesprecher Marc Hindelang den Star-Spieler Ante Rebic auf dem Podium und die Presse im Raum. Kein Wunder, denn zu verkünden und befragen ist das Thema „Rebic bleibt bei der Eintracht.“ Ein echter Coup angesichts der offenbar gut klingenden Anfragen anderer Vereine. Rebic dazu: „Finanziell gab es wesentlich bessere Angebote, aber ich bin glücklich zu bleiben und habe ein gutes Gefühl mit dem Coach.“

Eine „Rekordsumme“ wäre es geworden, meinte Sportvorstand Fredi Bobic („Wir haben alles reingelegt, was wir konnten“) Stunden zuvor auf einer anderen Pressekonferenz. Denn es war die Zeit der positiven Meldungen beim hessischen Pokalsieger: Bobic, sowie Marketingvorstand Hellmann und Sportdirektor Hübner – alle verlängern, bzw. bekamen Vertragsverlängerungen.

Eine ersten Bewegungen von Hindelangs Mundwinkel Richtung neutral/nachdenklich kommen allerdings gleich während der ersten Frag aus dem Plenum – ob denn Ante Rebic eine Ausstiegsklausel hat? Rebic antwortet via Übersetzer: Da müsse man die sportliche Leitung fragen.

Ein Indiz, was die in diesem Augeblick geantwortet hätte (natürlich würden sie keine klare Auskunft erteilen), ist die Andeutung von Rebics Trainer Adi Hütter, wenige Minuten später: „Wenn er noch so eine super Saison spielt, kann ich mir vorstellen, dass es Interessenten gibt, dass er geht. Ich wünsche mir natürlich, dass er lange hierbleibt, aber wenn man heute den Markt anschaut: Da gibt es immer Vereine, die einen Spieler suchen wie ihn. Wenn er bleibt, bin ich happy, wenn es früher ist, soll der Verein eine ordentliche Ablöse bekommen.“

An dieser Stelle also eine Vermutung: Seine Vertragsverlängerung wird eine Win-Win-Win-Situation. Er wird durch eine klare Ausstiegsklausel, bei zuvor besseren Bezügen, 2019 zu Bayern München wechseln. Dann wird der durch „Robbery“ versperrte Weg frei und alle sind zufrieden: Eintracht mit Ablöse auf dem Konto, Rebic und Bayern mit Planungssicherheit, Kovac mit seinem Star vereint.

Und hier noch die offizielle Pressemitteilung der Eintracht:

