Statistisch steht fest, dass der FC Bayern München Deutscher Meister 2011/12 wird. Seit 1997 hatten die Bayern spätestens alle zwei Jahre die Meisterschale in Händen.
Frauenfußball ist ein Spiel über 90 Minuten 11 gegen 11 und am Ende gewinnen immer... äh... die Japanerinnen. Kurz vor Mitternacht geht das familienfreundlich angesetzte Frauenfinale zu Ende und hinterlässt die Frage: Haben die Amerikanerinnen eine englische Elfmeterschieß-Trainerin?
Kann’s noch lustiger werden? Die neue Etappe im Dreiecksverhältnis Bayern München / Manuel Neuer / Bayern-Fans ist erreicht. Die Fans verlangen vom Zugang aus Schalke offenbar, dass er sich an „besprochene Verhaltensregeln und respektvolle Distanz“ hält.
Sag doch einfach mal "Sorry!". Fußball-Deutschland diskutiert den Vorschlag von DFB-Präsident Theo Zwanziger, Michael Ballack möge sich ob seiner negativen Äußerungen gegenüber Bundestrainer Joachim Löw entschuldigen. Fussball-kolumne.de bleibt in dieser Frage natürlich neutral, bietet aber vergleichbare Möglichkeiten beim Motto "Sag doch einfach mal Sorry!":
- Fußballer entschuldigen sich bei Fußballerinnen: "Sorry, ihr könnt ja doch Fußball spielen, wenn auch schlecht."
- Lothar Matthäus entschuldigt sich bei "Al Dschasera": "Sorry, ok, I reg my now again up!"
- Borussia Dortmund entschudigt sich bei Bayern München: "Sorry, ohne Herrn Hoeneß um Erlaubnis zu fragen wollen wir nicht wieder Deutscher Meister werden."
- Diego entschuldigt sich bei Felix Magath: "Sorry - aber jetzt nimm bitte die zehn Medizinbälle von mir runter."
- Lukas Podolski entschuldigt sich bei Michael Ballack: "Sorry, eigentlich wollte ich Deine andere Backe treffen."
Jetzt reicht's aber! Die Orakel-Geschichten rund um "Paul" waren während der WM 2010 noch amüsant. Jetzt quillt Deutschland über von Orakeln. Ich orakele im Sinne von Paracelsus: Die Menge macht das Gift - bei Orakelüberdosis dürfte die Wirkung den Gesundheitszustand "Langweilende" hervorrufen.
Der Deutsche Fußball hat weiterhin ein Randthema, um über die Sommerpause hinweg zu kommen - und damit meine ich nicht die Frauen Fußball WM. Der Lügen-Streit zwischen Ballack und Löw (wer hat wem was versprochen/erklärt) scheint zu eskalieren. Passend dazu präsentiert die BILD heute (22.6.) eine in die Kleinteiligkeit lappende Premium-Rechercheleistung, die aufdeckt, wie sich das ominöse große Löw-Ballack-Gespräch in Düsseldorf am 30. März zugetragen hat:
- "sie tranken zwei Flaschen Wasser (San Pellegrino für je 5 Euro)"
- "Löw aß Penne mit Filetspitzen in Safransauce"
- "Ballack nahm Linguine mit Gambas, Pinienkernen, getrockneten Tomaten, Pecorinoflocken"
- "beide Gerichte kosteten 12,50 Euro"
- "Löw bezahlte die Rechnung"
- "um 14.25 Uhr gingen sie durch den Hinterausgang, gaben sich die Hand, nahmen je ein Taxi"
Leider beleiben die dringendsten Fragen unbeantwortet:
- hat Löw wirklich Penne gegessen, oder hat der BILD-Reporter hinter dem Vorhang etwas falsch gehört und Löw hat zu Ballack "Penner" gerufen?
- hat Löw wirklich die Rechnung bezahlt oder hat Ballack noch eine Rechnung mit ihm offen?
- wer hat die Taxen bezahlt und welche Farbe hatte die Unterhose der Bedienung?
- warum sind die Dinosaurier ausgestorben?
14. Juni 11
Gerade hat die Frauen-Nationalmannschaft ein Training mit der Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich hinter sich (siehe Foto oben). Freundlicherweise wurde das Bildmaterial vom DFB zur Verfügung gestellt - allerdings ohne Bildunterschrift. Hier einige Bildunterschriften zur Auswahl:
- Baden-Würtembergs Werbefigur Halmich macht neue Stuttgart21-Demonstranten fit
- Regina Halmich unterrichtet Trainerin Silvia Neid im "Spielerinnen-Anschreien"
- Fußballerinnen boxen jetzt, um auch eine Ausrede für eine Nasen-OP zu haben
- Nationalspielerinnen üben Zweikampfverhalten
- Lustiger Irrtum bei der Anmeldung: Fuballerinnen verwechseln Botox-Party mit Box-Party
6. Juni 11
Joachim Löw rät Jens Lehmann von einem Engagement bei Schalke 04 ab. Mit der Begründung (Quelle: BILD) "Jens würde sich nicht als Nummer 2 zufrieden geben". Was bedeutet das? Rene Adler und Tim Wiese sollten nicht in die Nationalmannschaft berufen werden! Entweder - wie Löw argumentiert - weil sie sich nicht als Nummer 2 zufrieden geben wollen (und dann Unruhe stiften, oder was?) - oder weil sie sich als Nummer 2 zufrieden geben wollen (und so kein Wettkampf und eine Egal-Haltung entsteht). Sehr merkwürdig! Soll er doch einfach sagen, dass er ihn zu alt findet.
Ende Mai 2011
ORGANISCHE SOMMEPAUSE
Die Fußball-Sommerpause ist da: Das geht allen Fans schon jetzt an die Nieren. Dazu kam den Dortmundern die Galle hoch, weil Schalke dieses Jahr nicht Meister der Herzen wurde, sondern herzliche Glückwünsche als Pokalsieger kassierte. Wobei es die Schalker Fans im Herzen des Ruhrgebiets um-Haut, dass Dortmund Meister ist. Und in Mainz hört man: „Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils“, während Fans in Frankfurt mit blutleerem Gesicht herumsitzen, als sei ihnen eine Laus über die Leber gelaufen. Und so sehr sie sich auch die Lunge aus dem Leib liefen: Auch auf St. Pauli musste man sich nicht nur wegen eines Hirn-losen Becherwerfers, sondern auch wegen des Abstiegs ärgern.
15. Mai 11
DIE 48. BUNDESLIGA-SAISON IST ZU ENDE. Sieht man einmal von der Relegation ab. Die Erkenntnis: Zwölf Trainerentlassungen und kein bisschen schlauer: Sind die jungen Klopps und Tuchels dieser Welt die Gewinner von Gegenwart und Zukunft? Oder zeigt uns Oldie Jupp Heynckes nächstes Jahr, dass er nicht nur Leverkusen in die Champuions-League führen, sondern - dann noch ein Jahr älter - Bayern München zum Deklassieren der Liga trainieren kann? Es bleibt spannend. Die 48. Saison ist tot - es lebe die 49.!
