Sandro Schwarz als Chef: Leistung mit Lokalkolorit

„Alles, was wir leisten, ist für die Menschen in dieser Stadt, dieser Region. Ich spüre diese Emotionalität. Wir wollen Menschen mit der Art des Fußballs glücklich machen.“

Sandro Schwarz wird dabei immer lauter, mit jedem Wort, jedem Satz. Als er da oben sitzt, auf dem Pressepodest bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer des Bundesligisten FSV Mainz 05, bringt er aber keine wilden Gesten. Seine Hände fuchteln nicht, sein Kopf bewegt sich nicht, seine Augen sind nicht übertrieben aufgerissen. Und doch dampft aus jedem gesagten Buchstaben die Überzeugung: Leistung und Lokalkolorit sollen sich verbinden zu seinem emotionalen Projekt. Er lacht in die Runde. Er nickt Anwesenden zu. Man kennt sich. Er ist Zuhause. Ein neuer Alteingesessener.

„Es ist eine große Ehre und Chance hier zu sitzen, die sich mit Dankbarkeit und Stolz anfühlt. Ein emotionaler Moment.“

Der 38-jährige hat vom Verein, letztlich in Person von Sportvorstand Rouven Schröder, einen 3-Jahres-Vertrag bekommen, der ihn vom U23-Trainer zum Chef macht. Damit schließt sich der Kreis in einer Region, in der er fast seine ganze Vita verbracht hat. In Mainz geboren, in Südhessen beim SV 07 Bischofsheim zuerst ausgebildet, später beim FSV Mainz 05 zum Profi geworden (168 Zeitligaspiele insgesamt). In Südhessen wiederum begann er dann seine Trainerstationen (Wehen-Wiesbaden, Eschborn), bevor er dann wieder auf die andere Rheinseite nach Mainz in die Jugendarbeit wechselte – und schließlich stetig durch seine Leistungen aufstieg.

„Er verkörpert Mainz 05“, nickt dann auch Rouven Schröder in Richtung Schwarz. „Das kann man in jeder Begegnung spüren. Er kann aber auch mit taktischen Finessen das Spiel lesen.“ Im letzten Satz steckt wohl das Entscheidende. Entscheidend für den Wechsel vom entlassenen („in beiderseitigem Einvernehmen“) Martin Schmidt und entscheidend für die tagelange Pause vor der Verkündung des neuen Trainers. Denn, wie Schroder es ausdrückt, „es war kein Selbstläufer“. Schwarz musste (nach seinem „Trainer-Abstieg“ mit der U23 aus der 3. Liga) wohl auch ihn selbst erst einmal überzeugen von den potentiellen Bundesligaqualitäten des Unerfahrenen. Letztlich überzeugte Schwarz aber seinen Sportvorstand wohl auch mit Expertisen zur abgelaufenen Saison der Profis und der Aussicht auf „seinen“ Fußball, den der Deutsch-Italiener so beschreibt:

  • „Vorwärtsverteidigung, aktiv gegen den Ball
  • Umschaltgedanke, wenn wir es brauchen
  • Zielgerichteter Ballbesitz
  • Ballbesitz mit Überfällen
  • Lösungsorientiertheit in allen Phasen des Spiels
  • Die Kugel zu haben liebe ich
  • Unser Spiel soll einen Wiedererkennungswert haben
  • Ich will Spiele gewinnen, da bin ich ehrgeizig“

Sich selbst beschreibt er als „Teamplayer“, der „kommunikativ und offen“ ist. Dazu „brutal ehrgeizig“ und „konsequent in der Umsetzung der Ziele“.