Kroatischer Topspieler verlängert um ein weiteres Jahr – Bobic: „Vertragsverlängerung spricht für Eintracht Frankfurt“
Eintracht Frankfurt kann auch zukünftig auf die Dienste von Topspieler und Vizeweltmeister Ante Rebic bauen. Der pfeilschnelle Offensivspieler verlängert seinen laufenden Vertrag um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2022. Damit hat die Sportliche Leitung um Fredi Bobic und Bruno Hübner eine wichtige Planstelle geschlossen und einen absoluten Leistungsträger der vergangenen beiden Jahre langfristig an den Klub gebunden. „Ante gehört sicher zu den positivsten Erscheinungen der Weltmeisterschaft, und wir müssen keinen Hehl daraus machen, dass das Begehrlichkeiten weckt. Es spricht für Eintracht Frankfurt, dass es uns gelungen ist einen solchen starken Spieler, den man durchaus als Senkrechtstarter bezeichnen kann, zu halten. Ante wurde von einigen Topklubs umworben und hatte auch das eine oder andere wirtschaftlich bessere Angebot vorliegen. Dass er bei uns bleibt, zeigt, dass er den Adler im Herzen trägt und wir mit unseren Planungen auf dem richtigen Weg sind. Und es zeigt auch, dass wir in Sachen Wirtschaftlichkeit einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben und Spitzenspieler halten können“, sagt Eintracht-Sportvorstand Bobic, der in den letzten Tagen gemeinsam mit Sportdirektor Hübner akribisch an dieser idealen Lösung gearbeitet hat. Für Bobic ist Rebic ein Schlüsselspieler in der kommenden Saison: „Mit seiner Dynamik und Schnelligkeit passt er ganz hervorragend in das System unseres Trainers Adi Hütter. Uns war wichtig, dass wir seine Qualitäten weiter in unseren Reihen haben. Für viele Eintracht-Fans ist Ante eine Identifikationsfigur – nicht zuletzt durch seine beiden wunderschönen Treffer im Pokalfinale. Alle, die für Eintracht Frankfurt die Daumen drücken, dürfen sich über diese tolle Nachricht freuen.“
Hinter Rebic liegt ein ereignisreicher Frühsommer. Zunächst schaffte der in Split geborene Stürmer mit dem fünften DFB-Pokalsieg der Frankfurter Historisches. Als erster Eintracht-Spieler überhaupt schoss Rebic in einem Endspiel beim 3:1 gegen den FC Bayern München zwei Tore und hatte somit maßgeblichen Anteil am Triumph der Hessen. Mit der kroatischen Nationalmannschaft blieb er bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft auf der Erfolgsspur und zog völlig überraschend ins Endspiel ein. Auch hier war es Rebic, der im Konzept von Trainer Zlatko Dalic eine wichtige Rolle spielte.
Nun kann die Eintracht auch weiterhin auf Rebics Siegermentalität setzen. Für Hübner ein weiterer Eckpfeiler in der neu konstruierten Mannschaft: „Ich habe im Trainingslager immer gesagt, dass wir in einem Umbruch stecken – aber keinesfalls die Ruhe verlieren. Es ist in allen Belangen ein gutes Zeichen, dass wir weiterhin auf Ante zählen können.“ In seinen bislang 49 Bundesligaspielen traf der Kroate acht Mal (fünf Torvorlagen). Im DFB-Pokal war Rebic in acht Spielen vier Mal erfolgreich. Eine Erfolgsgeschichte, die Ante Rebic gerne in Frankfurt weiterschreiben möchte.
 

Eintracht Frankfurt Fussball AG

The ÖZIL Case

Mesut Özil soll sich angeblich in irgendwelchen „Sozialen Medien“ geäußert haben. Fussball-Kolumne.de hat intensiv rechechiert: Es könnte dieser Post gewesen sein (ohne Gewähr):

Stellungahme 1/239
Ich hab dem Kevin sein Sandförmchen weggenommen und würde es wieder tun. Der is nämlich doof und gemein. Und weil alle jetzt mir die Schuld an dem Streit geben, werde ich ab sofort nicht mehr in die Schmetterlingsgruppe unserer Kita gehen, weil die Erzieherin, Frau Griendal auch doof ist. So! Jetzt habt Ihr’s! Eigentlich wollte ich das alles in Englisch schreiben, aber das krieg ich erst in der 3. Klasse.

Jedenfalls reagierte jetzt (23.7.18 – 14.34 Uhr) der DFB per Press-Mail:

PRESSEMITTEILUNG 23.07.2018

Erklärung des DFB zum Rücktritt von Mesut Özil

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich heute in einer Telefonkonferenz mit der Rücktrittserklärung von Mesut Özil befasst. 92-mal hat Mesut Özil für die deutsche Nationalmannschaft gespielt. Er hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt, auf und gerade auch neben dem Platz. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist. Deshalb ist und bleibt der DFB Mesut Özil für seine herausragenden Leistungen im Trikot der deutschen Nationalmannschaften sehr dankbar.