13. Mai 11
Wer jemals unbedacht in eine Steckdose gegriffen... (siehe "Kolumnen")
10. Mai 11
Der Niedergang von Eintracht Frankfurt ist schon peinlich. Aber, wie peinlich ist das denn: Laut Medienmagazin meedia.de hatte die Sky-Übertragung des Spiels Wolfsburg gegen Kaiserslautern (1:2) keine, wie üblich ausgewiesen, zwei Dezimalen hinter dem Komma nachweisbaren Zuschauer. 0,00 Millionen ergaben 0,0% Marktanteil. Es könnte doch wenigstens jeder zehnte Golffahrer mal einschalten, oder? Spiteznreiter bei den Einzelspielen war übrigens (wieder einmal) ein Bayern-Spiel. Das 8:1 bei St. Pauli sahen 140.000 Zuschauer im Schnitt. Und nicht dass man denkt es würde ohnehin nur ein kleiner Bruchteil Sky-Fußball schauen: Die Konferenz hatte knapp eine Million Zuschauer, was bei einem Marktanteil von etwa 10% mit den Free-TV-Sendern mehr als mithalten kann.
08. Mai 11
Eintracht Frankfurt jetzt kurz vor dem Abstieg in die 2. Liga und Bayern München Anfang 2011 gleichen sich! Nein, damit meine ich zunächt einmal nicht den Ärger mit den Fans. Es gibt eine sportliche Parallele zwischen dem Rekordmeister und den Hessen: In beiden Fällen waren es richtige Erfolge zur falschen Zeit, die notwendige Änderungen ausbleiben ließen.
Fall Bayern:
Als van Gaal Trainer bei den Münchnern wurde, startete der FC Bayern mit dem schlechtesten Bundesligaanfang seit Jahren. Einer der Minushöhepunkte war die Niederlage in Mainz als die Münchner so schlecht auftraten, dass van Gaal schon in der ersten Halbzeit per Wechsel zweifach seine Aufstellung korrigierte. Nur eine Revolte innerhalb der Mannschaft (z.B.: Ribery weg von der Position in der Mitte) und der Kauf von Robben ermöglichten ein Endspurt-Double und "glückliche Auswärtsniederlagen" in der Champions-Leage, die aufgrund der auswärtsgeschossenen Tore jeweils zum Weiterkommen reichten, beschönigten den internationalen Zitter-Auftritt in der Hauptrunde. Diese Beschönigungen ließen van Gaal so viel Macht, dass notwendige Weiterentwicklungen (z.B.: neue Innenverteidigung) nach seinem Willen ausblieben.
Fall Frankfurt:
Nach mieserablem Saisonstart sammelten die Hessen 26 Punkte in der Hinrunde als "FC Gekas". Diese Punktausbeute blendete die Verantwortlichen (übrigens auch mich) und notwendige Umstrukturierungen (Sturmalternative und Ersatz für verletzten Defensiv-Star Chris) blieben aus.
Außer Fanproblemen und "fatalen Erfolgen" gibt es noch eine dritte Parallele zwischen Bayern und Eintracht: In beiden Fällen wurde der Trainer geschwächt (Hoeneß-Kritik öffentlich an van Gaal; Skibbe-Demontierung mittels Zwangsfrieden mit Amanatidis durch Vorstandsboss Bruchhagen).
Resultat des Parallel-Flugs der beiden Bundesligagründungsvereine: Bayern hat ausnahmsweise keinen Titel; Frankfurt steht vor dem Abgrund Zweitklassigkeit. Damit kann Bayern noch einigermaßen leben.
4. Mai 11
Mit dem FC Schalke 04 ist auch das letzte deutsche Team aus dem europäischen Wettbewerb ausgeschieden. Es gibt schlimmeres. Lassen wir den internationalen Scheinwerferglanz jetzt erstmal den Eishockey-Cracks, Andrea Petkovic (Tennis), Martin Kaymer (Golf) oder Dirk Nowitzki (Basketball). Der Fußball hierzulande meldet sich auf der globelen Ebene wieder im Sommer... wenn wir WeltmeisterIN sind.
1. Mai 11
Nein! Diese Saison ohne Welt- oder Europameisterschaft im Anschluss war keine Saison zum durchschnaufen. Es gab wohl kaum eine Saison in der so viel neben dem Platz passierte, wie in dieser Spielzeit. Von den schlingernden Bayern über das Ballack-Theater bis zum Trainerkarussell: Da war so viel Pfeffer drin, dass man als Fußball-Fan froh ist, dass jetzt keine WM stattfinden. Ähm... jedenfalls fast keine. Deshalb vor lauter Vorfreude jetzt schon die Top 10 der Gründe, weshalb wir es nicht erwarten können bis die neue Saison beginnt.
Platz 10:
Weil unsere Hauptstadt wieder an Bord ist.
Platz 9:
Um zu überprüfen, ob der FC Bayern ein „Koan-Titel-Double“ schafft
Platz 8:
Weil wir wissen wollen bei welchem Verein Felix Magath die Saison beginnt
Platz 7:
Weil man gespannt sein darf, ob Jürgen Klopp seine Coaching Zone einzäunen muss
Platz 6:
Weil bis dahin hoffentlich alle Wettpaten hinter Gitter sitzen
Platz 5:
Und in den Zellen neben den Wettpaten: Die Bierbecher-Werfer
Platz 4:
Weil wir uns jetzt schon auf das Gesicht von Jupp Heynckes freuen, wenn er merkt, dass Ribery eine noch größere Diva als Ballack ist
Platz 3:
Werder Bremen bekommt neue Trikots
Platz 2:
Weil es dann nur noch ein Jahr dauert, bis wir Europameister sindPlatz 1:
Weil es nichts schädlicheres für Beziehungen gibt als zu viele fußballfreie Samstage in Folge. Außer vielleicht Samstage mit Fußball
17. April 11
FC Bayern München ohne van Gaal. Das kennen wir Normalos vom Autofahren. Fußballspielen ohne van Gaal muss für einen Profi sein wie für uns Auto fahren mit Navigationssystem statt Strassenkarte. Mit Karte hat man zwar klare Anweisungen in der Hand, aber mit Navi kann man sich besser aufs Fahren an sich konzentrieren.
15. April 11
Aktuell in Mode: Stress-Test! Es gibt welche für Atomkraftwerke, es gibt einen für Stuttgart21. In beiden Fällen waren lautstarke Gegenstimmen und pfeifende Massen Mitauslöser für die jetzt laufenden Stresstests von unterirdischem Bahnhof und Atomtechnik. Wo gab es noch lautstarke Gegenstimmen und pfeifende Massen? Richtig – bei den beiden jüngsten Länderspielen der Fußball Nationalmannschaft. Das Publikum nölte gegen einige Szenen und einige Spieler beim Sieg gegen Kasachstan, Hoeneß beschwerte sich über ein Freundschaftsspiel (1:2 gegen Australien) im Endspurt von Bundesliga und Champions Lea... ach ne... da ist er ja nicht mehr... also nur Bundesliga.
