Deutschland – Mexiko — mehr als live!

Deutschland gegen Mexiko!

Falls wer am Sonntag was anders vorhat: Hier schon mal der Live-Ticker…

 
16:30 Uhr – Gute Stimmung im Stadion. Auch DFB-Boss Reinhard Grindel grinst, als hätte er gerade Ilkay Gündogan gezwungen ihm ein Trikot mit „Für meinen Präsidenten – echt jetzt“ zu unterschreiben.
 
16:50 Uhr – Für alle Zuschauer mit den neuen UHD-Fernsehern: Das da oben auf der Ehrentribüne sind keine Risse im Stadion, sondern die Mundwinkel von Angela Merkel.
 
16:55 Uhr – Die Nationalhymnen erklingen. Zur Überraschung aller schmettert Mesut Özil voller Inbrunst die Hymne mit. Besonders überrascht sind die Mexikaner. Es läuft nämlich gerade ihre.
 
17:05 Uhr – Freistoß für Deutschland. Donald Trump wäre entzückt: Die Mexikaner bilden freiwillig und gratis eine Mauer.
 
17:06 Uhr – Mexiko kontert! Tor für Mexiko! Es war eine Co-Produktion der beiden Eintracht Frankfurt Spieler. Vorlagengeber Carlos Salcedo mit einem tollen Pass auf Marco Fabian. Wir erwarten, dass Salcedo morgen berichtet: „Marco sagte zu mir: Hermano! Schlag den Ball lang! Und dann habe ich zu ihm gesagt: Hermano! Ich schlag den Ball lang!“
 
17:15 Uhr – Die Mexikaner setzen nach. Deutschland noch ohne Chance. Jogi Löw rümpft die Nase. Wohlgemerkt, ohne Griff in die Hose!
 
17:17 Uhr – Löw jetzt offensichtlich in regem Austausch per Headset mit Co-Trainer Markus Sorg auf der Tribüne.
 
17:30 Uhr – Deutschland spielt immer noch schlecht. Hat Löw mit Sorg wirklich über Taktik gesprochen, oder nur Nivea-Aktien kaufen lassen?
 
17:35 Uhr – Fast die nächste Chance für Mexiko. Javier „Chicharito“ Hernandez läuft frei auf Manuel Neuer zu. Aber Abseits gepfiffen! Doch das interessiert die Erbse nicht die Bohne, er läuft einfach weiter und schießt ins Tor. Er sieht Gelb! Unnötig! Man möchte dem jungen Gemüse zurufen: Da hast Du den Salat!
 
17:44 Uhr – Der Ausgleich! Wie aus dem Nichts gekommen, aber schön anzusehen. Sozusagen die Spielerfrau unter den Toren.
 
17:45 Uhr –Torschütze ist Thomas Müller, mit einem typischen Thomas-Müller-Tor: Linksschuss mit dem Kopf.
 
17:50 Uhr – Halbzeitshow im Luschniki Stadion. Offensichtlich die russische Ausgabe von Helene Fischer. Nur in schlecht. Wo ist Nowitschock, wenn man es braucht.
 
18:01 Uhr – Die zweite Halbzeit beginnt. Deutschland muss sich steigern. Einzig Toni Kroos überzeugte bei den Deutschen. Seine Passquote dürfte bei geschätzten 149% liegen.
 
18:15 Uhr – Das Spiel der Deutschen wird jetzt besser. Im Zweikampf zeigen sie auch mehr Biss. Hat etwa gestern im Hotel Luis Suarez ein Seminar gegeben?
 
18:26 Uhr – Was ist eigentlich mit Timo Werner los? „Werner – das muss kesseln“ und „Werner – beinhart“ haben wir gesehen. „Werner – trifft“ noch nicht.
 
18:31 Uhr – Von den Mexikanern kommt jetzt gar nichts mehr. Sie spielen wie „Flasche leer“. Oder wie sie es sagen würden: Wie „Taco vegan“.
 
18:40 Uhr – Löw macht seinen ersten Wechsel. Für Werner kommt Gomez. Löw scheint ihm noch etwas ins Ohr zu flüstern. Wahrscheinlich: „Zeig der Welt, dass Du besser bist als Sandro Wagner“.
 
18:46 Uhr – Abpfiff. Nur 1:1. Die Deutschen müssen sich jetzt entscheiden was schlimmer ist. Nicht gewonnen haben? Oder jetzt statt ins Campo Bahia nach Watutinki müssen?
 
18:56 Uhr – Die Deutschen laufen noch aus. Die Mexikaner sind schon auf dem Weg ins Hotel. Wahrscheinlich werden die Escort-Damen pro Minute bezahlt.

WM kann kommen! NICHT?

