Fussballblog
Fussballkolumnen
Fußballberichte
Fußballbilder
Kontakt Impressum



Willkommen,

auf Fussball-Kolumne.de

Gruß, Claus

 aktuell - aktuell - aktuell - aktuell - aktuell

Vor 20 Jahren war alles ganz anders in der Fußball-Bundesliga. Da haben die 18, 19, 20jährigen auf der Tribüne gestanden, zu Hause mit Papa die Sportschau geschaut oder den Führerschein gemacht. Jetzt sind Draxler, Götze, Alaba, Polter, und wie sie alle heißen, als Jugendliche schon herausragende Fußballer, zu Gast im Fernsehen und rauschen mit den dicksten Schlitten umher. Was die schon können: Es ist ein Augenschmaus! Man kann froh sein keinen grauen Star zu haben und so die jungen Stars genüsslich betrachten zu können.

Vor 20 Jahren war alles ganz ähnlich in der Fußball Bundesliga. Da haben zuletzt so viele Teams wie im Augenblick auf Augenhöhe gestanden. Ein Augenschmaus, dieses Kopf an Kopf an Kopf an Kopf Rennen zwischen München, Dortmund, Schalke und Mönchengladbach. Vielleicht gibt es dieses Mal sogar drei Meister des Herzens. Und mit dem aktuellen Wochenende hat Bayern München seine überragende Stellung eingebüßt. In der heutigen Eurokrisensprache könnte man sagen: Die Bayern-Bank wurde durch die Fußball-Ratingagentur Standardsituation & Poors von der Bestnote AAA auf AA+ heruntergestuft.

Hat es vor 20 Jahren eigentlich schon Ratingagenturen gegeben?

EINTRÄGE 2011

 

12. Dezember 11

Das 0:0 im Spitzenspiel Frankfurt gegen Fürth. Es war sehr kalt und etwa so wie ein Rededuell zwischen Daniela Katzenberger und Edmund Stoiber: Sehr bemüht aber ohme wertvolles Resultat.

6. Dezember 11

Es war das Wochenende der Eigentore. Der Freiburger Bastian und der Mainzer Kirchhoff kämpfend klassisch, der Berliner Hubnik sogar freistehend flugköpfend. Dazu zwei Zweitliga-Eigentore in einem Spiel (Dresden – FSV).

In diesem Zusammenhang sei das Fußball-Eigentor gelobpreist. Denn während sich Manfred Kaltz neben seinen Bananenflanken noch wegen der meisten Bundesliga-Eigentore in die Geschichtsbücher schreiben konnte, darben die Eigentor- und Eigenkorb-Schützen des Eishockeys und Basketballs ein Leben in der Anonymität. Im Eishockey wird ein Selbsttor dem Spieler der Gegenmannschaft zuerkannt, der zuletzt den Puck berührte. Die Basketballer kamen sogar auf die Idee, die Punkte dem Kapitän des anderen Teams gutzuschreiben.

Zeit für...

...eine Ode. An Dich. Eine Liebeserklärung. An Dich, das Eigentor.

Deine ungewollte Eleganz, sie zeichnet sich in der Zeitlupe zum grausigen Gemälde.

Du kamst vom Hinterkopf, vom Knie, von der Ferse hinein in diese Verse.

Ein Gedicht ist der Anblick wenn der Gegner sich beschämt lächelnd vom tragischen Ort des unerhofften Glücksgefühl wendet, hin zur Anzeigetafel wo das kleine Klammer-Kürzel (ET) auf Deinen Schöpfer verweist.

Und so sollst Du gesund bleiben, sollst uns noch häufig im Stadion besuchen, 

wenn sich Zuschauer die Augen reiben , wenn die Eigentorschützen fluchen.

Denn Du bist das Salz in der Fußball-Suppe.

Und anderen Sportarten schnuppe.

1. Dezember 11

Was haben das ZDF und er FC Bayern München gemeinsam? Beide haben Probleme in Mainz. Die einen finden keinen Moderator für "Wetten, dass...?" und die anderen kein Mittel gegen den FSV Mainz 05.

27. November 11

Bayern 2:3 in Mainz. Rotation in allen Ehren. Aber wie Heynckes Woche für Woche die drei Nebendarsteller von Lahm in der Viererkette durcheinanderwirbelt und Robben einmal in der Startefl steht und dann gar nicht eingewechselt wird: Naja.

25. November 11

In den vergangenen Jahrzehnten war immer klar: Die Umwelt geht zugrunde, Rapper sind böse Jungs und europäische Spitzenfußballclubs sind verschuldet. Und jetzt? Das Waldsterben ist gestorben, Bushido bekommt einen Belobigungs-Bambi und der FC Bayern München gibt auf seiner Jahreshauptversammlung bekannt, dass er „freie Mittel“ in Höhe von 129,1 Millionen Euro zur Verfügung hat. Und weil es von „Verfügung“ bis „Verführung“ nur ein kleiner Schritt ist, überlegt sich manch ein Fußball-Fan, was er mit so viel Geld machen würde. Bei Manchester City oder Chelsea wäre das gerade genug um einen Ersatz-Torwart oder zwei neue Balljungen von irgendwo aufzukaufen. Aber was wirklich sinnvolles tun, vielleicht sogar gutes?