Vor dem nächsten Freundschaftsspiel gegen Uruguay in Sinsheim muss also ein Stresstest her, um dieses Ereignis vor jeglichem Pfeif- und Beschwerde-GAU zu schützen
Stresstest Teil 1:
Geht es in diesem Freundschaftsspiel mindestens um das Halbfinale der Weltmeisterschaft? Falls nicht werden alle Spieler des FC Bayern München gebeten eine Einverständniserklärung zur Teilnahme an minderwertigen Länderspielen gebeten.
Stresstest Teil 2:
Wird das Niveau eines Länderspiels von einer Fachjury (Vorsitz Heiner Geissler) nicht mindestens mit „befriedigend“ eingestuft? Falls nicht bekommt entweder das Publikum Pfeifrecht während der Dauer der Halbzeitpause oder das Spiel wird ab diesem Zeitpunkt unterirdisch verlegt.
Stresstest Teil 3:
Tragen einzelne Nationalspieler zum Misslingen eines Länderspiels bei? Falls nicht ist im Wiederholungsfall Linienrichtertätigkeiten auf St. Pauli nicht unter zwei Monaten an zu drohen.
10. April
van Gaal gefeuert. Der fliegende Holländer - gelandet auf dem Teppich auf dem man in München immer bleiben sollte.
05. April
Italien geschockt weil erregte Menschen übereinander und in den Armen liegen. Nein - nicht wegen der jubelnden Schalker: Der Bunga Bunga Prozess hat angefangen!
4. April 11
Das mit Hochspannung erwartete "Duell" Magath mit seinen Wolfsburgern gegen Daum mit seinen Frankfurtern endete unentschieden. Oder wie man es auch sagen könnte: "Medizinball heben" gegen "über Scherben gehen" - 1:1
31. März 11
Rechtzeitig ein Tag vor den Aprilscherzen, und somit einigermaßen glaubhaft, zählt die BILD auf welche Sportskanonen sich Jupp Heynckes für seine Bayern-Trainer-Zeit ins Arsenal stellen dürfte. Für 60 Millionen Euro darf er angeblich einkaufen. Einkaufen lassen! Schließlich ist er im Augenblick noch bei Mitbewerber Leverkusen, den er nächste Saison mit eben jenen Spielern, die er während seiner Arbeitszeit für Bayer recherchiert, besiegen will. Skurril.
Die Situation erinnert an die Phase nach der Entlassung von Felix Magath bei Bayern München. Der hatte nach zwei Double-Erfolgen den Laufpass wegen sportlichen Problemen bekommen. Sein Nachfolger Hitzfeld durfte dann groß einkaufen (Ribery, Toni) und glänzen - das hätte auch Magath geschafft. Oder nach der Entlassung von Klinsmann (der nicht einmal Donovan kaufen durfte), als van Gaal einen Robben serviert bekam. Bei den Münchnern scheint nach dem Champions League Erfolg von 2001 eine Art "verzögerte Besinnung" zu regieren.
29. März 11
Was ist das: Ein Schwan fährt hinter einem Feuerwehrauto und das hinter einem Hubschrauber her?
Richtig, ein Kinderkarussell.
Und was ist das: Pezzaiuoli folgt Rangnick. Der fährt hinter Magath, welcher parallel zu Littbarski düst und versucht Daum zu überholen, der gerade an Skibbe vorbeigezogen ist? Richtig, ein Trainerkarussell!
Wem dabei schwindlig wird und generell nicht fahren will, sollte nicht nach Stuttgart oder Hamburg, sondern eher nach Bremen ziehen. Da gibt es vom dortigen Ordnungsamtsleiter Allofs ein striktes, seit fast zwölf Jahren gültiges Verbot des Aufstellens von Trainerkarussells. In Freiburg existiert ein besonderes Trainerkarussell, das sich so langsam dreht, dass man während der Fahrt aussteigen kann ohne dass es jemanden groß stört. Und Mainz hat man eine gute Erfahrung damit gemacht das Trainerkarussell nur vor und nicht während der Kirmes in Betrieb zu nehmen.
Wird das Trainerkarussell „Made in Bundesliga“ zum Exportschlager? Sportminister Löw, der selbst in einer Trainerkarussell-Fabrik in München als Generaldirektor im Gespräch war, sorgt sich zumindest um die „Seriosität“ der heimischen Produktion. Zumal aus der Produktionslinie „Trainerkarussells“ auch andere umstrittene Modellreihen stammen: „Trainerschleuderstühle“ und „Trainerkarriereachterbahnen“.
23. März 11
Christoph Daum vor seinem ersten Training bei Eintracht Frankfurt: "Ich werde 25 Stunden für den Verein da sein." Daran sollten sich alle Trainer ein Beispiel nehmen, die nur 24 Stunden für ihren Verein da sind. Oder hat Christoph Daum eine eigene Sommerzeit?
22. März 11
Wahnsinn - mit welchen Tricks die Bundesliga die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Jetzt startet nämlich wieder die Formel 1 Saison: Da musste man sich etwas überlegen, um die Schlagzeilen und Zuschauerzahlen weiter zu beherrschen. Die neuste Aufmerksamkeitsunterhaltungstechnik nennt sich "Trainerkarusell". Kaum gibt Vettel ein Interview - zack - schon wir in der Bundesliga ein Trainer entlassen. Kaum wird Schumachers Auto vorgestellt - zack - schon hat ein Verein einen neuen Trainer. Jetzt musste als Frankfurt für den nächsten Streich sorgen: Christph Daum kommt für Michael Skibbe. Am Wochenende startet die Formel 1 jetzt übrigens wirklich. Wenn da nicht mal kurz vor dem Startsignal der Skibbe eine Pressekonferenz bei seinem neuen Verein gibt.
14. März 11
In der aktuellen Sportberichterstattung fällt nicht angenehm auf, dass Sportler bei Interviews in einer Art Pseudoaktuallitätswahn mit den Unglücken in Japan in Verbindung gebracht werden. "Sie waren doch in einem gemeinsamen Trainingslager mit japanischen Judoka? Haben Sie noch Kontakt?"... "Sie spielen doch mit XY zusammen, der ist Japaner..." unssoweiteretceterapp. Muss man alles vermischen?
11. März 11
Neuer Trainer-Trennungs-Trend in der Bundesliga: Den Trainer die Saison noch zu Ende machen lassen. Wenn es jetzt auch - wie die WAZ meldet - Magath nach dieser Spielzeit erwischt, dann wäre er nach van Gaal und Veh schon der dritte "Übergangstrainer" in der jüngsten Zeit. Man stelle sich folgende Konstellation von: Hamburg erreicht überraschend die Chamions-League-Quali mit Platz drei, Bayern holt etwas überraschend den Champions-League-Titel und Schalke holt wenig überraschend den DFB-Pokal. Dann würden drei "Erfolgstrainer" gehen.
