Archiv der Kategorie: Meinung

Summer-Time im Kino?

„HOME OFFICE – Hilfe aus dem Abseits“

Sehr super spannender Spionage-Thriller (D, 2018/19)

Dortmund/Hollywood (dpasid) – Bereits die Planungen für diesen Film schlagen hohe Wellen. Die weltweite Sport-Cinema-Szene von Gelsenkirchen-Buer bis Los Angeles hält den Atem an. Die OSCARS® werden schon bereitgestellt: Wie die Filmstudios Akki-Susi-Productions und Leinwand-Lüdenscheid-Pictures mitteilen, beginnen ab Sommer 2018 die Dreharbeiten für den Blockbuster „Homeoffice – Hilfe aus dem Abseits“.

demnächst wirklich im Kino?

Im starbesetzten Thriller geht es um den hartgesottenen Sport-Spion Mathew Summer. Er versorgt von seinem mit High-Tech ausgestatteten Münchner Büro aus einen Fußball-Club per Telefon und Tablet mit externen Forschungsergebnissen. Summer bereitet so dem in nächster Nähe agierenden Konkurrenten Carl Rimmenuggy größte Probleme. Unterstützt wird der ehemalige FCB-Agent Summer von der Geheimorganisation EUROSPORT, die ihn offiziell als Magnettafel-Maler beschäftigt, aber hinter den Kulissen mit heimlich abfotografierten Laufwegen und ausgedruckten Fehlpassquoten versorgt. Als Rimmenuggy von Summers Home Office Intrige erfährt, fasst er einen teuflischen Plan: Er aktiviert den verschollen geglaubten Summer-Mentor Omar Heatfield

Für die Besetzung der Hauptrollen haben die Produzenten keine Kosten und Mühen gescheut. Mathew Summer wird gespielt von Comedy-Star Eddy Murphy, der sich zur Vorbereitung seiner Rolle für einige Zeit als „Pierre-Emerick Aubameyang“ in die deutsche Fußballszene geschmuggelt hatte. Für die Besetzung von Carl Rimmenuggy wird noch gecastet, aber es gilt als 50+1 Prozent sicher, dass Newcomer-Star Andrew Rettig den Zuschlag erhält. Des Weiteren stehen für den Cast fest: Eric Cantona als Omar Heatfield und Danny deVito als Summers Telefon.

Wie das Fachmagazin „Hollywood Kicker-Bild“ erfahren haben will, haben die Hauptdarsteller bereits für einen zweiten Teil unterschrieben. Arbeitstitel: „Home Office – heißer Draht zu Jogi Lion“.

 

Qualitäts-Panik?

Das Ende ist nah!

Kritiker sehen in der Qualität der Bundesliga (Beweisstück A: Zuschauerzahlrückgang) und der Effektivität (Beweisstück B: Europäisches Ausscheiden) einen Tiefpunkt erreicht. Kein Wunder, dass es auch Bedenken von Experte Joachim Löw (Beweisstück C: Weltmeistertrainer) in die Schlagzeilen schaffen: „Ein Kernproblem ist schon, dass man in der Bundesliga immer gegen den Ball arbeiten will. Aber die Frage ist, was passiert, wenn ich den Ball habe?“

Widmen wir uns also der Analyse dieses Satzes.

Zunächst: „Was passiert, wenn ich den Ball habe?“ Das ist recht einfach und wird im Deutschland mittels Fundrecht (§ 965 bis § 984 BGB) geregelt. So hat der Finder das Fundstück (Ball) abzugeben, so dass der Eigentümer (war im Ballbesitz) es zurückerhält (nach Ballverlust). Für Nicht-Juristen: Die Paragraphen 965 bis 984 werden im Fußballjargon flapsig „Gegenpressing“ genannt.

Kommen wir zum sogenannten „Kernproblem“. Damit ist ganz knapp nicht die Kernspaltung in Nordkorea gemeint. Des Pudels Kern sei vielmehr „…dass man in der Bundesliga immer gegen den Ball arbeiten will.“ Und hier wird es jetzt ganz abstrus. Denn in einer Zeit, in der so viele Arbeitnehmer in Lohn und Brot sind wie noch nie und die Wirtschaft brummt, ist es doch klar, dass sogar noch „gegen den Ball“ gearbeitet wird. Dieser Fleiß verdient eigentlich Lob, doch die emsigen 1-Euro-Jobber der Bundesligisten müssen sich dafür noch beleidigen lassen. Als sei diese Art Fußball so unangenehm wie Waterboarding, akuter Blinddarm oder Elternabend. Wer wünscht sich denn die 70er zurück, als nicht gegen den Ball gearbeitet wurde, sondern sich die entspannten Spieler im stressfreien Mittelfeld den Ball in einer Zeitspanne zugespielt haben, in der man noch ein ganzes Schachturnier hätte veranstalten können?

Die Zeiten ändern sich, das Ende ist nicht nah.

