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Gruß, Claus
Bayern - Basel 7:0 (Achtelfinale 2011/12)

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Die Vorfreude auf die EM wächst und selbst die Niederlage des FC Bayern erhöht die Vorfreude. Warum?

Wegen der Unterschiedlichkeit der beiden jüngsten Champions League Gewinner. FC Barcelona und FC Chelsea.

Barcelona gewann den Titel mit eigener Inspiration und inspirierender Technik. Chelsea gewann den Titel mit taktischem Fokus und fokussierendem Kampf. Wenn diese Bandbreite des Siegtypus dafür sorgt, dass praktisch jedes Team den EM-Titel gewinnen kann – sozusagen die griechische (2004) und spanische (2008) Version des Triumphs – dann kann das der Spannung nur gut tun.

19. Mai 12

Der FC Bayern München verliert trotz technischer und spielerischer Überlegenheit den Champions League Titel an den Außenseiter. Jetzt weiß man wie sich die ungarischen Fans und Spieler 1954 gefühlt haben müssen.

17. Mai 12

Es ist wieder passiert. Sogenannte "Fans" (siehe auch Flops vom 8. Mai) haben am Ende des Relegationsspiels Düsseldorf - Berlin (2:2) mit durchgebrannten Gehirnsicherungen das Spielfeld gestürmt. Dass die Auschreitungen in Karlsruhe (Relegation 2. Liga / 3. Liga) und in Düsseldorf gar nicht geschehen wären, müsste nicht diese Regelung für noch mehr Sponsoren- und TV-Einnahmen sorgen, ist ein anderes Diskussionsfeld. Jetzt geht es erst einmal um den Umgang mit der Situation, zu der sich der DFB/Ligaverband wie folgt an die Presse wendet:

Gemeinsame Erklärung der Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes und des Ligaverbandes

Mit Bestürzung und Sorge haben wir die Vorkommnisse beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin zur Kenntnis genommen. DFB und Ligaverband sind sich darüber einig, dass solche unverantwortlichen und die Gesundheit der vielen friedlichen Fans gefährdenden Szenen in einem Fußballstadion nicht tolerierbar sind und konsequent geahndet werden müssen. Die Sportgerichtsbarkeit des DFB ist auch in diesem konkreten Fall dafür zuständig, das angemessene Strafmaß zu finden. Der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen bereits aufgenommen.

Grundsätzlich ist nach den Übergriffen dieser Saison ein Punkt erreicht, an dem neue Wege gegen Gewalt im Umfeld von Fußballspielen gegangen werden müssen. Die jüngsten Ausschreitungen zum Saisonende machen einmal mehr auf traurige Weise deutlich, dass die bisherigen Konzepte und Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen. In den vergangenen Monaten wurde deshalb bereits in der eigens gegründeten Task Force Sicherheit mit Vertretern aus Vereinen, Verbänden, Justiz, Polizei und Fanstrukturen ein Katalog erarbeitet, an welchen Stellen in den Bereichen Prävention und Sanktion angesetzt werden kann.

Konkret werden DFB und Ligaverband daran anknüpfend noch vor der kommenden Saison gemeinsam eine Zusammenkunft aller Präsidenten von Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga einberufen, auf der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Dabei wird es unter anderem darum gehen, einen Verhaltenskodex zu entwickeln, der den Umgang zwischen Vereinen und Fans beschreibt. Außerdem sollen im Zusammenspiel mit Polizei und Justiz effektivere Vorgehensweisen gegen Gewalttäter auf den Weg gebracht und abgestimmt werden.

DFB und Ligaverband werden zusammen mit den Vereinen nicht zulassen, dass der Fußball von Randalierern und Gewalttätern als Bühne missbraucht wird. Der Fußball wird seine Möglichkeiten im Kampf gegen Gewalt ausschöpfen und vertraut auf die Kompetenz und Entschlossenheit der staatlichen Stellen. Nur im gemeinsamen Schulterschluss zwischen Fußball, Politik, Polizei, Justiz und der großen Mehrheit der wahren, friedlichen Fans können wir das Problem lösen. Für Gewalt darf im Fußball kein Platz sein.

Wolfgang Niersbach Dr. Reinhard Rauball
(DFB-Präsident) (Präsident des Ligaverbandes)


 

 


8. Mai 12

Tops und Flops der Bundesligasaison 2011/2012

 

TOP:

Christian Schleich – ein Stern am „Anders-Sein-Himmel“ ist aufgegangen. Die Mischung aus Loriot, Sepp Herberger und Dalai Lama hat uns in einer Phase gerettet, als wir dachten in der Bundesliga gäbe es nichts mehr neues. Der Freiburger Cheftrainer mit Fahrrad statt Allüren hat allen teetrinkenden Rekordbudget-Verwaltern und alternden Goethe-Fans gezeigt wie man mit viel Liebe zum Detail das große Ganze des Establishments besiegen kann.

 

FLOP:

Brutalo-Fans – die Unverwüstlichkeit der Verwüstenden bedrückt. Vor drei Jahren waren es Berliner, in der vorigen Saison waren es Frankfurter Anhänger. Diesmal brannten in Köln die rauchenden Sicherungen (zu) vieler Anti-Fußballer durch. Wer dazu noch die Meldungen von Attacken auf offener Straße – abgedrängten Fans anderer Vereine – im Kopf hat, der schüttelt den selben ungläubig. Die hirnlosen Köpfe dieser Strömungen sollten per Kopfgeld angeschwärzt werden von den kühlen Köpfen echter Fans.

 

TOP:

Borussia Dortmund – die Bundesliga-Giganten! Eine Meisterschaft zwischendurch kann jedem mal passieren (Stuttgart 2007, Wolfsburg 2009), doch so wie die Dortmunder in den letzten beiden Jahren wirbeln ist das kein einzelner Sturm sondern eine andauernde Großwetterlage.

 

FLOP:

Borussia Dortmund – planlos durch Europa. Meisterschaft hui, Europapokal pfui. Ohne Sieg aus der Champions-League direkt ins Tschüss. So gesehen kam Schalke international weiter. Eine Träne im Freudenkelch... oder besser: In der Freuden-Meisterschale.

 

TOP:

Bundesliga – der Krösus in der Krise. Volle Stadien, teure Fernseh-Rechte. Draußen stehen die Staaten bei der Eurokrise im Regen, drinnen gibt’s `nen Euro-Regen. Die DFL ist ganz Feuer und Flamme dank der Sky-Asche. Hoffentlich ist Sky nicht dadurch bald abgebrannt – „Arena“ lässt grüßen.

5. Mai 12

Köln ist zweitklassig. Die Mannschaft und die (Idioten unter den) Fans.

 

4. Mai 12

 

Es ist Mai es ist die Zeit der vermeldeten Wechsel, Vertragsverlängerungen und Abschiede. Hier einige Top-Varianten der Meldungen:

Die Meldung mit dem größten Abstieg ohne Abstieg:

~ Tim Wiese sprach von einem möglichen Wechsel zu Real Madrid. Jetzt wird es die TSG Hoffenheim. Madrid oder Hoffenheim? Hauptsache südlich vom Bremen.

Die ehrlichste Meldung:

~ Apropos Bremen: Die erfrischend-ehrlichste Vertragsnichtverlängerung kam von Klaus Allofs. Über seinen nicht mehr gewünschten Stürmer Rosenberg: "Er hätte mehr Tore machen müssen."

Die diskutierteste Meldung:

~ Das ist die Vertragsverlängerung von Arjen Robben. Der soll jetzt bis 2015 für verschiedendlich gemeldete 7 Millionen Euro brutto in München den Alleinikov machen. 7 Millionen, das sind 20 mal so viel wie das Finden einen Talents wie Kagawa.

Die Meldung(en) mit der größten Erleichterung:

~ das fußballerische Rhein-Main-Gebiet atmet auf. Mit Armin Veh und Thomas Tuchel haben die beiden Nachbarn SG Eintracht Frankfurt und FSV Mainz 05 ihr Ja Wort gegeben. Für die "Main-Hessen" geht es bis mindestens 2012 mit dem Aufstiegs-Trainer weiter, die Rheinhessen mit Tuchel sogar bis 2015. Jose Mourinho muss sich also noch etwas gedulden.

1. Mai 12

Der Fußball-Boom in Deutschland hält an. Erst die Rekord-Erlöse bei der Rechteversteigerung der DFL, dann die Wahnsins-TV-Quote beim Bayern-Elferschießen in Madrid. Jetzt diese Presse-Meldung des DFB:

 

DFB erstmals mit über 6,8 Millionen Mitgliedern

Erstmals in seiner Geschichte zählt der Deutsche Fußball-Bund mehr als 6,8 Millionen Mitglieder. Exakt 6.800.128 Fußballer und somit 50.340 mehr als im Vorjahr sind aktuell in den 21 Landesverbänden des DFB gemeldet.

“Das ist eine beeindruckende Zahl und eine Entwicklung, die den hohen Stellenwert des Fußballs in Deutschland eindrucksvoll unterstreicht”, sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. “Dennoch wissen wir, dass wir als DFB auch in Zukunft weiterhin einen guten Service und interessante Angebote an der Basis gewährleisten müssen, um der demografischen Entwicklung in Deutschland entgegenzuwirken. Dieser Herausforderung stellen wir uns als Verband.”

Neben einem Anstieg der Mitgliederzahlen im Bereich der männlichen Senioren (plus 0,75 Prozent) konnte der DFB im vergangenen Jahr vor allem zahlreiche neue weibliche Mitglieder begrüßen. So stieg die Zahl im Frauenbereich um zwei Prozent auf 734.903, bei den Mädchen bis 16 Jahren um etwas mehr als ein Prozent auf 342.312.

“Dass die Landesverbände im vergangenen Jahr vor allem weibliche Neumitglieder begrüßen konnten und die Gesamtzahl sich oberhalb der erstmals 2011 erreichen Millionenmarke stabilisieren konnte, ist sicherlich auch ein Verdienst der tollen Frauen-WM in Deutschland”, sagt die für Frauenfußball zuständige DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg. “Diese hat viele Frauen und Mädchen dazu bewegt, sich einem Verein in ihrer Nähe anzuschließen.”

Während die Mitgliederzahl erneut gestiegen ist, sank hingegen die Anzahl der bei den Landesverbänden gemeldeten Vereine und Mannschaften. Einer Entwicklung, der der DFB und seine Landesverbände durch eine weitere Verbesserung des Angebots entgegenwirken möchten.

Dazu sagt DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock: “Der Amateurfußball-Kongress Ende Februar in Kassel hat klar aufgezeigt, welchen Herausforderungen sich die Vereine in der heutigen Zeit stellen müssen und in welchen Bereichen sie weitere Unterstützung oder einen gezielten Service vom DFB und seiner Landesverbände erwarten. Hier werden wir ansetzen, um den Klubs an der Basis zu helfen.”

26. April 12

Madrid ist in der REALität angekommen: Aus gegen Bayern München! In der Verlängerung wurde allerdings deutlich, dass Bayern (wie von Hoeneß bereits zugegeben) in der Winterpause den Kadern um 1-2 Spitzenspieler hätten erweitern müssen. Man hätte den platten Spaniern noch mehr zusetzen können durch Einwechslungen.