09. März 11
Kollektiv und Beteiligung vor Allmacht!
Dortmund (Dreier-Diskussions-Kollektiv Klopp/Watzke/Zorc) wird von Schalkes Magath und Bayerns van Gaal nur noch mit Hoenß' Fernglas wahrgenommen. Und auch Mainz hat sich vor die beiden Alleinherrscher gespielt. Mit einem Trainer Tuchel, der auch mal den Mannschaftsrat bei der Taktik mitbestimmen lässt. Der Fußball bleibt niemals stehen. Es wird die Zeit kommen, in der die Facebook-Seite eines Klubs über die Aufstellung mitbestimmt. Weil sich vielleicht die Erkenntnis durchsetzt, dass in einigen Bereichen die Durchschnittsmeinung von vielen genauer ist als die Einzelmeinung eines Fachmanns. Ein ähnliches Phänomen kennzt man von der Schönheitsforschung. Ein künstliches Gesicht aus vielen als schön ausgewählten Fotos wird insgesamt als "optimal schön" angesehen (Studie der Uni Regensburg). So funktioniert es in Zukunft vielleicht auch mit "optimal schönem Fußball" - und wenn der dann auch noch optimal erfolgreich ist...
7. März 11
„Ist er schon drin oder noch nicht?“ – diese Frage könnte im spärlichen Dialogtext eines schlechten Erotikfilm-Drehbuchs vorkommen oder aus einer Fußballberichterstattung. Im Rahmen der familienfreundlichen Kolumne eines Fußball-Blogs konzentrieren wir uns sicherheitshalber auf letztere Variante.
Wir leben in einer Zeit, in der daran gearbeitet wird Menschen durch den Weltraum auf den Mars zu entsenden. Zur gleichen Zeit wird nicht festgestellt, ob sich eine Kunstlederkugel vom Strafraum über die Torlinie bewegt hat? Das ist bewegend!
Als am vergangenen Wochenende der Hamburger SV gegen des FSV Mainz ein Tor erzielt hatte ohne ein Tor erzielt zu haben wurde durch die deutliche Fehlentscheidung etwas ganz deutlich. Nach der Erfindung es Feuers und des Rades wird es dringend Zeit für den dritten großen Fortschritt der Menschheit: Den Chip im Ball. Entsprechende Versuche – keine Panik – sind im Gange, doch die für die tatsächliche Regeländerung muss sich die zuständige Regelkommission „International Football Association Bord“ in Wales zunächst etwas Freiraum schaffen. Also wurde zu Beginn des meteorologischen Frühlings zunächst einmal die viel dringendere Entscheidung getroffen, dass Schlauchschals, welche sich Spieler zunehmend im kalten Winter überstülpten, ab nächster Saison verboten sind. Die gehörten nicht zum Trikot und seien zu gefährlich. Und wer selbst schon mal nachts von fiesen Schlauchschals überfallen wurde, der kann bestätigen wie gefährlich diese Textilien sind. Viel gefährlicher als Eisenstollen an den Unterseiten von Schuhsolen beispielsweise, was unter anderem Ewald Lienen bestätigen kann, der, wenn sich der Autor richtig erinnert, einmal von einem Schlauchschal den halben Oberschenkel aufgerissen bekam.
In der kurzen Übergangsphase von Schlauchschalperiode ins Chipzeitalter müssen wir uns also noch etwas in Geduld üben. Alles wird gut werden. Wir müssen nur Vertrauen haben und dürfen die Entscheider nicht unter Druck setzen. Es gibt doch so viele positive Beispiele wie schnell und unbürokratisch der Forschritt Einzug hielt. Beispielsweise wurde das Verbot von Frauenfußball durch den DFB 1955 ratzfatz 1970 wieder aufgehoben.
Freuen wir uns auf den Fußballsommer 2011. Mit schwarzrotgoldenen Fan-Schlauchschals bei der Frauen-WM und Chips – wenn auch nur zum Knabbern vor dem Fernseher.
PS: Wann wird endlich - zumindest bei den Fachmedien - aufgehört mit "der Ball muss mit vollem Umfang über der Linie sein"? Nein! Der Ball muss mit dem gesamten Durchmesser (Umfang wäre um den Faktor π größer als der Durchmesser!) über der Linie sein.
6. März 11
Was haben Louis van Gaal und der Ball beim zu unrecht gegebenen 1:0 des HSV gegen Mainz 05, dem "Hamburger Wembley-Tor", gemeinsam? In beiden Fällen gibts Verwirrung ob er drin ist oder draußen.
4. März 11
Immer mehr Medien rätseln: Wird van Gaal seinen Job los, falls er in Hannover am Samstag verliert? Zumindest könnte er sich einen schönen Schlusssatz zurechtgoogeln für die Pressekonferenz zum Anbschied: "Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht."
2. März 11
Pokal-Aus gegen Schalke 04. Bei Bayern München geht die Angst um vor einer Saison ohne nationalen Titel. Eine Saison ohne nationalen Titel... oder wie man auf Schalke sagt: Eine Saison.
28. Februar 11
Seit Samstag Abend zerreißt sich die Fachpresse das Maul. Bekrittelt wird der Umbau der "Mailänder Siegerelf" des FC Bayern München vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Völlig unnotwendigerweise orderte van Gaal den zentral starken Gustavo zurück an die Kreideseite der Nichtigkeit, wo eigebtlich der Linksfuß Pranjic sehr gut aufgehoben wäre - mit klarem inhaltlichem und örtlichem Aufgabengebiet. Seit Samstag Abend - schon wärend des Spiels Marcel Reif - wird kritisiert. Zu Recht!
27. Februar 11
Eben im Frankfurter Stadion. Um 15.20, zehn Minuten vor dem Anpfiff, werden Spielgergebnisse der 2. Liga durchgesagt als die Spieler sich vom Warmmachen in die Kabine begeben. Wenn die Frankfurter so weiterspielen wie beim 0:2 gegen die in Unterzahl (ab der 15.) spielenden Gäste aus Stuttgart, dann können sie sich schon an die durchgesagten Namen gewöhnen: Ingolstadt oder Osnabrück(SPIELBERICHT unter SPIELBERICHTE).
26. Februar 11
Dortmund macht sein Vize-Meister-Meisterstück mit dem 3:1 in München. Nur Bayer Leverkusen kann vielleicht noch mitmischen um die Salatschüssel - und Bayern München hat jetzt den Salat.
25. Februar 11
Fragen nach dem Bayern-Sieg (1:0) in Mailand:
1. Hat der Herr van Gaal jetzt endlich kapiert, dass Gomez ein guter Stürmer ist, auch wenn er ihn nicht persönlich aus Stuttgart geholt hat
2. Kann es sein, dass jetzt auch Herr van Gaal kapiert hat, dass Schweinsteiger besser als Quarterback im hinteren Mittelfeld wirkt als hinter den Spitzen?
3. Können die Herren Rummenigge und Nerlinger jetzt final den Puls auf normal stellen hinsichtlich der Entscheidung Kraft als Nummer 1 zu etablieren?
