EM exklusiv!

Exklusiv!

Interview mit der Europameisterschaft 2016.

 

Reporter: Sehr geehrte Europameisterschaft…

Europameisterschaft: …Sie dürfen mich EM nennen.

Reporter: Vielen Dank. Liebe EM, wie geht es Dir?

EM: Von Duzen war nicht die Rede.

Reporter: Verzeihung. EM, danke, dass Sie so kurz nach Feierabend schon für uns Zeit haben. Sie sehen sehr geschafft aus. Und wie ich sehe, haben Sie etwas zugelegt?

EM: Ja, von 16 auf 24. Ich konnte die 16 lange halten. Aber mein Arzt Dr. Platini meinte, ich solle etwas mehr auf die Rippen bekommen – finanziell. Ich fühle mich auch überhaupt nicht in Form. Gerade in den ersten beiden Wochen habe ich mich nicht getraut über den Ruhepuls hinaus zu gehen.

Reporter: Wie sind Sie denn insgesamt mit Ihrer Leistung zufrieden?

EM: Ja gut, ich sach mal. Mein Finale war lange Zeit so langweilig, dass ich jetzt weiß, weshalb die Deutschen nicht daran teilnehmen wollten. Es war teilweise so öde, dass ich mir überlegt hatte, mir lieber eine DVD mit den Vorrunden-Spielen einzulegen. Aber die hatte sich ein örtlicher Masochisten-Club ausgeliehen. Der Abend hatte jedenfalls nicht das Motte,…äh Motto „Das Beste kommt zum Schluss“.

Reporter: Haben Sie die Tränen von Cristiano Ronaldo gerührt?

EM: Ronaldo hat nicht halb so sehr geweint wie der ADIDAS-Chef, als er registrierte, dass zwei Nike-Teams im Endspiel stehen.

Reporter: Aber wenigstens der Jubel von Außenseiter Portugal muss für Sie dann doch ein Highlight des Finales gewesen sein?

EM: Erst mal abwarten, ob Portugal den Titel wirklich behalten kann. Es waren später Kinder der Spieler auf dem Feld. Das wurde zuvor verboten, wegen…, weil,… keine Ahnung weshalb. War aber verboten.

Reporter: Gab es denn zuvor Highlights?

EM: Am meisten überzeugt haben mich die Engländer. Die haben alle Elfmeter verwandelt. Also einen von einen. Überragend! Auch die Österreicher haben mir gefallen: Drängen sich nicht auf, nehmen den Touristen nicht allzu lange die Hotelbetten weg – einfach gut drauf die Leute. Ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich wegen der Albaner und Türken. Die habe ich geneckt wie einen Hund mit dem Leckerli: „Ei wo ist das Achtelfinale – ei wo isses den? Komm, schnapp zu!“ Tja – und dann doch weggezogen und den Portugiesen hingeworfen. Die waren erst sehr „Unentschieden“, haben aber  doch zugegriffen.

Reporter: Sonst noch Positives?

EM: Reichlich. Zum Beispiel die Isländer!

Reporter: Ja! Taktisch feiner Fußball! Emotionale Spieler! Herausragende Kampfkraft! Tolle Fans! Einfallsreicher Jubel!

EM: Nö – lustige Nachnamen.

Reporter: Apropos Island. War es – zusammen etwa mit Wales oder Nordirland – die Erkenntnis, dass es keine Kleinen mehr im Fußball gibt?

EM: Keine Kleinen mehr? Schon mal Shaqiri gesehen?

Reporter: Was hat Ihnen denn gar nicht gefallen?

EM: Die Franzosen werden in Erinnerungen bleiben als die Chinesen Europas: Kopieren bei Island erst den Jubel und dann die 0 Tore gegen Portugal. Außerdem fielen die Iren unangenehm auf, die die ganze Zeit fröhlich Lieder singen müssen, während andere sich auf schlechten Fußball konzentrieren wollen.  Und am meisten haben mir die Hooligans und ihre Schlägereien zu Beginn missfallen – die haben nämlich mit Heineken-Flaschen, statt mit denen des Hauptsponsors Carlsberg geworfen.

Reporter: Was haben Sie von den Deutschen gehalten?

EM: Die nenne ich jetzt nur noch „Magier Löw und seine Zauberlehrlinge“

Reporter: Wieso?

EM: Immer wenn sie in Form kamen, hat Löw die Taktik verschwinden lassen. Dann gaben sie ein Seminar „Elfmeter verwandeln“. Und zu guter Letzt überraschten sie noch mit dem Kunststück als „Besseres Team“ mitten auf der Bühne zu stehen – und doch plötzlich von der Bildfläche verschwunden zu sein.

Reporter: Freuen Sie sich auf 2020 in ganz Europa?

EM: Wenn ich bis dahin nicht von den 24 runter komme, wird das wie eine All-Inclusive-Kreuzfahrt mit Schlagerstars.