23. April 12

Was die Fans des 1. FC Kaiserslautern gemacht haben würde der FDP-Generalsekretär Patrick Döring wahrscheinlich wieder als „Tyrannei der Masse“ bezeichnen. Wie die BILD berichtet hat sich FCK-Trainer Krassimir Balakow dem Wunsch der Fans angeschlossen und den Stürmer Andrew Wooten aus der 2. Mannschaft erstmals in die Startformation des Absteigers berufen. Der dankte es mit seinem ersten Bundesliga-Tor. „Unsere Fans haben recht gehabt. Man muss auch mal auf sie hören“, ließ Balakow verlauten.

Ist also die „Masse“, die „Schwarmintelligenz“ besser als die Routine eines Experten? Oder zumindest: ist beides zusammen besser?

Der Vorfall erinnert an die Vorgehensweise bei der Zusammenstellung der Auswahlteams für die Basketball All-Star-Spiele in den USA. Da dürfen zunächst die Fans die jeweils fünf Spieler für die Startformation wählen. Erst danach nominiert der Trainerstab den Kader komplett.

Was folgt?

Vielleicht ist die Gesamtheit – auch bekannt durch den Satz „Deutschland hat Millionen Bundestrainer – durchaus einzubinden in die Kaderüberlegungen. Nicht bei jedem Spiel – aber zu einem kleinen Teil alle zwei Jahre. Was wenn die Gesamtheit der beim DFB hierzu vorher angemeldeten Fans vor jedem großen Turnier einen Akteur pro Mannschaftsteil Tor / Abwehr / Mittelfeld / Sturm wählt, der aus deren Sich auf jeden Fall mitgenommen werden soll? Oder was wäre so schlimm daran, wenn Joachim Löw sich bei seiner Überlegung „Hanke? Helmes? Cacau?“ helfen lassen würde?

Ja – gewagt, gewagt. Aber vier Augen sehen mehr als zwei. Und Millionen erst recht

21. April 12

Borussia Dortmund ist Deutscher Meister. Zum 8. Mal insgesamt und zum 2. Mal als Titelverteidiger. Sie haben jetzt gleich viele Titel wie Schalke 04. GLÜCKWUNSCH!

 

17. April 12

Real Madrid verliert das erste Champions League Halbfinalspiel in München. Eine sehr gute Atmosphäre (siehe Rubrik "Fußballbilder"). Ronaldo war ganz von den Socken - oder wie man nach dem Kabinenklau sagen müsste: Er war ganz von den Schuhen.

15. April 12

Wenn man sich die Flops dieser Bundesligasaison bin zum aktuell 31. Spieltag ansieht, dann folgt die Erkenntnis: Wer keine Probleme hat, der schafft sich selber welche: Paradebeispiele:

1. FC Köln: Auf Präsident ohne Durchhaltekraft folgen Spieler ohne Disziplin. Präsident Overath schmeißt seine Verantwortung hin ohne wenigstens das Ende der Saison abzuwarten. Spieler fahren auf Straßenbahngleise oder entgleisen bei der Polizei. Abstiegsgefahr.

Hertha BSC: Grandios in die Saison gestartet. Alles eitel Sonnenschein. Nein: Dem erfolgreichen Trainer Babbel wird das Messer auf die Brust gesetzt - trotz noch laufendem Vertrag. Manager Preetz hat einen nicht vorhandenen Geduldsfaden. Babbel gefeuert und den Abstieg befeuert. Abstieg fast sicher.

Werder Bremen: Statt sich auf den optimalen Konter oder den perfekten Zweikampf zu konzentrierten überlegen Stars wie Naldo, Wiese oder Pizarro wohin sie oprtimaler Weise wechseln könnten. Kein Wunder, dass bei den vielen jungen Wilden Unsicherheit aufkommt. Europa adieu.

1. FC Kaiserslautern: Probleme in der Offensive? Da verkaufen wir am besten mal einen gefährlichen Angreifer wie Ilicevic ohne adäquaten Ersatz. In die zweite Liga gespart.

UND FREIBURG? Die hatten Probleme - und machten mit Ruhe und Streich den Glücksgriff im eigenen Verein.

 

 

11. April 12

Es ist wirklich nicht zu glauben. Da dachte man als Beobachter des Spiels Mainz 05 - 1. FC Köln (4:0), dass nur die Kölner sich blamieren (Spieler in Ausnüchterungszelle, schlimmer sportlicher Auftritt), da hat ein heimischer Zuschauer den Idiotenhügel bestiegen: Münzwurf gegen Lukas Podolski. Man muss es dem Nationalspieler hoch anrechnen, dass er kurz danach und bis zum Ende weiterspielte. Jetzt suchen die Mainzer Vereinsverantwortlichen mit diesem Auftruf nach Zeugen:

"Der Münzwurf gegen Lukas Podolski beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Dienstagabend in der Coface Arena beschäftigt den 1. FSV Mainz 05 auch noch am Tag nach dem Spiel. Die Mainzer Polizei ermittelt derzeit gegen Unbekannt, der Tatverdacht gegen den am Spieltag befragten Zuschauer hat sich nicht erhärtet. Die Polizei wertet aktuell das Bildmaterial der Überwachungskameras aus. Der 1. FSV Mainz 05 fordert den Werfer auf, sich beim Verein oder der Polizei zu melden. Gleiches gilt für Zeugen, die den Werfer beobachtet haben und sich ebenfalls bei der Polizeiinspektion Mainz 2 unter der Rufnummer 06131-654210 oder per E-Mail an PDMainz.SGFussball@polizei.rlp.de melden können."


5. April 12

„Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, dann ist nötig, dass alles sich verändert“. Was der italienische Schriftsteller Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896-1956) meinte, kennen wir auch einfach als „Stillstand bedeutet Rückschritt“. Will nun Leverkusen-Boss Wolfgang Holzhäuser mit seinem Wunsch nach Veränderung, dass die Fußball-Bundesliga so spannend bleibt wie sie ist – oder würde ein Stillstand in der Saison-Planung sogar Spannungs-Rückschritt bedeuten? Holzhäuser möchte, dass der Meister durch ein „Play-Off“ der besten vier Teams ermittelt wird. Im Bayer-Stadionmagazin führt er aus: „Die Spannung könnte sicher nicht größer sein. Die Zufriedenheit der Fans sicher auch nicht. Das Pokalfinale in Berlin beweist dies Jahr für Jahr.“

Aus Sicht dessen, der – wie soll man es ausdrücken – schon oft unter den ersten Vier der Tabelle war, klingt solches Verfahren plausibel. Aber der Unterschied zwischen „Verfahren“ und „sich verfahren“ ist klein. So mancher Anhänger der gültigen Meisterermittlung mag sich denken: „Dutt is’ doch ein völlerig hyypiäaktiver Vereinsboss!“.

Doch liegt Holzhäuser wirklich falsch, wenn er sich am Lampedusa-Zitat orientiert und Veränderung fordert? Selbst Markenprodukte verändern sich dauernd. Das Kind bei der Schokolade wird ausgewechselt, beim Fernsehsender ändert sich der Ball, bei der Cola wird am Schriftzug modifiziert. Auch der Fußball hat einige heute mehrheitlich als gerechtfertigte Veränderungen erlebt: Rückpassregel, dritter Auswechselspieler. Selbst an die vielen Anstoßzeiten kann man sich gewöhnen, falls man ein Familienleben hat, das einiges aushält. Und so müssen wir auch die gegenwärtigen Überlegungen aushalten: Die Rückrunde an den Vorrunden-Platzierungen ausrichten? Eine extra Meisterrunde einführen? Für die Spannung?

Der aktuelle Verlauf der Bundesliga gibt die Antwort: Die Zeit für Veränderung ist noch nicht reif! Meister-Duell, Championsleague-Quali, Europaleague-Hoffnungen, Relegations-Rettung, Abstiegs-Ängste! Noch mehr Spannung bekommt man als Verantwortlicher nur wenn man Michael Ballack oder Arjen Robben auf die Auswechselbank setzt.

Oder man orientiert sich nicht an Lampedusa sondern am ehemaligen Werder-Coach Aad de Mos: „Ich spiele weiterhin mit Risiko. Schließlich profitieren alle davon: Wir, das Publikum und auch der Gegner“.


26. März 12

 

Der Frühling hat begonnen, die Sonne lacht: Gründe...

 ...weshalb Golf SPIELEN besser ist als Fußball SCHAUEN

- Lieber ein langweiliger Flightpartner als ein aufgeregter Hooligan

- Das Spiel dauert länger als 90 Minuten

- Man kann 14 Schlägertypen mitnehmen ohne Stadionverbot zu bekommen

- Man hört während des Spiels niemanden sagen: „Fernseher aus! Trag den Müll runter!“

- Niemals 0:0 !

 

19. März 12

„Ein bisschen Spaß muss sein,

dann ist die Welt voll Sonnenschein.“

Wer hinter diesen Zeilen Gandhi oder Konfuzius vermutet liegt nur knapp daneben. In diesem Fall ist der kubanische Musik-Philosoph Roberto Blanco zitiert – und das Thema Spaß passt gerade zum Fußball. Deutschland diskutiert.

Darf man in einer Fußball-Welt voller Sonnenschein mitten in einer Bundesliga-Partie „Schnick, Schnack, Schnuck“ spielen und so spaßvoll die Vorherrschaft über eine Freistoßausführung ausknobeln?

Für die Antwort sollte man einen Blick werfen auf die völlig spaßfremden Ereignisse außerhalb der Sonnenschein-Welt spannender Kämpfe um Klassenspitze und Klassenerhalt. Da tummeln sich derzeit besonders viele Anti-Gandhis, auch Fußball-Hooligans genannt. Zum Werfen von Gegenständen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern kommen jetzt auch noch Autobahn-Verfolgungsjagden und auflauernde Chaoten. Da vergeht einem jeglicher Spaß.

In Relation zu Gewaltexzesse außerhalb des Platzes sollten ab und zu auftretende Spaßexzesse herzlich willkommen sein. Ob ein Ente jagender Sepp Meier, ein Pepita-Hut aufsetzender Mario Basler oder ein „Schnick, Schnack, Schnuck“ spielendes Duo Ribery/Kross: Solche Lässigkeiten muss man sich zuvor mit Leistung erarbeiten.

Bei den Chaoten muss die ganze Härte des Gesetzes greifen. Schnappen! Die Freiheit wegnehmen!

Bei den Spaßmachern reicht die ganze Härte der bespaßten Gegner. Reingrätschen! Den Ball wegnehmen!

Dann überlegen es sich die knobelnden Spaßmacher das nächste Mal. Und für die Chaoten noch ein Vorschlag: In der Untersuchungshaft Roberto Blanco in der Endlosschleife

18. März 12

Was ist der Unterschied zwischen Deutschland und dem 1. FC Köln?