4. Sollte Herr van Bommel am Fernsehen endlich mitbekommen haben, dass seine Zeit bei Bayern vorbei war und athletisch-eleganter Gustavo wertvoller ist?
23. Februar 11
Aus aktuellem Anlass bitte ich die Grundschule Aschaffenburg-Leider mein Ende der 70er Jahre parallel zum normalen Schulunterricht als junger Familiensohn und Bruder erworbenes Seepferdchen abzuerkennen. Ich habe mir die Videoaufnahmen nochmal angesehen und musste feststellen, dass ich Fehler gemacht habe. Ich schwamm genauso wie Heinz-Jürgen vor mir und habe mir seinen Schwimmstil einfach abgeschaut. Ich möchte mich bei allen von herzen entschuldigen, denen ich durch meinen Egoismus Schmerzen zugefügt habe.
20. Februar 11
Was ist fußballerisch mit dem Rhein-Main-Gebiet los? Mainz 05, Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, Wehen Wiesbaden - alle verloren. Und alle waren vor Silvester noch sehr gut drauf und konnten träumen: Europäische Wettbewerbe und Aufstiege. War da was im Neujahrs-Sekt?
16. Februar 11
Wenn der FC Bayern München (für BILD-Leser: Gemeint ist der „FC Robben“) antritt, dann ist hundertprozentige Stadionauslastung hundertprozentig garantiert. Außerdem verzichtet gerade Münchens Trainer Louis van Gaal hundertprozentig auf Spieler, die nicht hundertprozentig fit sind. Von diesen löblichen Beispielen der korrekten mathematischen Beschreibung von fußballerischen Sachverhalten abgesehen macht sich leider in der Rückrunde der Bundesliga wieder einmal das Übertreibungs-Virus bei der Prozentrechnung breit.So sprach Lukas Podolski bei Übernahme des Kapitänsamts: „Ich werde es mit 120 Prozent übernehmen und alles für den Verein geben“. Und wenig später sah sich Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooy (für HSV-Fans: gemeint ist Ruuuuuuud) veranlasst den Kritikern seines Madrid-Flirts ein „ich bin hunderttausend Prozent beschäftigt mit dem HSV“ entgegen zu schleudern.
Angesichts dieser beiden Prozentzahlen und der aktuellen Debatte rund um Söldner-Mentalität von Fußballern stellt sich eine Frage: Was ist nur los mit den Spieler, die nur hundertprozentig für ihren Verein einsetzen? Oder wie es Trappatoni sagen würde: „Was erlaube Spieler. Spiele wie Flasche gefüllt nur null Prozent!“.
Liebe Spieler, ihr mögt bitte bei Interviews wieder in zahlenmäßig normale Gefilde zurückkehren, liebe Spieler. Ein paar Wappen weniger geküsst und ein paar Prozent realistischer. Und wenn übertreiben, dann auf eine lustig-sympathische Art. Eine, an die sich besonders Münchner Fans gerne mit einem Lächeln erinnern werden. So überzeugte einst Bayern-Stürmer Roland Wohlfahrt mit dieser Rechnung: „Zwei Chancen, ein Tor – das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung.“
10. Februar 11
Das war nix mit 2:1 gegen Italien. Nur 1:1. Warum? Vielleicht auch weil Metzelder beim 1:1 statt auf Abseits zu reklamieren hätte durchlaufen können. Dann wäre der Abpraller nach Neuers Rettung einfach wegschlagbar gewesen.
9. Februar 11
Heute Abend: Deutschland gegen Italien. Mein Tipp für das Duell "Jugend gegen Azzuro": 2:1
4. Februar 11
Die Wette der Woche kommt vor dem Hamburg-Derby von Westermann (HSV) und Asamoah (St. Pauli). Der EXPRESS berichtet, dass der Verlierer dem Sieger mit nacktem Oberkörper das Auto waschen muss. Wenn von "St. Pauli" und "freier Oberkörper" die Rede ist, denkt man ja eigentlich nicht "Schaum auf dem Auto" - eher von "Schaum vor'm Mund".
3. Februar 11
Wie viele Fernando Torres braucht man, um den Klimawandel zu stoppen, den Weltfrieden zu finanzieren oder bei den aktuellen Benzinpreisen einmal voll zu tanken? Für die Antwort dürfen Ranga Yogeshwar und Günther Jauch eine AG bilden. Grundlage der Rechnung: Knapp 60 Millionen Euro für den Wechsel von Liverpool zu Chelsea.
Wir widmen und bis dahin einer noch wichtigeren Frage. Doch Moment! Wie, wie nur soll man die Frage formulieren, um mit einem gerüttelt Maß Sachlichkeit die subversive Tonalität zu überdecken, mit der jener Transferbetrag diskutiert wird. In aller Sachlichkeit und Ruhe also: Was soll der Scheiß?
Wenn ein englischer Club für einen Spieler mehr Geld ausgibt, als alle deutschen Bundesligisten für alle Wintertransfers, dass müsste doch die Champions-League entschieden sein, oder? Ähh... nein, oder holte Real Madrid mit Ronaldo (für etwa 94 Millionen Euro aus Manchester) die europäische Krone? Warum muss es also so viel sein?
„Ist ein Mensch so viel Wert?“, fragt jetzt die ein oder andere Sozialpädagogik-Studentin ihren gerade im Fußball-Fachblatt blätternden Freund, „Angela Merkel hat eine sieben Tage Woche und regiert ein ganzes Land für etwa 250.000 Euro im Jahr, das bekommt ein Schweinsteiger für zehn Tage“. „Das ist halt so“, antwortet der brummelnd, „Angebot und Nachfrage!“.
Und so kümmert sich Frau Merkel weiter um den Klimawandel, den Weltfrieden und die Benzinpreise – hoffentlich alles gleichzeitig. Gleichzeitig sorgen die Abramowitschs dieses Planeten für millionenschweres Spielvergnügen in den Stadien.
Wem übrigens der Kauf eines einzelnen Spielers nicht genügt, der kann seiner Liebsten zum sich bedrohlich nähernden Valentinstag einen ganzen Klub schenken. Derzeit steht Champions-League-Teilnehmer AS Rom für etwa 140 Millionen zum Verkauf. Mit ein paar Torres im Angriff und Angela Merkel als Trainerin dürfte das Geld aber locker mit Sponsorengeldern und Übertragungsrechten wieder reinkommen.
28. Januar 11
Deutschlands Fußball-Zukunft kickt sich in die Herzen der Fans. Spieler wie Mario Götze (Dortmund, 18) und Julian Draxler (Schalke, 17) aber auch Alexander Merkel (Milan, 18) streben nach oben, 21jährige wie Müller, Kroos und Badstuber haben sogar schon WM-Erfahrung. Endlich gelten auf Oldies gemünzte Sprüche (stimmt's, Herr Rehagel?) wie "es gibt nicht jung oder alt, sondern nur gut und schlecht" auch anders herum gedacht. Jetzt heißt es "es gibt nicht zu junge Spieler, es gibt nur zu verzagte Trainer".