Trainer sehen die Möglichkeiten und die Aussichten. Klopp führte Dortmund gegen den Ball in die Höhen. Andere nutzten ebenfalls diese Methode gegen spielstarke Finanzübermächtige. Also gibt es halt gerade eine Welle der Gegen-den-Ball-Generation. Und dann wird die nächste Generation wiederum herrlich dribbeln und doppelpassen und lupfen, dass es eine Freude ist – wenn eben auf diese Art  mehr Punkte herausspringen.

Dann sind wir bereit für das nächste Kernproblem:

„Was passiert, wenn wir den Ball NICHT haben?“

 

MONTAGE DEMONTAGE?

„Aller schlechten Dinge sind 3“, mögen sich die Gegner der Montagsspiele denken, angesichts der dritten Ausgabe Bremen – Köln. Doch halt!

Den knurrenden Kritikern dieser ausdehnenden Ausgestaltung eines spannenden Spieltages sei von den vergnügten Verfechtern zugerufen: Dient ausschließlich der Erholung von Teams im europäischen Wettbewerb! Hallo? Ein Tag länger Pause! Da kann man doch nicht dagegen sein!
Man nehme nur einmal den 1. FC Köln, der nach seinem letzten Europa League Spiel in Belgrad am 7.12. anno 2017 jetzt endlich noch entscheidende 30 Stunden den Muskeltonus absenken kann. Auch beim SV Werder Bremen werden so die Kohlehydratspeicher bis in die hinterste Körperzelle aufgefüllt: Nach dem letzten anstrengenden internationalen Spiel gegen Inter Mailand am 7.12. im Jahre des Herrn 2010.
Gar nicht auszudenken, wenn zukünftig auf Montagsspiele verzichtet werden müsste, nur weil fortschrittsfeindliche Fans dies ablehnen. Schon das Beispiel Frankfurt – Leipzig als lobenswerter Vorreiter in der kreativen Gestaltung der montäglichen Events zeigt doch, wo die schöne Reise hingeht. Mit einem Schlag konnte die gesamte Tennisball-und Trillerpfeifen-Branche im Rhein-Main-Gebiet saniert werden! Außerdem ist mit den Frankfurt-Fans längst die Einigung erzielt: Lieber montags Fußball, als sonntags Helene Fischer.
Nicht zuletzt die Begegnung Dortmund – Augsburg hat sich eindeutig auf die „Pro Montagspiele“-Seite gehievt: Denn hätten nicht etliche das Spiel boykottiert, würden sich nicht lediglich 54.000 sondern unfassbare 81.000 Zuschauer über das lasche 1:1 geärgert haben. An einem schnöden Samstag wären also Zehntausende in ihr Unglück angereist, wenn nicht ein vorausschauendes Rechtepaket dieses Unheil verhindert hätte.
Doch die entscheidenden Vorteile der Montagspiele zeigen sich nicht in den Stadien der Republik, sondern auf den Sofas der Nation. Die Ansetzung parallel zu „Hart aber fair“ (ARD) gewährleistet, dass die Familie sich an einem weiteren Tag vor einem Bundesligaspiel versammeln und über den Punkteabstand zum FC Bayern aufregen kann, statt sich mit Nebensächlichkeiten wie unserer gesellschaftspolitischen Gegenwart und Zukunft zu beschäftigen.

Märchenhafter Meister

Der März steht an. Der Meistermonat. Wann feiern die Bayern? Anfang März? Oder kommen sie in eine unglaubliche Krise und feiern erst Ende März? Für die jüngeren Leser sei erwähnt: Es trug sich zu vor langer Zeit, da wart der FC Bayern München nicht Deutscher Meister. Dass es wieder einmal so weit sein könnte, fühlt sich an wie ein Märchen.

Das Fußball-Märchen vom anderen Meister

Es war einmal eine Meisterschale. Die lebte im Allianz-Arena-Schloss, bewacht von Bienen und Hummels. Auch Alaba und die 40 Räuber schützten sie, sowie ein Neuer Torwächter. „Kimm ich da rein?“, fragten sich alle, die an das Tor Kloppten, doch keiner konnte hinein, auch Antonio Conte nicht hinein.

Also traf sich alles was Rangnick und Namen hatte in der Badstube einer Hasenhüttl direkt am Hollerbach zur Beratung. Bald wurde es voll, dann noch Völler und es entstand ein Heidelloses Durcheinander. Als sich jeder beruhigt und seinen Füllkrug mit Baileys vollgemacht hatte, schlug einer den Plan vor, die Meisterschale zu vergessen. „Christian, Streich den Plan!“, riefen aber alle. Worauf er sich Schwarz ärgerte: „Das find ich nicht Fähr, mann!“. Da meldete sich Heiko aus den hinteren Rhein, woBayer ganz laut schrie: „Ich hab’s! Ich Zorc dafür, dass wir uns an einer eigene Meisterschale erGgötzen!“. Da riefen alle: „Herrlich!“.

Und wenn dieser Plan nicht gestorben ist, dann lebt er bald in einer eigenen Liga weiter.