Deutschland hat einen neuen Präsidenten

14. März 12

Wow! 7:0 in einem Champions League Viertelfinale. Bayern ballert Basel weg. Vom Stadionsprecher und in "den Medien" vielfach zu lesen/hören: "Die Bayern machen da weiter, wo sie beim 7:1 gegen Hoffenheim aufgehört haben". Falsch! Da haben sie mit einem Eigentor aufgehört.

12. März 12

Frage: Welches peruanische Obst ist nicht nach dem Geschmack von Emanuel Pogatetz (Hannover 96)? Antwort: Eine Ohr-Feige von Claudio Pizarro (Werder Bremen).

Außer dem Ausraster gab es noch mehr „schmackhaftes“ auf dem Bundesliga-Speiseplan:

In München wurde Hoffenheim von den Bayern gegrillt.

In Mainz freuten sich die Zuschauer über zunächst nur lauwarme Nürnberger.

In Wolfsburg zeigte Helmes, dass es sich lohnt sich durch zu beißen.

In Köln kochte Podolski vor Wut über die rote Karte.

In Gelsenkirchen ließ Pukki elf Hamburger stehen.

In Augsburg freuten sich die Gastgeber über eine Null-Diät.

In Mönchengladbach freuten sich die Gäste über eine Null-Diät.

In Stuttgart freute sich niemand über eine Null-Diät.

Und auch der nächste Spieltag tischt und wieder einige Schmankerl auf:

Hoffenheim darf gegen die schwäbischen Spätzle nicht wieder Käse spielen.

Leverkusen sollte sich gegen die Gladbacher Stärkungspillen einwerfen.

Dortmund könnte sich an Claudio „Pizza“ Pizarro verschlucken

Augsburg fürchtet den Torhunger von Mohamed Zidan.

Nürnberg will sich nicht den Wölfen zum Fraß vorwerfen lassen.

Hamburg will, dass mit einem Sieg gegen Freiburg ein dicker Fisch ins Netz geht.

Hertha will beweisen, dass zu viele Trainer nicht den Brei verderben.

Kaiserslautern dürfte ein Schalker Sieg auf den Saumagen schlagen.

Hannover will sich einen zuckersüßen Sieg gegen Köln Sol-backen.

 

9. März 12

Riesewirbel um die Pressemitteilung des FC Bayern München, die sich mit dem "Gerüchte-Journalismus" beschäftigt. Der Vorstand "verurteilt" Vermutungen, dass der Rekordmeister sich womöglich weit vor Vertragsende 2013 von Jupp Heynckes trennen könnte. Man werde Spekulationen sogar "juristisch prüfen". FUSSBALL-KOLUMNE geht auf Nummer sicher und vermeldet jederzeit juristisch überprüfbar:

JUPP HEYNCKES WIRD DEFINITIV AUCH NÄCHSTE SAISON TRAINER DES FC BAYERN MÜNCHEN*

*es sei denn man hat sich vorher von ihm getrennt

5. März 12

Filmreif! Wieder einmal! Die Bundesliga mit ihren Hauptdarstellern unterstreicht, passend zur aktuell anstehenden Rechtevergabe, wie groß ihr Unterhaltungswert ist. Wenn die Kinos so voll wären wie die Stadien und die Leinwandstreifen so spannend wie die Spiele – das wäre ein Fest für die Cineasten.

Hier Vorschläge für ein paar potentiell preisgekrönte Kassenschlager:

Paolo Guerrero in der Fortsetzung von „Terminator – Tag der Abrechnung“:

„Terminator – Abrechnung an der Eckfahne“

Thomas Müller und Jerome Boateng in der Fortsetzung von „Schrei wenn du kannst“:

„Schrei lauter wenn du kannst“

Otto Rehhagel in der neuen Verfilmung von „Der alte Mann und das Meer“:

„Der alte Mann will noch mehr“

Die Präsidentensuche beim FC Köln als Fortsetzung von „Ein Käfig voller Narren“:

„Ein Klub voller Narrhalesen“

Felix Magath und der Hauptsponsor vom VfL Wolfsburg im neuen Bond-Thriller:

„Der Mann mit dem goldenen Golf“

Borussia Dortmund in der neuen Verfilmung von „Schneewittchen und die 7 Zwerge:

„Jürgen Klopp und die 7 Rückrundensiege“

Der Teamgeist von Bayern München als Drehbuch für die Fortsetzung von „Ziemlich beste Freunde“:

„Ziemlich schlechte Freunde“

 

29. Februar 12

Wer entlässt die Entlasser? Der KICKER hat kürzlich errechnet, dass sich die durchschnittliche Amtsdauer der Bundesliga-Trainer in den vergangenen zehn Jahren halbiert hat. Ironischerweise hatte in der Ära zuvor Rehhagel in Bremen den Schnitt genauso gewaltig nach oben getrieben wie er ihn mit dem aktuellen Retter(?)-Intermezzo nach unten treiben wird. Diesmal in schon proaktiver Abstimmung mit dem Sportmanager, dem Babbel-Entlasser, dem Skibbe-Entlasser. Werden die Manager immer nervöser? Wer kontrolliert die Kontrolleure? Um Bundesliga-Trainer zu sein braucht es einen deutschen Trainerschein. Einen Aufschrei gibt es schon wenn Jens Lehman es wagt seinen Schein in Wales machen zu wollen oder zuvor Rodolfo Esteban Cardoso in spanisch. Doch bei den Manager trügt der Schein nicht nur, es gibt nicht einmal einen. Gut? So können verdiente, erfahrene Spieler schnell dem Verein helfen! Schlecht? Dem Verein, der einen unausgebildeten Manager anstellt ist nicht zu helfen. Die Meinungen gehen auseinander, doch die Bestandsaufnahme geht in eine Richtung: Kontinuität ist unbestritten ein Erfolgsmodell, im Management bezieht man das aber aktuell am liebsten auf sich selbst.

26. Feberuar 12

2:0 gegen Schalke. Gutes Spiel. Erleichterung in der Ausstatterabteilung des FC Bayern München: Die Trikots können bis auf weiteres wieder normal beflockt werden. Nach der Basel-Niederlage und dem Freiburg-Gekicke wurde die Aufschrift "Mia San Mia" kurzfristig  in "Wer San Mia?" umgeändert.

25. Februar 12

Für die aktuelle Verfassung des FC Bayern München sollte man sich ein Zitat von Aristoteles vor Augen halten: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile". Oder auf Fußballdeutsch: Ein typisches Gewinnerteam resultiert nicht aus einer Summe an Typen.

23. Februar 12

Dailymail meldet, dass Arsenal 55 Millionen Pfund in die Hand nehmen will, um Podolski und Götze zu holen. Ich wette meine Benjamin Blümchen Sammlung, dass sich in London im Sommer die Zuschauer zumindest an Podolski ergötzen können.

21. Februar 12

Die Rehagel-Verpflichtung. Jetzt gehts mal nicht um sein Alter. Jetzt mal ganz neutral betrachtet ein Aspekt von "Rettungen": Da wird oft von "ich will helfen" gesprochen. Auch von Rehhagel diesmal. Der Helfer bekäme - laut BILD - 750.000 Euro für die 77 Tage, wenn er aus dem Tabellen 15. (Nichtabstiegsplatz) einen Nichtabsteiger macht! Teure "Hilfe".

20. Februar 12

Lassen Sie uns kurz auf das restliche noch kommende Sportjahr blicken. Was vermuten wir bezüglich der letzten Ereignisse vor dem 21. Dezember 2012 (wenn unser Planet das Existieren einstellt, wie wir durch die Berechungen des „Maya-Kalenders“ wissen)?

Hilfreich bei Voraussagen in Sachen Fußball sind die seit einigen Jahren bis in den Exzess publizierten Statistiken, welche uns in Übertragungen und Artikeln das (Analyse-)Leben erleichtern. Da ist zunächst die Nachricht, dass alle weiteren Spiele der TSG Hoffenheim mit Markus Babbel als Trainer und des FSV Mainz 05 mit Mohamed Zidan in der Anfangsformation 1:1 ausgehen. Das ist bisher statistisch gesehen zu 100% so. Das mag der Spannung vor den Spielen der Mainzer und Hoffenheimer abträglich sein, aber nachträglich bei Sportwetten einträglich.

Außerdem wird Hertha BSC mit Otto Rehhagel mühelos den Klassenerhalt schaffen, denn die Statistik sagt, dass er als Trainer seit gut elf Jahren kein Bundesligaspiel verloren hat (wir schrieben das Jahr 2000 nach Christus. Mit Harry Koch in der Verteidigung und D-Mark als Währung 0:1 gegen Hansa Rostock).

Der restliche Status Quo am Vorabend des 21. Dezember 2012, wenn die Welt kollektiv absteigt, lässt sich statistisch leicht vorhersagen: Der FC Bayern ist Meisterschafts-Favorit selbst wenn Dortmund mit 20 Punkten Vorsprung an der Spitze steht, Mohamed Zidan hat in jedem Spiel ein Tor erzielt, Lothar Matthäus ist bei keinem Bundesligisten Trainer und Felix Magath verhandelt über Zugänge in der Winterpause. Die für immer dauernde Winterpause.

 

15. Februar 12

Welches Gespräch unter Fußball-Fans könnte mal heute in Salzburg belauschen?

"Am Donnerstag spielen wir in der Europa-League gegen die ukrainische Mannschaft von Metalist Charkiw."

"Ist mir Wurst!"

Zur Verdeutlichung sei gesagt, dass weniger Vegetarier dafür aber fleischliche Schnäppchenjäger in Salzburg aktiv sein dürften. Dort wird an ausgewählten Würstelständen eine neue Wurstsorte verkauft - und es gibt eine Eintrittskarte für das Spiel gratis dazu. Verwunderlich, dass keine Taurinbrause zusätzlich zum runterspülen beigelegt wird, handelt  es sich beim Gastgeber der Begegnung doch um Red Bull Salzburg. Auch in der Bundesliga gibt es Stadien, die desöfteren viele freie Plätze bieten. Dass es in Sinsheim aber beim Erwerb eines SAP-Software-Pakets ab einem Wert von 1899 Euro eine Eintrittskarte für Hoffenheim gratis gibt, ist nur ein Gerücht.

14. Februar 12

Ist schon beeindruckend dieser 1. FC Köln. Der leistet sich doch tatsächlich einen teuren Kolumnisten. Einen gewissen Herrn Podolski, der bissig-amüsant über das Vereins-Innenleben berichtet und auch Außenstehenden einen unverfälschten Blick in das Innenleben des Geißbockheims gönnt. Großartig.

09. Februar 12

Was ist eigentlich mit der "Heimstärke" los? Die lässt sich ganz schön hängen. Nachdem am jüngsten Bundesligaspieltag kein Heimteam gewann, kamen auch im DFB-Pokal am Dienstag/Mittwoch alle Auswärtsteams weiter. Es kann an der Kälte liegen - da gefriert das Anfeuern ein.

8. Februar

Aktuelle Rekordzahl: Mit 44.345 Zuschauern wurde in der Hinrunde der höchste Schnitt der Bundesliga-Geschichte erreicht. Was könnten die Gründe sein...