26. Januar 11
Van Bommel geht von München nach Mailand. Oder wie man in Fußballerdeutsch auch sagen könnte: Egal ob Wolfsburg oder Mailand - Hauptsache nicht van Gaal. "Schön" ist noch der kleine Laberhaken zum Abschied. Auf die Frage wer der beste Kapitänsnachfolger sei, brachte van Bommel Schweisteiger ins Spiel ("aber das muss der Trainer entscheiden") - wohlwissend, dass der Trainer um Lahm nicht herumkommt. Nette Spitze zum Abschied.
20. Januar 11
Wie der Kölner EXPRESS heute (20.1.11) berichtet hat eine Richterin einer Zivilklage statt gegeben, was mehrere Tausend Euro Schmerzensgeld betrifft: Es geht um ein Foul bei einem C-Jugendspiel in NRW, bei dem der Sohn des Klägers einen doppelten Beinbruch erlitt.
Das könnte mindestens die Ausmaße des "Bosmann-Urteils" einnehmen! Man stelle sich vor: Selbst bei Fouls ohne Rote Karte (unterstellte Absicht) könnten aus Fußballspielen von der Kreisklasse bis zur Championsleague pro Wochenende tausende von Zivilklagen auf Schmerzensgeld hervorgehen! - und da sind die Schmerzensgeldklagen von Zuschauern nach schlechten (Langeweile, Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufenden) Fußballspielen noch gar nicht mitgerechnet.
17. Januar 11
„Die Angst des Torwarts beim Elfmeter“. Der Roman von Peter Hanke von 1970 über einen ehemaligen Torwart, der zum flüchtenden Mörder wurde (und im Text nur flüchtig mit Fußball zu tun hat). Immer wieder begegnete dieser Buchtitel uns Fußball-Fans, ohne die dazugehörige Erzählung gelesen zu haben.
Zu häufig wurde der Titel zitiert. Und: Falsch, falscher, am falschsten war er. Schon immer hatte der Torwart im Duell gegen den Feldspieler (oder die schießwütigen Hans-Jörg Butts der Zunft) nichts zu verlieren. Denn wer könnte vom Schlussmann schon zwingend erwarten den von einer hochentwickelten, hochbezahlten, hochmotivierten Schussmaschine abgefeuerten Ball aus dem 7,23 x 2,44 Meter großen Zielbereich herauszuhalten.
Jetzt dreht sich die Perspektive. Gut 40 Jahre nach Veröffentlichung des Romantitels macht er endlich Sinn. Es herrscht die Angst des Torwarts, wenn ein Ball von der 10,9728 Meter entfernten Strafstoß-Markierung ins Tor befördert wird, aus dem Tor befördert zu werden und auf der Ersatzbank zu landen. Denn gerade am jüngsten Wochenende war je nach Sicht der Dinge wieder zu bewundern, betrauern, bejubeln, dass vier Strafstöße NICHT verwandelt wurden. Wobei eigentlich noch nie in der Geschichte des Fußballsports ein Strafstoß verwandelt wurde – etwa in ein Kaninchen oder eine Zauberassistentin. Aber das ist ein anderes Thema, um das sich David Copperfield kümmern kann.
Insgesamt wurden in dieser Saison nur aus 64% der „Elfmeter“ auch zählbare Tore, bei den Münchner Bayern sogar nur 60%. Es sollte sich also zunehmend der Torwart schämen, der noch hinter sich greifen muss und es lohnt sich zunehmend einen Strafstoß in Kauf zu nehmen.
Bleibt die berechtigte Frage: Warum?
Es bleibt eigentlich nur eine Erklärung. Es muss irgendein Elfmeter-Virus geben. Wie es entstand? Keine Ahnung! Wie es verbreitet wurde? Keine Ahnung! Wo es herkommt? Mit Sicherheit aus England.
14. Januar 11
Heute gehts los mit der Rückrunde. In die Rückrunde startet Kölns Podolski als neuer Kapitän. Er will die Aufgabe mit "120%" angehen, wie er über den EXPRESS vermeldet. Löblich. Daran sollten sich die ein Beispiel nehmen, die als Fußballer nur 100% geben. Allerdings muss sich Podolski vorwerfen lassen weshalb er nicht bereit ist 130% zu geben.
7. Januar 11
Man könnte (etwas boulevardesk übertrieben) sagen: Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger bezichtigt Louis van Gaal der Lüge. In der BILD vom 7.1. ist - auf van Bommel angesprochen - zu lesen: "Bei Louis van gibt es keine Stammplatz-Garantie". Allerdings hatte van Gaal betont: "Van Bommel bleibt mein Kapitän, und bei mir spielt er immer" (Quelle: abendblatt.de, 2010). Wer hat also recht?
6. Januar 11
Ui, die tollen Übertragungen der Vorbereitungsspiele auf die Rückrunde der Bundesliga. Die sind aufregend. Etwa so aufregend wie eine vegetarische Paella ohne Reis.
01. Januar 11
Höchstwahrscheinlich höchst unwahrscheinliche Ereignisse 2011
6.1.
Das sportliche Jahr beginnt mit einem Paukenschlag. Bei einem Neujahrsfest der FIFA reißt sich der als Joseph Blatter am Rednerpult stehende Mann eine Maske vom Kopf. Vor den Augen zahlreicher Exekutivmitglieder erscheint darunter Guido Cantz. „Verstehen Sie Spaß?“, ruft der ARD-Moderator und meint weiter: „Von wegen Weltmeisterschaft in Katar! Fußball bei 40° im Schatten! Das war doch nur ein Scherz!“.
30.1.
Deutschland ist in Schweden Handball Weltmeister geworden. Bei einer Partynacht im Nachbarland Norwegen rasiert sich Heiner Brand wegen einer verlorenen Wette den Bart ab.
6.2.
Beim Super Bowl in Amerika gibt es einen Rekord. Das Ei beim entscheidenden Field Goal fliegt 200 Yards über die Endzone hinweg mitten in die Westtribüne. Die hatte Tiger Woods komplett für seine Freundinnen reserviert. Heiner Brand sitzt derweil immer noch in Norwegen fest, weil ihn ohne Bart niemand erkennt und damit sein Pass ungültig ist. Norwegen – ausgerechnet kein Schengen-Staat.
27.2.
Bei der Bob-Weltmeisterschaft in Königsee gewinnen Georg Hackl und Stefan Raab im Zweier-Wok. Der Versuch von Heiner Brand mit dem norwegischen Bob-Team als Anschieber außer Landes zu kommen scheiterte kläglich bei der Passkontrolle.
13.3.
Die Biathlon-Weltmeisterschaft in Russland wird in die Geschichte eingehen. Wegen weltweit erhöhter Sicherheitsvorkehrungen durch Terroralarm durften keine Gewehre mitgenommen werden, so dass mit Pfeil und Bogen geschossen wurde. Michael Greis gewinnt alle Wettbewerbe, da er als Ferienjob jahrelang bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg den Häuptling Weiße Flocke gespielt hatte.