Hier einige Vorschläge:

  1. Lothar Matthäus als Greenkeeper einstellen
  2. Berlusconi die nächste FC Bayern Weihnachtsfeier organisieren lassen
  3. Dem HSV ein Dutzend Trainer-Gutscheine schenken
  4. Schalke mit Geld überreden in Schwarz-Gelb zu spielen
  5. Dortmund mit Geld überreden nicht mehr in München zu gewinnen
  6. So viele Spielertransfers wie Felix Magath machen
  7. Katar die WM wieder abkaufen
  8. Dem ZDF einen „Wetten, dass...“-Moderator spendieren
  9. Mit dem eigenen Kader die Verträge um einen Tag verlängern
  10. Griechenland sanieren

 

1. November 11

„Blitzeinschlag“ ist ein Wort bei dem wir zusammenzucken. Vom Begriff „Blitzkrieg“ ganz zu schweigen. Beim „Blitzableiter“ sind wir schon entspannter, wenn wir davon hören. Und beim „Blitzlicht“ hängt die Gemütslage dieser Vokabel gegenüber ab, ob man Fotograf oder Geblendeter ist.

In der Fußballersprache führt der Spitzname „Kugelblitz“ bei Fans des runden Leders blitzschnell zum runden Ailton, der ohne Hals aber mit Treffsicherheit durch die Bundesliga rollte, jetzt aber leider auch bei unterklassigen Clubs abgeblitzt ist.

Das aufregendste Wort aber, dass den Blitz im Namen führt, ist im Fußball die „Blitztabelle“. Und aufregend, das bezieht sich nicht auf „freudig erregt“, sondern „unfreudig aufgeregt“. Die unglaubliche Dreistigkeit, mit der da teilweise ein Spielstand nach einem Tor in der 5. Spielminute des 6. Spieltags zu den Themen „Abstiegskandidat“ oder „Bayernjäger“ aufgepumpt wird, vermiest einem dann doch mal den gemütlichen TV-Nachmittag.

Aber auch auf den Anzeigentafeln der Republik hat sich die Blitztabelle durchgesetzt. Und so kann es sein, dass man als Spieler während einer Halbzeit ein halbes Dutzend Tabellenplätze angezeigt bekommt, auf denen man gerade steht.

Die „Blitztabelle“ hat ein bisschen etwas von der Euro-Krise. Je öfter man einen Zwischenstand, der vorgaukelt wo welches Team/Land gerade steht, desto mehr regt man sich auf, weil man denkt: „Spielt/denkt erst mal zu Ende – und dann sagt uns was Sache ist!“.

31. Oktober 11

„Du noch viel lernen musst“, belehrt Meister Yoda den jungen Jedi-Ritter in „Krieg der Sterne. Viel besser als mit Grammatik konnte der kleine Weise mit dem Laserschwert umgehen. In der realen Welt des Fußballstadions gibt es auch Laser-Angriffe, aber nicht von kleinen Weisen sondern von großen Dummköpfen - mit Laser-Pointern.
„Ihr noch viel lernen müsst“, möchte man den Fußball-„Fans“ zurufen, die in den letzten Monaten mit Laserpointer (Neapel), Feuerwerkskörper (Dresdener in Dortmund), Billiardkugel-Schlüsselanhänger (Schalke) oder Bierbecher (St. Pauli) demonstrierten, dass Ihnen die Kraft der Gedanken nicht ausreicht mit der Yoda seine Gegner bezwingen kann. Die Reihe könnte man in der Vergangenheit (Golfball, Feuerzeug) noch fortsetzen.
Gibt es einen aktuell besonders großen Drang aktiv das Stadioninnere zu beeinflussen? Sind die Werfer und Pointer nicht mehr zufrieden mit purer Anwesenheit? Gibt es in Zeiten von Wutbürgern mehr Wutfans?
Im besten Fall ist es Zufall. Im ungünstigsten Fall geht die Entwicklung weiter und die Laserpointer der nächsten Generation werden à la „Raumschiff Enterprise“ herunter-gebeamte Torten, die in Gesichtern von Schiedsrichtern landen. Eine schreckliche Fußball Science Fiction bei der man sich zurück in die Zukunft wünscht. In eine Zukunft ohne Absperrgitter sondern mit Benimm. In England wurden die Absperrgitter wegen einer Stadionkatastrophe 1989 abgeschafft. Man hat sich damit arrangiert. Spielfeld und Tribüne bilden eine Einheit. Vielleicht gelingt das bei uns auch ohne Unglück – sondern wegen „guter Führung“. Aber noch viel lernen wir müssen.