Vielfalt ist eine Stärke, nicht nur im Fußball. Deswegen hat unsere Integrationsarbeit auf allen Ebenen eine zentrale Bedeutung. Von der Kreisklasse bis in die Nationalmannschaften gehören Spielerinnen und Spieler mit Migrationshintergrund zum DFB. Wir spielen und leben zusammen mit unseren unterschiedlichen familiären Wurzeln, unseren Religionen und Kulturen. Was uns alle dabei auf und neben dem Platz verbinden muss, ist die Beachtung der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte, das Eintreten für Meinungs- und Pressefreiheit sowie Respekt, Toleranz und Fair Play. Ein Bekenntnis zu diesen Grundwerten ist für jede Spielerin und für jeden Spieler erforderlich, die für Deutschland Fußball spielen.

Die Bilder mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan haben deshalb bei vielen Menschen in Deutschland Fragen aufgeworfen. Dass der DFB im Umgang mit dem Thema dazu auch einen Beitrag geleistet hat, räumen wir selbstkritisch ein. Und dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir. Es war aber wichtig, dass Mesut Özil, wie vor ihm bereits Ilkay Gündogan, mit Blick auf dieses Foto Antworten gibt, unabhängig vom sportlichen Ausgang des Turniers in Russland. Im DFB gewinnen und verlieren wir zusammen, alle, als ein Team.

Der DFB hätte sich gefreut, wenn Mesut Özil auf dieser gemeinsamen Basis weiter Teil des Teams hätte sein wollen. Er hat sich anders entschieden. Der DFB respektiert das, und es gehört für uns als Verband auch zum respektvollen Umgang mit einem verdienten Nationalspieler, dass wir manche für uns in Ton und Inhalt nicht nachvollziehbare Aussage in der Öffentlichkeit unkommentiert lassen.

Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir aber mit Blick auf seine Repräsentanten, Mitarbeiter, die Vereine, die Leistungen der Millionen Ehrenamtlichen an der Basis in aller Deutlichkeit zurück. Der DFB engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die Integrationsarbeit in Deutschland. Er verleiht unter anderem den Integrationspreis, er hat die Kampagne “1:0 für ein Willkommen” ins Leben gerufen und Zehntausende Flüchtlinge in die Fußballfamilie integriert. Er hat in den vergangenen 15 Jahren eine vielschichtige Integrationsarbeit etabliert, die bis in die Amateurvereine wirkt. Der DFB steht für Vielfalt, von den Vertretern an der Spitze bis zu den unzähligen, tagtäglich engagierten Menschen an der Basis.

Der DFB bedauert den Abschied von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft. Das ändert aber nichts an der Entschlossenheit des Verbandes, die erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung fortzusetzen.

Direktion Öffentlichkeit und Fans

Summer-Time im Kino?

„HOME OFFICE – Hilfe aus dem Abseits“

Sehr super spannender Spionage-Thriller (D, 2018/19)

Dortmund/Hollywood (dpasid) – Bereits die Planungen für diesen Film schlagen hohe Wellen. Die weltweite Sport-Cinema-Szene von Gelsenkirchen-Buer bis Los Angeles hält den Atem an. Die OSCARS® werden schon bereitgestellt: Wie die Filmstudios Akki-Susi-Productions und Leinwand-Lüdenscheid-Pictures mitteilen, beginnen ab Sommer 2018 die Dreharbeiten für den Blockbuster „Homeoffice – Hilfe aus dem Abseits“.

demnächst wirklich im Kino?

Im starbesetzten Thriller geht es um den hartgesottenen Sport-Spion Mathew Summer. Er versorgt von seinem mit High-Tech ausgestatteten Münchner Büro aus einen Fußball-Club per Telefon und Tablet mit externen Forschungsergebnissen. Summer bereitet so dem in nächster Nähe agierenden Konkurrenten Carl Rimmenuggy größte Probleme. Unterstützt wird der ehemalige FCB-Agent Summer von der Geheimorganisation EUROSPORT, die ihn offiziell als Magnettafel-Maler beschäftigt, aber hinter den Kulissen mit heimlich abfotografierten Laufwegen und ausgedruckten Fehlpassquoten versorgt. Als Rimmenuggy von Summers Home Office Intrige erfährt, fasst er einen teuflischen Plan: Er aktiviert den verschollen geglaubten Summer-Mentor Omar Heatfield