-         weil sich die Klubs, mit zum Beispiel Michael Ballack, sogar Weltstars leisten die zwischen Spielfeld und Tribünen ganz nah an den Zuschauern ein Show-Training absolvieren?

-         weil sich die Klubs Akrobaten von Cirque du Soleil leisten? Wie etwa Arjen Robben, der Flugakrobatik schon vor Berührung des Gegenspielers vorführt

-         weil sich Klubs Wissenschaftsmoderatoren leisten, wie etwa Jürgen Klopp mit seinem Telekolleg „Wie hole ich mir eine Zerrung beim Jubeln“?

-         weil sich Klubs für kontinuierliche Schlagzeilen-Anzahl einsetzen, wie etwa Hertha BSC? Die Berliner haben bei der Trainer-Auswahl genau darauf geachtet, dass nach dem Rummel um Babbel gleich Rummel um Skibbe einsetzt.

-         Oder einfach, weil wir in Europa die besten Mischung aus Qualität, Spannung und Atmosphäre haben?

Ich glaube Letzteres!

3. Februar 12

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Joachim Löw! Ein Herzlicher Glückwunsch zum EM-Titel wäre uns allerdings noch lieber - und Ihnen sicher auch.

1. Februar 12

Das Wort des Jahres ist „Stresstest“, das Jugendwort des Jahres ist „Swag“ und das Un-Wort des Jahres ist „Döner-Morde“. In unserer schnellen Zapping-Welt voller Ungeduld geht es immer öfter um Worte statt Sätze. Griffige Worte, unverschämte Worte, trendige Worte – Hauptsache kurz und bündig.

In der Fußball-Bundesliga genügen den Sky-Moderatoren jetzt drei Worte um alle Meisterkandidaten zusammen zu fassen: „Die fantastischen Vier“.

Einträchtig marschieren die siegreichen Bayern, Dortmunder, Schalker und Mönchengladbacher Richtung Champions-League. Die Roten, Gelben, Blauen und Grünen auf dem Weg zur silbernen Salatschüssel.

Für alle die Wortkurzform liebenden Medien jetzt schon einmal die Überschriften und Anmoderationen mit dem Meisterwort 2012:

 

Bayern München, der „Wieder-Sieger“

Borussia Dortmund klaut den Bayern erneut die Meisterschaft: `

Klarer Fall von „Klopptomanie“

Endlich nicht mehr Meister der Herzen: Aus Schalke 04 wird  „Schale 12“

Borussia Mönchengladbach: Der erste „Relegations-Meister“

 

16. Januar 12

Vor 20 Jahren war alles ganz anders in der Fußball-Bundesliga. Da haben die 18, 19, 20jährigen auf der Tribüne gestanden, zu Hause mit Papa die Sportschau geschaut oder den Führerschein gemacht. Jetzt sind Draxler, Götze, Alaba, Polter, und wie sie alle heißen, als Jugendliche schon herausragende Fußballer, zu Gast im Fernsehen und rauschen mit den dicksten Schlitten umher. Was die schon können: Es ist ein Augenschmaus! Man kann froh sein keinen grauen Star zu haben und so die jungen Stars genüsslich betrachten zu können.

Vor 20 Jahren war alles ganz ähnlich in der Fußball Bundesliga. Da haben zuletzt so viele Teams wie im Augenblick auf Augenhöhe gestanden. Ein Augenschmaus, dieses Kopf an Kopf an Kopf an Kopf Rennen zwischen München, Dortmund, Schalke und Mönchengladbach. Vielleicht gibt es dieses Mal sogar drei Meister des Herzens. Und mit dem aktuellen Wochenende hat Bayern München seine überragende Stellung eingebüßt. In der heutigen Eurokrisensprache könnte man sagen: Die Bayern-Bank wurde durch die Fußball-Ratingagentur Standardsituation & Poors von der Bestnote AAA auf AA+ heruntergestuft.

Hat es vor 20 Jahren eigentlich schon Ratingagenturen gegeben?

 

 

EINTRÄGE 2011

 

12. Dezember 11

Das 0:0 im Spitzenspiel Frankfurt gegen Fürth. Es war sehr kalt und etwa so wie ein Rededuell zwischen Daniela Katzenberger und Edmund Stoiber: Sehr bemüht aber ohme wertvolles Resultat.

6. Dezember 11

 

Es war das Wochenende der Eigentore. Der Freiburger Bastian und der Mainzer Kirchhoff kämpfend klassisch, der Berliner Hubnik sogar freistehend flugköpfend. Dazu zwei Zweitliga-Eigentore in einem Spiel (Dresden – FSV).

In diesem Zusammenhang sei das Fußball-Eigentor gelobpreist. Denn während sich Manfred Kaltz neben seinen Bananenflanken noch wegen der meisten Bundesliga-Eigentore in die Geschichtsbücher schreiben konnte, darben die Eigentor- und Eigenkorb-Schützen des Eishockeys und Basketballs ein Leben in der Anonymität. Im Eishockey wird ein Selbsttor dem Spieler der Gegenmannschaft zuerkannt, der zuletzt den Puck berührte. Die Basketballer kamen sogar auf die Idee, die Punkte dem Kapitän des anderen Teams gutzuschreiben.

Zeit für...

...eine Ode. An Dich. Eine Liebeserklärung. An Dich, das Eigentor.

Deine ungewollte Eleganz, sie zeichnet sich in der Zeitlupe zum grausigen Gemälde.

Du kamst vom Hinterkopf, vom Knie, von der Ferse hinein in diese Verse.

Ein Gedicht ist der Anblick wenn der Gegner sich beschämt lächelnd vom tragischen Ort des unerhofften Glücksgefühl wendet, hin zur Anzeigetafel wo das kleine Klammer-Kürzel (ET) auf Deinen Schöpfer verweist.

Und so sollst Du gesund bleiben, sollst uns noch häufig im Stadion besuchen, 

wenn sich Zuschauer die Augen reiben , wenn die Eigentorschützen fluchen.

Denn Du bist das Salz in der Fußball-Suppe.

Und anderen Sportarten schnuppe.

1. Dezember 11

Was haben das ZDF und er FC Bayern München gemeinsam? Beide haben Probleme in Mainz. Die einen finden keinen Moderator für "Wetten, dass...?" und die anderen kein Mittel gegen den FSV Mainz 05.

27. November 11

Bayern 2:3 in Mainz. Rotation in allen Ehren. Aber wie Heynckes Woche für Woche die drei Nebendarsteller von Lahm in der Viererkette durcheinanderwirbelt und Robben einmal in der Startefl steht und dann gar nicht eingewechselt wird: Naja.

25. November 11

In den vergangenen Jahrzehnten war immer klar: Die Umwelt geht zugrunde, Rapper sind böse Jungs und europäische Spitzenfußballclubs sind verschuldet. Und jetzt? Das Waldsterben ist gestorben, Bushido bekommt einen Belobigungs-Bambi und der FC Bayern München gibt auf seiner Jahreshauptversammlung bekannt, dass er „freie Mittel“ in Höhe von 129,1 Millionen Euro zur Verfügung hat. Und weil es von „Verfügung“ bis „Verführung“ nur ein kleiner Schritt ist, überlegt sich manch ein Fußball-Fan, was er mit so viel Geld machen würde. Bei Manchester City oder Chelsea wäre das gerade genug um einen Ersatz-Torwart oder zwei neue Balljungen von irgendwo aufzukaufen. Aber was wirklich sinnvolles tun, vielleicht sogar gutes?

Hier einige Vorschläge:

  1. Lothar Matthäus als Greenkeeper einstellen
  2. Berlusconi die nächste FC Bayern Weihnachtsfeier organisieren lassen
  3. Dem HSV ein Dutzend Trainer-Gutscheine schenken
  4. Schalke mit Geld überreden in Schwarz-Gelb zu spielen
  5. Dortmund mit Geld überreden nicht mehr in München zu gewinnen
  6. So viele Spielertransfers wie Felix Magath machen
  7. Katar die WM wieder abkaufen
  8. Dem ZDF einen „Wetten, dass...“-Moderator spendieren
  9. Mit dem eigenen Kader die Verträge um einen Tag verlängern
  10. Griechenland sanieren

 

1. November 11

„Blitzeinschlag“ ist ein Wort bei dem wir zusammenzucken. Vom Begriff „Blitzkrieg“ ganz zu schweigen. Beim „Blitzableiter“ sind wir schon entspannter, wenn wir davon hören. Und beim „Blitzlicht“ hängt die Gemütslage dieser Vokabel gegenüber ab, ob man Fotograf oder Geblendeter ist.

In der Fußballersprache führt der Spitzname „Kugelblitz“ bei Fans des runden Leders blitzschnell zum runden Ailton, der ohne Hals aber mit Treffsicherheit durch die Bundesliga rollte, jetzt aber leider auch bei unterklassigen Clubs abgeblitzt ist.

Das aufregendste Wort aber, dass den Blitz im Namen führt, ist im Fußball die „Blitztabelle“. Und aufregend, das bezieht sich nicht auf „freudig erregt“, sondern „unfreudig aufgeregt“. Die unglaubliche Dreistigkeit, mit der da teilweise ein Spielstand nach einem Tor in der 5. Spielminute des 6. Spieltags zu den Themen „Abstiegskandidat“ oder „Bayernjäger“ aufgepumpt wird, vermiest einem dann doch mal den gemütlichen TV-Nachmittag.

Aber auch auf den Anzeigentafeln der Republik hat sich die Blitztabelle durchgesetzt. Und so kann es sein, dass man als Spieler während einer Halbzeit ein halbes Dutzend Tabellenplätze angezeigt bekommt, auf denen man gerade steht.

Die „Blitztabelle“ hat ein bisschen etwas von der Euro-Krise. Je öfter man einen Zwischenstand, der vorgaukelt wo welches Team/Land gerade steht, desto mehr regt man sich auf, weil man denkt: „Spielt/denkt erst mal zu Ende – und dann sagt uns was Sache ist!“.

31. Oktober 11

„Du noch viel lernen musst“, belehrt Meister Yoda den jungen Jedi-Ritter in „Krieg der Sterne. Viel besser als mit Grammatik konnte der kleine Weise mit dem Laserschwert umgehen. In der realen Welt des Fußballstadions gibt es auch Laser-Angriffe, aber nicht von kleinen Weisen sondern von großen Dummköpfen - mit Laser-Pointern.
„Ihr noch viel lernen müsst“, möchte man den Fußball-„Fans“ zurufen, die in den letzten Monaten mit Laserpointer (Neapel), Feuerwerkskörper (Dresdener in Dortmund), Billiardkugel-Schlüsselanhänger (Schalke) oder Bierbecher (St. Pauli) demonstrierten, dass Ihnen die Kraft der Gedanken nicht ausreicht mit der Yoda seine Gegner bezwingen kann. Die Reihe könnte man in der Vergangenheit (Golfball, Feuerzeug) noch fortsetzen.
Gibt es einen aktuell besonders großen Drang aktiv das Stadioninnere zu beeinflussen? Sind die Werfer und Pointer nicht mehr zufrieden mit purer Anwesenheit? Gibt es in Zeiten von Wutbürgern mehr Wutfans?
Im besten Fall ist es Zufall. Im ungünstigsten Fall geht die Entwicklung weiter und die Laserpointer der nächsten Generation werden à la „Raumschiff Enterprise“ herunter-gebeamte Torten, die in Gesichtern von Schiedsrichtern landen. Eine schreckliche Fußball Science Fiction bei der man sich zurück in die Zukunft wünscht. In eine Zukunft ohne Absperrgitter sondern mit Benimm. In England wurden die Absperrgitter wegen einer Stadionkatastrophe 1989 abgeschafft. Man hat sich damit arrangiert. Spielfeld und Tribüne bilden eine Einheit. Vielleicht gelingt das bei uns auch ohne Unglück – sondern wegen „guter Führung“. Aber noch viel lernen wir müssen.