Auf der Pressevorstellung selbst macht er eine sehr gute Figur. In der Sprache regional verhaftet, klar in der Ansprache und Analyse. Er lässt sich auf keine Falle in den Fragen ein (konkrete Ziele) und bleibt trotzdem konkret genug. Ihm wird eine freundliche Art um Umgang nachgesagt und: Humor. Beides deutet er an auf die Frage hin, ob er die Spieler jetzt schon kontaktiert: „Ich werde die in Ruhe lassen. Die machen Urlaub – da ruf ich die nicht an und texte sie zu.“

Also neuer Co-Trainer steht Schwarz Jan-Moritz Lichte zur Verfügung. Der 37-jährige wechselt vom Nachwuchsleistungszentrum von Bundesligaaufsteiger Hannover 96 an den Rhein (siehe auch Pressemeldung Mainz 05 unten).

Die Nennung von prägenden Trainern und Personen mit denen Sandro Schwarz zusammenarbeitete liest sich wie die Optimalmischung des Trainers 2017: Wolfgang Frank war sein Trainer als der taktisch modernsten Fußball einführte (4er-Kette). Jürgen Klopp war sein Mitspieler, als der in die Trainerlaufbahn wechselte. Thomas Tuchel war sein Ansprechpartner in Mainz als Schwarz Jugendtrainer war. Sollte Schwarz von allen dreien die jeweils leistungsfördernden Elemente kombinieren können – es wäre eine Art gallischer Zaubertrank im römischen Mainz. Garniert mit emotionalem Lokalkolorit.

Claus Höfling, Fußball-Kolumne

PRESSEMELDUNG VON MAINZ 05:

Sandro Schwarz neuer Trainer von Mainz 05

Sandro Schwarz ist der neue Trainer des 1. FSV Mainz 05. Der 38-Jährige bisherige Coach der U23 der Mainzer folgt auf Martin Schmidt, der sich unmittelbar nach Saisonende mit dem Verein auf eine beiderseitige und einvernehmliche Beendigung der Zusammenarbeit verständigt hatte. Sandro Schwarz erhält einen Dreijahresvertrag bis 2020.

Sandro Schwarz ist gebürtiger Mainzer, reifte im Nachwuchsleistungszentrum der 05er zum Profi und absolvierte bis 2004 101 Zweitligaspiele für den Verein. Als Trainer startete Schwarz seine Karriere beim SV Wehen Wiesbaden 2009 zunächst als Teamchef, dann als Co-Trainer. Von 2011 bis 2013 fungierte er als Cheftrainer beim 1. FC Eschborn, den er in die Regionalliga führte. In dieser Zeit schloss er auch seine Ausbildung als Fußballehrer ab. 2013 kehrte er als Trainer der U19 von Mainz 05 an den Bruchweg zurück. Seit Februar 2015 trainierte er als Nachfolger von Martin Schmidt die U23 in der dritten Liga.

„Der Weg als Trainer unseres Nachwuchsleistungszentrums zu den Profis ist kein Selbstläufer. Die Entscheidung für Sandro Schwarz ist allerdings aufgrund seiner bisherigen hervorragenden Arbeit im Verein und bei einem objektiven Blick auf seine Qualitäten eine eindeutige. Er ist genau der richtige Trainer für unsere Mannschaft und unseren Verein“, sagt Sportdirektor Rouven Schröder. „Die aggressive, mutige Spielweise seiner Mannschaften ist tief verwurzelt in der Vereinsphilosophie. Sandro Schwarz selbst ist ein umgänglicher, kommunikativer Trainertyp, der seine Ideen mit großer Konsequenz und Leidenschaft umzusetzen weiß. Er ist in jeder Hinsicht bereit für den Schritt in die Bundesliga und wird unserer Mannschaft wichtige neue Impulse geben.“

Sandro Schwarz sagt: „Ich brenne für diese Aufgabe. Ich freue mich auf die Arbeit mit dieser Mannschaft, ich will die Spieler voranbringen und gemeinsam mit dem Team einen Fußball entwickeln, der erfolgreich ist und unsere Fans begeistert. Das steht für mich im Mittelpunkt meiner Arbeit. Für mich persönlich ist es auch ein sehr emotionaler Schritt, meinen Verein in meiner Stadt in der Bundesliga zu trainieren.“