19. Oktober 11

Nach den DFB-"Freundschaftsspielen" und dem leichten 1:1 in der Champions-League in Neapel wieder Liga. Aber wird sich Manuel Neuer erneut langweilen? Was der "Zu Null"-Manu tun könnte:
1.
Die Allianz Arena mal sauber durchwischen
2.
Für den HSV Kontakte für die nächsten Trainersuchen herstellen
... 3.
Stürmer der Gegner als Vorschläge für den nächsten Friedensnobelpreis notieren
4.
Revanche-Plakate für das Rückspiel gegen Schalke ausdenken
5.
Balljungen fragen ob einer der ältere Bruder von einer Ex-Matthäus-Freundin ist
6.
Spinnweben am Tornetz wegmachen
7.
Mit der Eckfahne als Ziel Golf spielen
8.
Hundert sinnlose Sprints, um bei dem Statistik-Zeugs vorne zu sein
9.
Philip Lahms Buch lesen
10.
In der Allianz Arena wieder von vorne zu wischen beginnen

20. September 11

Für Fußball-Traditionalisten ist es nicht das Gelbe vom Ei, wenn Fußballer neuerdings mit hyperorangenen Schnürsenkeln auf den grünen Rasen laufen. Viele sahen schon rot, als sie die ersten weißen Fußballschuhe sahen. Jetzt fallen eher die schwarzen Schuhe auf unter all den grünen, gelben und blauen Tretern. Die Zeiten ändern sich - es lohnt sich nicht blau anzulaufen und zu schwarz zu sehen: Immerhin ist es noch Fußball.
Am jüngsten Champions League Spieltag schaffte es wieder eine farbliche Angelegenheit auf die Seiten der Yellow-Press: Besonders bunt trieb es die Marketing-Abteilung von Real Madrid. Für einen rosigen Absatzschub wollten die Verkaufs-Strategen beim Saisonauftakt in der höchsten europäischen Spielklasse sorgen, indem sie den Spielern rote Trikots verordneten. Und das obwohl die Königlichen zuletzt in den 70ern in rot Hof hielten - und in den drei damaligen Spielen keinen Sieg feierten und kein Tor schossen. Jeder weiß: Die schwarze Serie ist gerissen. In Zagreb gewannen die dunkelroten Spanier gegen die  dunkelblauen Kroaten mit 1:0. Hoffentlich sah das Spiel niemand mit Schwarz-Weiß-Fernseher!
Schwarz-Weiß-Fernseher? Ja, die Zeiten ändern sich. Den Traditionalisten unter den Fußball-Fans sei aber eine Kontinuität in Aussicht gestellt: Der Marketingleiter von Borussia Dortmund, der die Spieler mit blauen Trikots auf den Rasen schicken will - der muss erst noch geboren werden.

6. September 11

Weiterhin Namenskurrilitäten bei deutschen Promis. Sarah Connors Mädchen heißt „Delphine Malou“. Wir erinnern uns an „Jimmy Blue“ und „Wilson Gonzales“ (Ochsenknecht). Felix Magath hat ja schon sechs Kinder.Falls noch eines kommt, wäre das der Namensvorschlag: „Medizinbällchen“.

4. September 11

Welch ein Wirbel! Die Autobiographie des Phillip Lahm hat die deutsche Fußball-Welt aufgeschreckt. Vorgesetzte sind aufgebracht, ehemalige Vorgesetzte noch aufgebrachter. Und die Sportjournaille in einer Kommentar-Klemme. Sie dürfen nicht gut finden, was sie gut finden: Sie wollen, dass Fußballer viel erzählen, nur dürfen sie nicht zu viel erzählen.

Zumindest scheint die Buchform immer wieder für unangenehme Situationen zu sorgen. Aber wie wäre es mit einem Gedichtband? Wären dann auch alle außer Rand und Band? Gegen ein bisschen kulturelle Poesie dürfte doch niemand etwas haben.

Ein sehr langjähriger Bundesligaspieler, der nicht genannt werden will, hat es gewagt. Hier schon mal ein exklusiver Vorabdruck – der gerne auch von den Faschings- und Karnevalsgesellschaften für die nächste Büttenrede-Saison genutzt werden kann. 

Bald, bald, kommen an den Nagel die Schuhe

Dann hat meine Karriere Ruhe

Wenigstens kann ich am Ende ruhig schnaufen

Muss nicht mehr auf Olli Kahn zu laufen

 

In dieser Zeit habe ich vieles überstanden:

Flog mit Wucht an Werbebanden

Musste mit Hooligans raufen

Und Richtung Olli Kahn laufen

 

Diese Zeiten hatten harte Seiten:

Stieß den Medizinball in irre Weiten

Musste Spielerfrauen Taschen kaufen

Und Richtung Olli Kahn laufen

 

Eine Laufbahn mit Höhen, dann Tiefen

Als fiese Berater über den Weg mir liefen

Musste mit einem Pfälzer Weizenbier saufen

Und Richtung Olli Kahn laufen

 

Bald, bald hat meine Karriere Ruhe

Dann kommen an den Nagel die Schuhe

Jetzt will ich Kinder, einen Haufen

Und das erste auf den Namen Olli taufen


27. August 11

(also kurz vor seinem Wechsel nach Hamburg)

Ivo Ilicevic – geht vom Platz statt den nächsten Schritt nach vorne

Schlusspfiff. Der Jubilar jubelt nicht und wenn er etwas zum Jubeln gehabt hätte, wäre ihm das Jubeln vergangen. Es ist die Geschichte eines Bundesliga-Arbeitstags des Fußballers Ivo Ilicevic. Sie beginnt zu Schichtbeginn auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, aber sie hat kein Happy End sondern ein Fragezeichen am Ende – ein offenes Ende. Doch von vorne.