19. Oktober 11

Nach den DFB-"Freundschaftsspielen" und dem leichten 1:1 in der Champions-League in Neapel wieder Liga. Aber wird sich Manuel Neuer erneut langweilen? Was der "Zu Null"-Manu tun könnte:
1.
Die Allianz Arena mal sauber durchwischen
2.
Für den HSV Kontakte für die nächsten Trainersuchen herstellen
... 3.
Stürmer der Gegner als Vorschläge für den nächsten Friedensnobelpreis notieren
4.
Revanche-Plakate für das Rückspiel gegen Schalke ausdenken
5.
Balljungen fragen ob einer der ältere Bruder von einer Ex-Matthäus-Freundin ist
6.
Spinnweben am Tornetz wegmachen
7.
Mit der Eckfahne als Ziel Golf spielen
8.
Hundert sinnlose Sprints, um bei dem Statistik-Zeugs vorne zu sein
9.
Philip Lahms Buch lesen
10.
In der Allianz Arena wieder von vorne zu wischen beginnen

20. September 11

Für Fußball-Traditionalisten ist es nicht das Gelbe vom Ei, wenn Fußballer neuerdings mit hyperorangenen Schnürsenkeln auf den grünen Rasen laufen. Viele sahen schon rot, als sie die ersten weißen Fußballschuhe sahen. Jetzt fallen eher die schwarzen Schuhe auf unter all den grünen, gelben und blauen Tretern. Die Zeiten ändern sich - es lohnt sich nicht blau anzulaufen und zu schwarz zu sehen: Immerhin ist es noch Fußball.
Am jüngsten Champions League Spieltag schaffte es wieder eine farbliche Angelegenheit auf die Seiten der Yellow-Press: Besonders bunt trieb es die Marketing-Abteilung von Real Madrid. Für einen rosigen Absatzschub wollten die Verkaufs-Strategen beim Saisonauftakt in der höchsten europäischen Spielklasse sorgen, indem sie den Spielern rote Trikots verordneten. Und das obwohl die Königlichen zuletzt in den 70ern in rot Hof hielten - und in den drei damaligen Spielen keinen Sieg feierten und kein Tor schossen. Jeder weiß: Die schwarze Serie ist gerissen. In Zagreb gewannen die dunkelroten Spanier gegen die  dunkelblauen Kroaten mit 1:0. Hoffentlich sah das Spiel niemand mit Schwarz-Weiß-Fernseher!
Schwarz-Weiß-Fernseher? Ja, die Zeiten ändern sich. Den Traditionalisten unter den Fußball-Fans sei aber eine Kontinuität in Aussicht gestellt: Der Marketingleiter von Borussia Dortmund, der die Spieler mit blauen Trikots auf den Rasen schicken will - der muss erst noch geboren werden.

6. September 11

Weiterhin Namenskurrilitäten bei deutschen Promis. Sarah Connors Mädchen heißt „Delphine Malou“. Wir erinnern uns an „Jimmy Blue“ und „Wilson Gonzales“ (Ochsenknecht). Felix Magath hat ja schon sechs Kinder.Falls noch eines kommt, wäre das der Namensvorschlag: „Medizinbällchen“.

4. September 11

Welch ein Wirbel! Die Autobiographie des Phillip Lahm hat die deutsche Fußball-Welt aufgeschreckt. Vorgesetzte sind aufgebracht, ehemalige Vorgesetzte noch aufgebrachter. Und die Sportjournaille in einer Kommentar-Klemme. Sie dürfen nicht gut finden, was sie gut finden: Sie wollen, dass Fußballer viel erzählen, nur dürfen sie nicht zu viel erzählen.

Zumindest scheint die Buchform immer wieder für unangenehme Situationen zu sorgen. Aber wie wäre es mit einem Gedichtband? Wären dann auch alle außer Rand und Band? Gegen ein bisschen kulturelle Poesie dürfte doch niemand etwas haben.

Ein sehr langjähriger Bundesligaspieler, der nicht genannt werden will, hat es gewagt. Hier schon mal ein exklusiver Vorabdruck – der gerne auch von den Faschings- und Karnevalsgesellschaften für die nächste Büttenrede-Saison genutzt werden kann. 

Bald, bald, kommen an den Nagel die Schuhe

Dann hat meine Karriere Ruhe

Wenigstens kann ich am Ende ruhig schnaufen

Muss nicht mehr auf Olli Kahn zu laufen

 

In dieser Zeit habe ich vieles überstanden:

Flog mit Wucht an Werbebanden

Musste mit Hooligans raufen

Und Richtung Olli Kahn laufen

 

Diese Zeiten hatten harte Seiten:

Stieß den Medizinball in irre Weiten

Musste Spielerfrauen Taschen kaufen

Und Richtung Olli Kahn laufen

 

Eine Laufbahn mit Höhen, dann Tiefen

Als fiese Berater über den Weg mir liefen

Musste mit einem Pfälzer Weizenbier saufen

Und Richtung Olli Kahn laufen

 

Bald, bald hat meine Karriere Ruhe

Dann kommen an den Nagel die Schuhe

Jetzt will ich Kinder, einen Haufen

Und das erste auf den Namen Olli taufen


27. August 11

(also kurz vor seinem Wechsel nach Hamburg)

Ivo Ilicevic – geht vom Platz statt den nächsten Schritt nach vorne

Schlusspfiff. Der Jubilar jubelt nicht und wenn er etwas zum Jubeln gehabt hätte, wäre ihm das Jubeln vergangen. Es ist die Geschichte eines Bundesliga-Arbeitstags des Fußballers Ivo Ilicevic. Sie beginnt zu Schichtbeginn auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, aber sie hat kein Happy End sondern ein Fragezeichen am Ende – ein offenes Ende. Doch von vorne.

Als der gebürtige Aschaffenburger Ilicevic am Samstag aufläuft ist er Stammspieler, Hoffnungsträger des 1. FC Kaiserslautern in der mit Spannung erwarteten Partie gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Die fast 50.000 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion schauen auf ihn: Es ist sein 50. Bundesligaspiel und auf den Tag genau vor einem Jahr führte er sein Team mit einem genialen Tor und einer Torvorlage zum 2:0 gegen die Münchner und spielte sich in deren Notizbuch.

Er hatte sich über die Jugendstationen FC Südring und Viktoria Aschaffenburg und die Förderung von Bruno Labbadia in Darmstadt bis zur Bundesligapremiere in Bochum vorgearbeitet. Er wurde in Kaiserslautern Zweitligameister. Seine Dribblings, seine Ideen, seine Schussgenauigkeit haben ihn zum Nationalspieler Kroatiens gemacht und er hat dieses Jahr das erste Tor für sein Elternland geschossen. Er hat dem FCK in der Vorwoche mit einem technisch anspruchsvollen Treffer einen Punkt in Köln beschert. Er ist nach einer schweren Bauchmuskelverletzung Ende der vergangenen Saison wieder fit. Er ist wer im Profifußball, es sollte sein Tag werden.

Doch Sekunden vor dem Abpfiff sieht der 24jährige die Rote Karte und die dunkle Seite des Profifußballs. Sein Team überdeutlich dominiert und klar mit 0:3 (dreimal Mario Gomez) in Richtung Abstiegskampf geschossen und er bei den Oberen unten durch. Seine Vorgesetzten sind entsetzt über sein sinnfreies Treten von Hinten in die Beine seines Gegners im Niemandsland des Spielfelds. Mannschaftskapitän Christian Tiffert: „Einer unserer wertvollsten Spieler. Es ist tragisch.“. Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz: „Ich erinnere mich an eine fast deckungsgleiche Rote Karte in einem Pokalspiel vorletzte Saison gegen Braunschweig. Wenn man von Entwicklungsschritten redet: Seine Entwicklungsschritt in dieser Hinsicht ist nahe bei null.“ Trainer Marco Kurz: „Als Spieler muss man auch ein Spiel lesen können. Ich habe einen sehr energischen Schiedsrichter gegen mich, der sehr genau pfeift. Da gehe ich in dem Moment nicht in so eine Aktion. Das ist nicht schlau gewesen und er hat sich selber bestraft. Mit solchen Aktionen wird er sich sportlich nicht weiterentwickeln können.“

Ilicevic selbst zu seiner Geschichte? Interviewverbot! Orangene Schuhe, Rote Karte – Ilicevic ist an diesem Tag nicht mit Fußball aufgefallen, den er eigentlich hervorragend beherrscht. Beherrschen muss sich.

 


25. August 11

Die DFB-Reaktion als offizielle Pressemitteilung. Besonders interessant ist die Passage, die darauf verweist, dass man "mündige Spieler" wünscht, aber dass in diesem Fall "die Grenze überschritten" wurde. Wo genau ist die Grenze, wäre sehr interessant zu wissen.

Löw und Bierhoff führen Gespräch mit Lahm und Spielerrat

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff haben sich heute nach eingehender Lektüre der detaillierten Inhalte des Buchs von Philipp Lahm darauf verständigt, dass es in der kommenden Woche vor dem Länderspiel gegen Österreich (Freitag, ab 20.45 Uhr, live im ZDF) ein Gespräch der Sportlichen Leitung mit Kapitän Lahm und dem Spielerrat geben soll. Dabei soll unter anderem die Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis thematisiert werden.

Für DFB-Präsident Dr. Zwanziger steht fest: “Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind. Die Aufgabe des DFB ist es allerdings auch, bei allen Aufgeregtheiten der heutigen Zeit die Dinge mit Augenmaß auf der Basis aller Fakten zu beurteilen. Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat.”

Auch der Bundestrainer ist der Ansicht, dass durch die Vorab-Veröffentlichungen des Buches ein Gesamtbild entstanden ist, das zu Irritationen geführt hat. Dazu äußert Joachim Löw: “Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt. Auch darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen.”

Oliver Bierhoff ergänzt: “Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten. Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde.”

Einig waren sich Dr. Zwanziger, Niersbach, Löw und Bierhoff darüber, dass vor allem die Kritik an Rudi Völler unangebracht ist. Wolfgang Niersbach betont: “Rudi hat uns nach der EM 2000 in einer extremen Notsituation geholfen und trotz vieler Probleme eine großartige Arbeit geleistet, davor muss man heute noch den Hut ziehen. Insofern sind Philipp Lahms Einlassungen völlig unangemessen und zurückzuweisen.”

