Frankfurt – Schalke SPIELTAG 1

Dann war es soweit – der erste Spieltag der Fußball-Bundesliga ist auch in Frankfurt angekommen. Und die ankommenden, sich angesprochen fühlenden Zuschauer konnten sich gleich aus Fankreisen die Leviten lesen lassen…

Anhang 1

Anhang 2

Weite Kreise der Fans haben registriert, dass die Eintracht auf ganz dünnem Eis geht, angesengt von Pyrodummheit.

Doch das Einzige was an diesem Nachmittag brannte, war das Angriffsfeuerwerk, mit dem die Eintracht den Gast aus Gelsenkirchen überraschte – und auch das Publikum. Denn die bunt (=weltweit) zusammengeholte Mannschaft sorgte für beste Ablenkung von den tropischen Temperaturen. So war die verodnete Trinkpause…

Anhang 4

…fast schon ein Rettungsanker für Gästetrainer Weinzierl, um beim Stand von „nur“ 1:0 (A. Meier) dem eigenen Team zu verkünden, dass die Saison schon begonnen hat.

Die Eintracht startet also gleich mit 3 Punkten – böse Zungen behaupten, sogar mit 9, denn sie spielt ja noch zweimal gegen Bremen.

Bei Schalke indes funktionierte Weinzierls Plan nicht, der (bis auch Naldo) alten Garde eine weitere Chance zu geben. Ein erstes Tief. Mit mehr frischem Wind aus dem Transferorkan des Sommers, sollte sich aber rund um die von Christian Heidel als Sportvorstand aus Mainz importierte Gelassenheit eine Besserung bis hin zu einem Hoch einstellen.

Übrigens: Nach der Verabschiedung des alten Sponsors Alpha Romeo verschwanden auch die Autos aus den Werbevitrinen – seltsam, dass Sponsor Krombacher nicht weigstens ein paar Bierkästen dort deponierte. Vielleicht aber, weil bei diesen Temperaturen eine Plünderung zu vermuten war.

Anhang 5

Deutschland total fußballaballa

Es geht noch nicht los und es geht wieder los!

Wenn selbst die Anmoderation eines „Kunstevents ohne Aussagekraft und Emotion“ (grobe Zusammenfassung von Fan-Foren) eine bessere Einschaltquote hat, als die quotenstärkste Olympia-Übertragung, dann ist wieder Fußball am Start. Oder Tatort. In diesem Fall ist der Tatort ein signalgelber Park in Dortmund. Fußball – eine Art Pflichtspiel.

Quoten(Quelle: Meedia.de)

„Supercup“ heißt die Veranstaltung, die gut 7 Millionen vor die TV-Geräte und gut 80.000 ins ausverkafure Stadion lockt.

Man kann die Veranstaltung kritisieren. Die „gelbe Wand“ tut es, in dem die Südtribühne auf Choreographie udn Gesang verzichtet. Man kann seltsam finden, dass beim Opening nur BvB-Fahnen geschwenkt werden und mit Dickel nur der Gastgeber „seinen“Stadiionsprecher bekommt, obwohl es eigentlich eine offizielle DFL-Begegnung ist. Man kann auch den sportlichen Wert anzweifeln, objektiv zu Recht, denn jeder Trainer wäre ein Tor, würde er eine Woche von Pokal- und zwei Wochen vor Bundesligastart den Leistungszenit einplanen. Man kann bescheuert finden, dass es der Veranstalter nötig hat 45 Euro für einen Platz oben in der Ecke zu verlangen.

Doch das“Volk“ hat mit den Füßen und Fernbedienungen abgestimmt: Fußball ist das Maß aller Dinge. In einigen Fällen das gesunde Maß verlierend – aber immer noch bei der breiten Masse gewinnend.

Das Fußball-Business setzt auf Quantität – und verliert auf dem Weg immer mehr von denen, die schweigend im Stadion stehen und kopfschüttelnd vor dem Fernseher sitzen.

Die sich wünschen, dass weniger in Übersee und wieder mehr in den Herzen stattfindet.  Denn irgendwann wird weniger mehr sein.

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PS: Bayern München hat mit 2:0 gegen Borussia Dortmund gewonnen.

Christian Heidel – ein Porträt

„Ich bin kein Tribünengucker“. Christian Heidel sagt den Satz auf der Haupttribüne der Veltins-Arena auf Schalke. Ausnahmsweise sitzt er dort für das Porträt der ZDF SPORTreportage. „Im Bruchwegstadion Mainz stand ich immer hinter dem Tor – das ging dann nicht mehr aufgrund von Vorschriften in der neuen Arena. Jetzt sitze ich auf der Trainerbank, um nah dran zu sein. Aber demonstrativ am genau anderen Ende vom Trainer ausgesehen.“

Von heute auf morgen wird aus einem Rekordhalter ein Neuling. Christian Heidel war bis 14. Mai der Dienstälteste unter den Bundesliga-Managern! 24 Jahre in Mainz als Erfolgsgarant beim FSV Mainz 05. Ein Tag später ist er dann der neue Sportvorstand beim FC Schalke 04. Eben noch das Gesicht des stetigen Aufstiegs von der grauen Zweitliga-Maus zum Euro-League-Starter – jetzt Hoffnungsträger beim Verein mit den viertmeisten Mitgliedern weltweit. Oder anders ausgedrückt: Vom Autohausbetreiber, der in der Bezirksliga kickt, bis zu einem der begehrtesten Bundesliga-Manager.