Als der gebürtige Aschaffenburger Ilicevic am Samstag aufläuft ist er Stammspieler, Hoffnungsträger des 1. FC Kaiserslautern in der mit Spannung erwarteten Partie gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Die fast 50.000 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion schauen auf ihn: Es ist sein 50. Bundesligaspiel und auf den Tag genau vor einem Jahr führte er sein Team mit einem genialen Tor und einer Torvorlage zum 2:0 gegen die Münchner und spielte sich in deren Notizbuch.

Er hatte sich über die Jugendstationen FC Südring und Viktoria Aschaffenburg und die Förderung von Bruno Labbadia in Darmstadt bis zur Bundesligapremiere in Bochum vorgearbeitet. Er wurde in Kaiserslautern Zweitligameister. Seine Dribblings, seine Ideen, seine Schussgenauigkeit haben ihn zum Nationalspieler Kroatiens gemacht und er hat dieses Jahr das erste Tor für sein Elternland geschossen. Er hat dem FCK in der Vorwoche mit einem technisch anspruchsvollen Treffer einen Punkt in Köln beschert. Er ist nach einer schweren Bauchmuskelverletzung Ende der vergangenen Saison wieder fit. Er ist wer im Profifußball, es sollte sein Tag werden.

Doch Sekunden vor dem Abpfiff sieht der 24jährige die Rote Karte und die dunkle Seite des Profifußballs. Sein Team überdeutlich dominiert und klar mit 0:3 (dreimal Mario Gomez) in Richtung Abstiegskampf geschossen und er bei den Oberen unten durch. Seine Vorgesetzten sind entsetzt über sein sinnfreies Treten von Hinten in die Beine seines Gegners im Niemandsland des Spielfelds. Mannschaftskapitän Christian Tiffert: „Einer unserer wertvollsten Spieler. Es ist tragisch.“. Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz: „Ich erinnere mich an eine fast deckungsgleiche Rote Karte in einem Pokalspiel vorletzte Saison gegen Braunschweig. Wenn man von Entwicklungsschritten redet: Seine Entwicklungsschritt in dieser Hinsicht ist nahe bei null.“ Trainer Marco Kurz: „Als Spieler muss man auch ein Spiel lesen können. Ich habe einen sehr energischen Schiedsrichter gegen mich, der sehr genau pfeift. Da gehe ich in dem Moment nicht in so eine Aktion. Das ist nicht schlau gewesen und er hat sich selber bestraft. Mit solchen Aktionen wird er sich sportlich nicht weiterentwickeln können.“

Ilicevic selbst zu seiner Geschichte? Interviewverbot! Orangene Schuhe, Rote Karte – Ilicevic ist an diesem Tag nicht mit Fußball aufgefallen, den er eigentlich hervorragend beherrscht. Beherrschen muss sich.

 


25. August 11

Die DFB-Reaktion als offizielle Pressemitteilung. Besonders interessant ist die Passage, die darauf verweist, dass man "mündige Spieler" wünscht, aber dass in diesem Fall "die Grenze überschritten" wurde. Wo genau ist die Grenze, wäre sehr interessant zu wissen.

Löw und Bierhoff führen Gespräch mit Lahm und Spielerrat

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff haben sich heute nach eingehender Lektüre der detaillierten Inhalte des Buchs von Philipp Lahm darauf verständigt, dass es in der kommenden Woche vor dem Länderspiel gegen Österreich (Freitag, ab 20.45 Uhr, live im ZDF) ein Gespräch der Sportlichen Leitung mit Kapitän Lahm und dem Spielerrat geben soll. Dabei soll unter anderem die Sensibilität im Umgang mit Interna aus dem Mannschaftskreis thematisiert werden.

Für DFB-Präsident Dr. Zwanziger steht fest: “Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind. Die Aufgabe des DFB ist es allerdings auch, bei allen Aufgeregtheiten der heutigen Zeit die Dinge mit Augenmaß auf der Basis aller Fakten zu beurteilen. Philipp hat für mich den Fehler gemacht, dass er die durch die Vorab-Veröffentlichung seines Buches entstehende Eigendynamik und mögliche Interpretationen nicht richtig eingeschätzt hat.”