Co-Trainer Lichte und Falkenmayer/Video-Analyst Fischer

Das Trainerteam um den neuen Mainzer Coach Sandro Schwarz ist ebenfalls komplett. Als Co-Trainer wechselt Jan-Moritz Lichte zum 1. FSV Mainz 05. Der 37-jährige Fußballehrer war zuletzt Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96. Zuvor arbeitete er als Co-Trainer unter André Schubert beim SC Paderborn (2009 – 2011) und beim FC St. Pauli (2011 – 2012), unter Sascha Lewandowski und Sami Hyppiä bei Bayer 04 Leverkusen (2012 – April 2014) sowie in Hannover unter Michael Frontzeck (April – Dezember 2015). Lichte war Jahrgangsbester der Fußballlehrer-Ausbildung 2011, er schloss den Lehrgang u. a. gemeinsam mit Markus Gisdol, Roger Schmidt und Markus Weinzierl ab.

 

Zweiter Co-Trainer mit dem Schwerpunkt Analyse wird Michael Falkenmayer. Der 34-Jährige trug bereits als Spieler von 2002 bis 2005 und erneut seit 2013 das Trikot des 1. FSV Mainz 05, unter anderem in acht Zweitligaspielen. Nach einer schweren Verletzung 2014 orientierte sich Falkenmayer in Richtung Trainerlaufbahn und fungierte zuletzt als Co-Trainer der Mainzer U23 an der Seite von Sandro Schwarz. Lichte und Falkenmayer erhalten wie Schwarz einen Dreijahresvertrag bis 2020.

Die vakante Stelle als Video-Analyst übernimmt Daniel Fischer, der in dieser Funktion bereits seit mehr als einem Jahr dem zu Eintracht Frankfurt gewechselten Stephan Degen assistierte.

„Das Trainerteam als Ganzes passt. In Jan-Moritz Lichte gewinnen wir einen ausgewiesenen Fußball-Fachmann, der trotz seines jungen Alters bereits Erfahrung als Trainer ins Team einbringen kann, hoch motiviert und ein echter Teamplayer ist. Er ergänzt mit seinem Know-how und als Typ das Trainerteam perfekt. Michael Falkenmayer als Co-Trainer an der Seite von Sandro Schwarz und Daniel Fischer als Video-Analyst sind bereits fester und bewährter Bestandteil des Vereins“, sagt Sportdirektor Rouven Schröder.

Tobias Sparwasser Geschäftsführer Medien/PR

Tuchel-Trennung

Hello,
for all  international Fans of the Borussia, Fussball-Kolumne has the Trennung details in English on our Homepage gemaked. Here some more Erläuterungs of the divorce, for all the woldwide Fans, who are not im German Tagesbusiness:
Tommy has zwar many points gemaked, but he was not so nett. Sometimes he has behaved like a „Trump in the Porzellanladen“, like they say in the Pott.
He was not nice to the BVB-boss, so the our boss got a little wehmütig about the more nicer trainer in Liverpool.
So he said to Susi (hihi, little insider joke): „Get me a new trainer, mit whom I can drink a Pils and have fun. And the players want to have fun, too. So: Shit on the points – hauptthingsly we have fun.“
So maybe BVB can have a good kompromise if they can not get Klopp again: They take Matze Knop

Bayern ist übrigens Meister

Bayern ist Deutscher Meister, übrigens

München flippt aus am Samstag – oder?

19:45 Uhr: Die Mannschaft kommt hinter dem Rathaus an. Das größte Blitzlichtgewitter gibt es natürlich für Philipp Lahm. Der zurückgetretene Weltmeister kommt als Letzter an, weil er nicht mitbekommen hat, dass es ohne Triple keinen Autokorso gibt. Völlig erschöpft steigt er von seinem Bobby-Car.