Es ist die Szene des Spiel. Beim letzten Test vor der Weltmeisterschaft in Russland quält sich die Nationalmannschaft zu einem 2:1. Doch die Qual hat einen Gipfel: Zur Einwechslung von Ilkay Gündogan betätigt sich sein Trainer Jogi Löw als Lobbyist seines Schützlings und versucht die Pfiffe einiger (einiger vieler) Fans mit Körpersprache in Applaus zu verwandeln. Mit kaum Erfolg. Die Weigerung eines Teils der Fans dem Duo Gündogan/Özil deren Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan zu verzeihen ist auch Gesprächsthema in den Katakomben. Dort wirbt Stürmer Mario Gomez, die Sportpresse über deren Verteter direkt ansprechend, für defensivere Berichterstattung: „Nicht spalten jetzt, sondern eine Brücke bauen, damit wir mit ganz anderen Gedanken in die WM gehen können.“ Auch für Marco Reus, durch eine starke erste Halbzeit einer der Gewinner des Abends, waren die Pfiffe schmerzend: „Heute war es echt hart für ihn. Kommst rein und wirst dann so begrüßt. Kann ich nicht nachvollziehen, muss ich ehrlich sagen. Weil: Wir haben ein Ziel, das ist wieder Weltmeister werden und da brauchen wir so ein Störfeuer nicht.  Wir sollten jetzt alle das Thema mal beiseitelegen.“

Teils schwache Leistungen in den Vorbereitungsspielen, Pfiffe-Protest, Diskussionen um die Sanè-Ausbootung, Özil-Schweigen und ein beleidigter Sandro Wagner. Ein bisschen mehr Campo Bahia Geist und ein bisschen weniger Störfeuer dürfte es schon sein, um WM-Vorfreude aufkommen zu lassen. Deshalb sollen die letzten – positiven – Worte Niklas Süle gehören. Der gebürtige Frankfurter will am Dienstag nämlich optimistisch von Frankfurt aus nach Moskau fliegen: „Wir sind eine Turniermannschaft!“

Das vollständige „Fussball-Kolumne“-Interview nach dem 2:1 gegen Saudi-Arabien mit Niklas Süle. Im Auftrag vom Hanauer Anzeiger.

Sie sind als erster Feldspieler heute in die mutmaßliche WM-Startelf eingewechselt worden. Deutet das auf viele Spielminuten für Sie in Russland hin?

„Jerome (Boateng) kann ja spielen. Jerome ist fit – und wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Wir haben ja einen Wahnsinns-Kader wieder dabei und genauso wie es auf der Innenverteidigerposition ist, wo theoretisch jeder spielen könnte, aber es Mats (Hummels) und Jerome es über Jahre super machen, haben wir auf jeder Position einen Wahnsinns Konkurrenzkampf. Das ist aber gut so, das brauchen wir für das Turnier. Da wird jeder Spieler gebraucht.“

Wie sehr hat das Spiel heute zur Vorfreude beigetragen? Die Stimmung im Stadion wurde immer schlechter.

„Es war auch schon gegen Österreich so gelaufen. Wir haben hart gearbeitet im Trainingslager und da waren wir auch wieder kaputt, das hat man in der zweiten Hälfte gesehen. Obwohl uns das trotzdem nicht passieren darf, dass wir dann so in die Bredouille kamen am Ende. Aber wir haben sehr gut gearbeitet und ich denke, dass Deutschland immer eine Turniermannschaft war und wir da wieder voll konzentriert ins Turnier gehen.“

Wie oft haben Sie abends beim Dösen sich schon den goldenen Pokal in die Höhe stemmen sehen?

„Ja, das ist ein Kindheitstraum. Alle, die in der Jugend angefangen haben Fußball zu spielen, wollen erstmal Profi , dann Nationalspieler werden. Und wenn man die Chance hat, bei so einem Event dabei zu sein, dann ist es der größte Traum, den es für einen Fußballer gibt.“

Haben Sie als einziger Hesse im Team Kontakt und Aufmunterung aus Südhessen?

„Ich gehe am Montag nach Mörfelden-Walldorf, woher ich ursprünglich komme, zu meiner Familie. Mal ein bisschen Zeit mit der verbringen und dann geht’s auch schon direkt weiter. Also weniger aufmunternde Worte Richtung WM, sondern eher Privates.“

Die WM-Offensive!

Der feuchte Traum eines Offensiv-Fans. Wir schalten uns ein in die Reportage des WM-Finales, eine Minute vor Schluss..

„Neuer mit kurzem Abwurf auf Linksverteidiger Gnabry, der zunächst auf Innenverteidiger Müller passt. Müller lässt auf seinen Innenverteidiger-Kollegen Wagner abtropfen. Offenbar spekuliert die deutsche Mannschaft beim Stand von 8:8 auf die Verlängerung. Auch Bundestrainer Löw scheint das Unentschieden zunächst einmal absichern zu wollen, denn die Abwehrspieler Kruse, Brandt und Stindl stehen bereit zur Einwechslung.

Jetzt zieht Rechtsverteidiger Draxler etwas das Tempo an, dribbelt einen, zwei, drei Gegenspieler am eigenen 16er aus. Oh, das waren schöne Doppelpässe mit der deutschen Doppel-Sechs Reus und Volland. Jetzt der Seitenwechsel auf Sanè, der den Ball auf der linken Seite nach vorne treibt. In der Spitze bieten sich Gomez und Werner an, der Ball kommt aber dank einer schönen Flanke auf Petersen, der den Ball mit der Brust annimmt und in einer eleganten Bewegung schießt. Der Ball fliegt! Fliegt! Tooooor! 9:8! Abpfiff! Deutschland ist Weltmeister!“

aus Liebe zum Sport