Auch der Bundestrainer ist der Ansicht, dass durch die Vorab-Veröffentlichungen des Buches ein Gesamtbild entstanden ist, das zu Irritationen geführt hat. Dazu äußert Joachim Löw: “Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt. Auch darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen.”

Oliver Bierhoff ergänzt: “Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten. Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde.”

Einig waren sich Dr. Zwanziger, Niersbach, Löw und Bierhoff darüber, dass vor allem die Kritik an Rudi Völler unangebracht ist. Wolfgang Niersbach betont: “Rudi hat uns nach der EM 2000 in einer extremen Notsituation geholfen und trotz vieler Probleme eine großartige Arbeit geleistet, davor muss man heute noch den Hut ziehen. Insofern sind Philipp Lahms Einlassungen völlig unangemessen und zurückzuweisen.”

Genauso beurteilt der DFB-Generalsekretär die Rolle von Jürgen Klinsmann: “Jürgen hat 2004 unter widrigen Voraussetzungen eine Aufbruchstimmung erzeugt, die in der glänzenden WM 2006 endete. Als Nationalspieler und Weltmeister, aber auch in ihrem ganzen Auftreten für den deutschen Fußball können die Verdienste von Rudi Völler und Jürgen Klinsmann nicht hoch genug bewertet werden. Das sollte auch Philipp wissen.”

Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit



11. August 11


Heute im EXPRESS Robin Dutt zu Ballack: "Wir brauchen Michael. Er wird eine tragende Role bei uns spielen." Echt ungerecht: Erst wird er nicht eingewechselt - und jetzt soll er wohl noch die Trikotkoffer schleppen. Übrigens - ich war ja im Stadion und kann daher dementieren, dass Ballack gegen Mainz 90 Minuten auf der Bank saß. Er hat sich nach etwa 65 Minuten hinter dem Tor warm gemacht.

7. August 11

0:1 gegen Mönchengladbach - eine grandiose Nachricht für die Bayern! Sie werden überlegen Deutscher Meister! Ja, in der vergangenen Saison hatte Dortmund auch das erste Spiel (auch zu Hause) verloren. Falls es doch anders läuft könnten die Bayern ja vielleicht mit 44 Millionen Euro die Mannschaft aufbessern. Äh.. ach ne...das war ja schon.

6. August 11

„Fußball ist keine Mathematik!“. Das zeternde Zitat von Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandvorsitzender des FC Bayern München, anno 2007. Damals gerichtet an Trainer Ottmar Hitzfeld, der Mathematik auf Lehramt absolvierte aber an diesem Tag nicht mit Rummenigges Wut auf seine Taktik rechnete. Ganz aktuell gibt es wieder eine Gleichung beim Rekordmeister. Die dürfte Hitzfeld mit der Note 6 beurteilen und Rummenigge in der Vermutung bestätigen, dass Fußball keine Mathematik ist. Sie lautet: 44 + 1 = 5.

Für rund 44 Millionen Euro wurden Spieler geholt. Dazu mit Jupp Heynckes ein neuer Cheftrainer. Dadurch soll zum fünften Mal die europäische Fußball-Krone her. Ganz besonders weil das nächste Endspiel der Champions Lage im eigenen Stadion stattfindet. Und auch diese Rechnung stimmt tatsächlich: 40 + 3 = 23.

40 Gegentore kassierte der FC Bayern vergangene Saison. Jetzt müssen drei Defensiv-Zugänge dafür sorgen, dass die 23. Meisterschaft gelingt. Mit Torwart Manuel Neuer (Schalke 04), Jerome Boateng (Manchester City) und Rafinha (FC Genua), sowie dem Seitentausch von Kapitän Phillip Lahm auf links soll die Abwehr wieder so stabil werden, dass es wenigstens zu den legendären 1:0 Siegen mit „Bayern-Dusel“ reicht. Doch davon sind die Vorbereitungsleistungen noch weit entfernt gewesen. In keinem der vier zuletzt vor Millionen-Publikum live übertragenen Freundschaftsspiele gegen den HSV, Mainz 05, AC Mailand und den FC Barcelona stand die Null. Bei Heynckes ist die Botschaft angekommen. Zu den beiden Gegentoren beispielsweise gegen den HSV (obwohl nur 60 Minuten Spieldauer) meinte er: „Man hat heute gesehen, dass die einzelnen Mannschaftsteile vor allem bei Ballverlust zu weit auseinander standen.“ Das ist wohl die sensible Umschreibung dessen, was Kreisliga-Verteidiger meinen wenn sie schreien: „Rennt gefälligst mit zurück, wenn ihr schon die Pille verdaddelt.“