Genauso beurteilt der DFB-Generalsekretär die Rolle von Jürgen Klinsmann: “Jürgen hat 2004 unter widrigen Voraussetzungen eine Aufbruchstimmung erzeugt, die in der glänzenden WM 2006 endete. Als Nationalspieler und Weltmeister, aber auch in ihrem ganzen Auftreten für den deutschen Fußball können die Verdienste von Rudi Völler und Jürgen Klinsmann nicht hoch genug bewertet werden. Das sollte auch Philipp wissen.”

Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit



11. August 11


Heute im EXPRESS Robin Dutt zu Ballack: "Wir brauchen Michael. Er wird eine tragende Role bei uns spielen." Echt ungerecht: Erst wird er nicht eingewechselt - und jetzt soll er wohl noch die Trikotkoffer schleppen. Übrigens - ich war ja im Stadion und kann daher dementieren, dass Ballack gegen Mainz 90 Minuten auf der Bank saß. Er hat sich nach etwa 65 Minuten hinter dem Tor warm gemacht.

7. August 11

0:1 gegen Mönchengladbach - eine grandiose Nachricht für die Bayern! Sie werden überlegen Deutscher Meister! Ja, in der vergangenen Saison hatte Dortmund auch das erste Spiel (auch zu Hause) verloren. Falls es doch anders läuft könnten die Bayern ja vielleicht mit 44 Millionen Euro die Mannschaft aufbessern. Äh.. ach ne...das war ja schon.

6. August 11

„Fußball ist keine Mathematik!“. Das zeternde Zitat von Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandvorsitzender des FC Bayern München, anno 2007. Damals gerichtet an Trainer Ottmar Hitzfeld, der Mathematik auf Lehramt absolvierte aber an diesem Tag nicht mit Rummenigges Wut auf seine Taktik rechnete. Ganz aktuell gibt es wieder eine Gleichung beim Rekordmeister. Die dürfte Hitzfeld mit der Note 6 beurteilen und Rummenigge in der Vermutung bestätigen, dass Fußball keine Mathematik ist. Sie lautet: 44 + 1 = 5.

Für rund 44 Millionen Euro wurden Spieler geholt. Dazu mit Jupp Heynckes ein neuer Cheftrainer. Dadurch soll zum fünften Mal die europäische Fußball-Krone her. Ganz besonders weil das nächste Endspiel der Champions Lage im eigenen Stadion stattfindet. Und auch diese Rechnung stimmt tatsächlich: 40 + 3 = 23.

40 Gegentore kassierte der FC Bayern vergangene Saison. Jetzt müssen drei Defensiv-Zugänge dafür sorgen, dass die 23. Meisterschaft gelingt. Mit Torwart Manuel Neuer (Schalke 04), Jerome Boateng (Manchester City) und Rafinha (FC Genua), sowie dem Seitentausch von Kapitän Phillip Lahm auf links soll die Abwehr wieder so stabil werden, dass es wenigstens zu den legendären 1:0 Siegen mit „Bayern-Dusel“ reicht. Doch davon sind die Vorbereitungsleistungen noch weit entfernt gewesen. In keinem der vier zuletzt vor Millionen-Publikum live übertragenen Freundschaftsspiele gegen den HSV, Mainz 05, AC Mailand und den FC Barcelona stand die Null. Bei Heynckes ist die Botschaft angekommen. Zu den beiden Gegentoren beispielsweise gegen den HSV (obwohl nur 60 Minuten Spieldauer) meinte er: „Man hat heute gesehen, dass die einzelnen Mannschaftsteile vor allem bei Ballverlust zu weit auseinander standen.“ Das ist wohl die sensible Umschreibung dessen, was Kreisliga-Verteidiger meinen wenn sie schreien: „Rennt gefälligst mit zurück, wenn ihr schon die Pille verdaddelt.“

Und selbst der klassische Nicht-Verteidiger Arjen Robben muss eingestehen worauf Wert gelegt werden muss, wenn die Vorbereitungs-Gegentore nicht wieder alarmgebend sein sollen: „Alarm? Nein. Wir sind noch immer in der Vorbereitung. Nein, keine Panik. Die Balance muss halt besser sein zwischen angreifen und verteidigen, so wie wir das in den letzten fünf Spielen vergangene Saison gemacht haben. Wir dürfen nicht so einfach Tore weggeben.“ Auch Nationalspieler Holger Badstuber ahnt, dass ein weiterer mit der Selbsteinordnung der Bayern unverträglicher Platz drei nur mit einem Kollektivgedanken zu vermeiden ist: „Wenn wir eine Mannschaft darstellen, die zusammen arbeitet, dann ist es schwierig uns zu schlagen. Dann können wir auch Meister werden.“ Und selbst der neue Stürmer Niels Petersen traut sich was und sagt den Kollegen im hinteren Bereich was es im Bereich „Gewinnen“ zu beachten gibt: „Ich denke man hat in der Vorbereitung schon gezeigt, dass wir da hinten immer noch zu viele Gegentore kriegen, auch nach Standardsituationen. Und daran werden wir arbeiten, um hinten auch mal die Null stehen zu haben. Und vorne sind wir denke ich immer für ein Tor gut.“

Für das Unternehmen Meisterschalen-Zurückeroberung und den ersten Schritt „zu Null spielen“ wurde Nationaltorwart Manuel Neuer geholt. Doch mit dem Versuch diese Baustelle Kraft-los zu schließen, wurde eine andere Baustelle aufgemacht. Teile der treusten Bayern-Fans mochten sich so wenig mit dem Ex-Schalker anfreunden, dass sie ihm eine Art Verhaltens-Katalog vorschreibe. Der sieht unter anderem vor, dass er sich gefälligst von übermäßigem Feiern in der Fankurve fernhalten sollte. Dazu gehöre das Singen des Fan-Liedes „Humba“ auf dem Zaun vor der Fankurve. Dieses potentielle Pulverfass wiederum bringt Kapitän Phillip Lahm nicht auf den Zaun, sondern auf die Palme: „Das werden wir dann sehen. Wir sind eine Mannschaft und Manuel gehört zur Mannschaft. Wir werden alles als Mannschaft machen: Feiern oder in der Kabine traurig sein, wenn wir verloren haben. Und das werden wir ALLE zusammen machen. Manuel ist ein Mannschaftsteil und wenn die Mannschaft zum Feiern in die Kurve geht wird Manuel mitgehen.“

Rein rechnerisch wird der FC Bayern München diese Saison Deutscher Meister. Denn seit 1997 hatten die Münchner spätestens jedes zweite Jahr die Hände an der Schale. Es gibt überhaupt böse Zungen, die behaupten, dass die Kader, die Uli Hoeness in den letzten Jahren zusammengestellt hatte selbst mit Kommissar Rex auf der Trainerbank in fünf Jahren mindestens drei Meistertitel holen. Statt eines Schäferhunds sitzt aber Jupp Heynckes an der Seitenlinie und der passt wie ein Schießhund auf, dass den Seinen angesichts der Favoritenbürde nicht zu wohl wird: „Die Vorschusslorbeeren, das ist eine Sache. Aber ich weiß, dass wir gegen jede Mannschaft erst mal gewinnen müssen. Das weiß ich, ich habe da meines Erachtens genug Erfahrung und ich denke, dass das meine Spieler dann auch wissen.“  

Für alle Mitbewerber, die in dieser Saison doch mit dem erneuten Abhängen der Bayern rechnen, gibt es auch eine Gleichung, wenn es darum geht gegen die Münchner zu gewinnen. Sie lautet: 11 + 2 = 3. Nach der Vorbereitungs-Niederlage gegen den HSV hatte Heynckes nämlich ein Rezept ausgemacht, mit dem der gegnerische „Koch“ Michael Oenning ihm die Suppe versalzte: „Ich habe gehört sie haben die letzten beiden Tage frei gehabt und Kraft getankt.“ Damit ergibt sich für den Coach der Bayerngegner: Den elf Spielern zwei Tage frei geben – macht drei Punkte. Und schon wird sich Rummenigge wieder wünschen, dass Fußball eben doch keine Mathematik ist.

 

1. August 11

Eine wirklich bunte Truppe, die sich der FC Bayern München als frische Zugänge gegönnt hat – neben den nicht ganz so frischen Zugängen Alaba (war ausgeliehen), Olic (war eine Saison verletzt) und Riedmüller (aus der 2. Mannschaft). Der neuerdings teuerste Neue ist Neuer. Manuel Neuer musste für 22 Millionen Euro vom FC Schalke 04 losgeeist werden. Der Zugang mit dem weitesten Zugang ist Takashi Usami aus Japan. Das älteste ganz neue Gesicht gehört Rafinha, der im September 26 Jahre alt wird. Der späteste Zugang ist Jerome Boateng, dem der Zugang lange von Manchester City verwehrt wurde. Doch der spannendste Zugang? Der heißt Niels Petersen. Der 1,88 m große Modellathlet kommt als Torschützenkönig der Zweiten Bundesliga (25 Tore) aus Cottbus. Mit seinen 22 Jahren gehört er zur Gruppe der Talente, die es beim FC Bayern hoffnungsvoll versuchen, aber oft einen Hoffnungs-Fall erleben. Wird Petersen (2,8 Millionen Euro Ablöse) später zu einem langjährigen „Mr. Bayern“ (Scholl, Wohlfarth) oder einem einjährigen „Miss Verständnis“ (Schlaudraff, Baumjohann)? Im Gespräch mit fussball-kolumne.de für das MAIN ECHO zeigt sich zumindest, dass es dem in Sachsen-Anhalt geborenen nicht an Ehrgeiz, Selbstbewusstsein und Offenheit mangelt – eher an einem Talisman.

Wie wurden Sie willkommen geheißen?

„Sehr gut, von allen gut aufgenommen. Die Mannschaft hat es mir einfach gemacht.“

Wie gehen Sie es an sich bei Bayern durchzusetzen?

„Ich möchte einfach in jedem Testspiel, in jedem Training dem Trainer zeigen, dass er mich bringen kann, wenn er mich braucht. Wenn er eine zweite Spitze braucht, wenn er einen braucht, der einen reinwürgt. Ich versuche mich jeden Tag zu beweisen, um ihm das zu zeigen. Und bis jetzt ist mir das ganz gut geglückt.“

Sie kamen noch nie in die Verlegenheit in einem Verein zu spielen, der gerade, unter anderem für Sie, rund 44 Millionen Euro für aktuelle Transfers ausgegeben hat. Wie spricht man in der Mannschaft über Vorwürfe, man wolle sich die Meisterschaft kaufen?

„Wir wissen natürlich, dass man keine Meisterschaft kaufen kann. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Bayern München hat investiert, um gute Spieler zu holen und das ist uns geglückt. Es liegt an uns das Bestmögliche daraus zu machen. Aber es geht in der Kabine nicht darum, dass wir viel Geld investiert haben. Ich denke jeder schaut auch auf sich und weiß, dass der Konkurrenzkampf groß ist. Dem ist sich jeder bewusst.“

Ihr persönliches Ziel?