3.4.
Bei der Europameisterschaft im Ringen in Dortmund wird das finnische Team disqualifiziert. Beim Gewicht machen hatte es ihnen so gut in der Sauna gefallen, dass sie nicht mehr heraus wollten.
26.4.
Nach einem Straf-Trainingslager vom Tabellenvorletzten Schalke 04 in Norwegen versucht Felix Magath den bartlosen Heiner Brand in einem Medizinball über die Grenze zu schmuggeln. Der Schwindel fällt auf, weil die eigentlichen Medizinbälle von Felix Magath viel schwerer sind.
14.5.
Borussia Dortmund ist Meister, Bayer Leverkusen ist mit Michael Ballack Vize-Meister, FC Bayern München ist gerade noch Dritter geworden, weil sie im letzten Spiel gegen Stuttgart 7:3 gewonnen haben. Dabei fielen alle Tore durch unberechtigte Elfmeter. Die Stuttgarter standen nach dem Schlusspfiff noch eine halbe Stunde herum und warteten darauf, dass der Schiedsrichter die Maske herunter reißt und Guido Cantz von „Verstehen Sie Spaß?“ zum Vorschein kommt.
18.5.
Im UEFA Europa-League-Finale in Dublin steht Michael Ballack mit Bayern Leverkusen. Gegner ist Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart mit Trainer Werner Lorant, dem Nachfolger, vom Nachfolger, vom Nachfolger, vom Nachfolger, vom Nachfolger., vom Nachfolger von Bruno Labbadia. Das Spiel wird allerdings nicht ausgetragen, weil sich alle Beteiligten einig sind, dass Ballack sowieso kein Endspiel gewinnt.
28.05.
Der FC Bayern im Dauerstress. Kurz nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Kickers Offenbach steht das Champions League Finale in London an. Bayern München gewinnt 1:0. Das Offensivspiel von Real Madrid wurde komplett lahmgelegt, weil Anatoli Tymoschtschuk abgestellt war, um mit Christiano Ronaldo zu diskutieren, wer den besseren Friseur hat.
3.6.
Im EM-Qualifikationsspiel Österreich gegen Deutschland feiert Michael Ballack seine Rückkehr als Kapitän der Nationalmannschaft. Vor lauter Aufregung fällt Ballack bei der Seitenwahl in Ohnmacht. Durch eine beherzte Ohrfeige des geübten Lukas Podolski kann der Capitano aber schnell wieder das Bewusstsein erlangen.
17.7.
Wir sind Frauenweltmeister! Bundespräsident Christian Wulff gratuliert auf dem Frankfurter Römer mit einer bewegenden Rede und schließt mit den Worten: „Das Niveau der Frauenfußball-Weltmeisterschaft war so gut! So gut! Das hatte mit Frauenfußball so gut wie nichts mehr zu tun!“
4.8.
Felix Magath wirft einen Tag vor Bundesliga-Start auf Schalke hin, nachdem er außer dem Trainer- Sportdirektor-, Manager- und „Babysitter für Horst Held“-Posten auch noch Präsident, Aufsichtsratschef und Stadionhausmeister werden wollte – und nicht durfte. Er wechselt von blau-weiß zu schwarz-gelb und wird Konditionstrainer der Bundesregierung. Er soll das Kabinett fit machen für die nächsten Wahlen. In der ersten Übungseinheit geht es 50 mal die Treppen zur Reichstagskuppel hoch.
10.8.
Beim Freundschaftsspiel Deutschland – Brasilien ist Phillip Lahm wieder Kapitän. Er hatte angedroht so lange die Luft anzuhalten und sein Zimmer nicht mehr aufzuräumen bis im Onkel Joachim wieder das bunte Bändchen an den Arm hängt.
4.9.
Die Stars der Leichtathletik Weltmeisterschaften in Südkorea sind die norwegischen Werfer. Nach deren Aussagen sollen sie von einem ehemaligen Handball-Nationaltrainer unterrichtet worden sein, der seit Anfang des Jahres planlos und weinend durch das Land läuft, sich aber blendend mit richtigem Werfen auskennt.
18.9.
Bei der Basketball-Europameisterschaft der Herren in Litauen gewinnen die Spanier, die ihren Sieg einem gewissen „Fuentes“ widmen. Den meisten Applaus aber bekommen die Italiener für ihre Cheerleader-Truppe, die „Berlusconi-Party-Girls“.
27.11.
Neuer Formel 1 Weltmeister ist Michael Schumacher. Sebastian Vettel meint es könnte mit der Regeländerung zusammenhängen die Schumachers Freund Bernie Eccelstone durchgesetzt hatte: Weltmeister kann nur werden, wer zwischen 1968 und 1970 geboren ist und dessen Nachnahme sich auf Uhrmacher reimt.
18.12.
Mit der Segel-Weltmeisterschaft in Australien geht das Sportjahr zu Ende. Das Gewinner-Team aus Norwegen feiert zusammen mit einem blinden Passagier, der bei einem Interview nachfragt, ob Australien einen neuen Handball-Nationaltrainer braucht.
31.12.
In der Silvester-Ausgabe von „Verstehen Sie Spaß?“ in der ARD reißt sich Guido Cantz eine Maske vom Kopf. Zum Vorschein kommt Joseph Blatter und ruft: „Ätsch – die WM 2022 findet doch in Katar statt!“
EINTRÄGE 2010
20. Dezember 10
Die Hinrunde ist vorbei - es lebe die Rückrunde.
3 Tipps:
Meister Dortmund, zweiter Bayern
Absteiger St. Pauli
Frankfurt in den Europapokal
15. Dezember 10
Bayerns Ex-Manager und aktuell präsidial tätiger Uli Hoeneß sieht seinen Verein ja gerne in Gefilden, die von der fußballenden Konkurrenz nur müsam "mit dem Fernglas" zu observieren sind. Jüngst schaltete sich Franz Beckernbauer in die Entfernungswissenschaft ein, als er seine Bayern "Lichtjahre" von Borussia Dortmund distanziert sah. Nun hat die NASA eine neue Entfernungskategorie bekannt gegeben: Ihre Sonde "Voyager" ist dabei den Rand des Sonnensystem zu erreichen und ist, sagen wir als Beispiel für einen Bezugspunkt, der Allianz Arena knapp 18 Millarden Kilometer entfleucht. Noch nie war ein von Menschen erbautes Objekt so weit von der Erde entfernt - nicht einmal die ballförmige Rakete von Hoeneß die 1976 in Belgrad startete. Dortmund ist sozusagen die aktuelle Voyager-Sone der Bundesliga.
14. Dezember 10
Aus Italien kommen Meldungen denen zu Folge das Bundesligaspiel von 2009 Bochum gegen Cottbus im Verdacht steht manipuliert worden zu sein. Wenn das mit der Wettmafia so weiter geht, dann könnte es sich in den Abendnachrichten bald so anhören: "Und hier die vorläufigen Endergebnisse der Fußball-Bundesliga, die bis zur staatsanwaltlichen Anti-Wett-Überprüfung unter Vorbehalt zu sehen sind..."