Für die Besetzung der Hauptrollen haben die Produzenten keine Kosten und Mühen gescheut. Mathew Summer wird gespielt von Comedy-Star Eddy Murphy, der sich zur Vorbereitung seiner Rolle für einige Zeit als „Pierre-Emerick Aubameyang“ in die deutsche Fußballszene geschmuggelt hatte. Für die Besetzung von Carl Rimmenuggy wird noch gecastet, aber es gilt als 50+1 Prozent sicher, dass Newcomer-Star Andrew Rettig den Zuschlag erhält. Des Weiteren stehen für den Cast fest: Eric Cantona als Omar Heatfield und Danny deVito als Summers Telefon.

Wie das Fachmagazin „Hollywood Kicker-Bild“ erfahren haben will, haben die Hauptdarsteller bereits für einen zweiten Teil unterschrieben. Arbeitstitel: „Home Office – heißer Draht zu Jogi Lion“.

 

Qualitäts-Panik?

Das Ende ist nah!

Kritiker sehen in der Qualität der Bundesliga (Beweisstück A: Zuschauerzahlrückgang) und der Effektivität (Beweisstück B: Europäisches Ausscheiden) einen Tiefpunkt erreicht. Kein Wunder, dass es auch Bedenken von Experte Joachim Löw (Beweisstück C: Weltmeistertrainer) in die Schlagzeilen schaffen: „Ein Kernproblem ist schon, dass man in der Bundesliga immer gegen den Ball arbeiten will. Aber die Frage ist, was passiert, wenn ich den Ball habe?“

Widmen wir uns also der Analyse dieses Satzes.

Zunächst: „Was passiert, wenn ich den Ball habe?“ Das ist recht einfach und wird im Deutschland mittels Fundrecht (§ 965 bis § 984 BGB) geregelt. So hat der Finder das Fundstück (Ball) abzugeben, so dass der Eigentümer (war im Ballbesitz) es zurückerhält (nach Ballverlust). Für Nicht-Juristen: Die Paragraphen 965 bis 984 werden im Fußballjargon flapsig „Gegenpressing“ genannt.

Kommen wir zum sogenannten „Kernproblem“. Damit ist ganz knapp nicht die Kernspaltung in Nordkorea gemeint. Des Pudels Kern sei vielmehr „…dass man in der Bundesliga immer gegen den Ball arbeiten will.“ Und hier wird es jetzt ganz abstrus. Denn in einer Zeit, in der so viele Arbeitnehmer in Lohn und Brot sind wie noch nie und die Wirtschaft brummt, ist es doch klar, dass sogar noch „gegen den Ball“ gearbeitet wird. Dieser Fleiß verdient eigentlich Lob, doch die emsigen 1-Euro-Jobber der Bundesligisten müssen sich dafür noch beleidigen lassen. Als sei diese Art Fußball so unangenehm wie Waterboarding, akuter Blinddarm oder Elternabend. Wer wünscht sich denn die 70er zurück, als nicht gegen den Ball gearbeitet wurde, sondern sich die entspannten Spieler im stressfreien Mittelfeld den Ball in einer Zeitspanne zugespielt haben, in der man noch ein ganzes Schachturnier hätte veranstalten können?

Die Zeiten ändern sich, das Ende ist nicht nah.

Trainer sehen die Möglichkeiten und die Aussichten. Klopp führte Dortmund gegen den Ball in die Höhen. Andere nutzten ebenfalls diese Methode gegen spielstarke Finanzübermächtige. Also gibt es halt gerade eine Welle der Gegen-den-Ball-Generation. Und dann wird die nächste Generation wiederum herrlich dribbeln und doppelpassen und lupfen, dass es eine Freude ist – wenn eben auf diese Art  mehr Punkte herausspringen.

Dann sind wir bereit für das nächste Kernproblem:

„Was passiert, wenn wir den Ball NICHT haben?“