 

19:55 Uhr: Der Marienplatz ist nur halb gefüllt. Der Pressesprecher von Trump erklärt aber auf Twitter, dass es nicht einmal beim Triple 2013 so voll war. Alles andere ist Fake News.

 

20.10 Uhr: Der Meister erscheint auf dem Balkon.

 

20:15 Uhr: Auf dem Platz hat es sich herumgesprochen, dass der Meister auf dem Balkon ist. Vereinzeltes Klatschen.

 

20:30 Uhr: Während sich die Spieler ein Trauerflor an den Oberarm binden und die Flaggen auf dem Rathaus auf halbmast gezogen werden, ergreift Karl-Heinz Rummenigge das Mikro: „Wir trauern um das Triple, dass viel zu früh im Alter von nur Viertelfinale von uns gegangen ist. Wir haben an der Säbener Straße ein Kondolenzbuch ausgelegt. Wir bitten von Mitleidsbekundungen Abstand zu nehmen.“

 

20.45 Uhr: Eine Touristengruppe aus Asien wird über den Platz geführt. Der Reiseleiter erläutert, dass da eine Fußball-Mannschaft auf dem Balkon steht, die früher mal erfolgreich war. Wieder ein Rekord für den Rekordmeister: Zum ersten Mal macht eine asiatische Reisegruppe kein Foto.

 

21.00 Uhr: Die Spieler auf dem Balkon wundern sich über die unbekannten Sprechchöre und Jubellieder auf dem Platz. Beim genauen Hinsehen stellen sie fest, dass die Menschen auf dem Platz gar keine Bayern-Fans sind, sondern Freiburg-Anhänger, die den Europa-Liga-Einzug feiern.

 

21.10 Uhr: Bedienstete des FC Bayern tuppern die übrigen Schnittchen ein und bitten die Spieler schnellstmöglich ihr Bier auszutrinken. Man wolle Feierabend machen. Überstunden gibt es erst ab Double aufwärts.

 

21.30 Uhr: Drinnen verlängert Rummenigge im Gehen den Vertrag von Carlo Ancelotti vorzeitig bis 2024 zu angepassten Bezügen: In Jahren ohne Triple wird der Trainer nur mit Kaugummis bezahlt.

DIESE WOCHE!

Jetzt ist es also passiert. Diese Woche. Zum ersten Mal seit 2005 ist kein deutsches Team mehr im Halbfinale der Champions League. Da kann es nur eine Antwort geben: Alles muss sich ändern! Sofort!

Wir brauchen jetzt sofort Investoren! Schluss mit dieser seltsamen 50+1-Regelung, die unsere Clubs als darbende Bettelmönche Europas erscheinen lässt. Jeder Investor von Amerika bis China der noch eine Handvoll Dollar übrig hat, sollte sich einen Club kaufen dürfen.

Wir brauchen dazu noch mehr Geld! Es werden die TV-Sender gebeten freiwillig noch ein paar Milliarden Euro in Aussicht zu stellen, damit die Vereine jetzt schon für selbst zweitklassige Kicker Millionenpakete schnüren können, um sie von überall her an zu locken.

Wir brauchen höhere Eintrittspreise! Denn wir brauchen noch, noch, noch mehr Geld! Schließlich wollen die Topstars der Liga ihr Dasein nicht in Armut fristen und stattdessen alle sieben Tage einen Wochenscheck von mindestens 100.000 Euro entgegennehmen.

Und! Wir brauchen warmes Bier mit weniger Schaum und Kohlensäure! Damit sich die Fans mehr auf die Anfeuerung konzentrieren können und nicht schon in Gedanken beim nächsten Pub-Besuch sind.

Kurzum, wir brauchen mehr von der supergeilen Premier League! Vorbild England! Damit wir auch endlich in die Höhen der europäischen Spitze kommen, um… Moment…, äh…. die sind ja auch nicht im Halbfinale der Champions League. Seltsam…

aus Liebe zum Sport