Und selbst der klassische Nicht-Verteidiger Arjen Robben muss eingestehen worauf Wert gelegt werden muss, wenn die Vorbereitungs-Gegentore nicht wieder alarmgebend sein sollen: „Alarm? Nein. Wir sind noch immer in der Vorbereitung. Nein, keine Panik. Die Balance muss halt besser sein zwischen angreifen und verteidigen, so wie wir das in den letzten fünf Spielen vergangene Saison gemacht haben. Wir dürfen nicht so einfach Tore weggeben.“ Auch Nationalspieler Holger Badstuber ahnt, dass ein weiterer mit der Selbsteinordnung der Bayern unverträglicher Platz drei nur mit einem Kollektivgedanken zu vermeiden ist: „Wenn wir eine Mannschaft darstellen, die zusammen arbeitet, dann ist es schwierig uns zu schlagen. Dann können wir auch Meister werden.“ Und selbst der neue Stürmer Niels Petersen traut sich was und sagt den Kollegen im hinteren Bereich was es im Bereich „Gewinnen“ zu beachten gibt: „Ich denke man hat in der Vorbereitung schon gezeigt, dass wir da hinten immer noch zu viele Gegentore kriegen, auch nach Standardsituationen. Und daran werden wir arbeiten, um hinten auch mal die Null stehen zu haben. Und vorne sind wir denke ich immer für ein Tor gut.“

Für das Unternehmen Meisterschalen-Zurückeroberung und den ersten Schritt „zu Null spielen“ wurde Nationaltorwart Manuel Neuer geholt. Doch mit dem Versuch diese Baustelle Kraft-los zu schließen, wurde eine andere Baustelle aufgemacht. Teile der treusten Bayern-Fans mochten sich so wenig mit dem Ex-Schalker anfreunden, dass sie ihm eine Art Verhaltens-Katalog vorschreibe. Der sieht unter anderem vor, dass er sich gefälligst von übermäßigem Feiern in der Fankurve fernhalten sollte. Dazu gehöre das Singen des Fan-Liedes „Humba“ auf dem Zaun vor der Fankurve. Dieses potentielle Pulverfass wiederum bringt Kapitän Phillip Lahm nicht auf den Zaun, sondern auf die Palme: „Das werden wir dann sehen. Wir sind eine Mannschaft und Manuel gehört zur Mannschaft. Wir werden alles als Mannschaft machen: Feiern oder in der Kabine traurig sein, wenn wir verloren haben. Und das werden wir ALLE zusammen machen. Manuel ist ein Mannschaftsteil und wenn die Mannschaft zum Feiern in die Kurve geht wird Manuel mitgehen.“

Rein rechnerisch wird der FC Bayern München diese Saison Deutscher Meister. Denn seit 1997 hatten die Münchner spätestens jedes zweite Jahr die Hände an der Schale. Es gibt überhaupt böse Zungen, die behaupten, dass die Kader, die Uli Hoeness in den letzten Jahren zusammengestellt hatte selbst mit Kommissar Rex auf der Trainerbank in fünf Jahren mindestens drei Meistertitel holen. Statt eines Schäferhunds sitzt aber Jupp Heynckes an der Seitenlinie und der passt wie ein Schießhund auf, dass den Seinen angesichts der Favoritenbürde nicht zu wohl wird: „Die Vorschusslorbeeren, das ist eine Sache. Aber ich weiß, dass wir gegen jede Mannschaft erst mal gewinnen müssen. Das weiß ich, ich habe da meines Erachtens genug Erfahrung und ich denke, dass das meine Spieler dann auch wissen.“  

Für alle Mitbewerber, die in dieser Saison doch mit dem erneuten Abhängen der Bayern rechnen, gibt es auch eine Gleichung, wenn es darum geht gegen die Münchner zu gewinnen. Sie lautet: 11 + 2 = 3. Nach der Vorbereitungs-Niederlage gegen den HSV hatte Heynckes nämlich ein Rezept ausgemacht, mit dem der gegnerische „Koch“ Michael Oenning ihm die Suppe versalzte: „Ich habe gehört sie haben die letzten beiden Tage frei gehabt und Kraft getankt.“ Damit ergibt sich für den Coach der Bayerngegner: Den elf Spielern zwei Tage frei geben – macht drei Punkte. Und schon wird sich Rummenigge wieder wünschen, dass Fußball eben doch keine Mathematik ist.

 

1. August 11

Eine wirklich bunte Truppe, die sich der FC Bayern München als frische Zugänge gegönnt hat – neben den nicht ganz so frischen Zugängen Alaba (war ausgeliehen), Olic (war eine Saison verletzt) und Riedmüller (aus der 2. Mannschaft). Der neuerdings teuerste Neue ist Neuer. Manuel Neuer musste für 22 Millionen Euro vom FC Schalke 04 losgeeist werden. Der Zugang mit dem weitesten Zugang ist Takashi Usami aus Japan. Das älteste ganz neue Gesicht gehört Rafinha, der im September 26 Jahre alt wird. Der späteste Zugang ist Jerome Boateng, dem der Zugang lange von Manchester City verwehrt wurde. Doch der spannendste Zugang? Der heißt Niels Petersen. Der 1,88 m große Modellathlet kommt als Torschützenkönig der Zweiten Bundesliga (25 Tore) aus Cottbus. Mit seinen 22 Jahren gehört er zur Gruppe der Talente, die es beim FC Bayern hoffnungsvoll versuchen, aber oft einen Hoffnungs-Fall erleben. Wird Petersen (2,8 Millionen Euro Ablöse) später zu einem langjährigen „Mr. Bayern“ (Scholl, Wohlfarth) oder einem einjährigen „Miss Verständnis“ (Schlaudraff, Baumjohann)? Im Gespräch mit fussball-kolumne.de für das MAIN ECHO zeigt sich zumindest, dass es dem in Sachsen-Anhalt geborenen nicht an Ehrgeiz, Selbstbewusstsein und Offenheit mangelt – eher an einem Talisman.