„Ich habe mich nichts vorgenommen. Mein Ziel ist nur im Sommer zu sagen, dass ich viele Einsätze hatte und meinen Teil beitragen konnte, dass Bayern München erfolgreich war. Und bis dahin werde ich jeden Tag versuchen mich zu beweisen, um dem Trainer zu zeigen dass er auch mich bauen kann.

Haben Sie schon das „mia san mia“ Gefühl? Immerhin steht dieser Spruch jetzt sogar auf den Trikots.“

„Natürlich wird einem das eingetrichtert. Das ist ganz normal, dass es dann so kommt. Ich bin ein Mensch, der Titel gewinnen möchte, das wollen alle in der Mannschaft. Da sind wir als Mannschaft schon gut aufgestellt.“

Was meinen Sie mit „eingetrichtert“?

„Es ist so, dass man das oft genug liest, sobald man mit Bayern in Verbindung gebracht wird, was „mia san mia“ bedeutet. Und dann versucht man sich sofort mit dem Verein zu identifizieren. Wenn man zu Bayern München wechselt, dann muss man sich damit auseinandersetzen, dass man dort Prioritäten setzt und das habe ich gemacht. Ich hatte zum Beispiel eineinhalb Monate mich darauf einzustellen, dass ich zu Bayern München wechsele und dass Bayern München eine Mannschaft ist, die hohe Ziele hat. Das habe ich auch und deshalb hat das ganz gut gepasst. Da trägt ein „mia san mia“ Gefühl dazu bei. Dafür steht Bayern München und dafür muss auch jeder einzelne Spieler stehen.“

Haben Sie für die vielleicht wichtigste Saison Ihrer Vita einen persönliche Glücksbringer?

„Nein im Augenblick nicht. Ich hab so oft welche gehabt, die kein Glück mehr gebracht haben und ausgetauscht. Jetzt brauche ich erst einmal wieder einen neuen.“


29. Juli 11

Statistisch steht fest, dass der FC Bayern München Deutscher Meister 2011/12 wird. Seit 1997 hatten die Bayern spätestens alle zwei Jahre die Meisterschale in Händen.

28. Juli 11

Heute ist es soweit: Der FSV Mainz 05 startet in der Europaliga-Qualifikation. Den Spionen von Fussball-Kolumne.de ist es gelungen an Teile von Tagebüchern der 05er-Fußballer zu kommen. In den geheimen Aufzeichnungen aus den Tagen der Vorbereitung auf den europäischen Wettbewerb wird deutlich wie hoffnungsvoll und enthusiastisch sich die Rheinhessen auf die grenzüberschreitenden Aufgaben vorbereitet haben. Hier exklusiv einige Schriftstücke von mehreren Spielern.

Liebes Tagebuch,

das Trainingslager in Flachau begann heute mit einer Enttäuschung. Entgegen der Ortsbezeichnung ist es hier oft nicht flach sondern sehr steil: Eigentlich toll. Aber während Mannschaften von Felix Magath mit Medizinbällen die Berge hoch sprinten dürfen, bekommen wir auf einem ebenen Rasen echte Fußbälle und müssen uns die Kondition spielerisch holen. Echt unfair!

Liebes Tagebuch,

hoffentlich ist das Trainingslager bald zu Ende. Mein Kollege im Nachbarzimmer schnarcht lauter als meine Frau. Wenn der so gut Freistoß schießen könnte wie Schnarchen, dann könnte der schon vor der Mittellinie aufs Tor zielen.

Liebes Tagebuch,

wir fiebern alle dem Europapokalspiel am 28. Juli entgegen, besonders Malik Fathi. Der hat vom Entgegenfiebern sogar ne richtige Grippe bekommen.

Liebes Tagebuch,

heute haben wir gegen den FC Bayern München gespielt. Die haben für 44 Millionen Euro Spieler eingekauft. Deswegen war wohl kein Geld mehr übrig, um mir ein Angebot zu machen. Zur Strafe hab ich mir Aktien von Borussia Dortmund gekauft.

Liebes Tagebuch,

heute hat sich entschieden, dass wir nicht gegen die Finnen von Kuopio PS spielen, sondern gegen die Rumänen von Gaz Metan Medias in Transsilvanien. Ich habe Bedenken, dass wir Dracula begegnen. Oder noch schlimmer: Über Peter Maffay stolpern.


17. Juli 11

Frauenfußball ist ein Spiel über 90 Minuten 11 gegen 11 und am Ende gewinnen immer... äh... die Japanerinnen. Kurz vor Mitternacht geht das familienfreundlich angesetzte Frauenfinale zu Ende und hinterlässt die Frage: Haben die Amerikanerinnen eine englische Elfmeterschieß-Trainerin?

15. Juli 11

Kann’s noch lustiger werden? Die neue Etappe im Dreiecksverhältnis Bayern München / Manuel Neuer / Bayern-Fans ist erreicht. Die Fans verlangen vom Zugang aus Schalke offenbar, dass er sich an „besprochene Verhaltensregeln und respektvolle Distanz“ hält.

Regeln? Distanz? Es könnte bedeuten: Jeder Spieler muss mindestens fünf Meter Abstand halten wegen Mundgeruchs nach Fan-Frühschoppen und knoblauchhaltiger Stadionwurst

10. Juli 11

Einige Bayern-Fans richten beim Trainingslager des FC Bayern München ein Schmäh-Plakat gegen Neuer. FC Bayern' Reaktion (Pressemitteilung): "Aufgrund der Vorkommnisse in Arco sind die Personen dieser Gruppierung beim FC Bayern München ab sofort Persona non grata". Lieber FC Bayern: Wenn schon Meinungsäußerung verbieten, dann bitte grammatikalisch richtig. "Personen dieser Gruppierung" ist Mehrzahl. Also dann: "Personae non gratae".

6. Juli 11

Selbst Beckenbauer schafft es nicht die Winterspiele zu holen. Beckenbauer scheitert! Die Sportwelt ist durcheinander. Was passiert als nächstes? Matthäus hat Liebesglück? Löw wird Ballack-Manager? Frauen können Fußball spielen?

3. Juli 11

Sag doch einfach mal "Sorry!". Fußball-Deutschland diskutiert den Vorschlag von DFB-Präsident Theo Zwanziger, Michael Ballack möge sich ob seiner negativen Äußerungen gegenüber Bundestrainer Joachim Löw entschuldigen. Fussball-kolumne.de bleibt in dieser Frage natürlich neutral, bietet aber vergleichbare Möglichkeiten beim Motto "Sag doch einfach mal Sorry!":

- Fußballer entschuldigen sich bei Fußballerinnen: "Sorry, ihr könnt ja doch Fußball spielen, wenn auch schlecht."

- Lothar Matthäus entschuldigt sich bei "Al Dschasera": "Sorry, ok, I reg my now again up!"

- Borussia Dortmund entschudigt sich bei Bayern München: "Sorry, ohne Herrn Hoeneß um Erlaubnis zu fragen wollen wir nicht wieder Deutscher Meister werden."

- Diego entschuldigt sich bei Felix Magath: "Sorry - aber jetzt nimm bitte die zehn Medizinbälle von mir runter."

- Lukas Podolski entschuldigt sich bei Michael Ballack: "Sorry, eigentlich wollte ich Deine andere Backe treffen."

1. Juli 11

Auf "Fußballbilder" klicken: Neue Bilder aus der neuen Mainzer Arena!

24. Juni 11

Jetzt reicht's aber! Die Orakel-Geschichten rund um "Paul" waren während der WM 2010 noch amüsant. Jetzt quillt Deutschland über von Orakeln. Ich orakele im Sinne von Paracelsus: Die Menge macht das Gift - bei Orakelüberdosis dürfte die Wirkung den Gesundheitszustand "Langweilende" hervorrufen.

22. Juni11

Der Deutsche Fußball hat weiterhin ein Randthema, um über die Sommerpause hinweg zu kommen - und damit meine ich nicht die Frauen Fußball WM. Der Lügen-Streit zwischen Ballack und Löw (wer hat wem was versprochen/erklärt) scheint zu eskalieren. Passend dazu präsentiert die BILD heute (22.6.) eine in die Kleinteiligkeit lappende Premium-Rechercheleistung, die aufdeckt, wie sich das ominöse große Löw-Ballack-Gespräch in Düsseldorf am 30. März zugetragen hat:

-          "sie tranken zwei Flaschen Wasser (San Pellegrino für je 5 Euro)"

-          "Löw aß Penne mit Filetspitzen in Safransauce"

-          "Ballack nahm Linguine mit Gambas, Pinienkernen, getrockneten Tomaten, Pecorinoflocken"

-          "beide Gerichte kosteten 12,50 Euro"

-          "Löw bezahlte die Rechnung"

-          "um 14.25 Uhr gingen sie durch den Hinterausgang, gaben sich die Hand, nahmen je ein Taxi"

Leider beleiben die dringendsten Fragen unbeantwortet:

- hat Löw wirklich Penne gegessen, oder hat der BILD-Reporter hinter dem Vorhang etwas falsch gehört und Löw hat zu Ballack "Penner" gerufen?

- hat Löw wirklich die Rechnung bezahlt oder hat Ballack noch eine Rechnung mit ihm offen?

- wer hat die Taxen bezahlt und welche Farbe hatte die Unterhose der Bedienung?

- warum sind die Dinosaurier ausgestorben?

 

14. Juni 11

Gerade hat die Frauen-Nationalmannschaft ein Training mit der Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich hinter sich (siehe Foto oben). Freundlicherweise wurde das Bildmaterial vom DFB zur Verfügung gestellt - allerdings ohne Bildunterschrift. Hier einige Bildunterschriften zur Auswahl:

- Baden-Würtembergs Werbefigur Halmich macht neue Stuttgart21-Demonstranten fit
- Regina Halmich unterrichtet Trainerin Silvia Neid im "Spielerinnen-Anschreien"
- Fußballerinnen boxen jetzt, um auch eine Ausrede für eine Nasen-OP zu haben
- Nationalspielerinnen üben Zweikampfverhalten
- Lustiger Irrtum bei der Anmeldung: Fuballerinnen verwechseln Botox-Party mit Box-Party

6. Juni 11

Joachim Löw rät Jens Lehmann von einem Engagement bei Schalke 04 ab. Mit der Begründung (Quelle: BILD) "Jens würde sich nicht als Nummer 2 zufrieden geben". Was bedeutet das? Rene Adler und Tim Wiese sollten nicht in die Nationalmannschaft berufen werden! Entweder - wie Löw argumentiert - weil sie sich nicht als Nummer 2 zufrieden geben wollen (und dann Unruhe stiften, oder was?) - oder weil sie sich als Nummer 2 zufrieden geben wollen (und so kein Wettkampf und eine Egal-Haltung entsteht). Sehr merkwürdig! Soll er doch einfach sagen, dass er ihn zu alt findet.