Wer ist der Mann, der in diesen Tagen den größten Vertragsdeal aller für einen deutschen Spieler aushandelt – rund um Leroy Sanè?

Mit Wegbegleitern, neuem Umfeld und Christian Heidel selbst gebe ich im Auftrag von medi cine für die ZDF SPORTreportage (31.7. – 17.10 Uhr) einen Einblick in das frühere und aktuelle Wirken von Christian Heidel.

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EM exklusiv!

Exklusiv!

Interview mit der Europameisterschaft 2016.

 

Reporter: Sehr geehrte Europameisterschaft…

Europameisterschaft: …Sie dürfen mich EM nennen.

Reporter: Vielen Dank. Liebe EM, wie geht es Dir?

EM: Von Duzen war nicht die Rede.

Reporter: Verzeihung. EM, danke, dass Sie so kurz nach Feierabend schon für uns Zeit haben. Sie sehen sehr geschafft aus. Und wie ich sehe, haben Sie etwas zugelegt?

EM: Ja, von 16 auf 24. Ich konnte die 16 lange halten. Aber mein Arzt Dr. Platini meinte, ich solle etwas mehr auf die Rippen bekommen – finanziell. Ich fühle mich auch überhaupt nicht in Form. Gerade in den ersten beiden Wochen habe ich mich nicht getraut über den Ruhepuls hinaus zu gehen.

Reporter: Wie sind Sie denn insgesamt mit Ihrer Leistung zufrieden?

EM: Ja gut, ich sach mal. Mein Finale war lange Zeit so langweilig, dass ich jetzt weiß, weshalb die Deutschen nicht daran teilnehmen wollten. Es war teilweise so öde, dass ich mir überlegt hatte, mir lieber eine DVD mit den Vorrunden-Spielen einzulegen. Aber die hatte sich ein örtlicher Masochisten-Club ausgeliehen. Der Abend hatte jedenfalls nicht das Motte,…äh Motto „Das Beste kommt zum Schluss“.

Reporter: Haben Sie die Tränen von Cristiano Ronaldo gerührt?

EM: Ronaldo hat nicht halb so sehr geweint wie der ADIDAS-Chef, als er registrierte, dass zwei Nike-Teams im Endspiel stehen.

Reporter: Aber wenigstens der Jubel von Außenseiter Portugal muss für Sie dann doch ein Highlight des Finales gewesen sein?

EM: Erst mal abwarten, ob Portugal den Titel wirklich behalten kann. Es waren später Kinder der Spieler auf dem Feld. Das wurde zuvor verboten, wegen…, weil,… keine Ahnung weshalb. War aber verboten.

Reporter: Gab es denn zuvor Highlights?

EM: Am meisten überzeugt haben mich die Engländer. Die haben alle Elfmeter verwandelt. Also einen von einen. Überragend! Auch die Österreicher haben mir gefallen: Drängen sich nicht auf, nehmen den Touristen nicht allzu lange die Hotelbetten weg – einfach gut drauf die Leute. Ein bisschen schlechtes Gewissen habe ich wegen der Albaner und Türken. Die habe ich geneckt wie einen Hund mit dem Leckerli: „Ei wo ist das Achtelfinale – ei wo isses den? Komm, schnapp zu!“ Tja – und dann doch weggezogen und den Portugiesen hingeworfen. Die waren erst sehr „Unentschieden“, haben aber  doch zugegriffen.

Reporter: Sonst noch Positives?

EM: Reichlich. Zum Beispiel die Isländer!

Reporter: Ja! Taktisch feiner Fußball! Emotionale Spieler! Herausragende Kampfkraft! Tolle Fans! Einfallsreicher Jubel!

EM: Nö – lustige Nachnamen.

Reporter: Apropos Island. War es – zusammen etwa mit Wales oder Nordirland – die Erkenntnis, dass es keine Kleinen mehr im Fußball gibt?

EM: Keine Kleinen mehr? Schon mal Shaqiri gesehen?

Reporter: Was hat Ihnen denn gar nicht gefallen?

EM: Die Franzosen werden in Erinnerungen bleiben als die Chinesen Europas: Kopieren bei Island erst den Jubel und dann die 0 Tore gegen Portugal. Außerdem fielen die Iren unangenehm auf, die die ganze Zeit fröhlich Lieder singen müssen, während andere sich auf schlechten Fußball konzentrieren wollen.  Und am meisten haben mir die Hooligans und ihre Schlägereien zu Beginn missfallen – die haben nämlich mit Heineken-Flaschen, statt mit denen des Hauptsponsors Carlsberg geworfen.

Reporter: Was haben Sie von den Deutschen gehalten?

EM: Die nenne ich jetzt nur noch „Magier Löw und seine Zauberlehrlinge“

Reporter: Wieso?

EM: Immer wenn sie in Form kamen, hat Löw die Taktik verschwinden lassen. Dann gaben sie ein Seminar „Elfmeter verwandeln“. Und zu guter Letzt überraschten sie noch mit dem Kunststück als „Besseres Team“ mitten auf der Bühne zu stehen – und doch plötzlich von der Bildfläche verschwunden zu sein.

Reporter: Freuen Sie sich auf 2020 in ganz Europa?

EM: Wenn ich bis dahin nicht von den 24 runter komme, wird das wie eine All-Inclusive-Kreuzfahrt mit Schlagerstars.

Reporter: Wieso?

EM: Nur im Suff zu ertragen – und dann keine Ahnung in welchem Land man gerade ist.

(aufgezeichnet von Fußball Kolumne)

aus Liebe zum Sport