Archiv der Kategorie: Kolumne

Fussball-Streik?

Das Wort des Monats: Streik! Von Kitas über Post und Geldautomatbestücker bis zur Bahn, demnächst wieder die Piloten usw., etc. p.p. – Streiks in aller Munde.
Und die Fußball-Branche? Da erinnern wir uns zunächst an die Mutter aller Fußball-Streiks: Die Schande von Gijon, als 11 deutsche gegen 11 österreichische Weselskys mit einem 90minütigen Ausstand den Zorn der Öffentlichkeit auf sich zogen. Aktuell bestreiken die 17 Bundesligavereine, die von Bayern München seit knapp drei Jahren ausgerichtete März-Meisterschaft. Allerdings dauerte sie in der laufenden Saison bis April, da einige Streikbrecher die freiwillige Übergabe der Punkte verweigerten. Ansonsten kennen Fans die unregelmäßigen Mini-Streiks, die in der Presse bekannt gemacht werden als „Arbeitsverweigerung“ oder in seiner abgeschwächten Form des „gegen den Trainer spielen“.
Wer die Worte „Fußball“ und „Streik“ bei Google eingibt, erhält 3,68 Millionen Treffer und die heißesten Treffer kommen aktuell aus Spanien. Dort gibt es verhärtete Fronten wegen einer Änderung bei der Vermarktung.
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Streik!

Hoffentlich versichert!

Borussia Dortmund bleibt weit oben. In der Schlagzeilentabelle! Neuerliches Thema, neben den Stichworten dieser Saison wie Führerschein, Abstiegsnot und Trainer, ist nun eine gemeldete Versicherung gegen das Nichterreichen der Champions League (Quelle: bloomberg.com). In Englands Liga sind „Negativ-Versicherungen“ verboten, in diesem Fall cleveres Sportmanagement. Kein Wunder, dass jetzt andere Versicherungen nachziehen und Bundesligisten gegen Negativ-Ereignisse versichern wollen. Eine Auswahl:

Maulwurf-Versicherung
Sie haben ein Plappermaul im Verein, der Interna an die Oberfläche wühlt? Taktik wird verraten, oder Aufstellung weitererzählt? Sie verlieren deshalb Spiele? Keine Sorge – unsere Maulwurf-Versicherung gleicht jeden verlorenen Punkt aus. Als Versicherungsgebühr werden dann lediglich die Transferrechte des Maulwurfs fällig.

Energydrink-Versicherung
Sie haben einen Club in Ihrer Liga, der von den Millionen eines Brause-Herstellers lebt? Ihre Fans bestreiken deswegen die Heimspiele dieses Vereins? Die fehlende Unterstützung kostet Sie wertvolle Punkte? Keine Sorge – unsere Energydrink-Versicherung zahlt pro 10% fehlender Fans 50.000 Euro. Versicherungsgebühr: 20 Kästen Softdrinks, ohne Taurin!

Spielerfrau-Versicherung
Eine Spielerfrau nervt? Unterhaltstreitereien lenken Ihren besten Spieler mit Gerichtsterminen ab? Oder erzwungene Termine mit der Blitzlicht-Süchtigen auf roten Teppichen zehren an der Kondition Ihres Leistungsträgers? Keine Sorge – unsere Spielerfrau-Versicherung springt ein und lotst die Spielerfrau in RTL-Sendungen oder zu BILD-Kolumnen, damit sich der Spieler auf das Spielen konzentrieren kann. Versicherungsgebühr: Die Handtaschen der Spielerfrau.

Twitter-Versicherung
Sie haben einen Spieler mit lockerem Finger, der eine Nicht-Berücksichtigung in der Startelf mit einem traurigen Gesicht postet und dann sich selbst grinsend, bei der folgenden Niederlage? Sie müssen ihn deswegen suspendieren und verlieren Punkte und Marktwert?
Keine Sorge – unsere Twitter-Versicherung greift dann sofort und tauscht den Spieler durch einen Athleten ohne Handy und Internetanschluss aus unserer Bevorratung mit arbeitsuchenden 90erJahre-Profis aus. Versicherungsgebühr ist keine fällig – wir wollen nur die alten Spieler los werden.

Mit Biss am Ball

Es ist nur eine Unterstellung.

Es ist nur geraten.

Aber vermutlich haben sich die Spieler von Hertha BSC, als ihr frischgebackener Trainer Pal Dardai von einem Backwerk-Beispiel sprach, gefreut: „Ihr könnt in der Kabine machen, was ihr wollt. Ihr könnt eine Torte essen oder sie an die Wand schmeißen. Egal – solange die Leistung stimmt.“ Es ist wieder nur geraten: Nachdem Dardai auch noch Luhukays Salami-Verbot zum Frühstück aufhob, mag den Berliner Spielern Goethes Faust in den Sinn gekommen sein. Die Stelle an der der Gelehrte Heinrich Faust bei einem Osterspaziergang, angesichts der freudig-gelösten Stimmung im Volk, anmerkt: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“. Und so spazierte Hertha an Ostern mit der Salami-Taktik zu einem 2:0 über Paderborn und kann bald eine Nichtabstiegs-Torte an die Wand oder an die eigene Hüfte werfen.
Gibt es zu wenig Dardais im Weltfußball? Denn wer einer Mannschaft so viel Biss verleiht, indem er Wurstwaren und Konditorenerzeugnisse frei gibt, sollte denen ein Vorbild sein, deren Spieler auf falsche Art die Zähne zeigen.
Als zuletzt bekanntestes Beispiel für unnötigen Biss galt bisher Luis Suarez. Der Uruguayer war bei der WM 2014 dental auffällig geworden und vier Monate gesperrt worden.
Nun muss sich wieder ein Spieler bissige Kommentare gefallen lassen. Der Ex-Gladbacher Juan Arango nagte sich gerade beim Spiel seines mexikanischen Vereins Tijuana in seinen Gegenspieler Zavala. Arango zumindest gab sich einsichtig: „Ich habe etwas getan, das ich nie hätte tun dürfen.“
Es muss noch einmal geraten werden – es ist eine Unterstellung: Zu wenig Salami zum Frühstück, keine Torte in der Kabine? Vielleicht sind gar nicht Suarez und Arango schuld an deren Verbissenheit, sondern allzu strenge Trainer? Und so möchte man den Spielern der Traditionsvereine HSV und VfB zurufen: „Ihr könnt in der Kabine machen, was ihr wollt. Ihr könnt Labskaus und Spätzle essen oder an die Wand schmeißen. Egal – solange die Leistung stimmt.“ Frei nach Goethe – hier bin ich Fußballer, hier darf ich’s sein!

Tag der Entscheidung

Am 28. Februar 2015 ist es soweit – der Tag der Entscheidung! In Belfast werden sich die Regelwächter der FIFA treffen und über zwei Anträge beraten: Zum einen soll über die Dreifachbestrafung bei Notbremse diskutiert werden, also Rote Karte, Strafstoß, Sperre. Auch auf der Agenda: Ein vierter Einwechselspieler.
Dreifachbestrafung? Diskutabel. Ein weiterer Einwechselspieler? Überlegenswert.
Doch an diese Stelle darf gefragt werden: Weshalb wird im Fußball (außerhalb der Halle) ein ausgewechselter Spieler für das laufende Spiel gesperrt? Tag der Entscheidung weiterlesen