Wie wurden Sie willkommen geheißen?

„Sehr gut, von allen gut aufgenommen. Die Mannschaft hat es mir einfach gemacht.“

Wie gehen Sie es an sich bei Bayern durchzusetzen?

„Ich möchte einfach in jedem Testspiel, in jedem Training dem Trainer zeigen, dass er mich bringen kann, wenn er mich braucht. Wenn er eine zweite Spitze braucht, wenn er einen braucht, der einen reinwürgt. Ich versuche mich jeden Tag zu beweisen, um ihm das zu zeigen. Und bis jetzt ist mir das ganz gut geglückt.“

Sie kamen noch nie in die Verlegenheit in einem Verein zu spielen, der gerade, unter anderem für Sie, rund 44 Millionen Euro für aktuelle Transfers ausgegeben hat. Wie spricht man in der Mannschaft über Vorwürfe, man wolle sich die Meisterschaft kaufen?

„Wir wissen natürlich, dass man keine Meisterschaft kaufen kann. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Bayern München hat investiert, um gute Spieler zu holen und das ist uns geglückt. Es liegt an uns das Bestmögliche daraus zu machen. Aber es geht in der Kabine nicht darum, dass wir viel Geld investiert haben. Ich denke jeder schaut auch auf sich und weiß, dass der Konkurrenzkampf groß ist. Dem ist sich jeder bewusst.“

Ihr persönliches Ziel?

„Ich habe mich nichts vorgenommen. Mein Ziel ist nur im Sommer zu sagen, dass ich viele Einsätze hatte und meinen Teil beitragen konnte, dass Bayern München erfolgreich war. Und bis dahin werde ich jeden Tag versuchen mich zu beweisen, um dem Trainer zu zeigen dass er auch mich bauen kann.

Haben Sie schon das „mia san mia“ Gefühl? Immerhin steht dieser Spruch jetzt sogar auf den Trikots.“

„Natürlich wird einem das eingetrichtert. Das ist ganz normal, dass es dann so kommt. Ich bin ein Mensch, der Titel gewinnen möchte, das wollen alle in der Mannschaft. Da sind wir als Mannschaft schon gut aufgestellt.“

Was meinen Sie mit „eingetrichtert“?

„Es ist so, dass man das oft genug liest, sobald man mit Bayern in Verbindung gebracht wird, was „mia san mia“ bedeutet. Und dann versucht man sich sofort mit dem Verein zu identifizieren. Wenn man zu Bayern München wechselt, dann muss man sich damit auseinandersetzen, dass man dort Prioritäten setzt und das habe ich gemacht. Ich hatte zum Beispiel eineinhalb Monate mich darauf einzustellen, dass ich zu Bayern München wechsele und dass Bayern München eine Mannschaft ist, die hohe Ziele hat. Das habe ich auch und deshalb hat das ganz gut gepasst. Da trägt ein „mia san mia“ Gefühl dazu bei. Dafür steht Bayern München und dafür muss auch jeder einzelne Spieler stehen.“

Haben Sie für die vielleicht wichtigste Saison Ihrer Vita einen persönliche Glücksbringer?

„Nein im Augenblick nicht. Ich hab so oft welche gehabt, die kein Glück mehr gebracht haben und ausgetauscht. Jetzt brauche ich erst einmal wieder einen neuen.“

29. Juli 11

Statistisch steht fest, dass der FC Bayern München Deutscher Meister 2011/12 wird. Seit 1997 hatten die Bayern spätestens alle zwei Jahre die Meisterschale in Händen.

28. Juli 11

Heute ist es soweit: Der FSV Mainz 05 startet in der Europaliga-Qualifikation. Den Spionen von Fussball-Kolumne.de ist es gelungen an Teile von Tagebüchern der 05er-Fußballer zu kommen. In den geheimen Aufzeichnungen aus den Tagen der Vorbereitung auf den europäischen Wettbewerb wird deutlich wie hoffnungsvoll und enthusiastisch sich die Rheinhessen auf die grenzüberschreitenden Aufgaben vorbereitet haben. Hier exklusiv einige Schriftstücke von mehreren Spielern.