Reporter: Wieso?

EM: Nur im Suff zu ertragen – und dann keine Ahnung in welchem Land man gerade ist.

(aufgezeichnet von Fußball Kolumne)

Zu: Ausfälle bei unserer „La Mannschaft“

Liebe Sportfreunde,
haste Scheiße am Muskel, haste Scheiße am Muskel! Es hat jetzt keinen Sinn den Sand in den Kopf zu stecken. Klar, Schweinsteiger und Khedira waren ein gutes Trio,… äh Quartett, aber entscheidend ist auf dem Platz. Auch Gomez hatte natürlich kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Jegliche Probleme, wegen der Ausfälle, werden aber von den Medien hochsterilisert.
Natürlich sind die Franzosen keine Brasilianer, das hat man genau gesehen, aber die Breite an deren Spitze ist dichter geworden. Perhaps we have a little bit lucky und finden die richtige Taktik. Dazu werden sie Scouts sicherlich die letzten Spiele nochmal Paroli laufen lassen, das hat ihnen Löw auch nochmal verbal gesagt. Damit es läuft wie gegen Italien: Zwei Chancen, ein Tor – das nenne ich 100%ige Chancenverwertung. Obwohl wir eigentlich kein Gegentor kassieren wollten, was bis zum Gegentor ganz gut geklappt hat.
So, hoffentlich haben wir nicht die Hosen voll, dann läufts flüssig: Wir müssen das Halbfinale gewinnen, alles andere ist primär. Egal ob Paris oder St. Denis – Hauptsache Finale!
 
Liebe Grüße
Fußball Kolumne

Über Lille ins Finale? Fanbus-Reportage

13 Zeremonie
Eröffnungszeremonie

4% Akku, 50% Stimmung, 90% Fußballerlebnis

Die Fanbus-Reportage: Europameisterschaft, 12. Juni 2016

6 Reiseleitung macht sich ein Bild
insgesamt 46 Fans auf dem Weg für 95 Euro von Frankfurt nach Lille

„Es kann viel passieren, deswegen habe ich es vermieden meiner Mutter zu sagen, weil die an jeder Ecke eine Gefahr sieht. Durch die Medienberichte über die Schlägereien war sie noch beunruhigter. Ich hab‘s ihr aber jetzt doch gesagt, weil: ich hab‘s Freunden und auch meiner Schwester auf Facebook gepostet und wenn die das liest und meiner Mutter sagt, da macht sich meine Mutter noch mehr Sorgen. Sie war ziemlich aufgewühlt, aber ich habe ihr gesagt, ich passe auf.“

Thomas spricht leise. Thomas Joost fährt zusammen mit 45 anderen im Bus des Fanclubs Nationalmannschaft für 95 Euro über Frankfurt und Köln. Thomas macht sich auf den Weg nach Lille – und auch Gedanken. Der Terror ist schon genug Sicherheitsbedenken wert. Der 46-Jährige weiß das, schließlich hat ihm sein Kumpel dessen Karte nach den Anschlägen von Paris in die Hand gedrückt, zum Weiterverkauf. Zu viel Angst. Jetzt also auch noch der Skandal um die „Fußball-Terroristen“ von Marseille, Stunden vor der Abfahrt. Tritte statt Tore, Fäuste statt Flanken. Blut statt Ball. Doch von beiden Varianten der Unmenschlichkeit will sich der Bundesbank-Angestellte aus der Nähe von Bremen nicht aufhalten lassen: „Auf alle Fälle will ich die Stadt selbst erkunden, Fotos schießen als Andenken. Nicht nur das Stadion und der Fußball – auch was Kulturelles soll dabei sein. Aber ich werde da umsichtig sein, die Massen meiden. Doch ich lasse mich in meiner Freiheit nicht einschränken und werde das trotzdem genießen.“

2 Fahrer Heinz
Hans kanns

Autobahn A3, A4. Die Busfahrer lenken abwechselnd das Fanmobil Richtung EM-Spiel. Es sind zufällig genau die Sorte Fahrer, die sich die Insassen auf den Weg ins lang ersehnte und jetzt etwas ungewisse Fußballvergnügen wünschen können. Heinz ist 76 (!) Jahre alt und strahlt so viel Ruhe aus, dass der Duden sich überlegen müsste das Wort „Gelassenheit“ in „Heinz“ umzuwandeln. Und Kollege Jürgen bricht, mit gefühlten Tausend Kaffeefahrten im Rücken, zunächst so das Eis: „Der Heinz und ich machen am Montag den Busführerschein und wir wollen unserem Fahrlehrer ganz stolz sagen, dass wir es schon alleine bis Lille geschafft haben.“ Über Lille ins Finale? Fanbus-Reportage weiterlesen

aus Liebe zum Sport