Der DFB hierzu gerade eben:
Keine konkreten Hinweise auf Manipulation
Dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) liegen bislang keine Erkenntnisse und konkreten Hinweise auf eine mögliche Manipulation des Bundesligaspiels zwischen dem VfL Bochum und dem FC Energie Cottbus (Endstand 3:2) vom 28.02.2009 vor. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Bochum, bei der die Zuständigkeit für die aktuellen Wettmanipulationsfälle liegt, ist das Spiel auch dort nicht Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Der DFB steht weiterhin in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Bochum und wird den Ermittlern die ihm vorliegenden Unterlagen zur Verfügung stellen, die das genannte Spiel betreffen.
Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
12. Dezember 10
Die Nicht-Unentschieden-Spieler! Mainz 05 und SC Freiburg spielen am Sonntag wieder einmal eines nicht: Unentschieden. Es sind die einzigen Teams der Liga ohne Punkteteilung. Dafür bekommen sie die Anti-Sankt-Martin-Medaille von fussball-kolumne.de.
07. Dezember 10
Ein fußballerisches Weihnachtsmärchen
Es war einmal ein Fußballfan. Der hatte im Dezember 2010 in einer verschneiten Nacht einen wüsten Albtraum:
Er wäre im Jahr 2022 aufgewacht mit einem sehr unangenehmen MuskelKatar. Doch er hatte so viel Hummels im Hintern, dass er sich unbedingt vor den Fernseher robben wollte, denn er hatte großen Bommel die Live-Übertragung seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft zu verpassen. Schließlich wollte er wissen, ob die bekloppten Jungs immer noch in der Wüste Sand im Getriebe haben. Wenigstens nahm deren Trainer kein Blatter vor den Mund und es ging dem Fan natürlich runter wie Öl, als der Nationalcoach versprach dass das Team genauso viel Gas geben werde wie bei der WM in Russland, um noch mit dem Gruppenersten auf Tuchelfühlung zu bleiben. Er hatte als alter Fuchs auf dem Wettklo seiner Stammkneipe 50 Euro auf den Titel gesetzt hatte, um sich für den nächsten Winterurlaub einen Podol-Ski kaufen zu können.
Doch kurz vor Spielbeginn: Ein heidelloses Durcheinander. Ein Spieler fehlt! „Wo ist Lewis?“, fragt der Reporter. „Ich Sahin in einem Supermarkt: Lewis holt Bier“, meint der Pressesprecher, der verärgert darauf reagierte, dass mitten im Mittleren Osten ein teures Bier geholt wurde und kein Spar-Wasser. Rechtzeitig vor Spielbeginn kam Lewis auf seiner Kagawasaki angerauscht.
In diesem Augenblick wachte der Fußball-Fan auf. „Puhhh – eine Weltmeisterschaft in der Wüste. Zum Glück war das nur ein Albtraum!“ Oder?
05. Dezember 10
Neueinstieg in der Topliste der Fußballerzitate: Udo Lattek eben im Sport1-Fußballstammtisch zur Leistung von Edin Dzeko beim 0:0 egen Werder Bremen: "Er hatte im ganzen Spiel eine schlechte Phase!".
02. Dezember 10
GANZ AKTUELL: Ein neues Spiel ist jetzt der große Hit für das Weinachtsfest als wunderbares Geschenk für Ihre Liebsten. Es heißt "Blatter-Bingo" und funktioniert so: Enthalten sind fünf Täfelchen mit den Aufschriften RUSSLAND, KATAR, GAS, ÖL und SKANDAL. Jetzt muss jeder Spieler reihum einen Satz mit diesen Worten bilden. Dabei ist es nicht verboten, sndern sogar erwünscht, dass sich die Spieler untereinader absprechen und versuchen zu bestechen.
01. Dezember 10
Schöne Variation der aktuellen Frauenfußball-Thematik: Jup Heynckes gestern auf die Frage, ob das Europaleague-Spiel in Trondheim nicht bei zu tiefen Temperaturen stattfindet: "Wir sind doch Kerle".
30. November 10
Die Auslosung der Frauen-WM gestern brauchte Losglück für die Deutsche Auswahl. Jetzt kann der, ähh. Sturm auf die Eintrittskarten losgehen. Frauenfußball. Wie sagte Kabarettist Rolf Miller: Frauenfußball ist wirklich beachtlich gut geworden. Das ist mit Frauenfußball fast gar nichts mehr zu tun.
25. November 10
Stellen Sie sich vor Sie würden Günther Jauch gegenüber sitzen. Bei „Wer wird Millionär“. Günther Jauch würde ein ernstes Gesicht machen und sagen: „So, nun ist es also soweit. Jetzt die Frage für eine Million Euro.“ Der Puls steigt. „Es ist eine Fußball-Frage“, meint Günther. Innerlich jubeln Sie schon. Fußball? Kein Problem, her mit der Frage!
„Wann steht jemand passiv im Abseits?“. Enttäuschung! Diese Frage kann niemand beantworten. Da hätte es auch nichts genutzt, wenn sie noch ihren Telefonjoker hätten. Aber Sie hatten ja schon Karl-Heinz Rummenigge angerufen bei der Frage „Wie viele Bundesligisten wurden mit 14 Punkten Rückstand noch Deutscher Meister?“.
Nun ja, man kann sich die vier Antworten bei der „passiv im Abseits stehen“ Frage ja mal anhören:
a) wenn er einen Verteidiger rempelt
b) wenn sein Bewacher ein Eigentor grätscht
c) wenn er dem Torwart die Sicht verdeckt
d) fast immer. Denn es fängt ja meistens eine totaaaaal neue Spielsituation an
Puhhh. Glück gehabt. Das war nach den jüngsten Bundesligaspieltag doch eine einfache Frage. Wer die Spiele in Mönchengladbach (Mainzer Verteidiger von Spieler im Abseits geblockt), Freiburg (Verteidiger grätscht Ball ins Tor, damit Spieler im Abseits nicht an den Ball kommt) und Gelsenkirchen (im Abseits befindlicher Huntelaar steht vor Wiese bei Rauls Torschuss) gesehen hat, weiß: Es ist Antwort d) Eine Million Euro! Was man sich dafür alles kaufen könnte? Vielleicht eine Fifa-Exekutivkomitee-Stimme, ein dreißigstel Gomez oder drei Kagawas?
Nein, wer eine Million zu viel hat, der bestellt sich natürlich Günther Jauch für die Weihnachtsfeier ihrer Abteilung. Dann darf der Abteilungsleiter zuerst auf den Stuhl. Erste Frage für 50 Euro: Wer steht am häufigsten im Abseits?
a) die Frau Müller aus der Buchhaltung
b) der Korb mit den zu bearbeitenden Aufträgen
c) unser Chef
d) Pippo Inzagi