Ende Mai 2011

ORGANISCHE SOMMEPAUSE

Die Fußball-Sommerpause ist da: Das geht allen Fans schon jetzt an die Nieren. Dazu kam den Dortmundern die Galle hoch, weil Schalke dieses Jahr nicht Meister der Herzen wurde, sondern herzliche Glückwünsche als Pokalsieger kassierte. Wobei es die Schalker Fans im Herzen des Ruhrgebiets um-Haut, dass Dortmund Meister ist. Und in Mainz  hört man: „Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils“, während Fans in Frankfurt mit blutleerem Gesicht herumsitzen, als sei ihnen eine Laus über die Leber gelaufen. Und so sehr sie sich auch die Lunge aus dem Leib liefen: Auch auf St. Pauli musste man sich nicht nur wegen eines Hirn-losen Becherwerfers, sondern auch wegen des Abstiegs ärgern.

15. Mai 11

DIE 48. BUNDESLIGA-SAISON IST ZU ENDE. Sieht man einmal von der Relegation ab. Die Erkenntnis: Zwölf Trainerentlassungen und kein bisschen schlauer: Sind die jungen Klopps und Tuchels dieser Welt die Gewinner von Gegenwart und Zukunft? Oder zeigt uns Oldie Jupp Heynckes nächstes Jahr, dass er nicht nur Leverkusen in die Champuions-League führen, sondern - dann noch ein Jahr älter - Bayern München zum Deklassieren der Liga trainieren kann? Es bleibt spannend. Die 48. Saison ist tot - es lebe die 49.!

13. Mai 11

Wer jemals unbedacht in eine Steckdose gegriffen... (siehe "Kolumnen") 

10. Mai 11

Der Niedergang von Eintracht Frankfurt ist schon peinlich. Aber, wie peinlich ist das denn: Laut Medienmagazin meedia.de hatte die Sky-Übertragung des Spiels Wolfsburg gegen Kaiserslautern (1:2) keine, wie üblich ausgewiesen, zwei Dezimalen hinter dem Komma nachweisbaren Zuschauer. 0,00 Millionen ergaben 0,0% Marktanteil. Es könnte doch wenigstens jeder zehnte Golffahrer mal einschalten, oder? Spiteznreiter bei den Einzelspielen war übrigens (wieder einmal) ein Bayern-Spiel. Das 8:1 bei St. Pauli sahen 140.000 Zuschauer im Schnitt. Und nicht dass man denkt es würde ohnehin nur ein kleiner Bruchteil Sky-Fußball schauen: Die Konferenz hatte knapp eine Million Zuschauer, was bei einem Marktanteil von etwa 10% mit den Free-TV-Sendern mehr als mithalten kann.

08. Mai 11

Eintracht Frankfurt jetzt kurz vor dem Abstieg in die 2. Liga und Bayern München Anfang 2011 gleichen sich! Nein, damit meine ich zunächt einmal nicht den Ärger mit den Fans. Es gibt eine sportliche Parallele zwischen dem Rekordmeister und den Hessen: In beiden Fällen waren es richtige Erfolge zur falschen Zeit, die notwendige Änderungen ausbleiben ließen.

Fall Bayern:

Als van Gaal Trainer bei den Münchnern wurde, startete der FC Bayern mit dem schlechtesten Bundesligaanfang seit Jahren. Einer der Minushöhepunkte war die Niederlage in Mainz als die Münchner so schlecht auftraten, dass van Gaal schon in der ersten Halbzeit per Wechsel zweifach seine Aufstellung korrigierte. Nur eine Revolte innerhalb der Mannschaft (z.B.: Ribery weg von der Position in der Mitte) und der Kauf von Robben ermöglichten ein Endspurt-Double und "glückliche Auswärtsniederlagen" in der Champions-Leage, die aufgrund der auswärtsgeschossenen Tore jeweils zum Weiterkommen reichten, beschönigten den internationalen Zitter-Auftritt in der Hauptrunde. Diese Beschönigungen ließen van Gaal so viel Macht, dass notwendige Weiterentwicklungen (z.B.: neue Innenverteidigung) nach seinem Willen ausblieben.

Fall Frankfurt:

Nach mieserablem Saisonstart sammelten die Hessen 26 Punkte in der Hinrunde als "FC Gekas". Diese Punktausbeute blendete die Verantwortlichen (übrigens auch mich) und notwendige Umstrukturierungen (Sturmalternative und Ersatz für verletzten Defensiv-Star Chris) blieben aus.

Außer Fanproblemen und "fatalen Erfolgen" gibt es noch eine dritte Parallele zwischen Bayern und Eintracht: In beiden Fällen wurde der Trainer geschwächt (Hoeneß-Kritik öffentlich an van Gaal; Skibbe-Demontierung mittels Zwangsfrieden mit Amanatidis durch Vorstandsboss Bruchhagen).

Resultat des Parallel-Flugs der beiden Bundesligagründungsvereine: Bayern hat ausnahmsweise keinen Titel; Frankfurt steht vor dem Abgrund Zweitklassigkeit. Damit kann Bayern noch einigermaßen leben.

4. Mai 11

Mit dem FC Schalke 04 ist auch das letzte deutsche Team aus dem europäischen Wettbewerb ausgeschieden. Es gibt schlimmeres. Lassen wir den internationalen Scheinwerferglanz jetzt erstmal den Eishockey-Cracks, Andrea Petkovic (Tennis), Martin Kaymer (Golf) oder Dirk Nowitzki (Basketball). Der Fußball hierzulande meldet sich auf der globelen Ebene wieder im Sommer... wenn wir WeltmeisterIN sind.

1. Mai 11

Nein! Diese Saison ohne Welt- oder Europameisterschaft im Anschluss war keine Saison zum durchschnaufen. Es gab wohl kaum eine Saison in der so viel neben dem Platz passierte, wie in dieser Spielzeit. Von den schlingernden Bayern über das Ballack-Theater bis zum Trainerkarussell: Da war so viel Pfeffer drin, dass man als Fußball-Fan froh ist, dass jetzt keine WM stattfinden. Ähm... jedenfalls fast keine. Deshalb vor lauter Vorfreude jetzt schon die Top 10 der Gründe, weshalb wir es nicht erwarten können bis die neue Saison beginnt.

 

Platz 10:

Weil unsere Hauptstadt wieder an Bord ist.

Platz 9:

Um zu überprüfen, ob der FC Bayern ein „Koan-Titel-Double“ schafft

Platz 8:

Weil wir wissen wollen bei welchem Verein Felix Magath die Saison beginnt

Platz 7:

Weil man gespannt sein darf, ob Jürgen Klopp seine Coaching Zone einzäunen muss

Platz 6:

Weil bis dahin hoffentlich alle Wettpaten hinter Gitter sitzen

Platz 5:

Und in den Zellen neben den Wettpaten: Die Bierbecher-Werfer

Platz 4:

Weil wir uns jetzt schon auf das Gesicht von Jupp Heynckes freuen, wenn er merkt, dass Ribery eine noch größere Diva als Ballack ist

Platz 3:

Werder Bremen bekommt neue Trikots

Platz 2:

Weil es dann nur noch ein Jahr dauert, bis wir Europameister sindPlatz 1:

 

Weil es nichts schädlicheres für Beziehungen gibt als zu viele fußballfreie Samstage in Folge. Außer vielleicht Samstage mit Fußball

17. April 11

FC Bayern München ohne van Gaal. Das kennen wir Normalos vom Autofahren. Fußballspielen ohne van Gaal muss für einen Profi sein wie für uns Auto fahren mit Navigationssystem statt Strassenkarte. Mit Karte hat man zwar klare Anweisungen in der Hand, aber mit Navi kann man sich besser aufs Fahren an sich konzentrieren.

 

15. April 11

Aktuell in Mode: Stress-Test! Es gibt welche für Atomkraftwerke, es gibt einen für Stuttgart21. In beiden Fällen waren lautstarke Gegenstimmen und pfeifende Massen Mitauslöser für die jetzt laufenden Stresstests von unterirdischem Bahnhof und Atomtechnik. Wo gab es noch lautstarke Gegenstimmen und pfeifende Massen? Richtig – bei den beiden jüngsten Länderspielen der Fußball Nationalmannschaft. Das Publikum nölte gegen einige Szenen und einige Spieler beim Sieg gegen Kasachstan, Hoeneß beschwerte sich über ein Freundschaftsspiel (1:2 gegen Australien) im Endspurt von Bundesliga und Champions Lea... ach ne... da ist er ja nicht mehr... also nur Bundesliga.

Vor dem nächsten Freundschaftsspiel gegen Uruguay in Sinsheim muss also ein Stresstest her, um dieses Ereignis vor jeglichem Pfeif- und Beschwerde-GAU zu schützen

 Stresstest Teil 1:

Geht es in diesem Freundschaftsspiel mindestens um das Halbfinale der Weltmeisterschaft? Falls nicht werden alle Spieler des FC Bayern München gebeten eine Einverständniserklärung zur Teilnahme an minderwertigen Länderspielen gebeten.

 Stresstest Teil 2:

Wird das Niveau eines Länderspiels von einer Fachjury (Vorsitz Heiner Geissler) nicht mindestens mit „befriedigend“ eingestuft? Falls nicht bekommt entweder das Publikum Pfeifrecht während der Dauer der Halbzeitpause oder das Spiel wird ab diesem Zeitpunkt unterirdisch verlegt.

 Stresstest Teil 3:

Tragen einzelne Nationalspieler zum Misslingen eines Länderspiels bei? Falls nicht ist im Wiederholungsfall Linienrichtertätigkeiten auf St. Pauli nicht unter zwei Monaten an zu drohen.

 

10. April

van Gaal gefeuert. Der fliegende Holländer - gelandet auf dem Teppich auf dem man in München immer bleiben sollte.

05. April

Italien geschockt weil erregte Menschen übereinander und in den Armen liegen. Nein - nicht wegen der jubelnden Schalker: Der Bunga Bunga Prozess hat angefangen!                                            

4. April 11

Das mit Hochspannung erwartete "Duell" Magath mit seinen Wolfsburgern gegen Daum mit seinen Frankfurtern endete unentschieden. Oder wie man es auch sagen könnte: "Medizinball heben" gegen "über Scherben gehen" - 1:1

31. März 11

Rechtzeitig ein Tag vor den Aprilscherzen, und somit einigermaßen glaubhaft, zählt die BILD auf welche Sportskanonen sich Jupp Heynckes für seine Bayern-Trainer-Zeit ins Arsenal stellen dürfte. Für 60 Millionen Euro darf er angeblich einkaufen. Einkaufen lassen! Schließlich ist er im Augenblick noch bei Mitbewerber Leverkusen, den er nächste Saison mit eben jenen Spielern, die er während seiner Arbeitszeit für Bayer recherchiert, besiegen will. Skurril.

Die Situation erinnert an die Phase nach der Entlassung von Felix Magath bei Bayern München. Der hatte nach zwei Double-Erfolgen den Laufpass wegen sportlichen Problemen bekommen. Sein Nachfolger Hitzfeld durfte dann groß einkaufen (Ribery, Toni) und glänzen - das hätte auch Magath geschafft. Oder nach der Entlassung von Klinsmann (der nicht einmal Donovan kaufen durfte), als van Gaal einen Robben serviert bekam. Bei den Münchnern scheint nach dem Champions League Erfolg von 2001 eine Art "verzögerte Besinnung" zu regieren.


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