Liebes Tagebuch,

das Trainingslager in Flachau begann heute mit einer Enttäuschung. Entgegen der Ortsbezeichnung ist es hier oft nicht flach sondern sehr steil: Eigentlich toll. Aber während Mannschaften von Felix Magath mit Medizinbällen die Berge hoch sprinten dürfen, bekommen wir auf einem ebenen Rasen echte Fußbälle und müssen uns die Kondition spielerisch holen. Echt unfair!

Liebes Tagebuch,

hoffentlich ist das Trainingslager bald zu Ende. Mein Kollege im Nachbarzimmer schnarcht lauter als meine Frau. Wenn der so gut Freistoß schießen könnte wie Schnarchen, dann könnte der schon vor der Mittellinie aufs Tor zielen.

Liebes Tagebuch,

wir fiebern alle dem Europapokalspiel am 28. Juli entgegen, besonders Malik Fathi. Der hat vom Entgegenfiebern sogar ne richtige Grippe bekommen.

Liebes Tagebuch,

heute haben wir gegen den FC Bayern München gespielt. Die haben für 44 Millionen Euro Spieler eingekauft. Deswegen war wohl kein Geld mehr übrig, um mir ein Angebot zu machen. Zur Strafe hab ich mir Aktien von Borussia Dortmund gekauft.

Liebes Tagebuch,

heute hat sich entschieden, dass wir nicht gegen die Finnen von Kuopio PS spielen, sondern gegen die Rumänen von Gaz Metan Medias in Transsilvanien. Ich habe Bedenken, dass wir Dracula begegnen. Oder noch schlimmer: Über Peter Maffay stolpern.


17. Juli 11

Frauenfußball ist ein Spiel über 90 Minuten 11 gegen 11 und am Ende gewinnen immer... äh... die Japanerinnen. Kurz vor Mitternacht geht das familienfreundlich angesetzte Frauenfinale zu Ende und hinterlässt die Frage: Haben die Amerikanerinnen eine englische Elfmeterschieß-Trainerin?

15. Juli 11

Kann’s noch lustiger werden? Die neue Etappe im Dreiecksverhältnis Bayern München / Manuel Neuer / Bayern-Fans ist erreicht. Die Fans verlangen vom Zugang aus Schalke offenbar, dass er sich an „besprochene Verhaltensregeln und respektvolle Distanz“ hält.

Regeln? Distanz? Es könnte bedeuten: Jeder Spieler muss mindestens fünf Meter Abstand halten wegen Mundgeruchs nach Fan-Frühschoppen und knoblauchhaltiger Stadionwurst

10. Juli 11

Einige Bayern-Fans richten beim Trainingslager des FC Bayern München ein Schmäh-Plakat gegen Neuer. FC Bayern' Reaktion (Pressemitteilung): "Aufgrund der Vorkommnisse in Arco sind die Personen dieser Gruppierung beim FC Bayern München ab sofort Persona non grata". Lieber FC Bayern: Wenn schon Meinungsäußerung verbieten, dann bitte grammatikalisch richtig. "Personen dieser Gruppierung" ist Mehrzahl. Also dann: "Personae non gratae".

6. Juli 11

Selbst Beckenbauer schafft es nicht die Winterspiele zu holen. Beckenbauer scheitert! Die Sportwelt ist durcheinander. Was passiert als nächstes? Matthäus hat Liebesglück? Löw wird Ballack-Manager? Frauen können Fußball spielen?

3. Juli 11

Sag doch einfach mal "Sorry!". Fußball-Deutschland diskutiert den Vorschlag von DFB-Präsident Theo Zwanziger, Michael Ballack möge sich ob seiner negativen Äußerungen gegenüber Bundestrainer Joachim Löw entschuldigen. Fussball-kolumne.de bleibt in dieser Frage natürlich neutral, bietet aber vergleichbare Möglichkeiten beim Motto "Sag doch einfach mal Sorry!":

- Fußballer entschuldigen sich bei Fußballerinnen: "Sorry, ihr könnt ja doch Fußball spielen, wenn auch schlecht."

- Lothar Matthäus entschuldigt sich bei "Al Dschasera": "Sorry, ok, I reg my now again up!"

- Borussia Dortmund entschudigt sich bei Bayern München: "Sorry, ohne Herrn Hoeneß um Erlaubnis zu fragen wollen wir nicht wieder Deutscher Meister werden."

- Diego entschuldigt sich bei Felix Magath: "Sorry - aber jetzt nimm bitte die zehn Medizinbälle von mir runter."

- Lukas Podolski entschuldigt sich bei Michael Ballack: "Sorry, eigentlich wollte ich Deine andere Backe treffen."

1. Juli 11

Auf "Fußballbilder" klicken: Neue Bilder aus der neuen Mainzer Arena!

24. Juni 11

Jetzt reicht's aber! Die Orakel-Geschichten rund um "Paul" waren während der WM 2010 noch amüsant. Jetzt quillt Deutschland über von Orakeln. Ich orakele im Sinne von Paracelsus: Die Menge macht das Gift - bei Orakelüberdosis dürfte die Wirkung den Gesundheitszustand "Langweilende" hervorrufen.

22. Juni11

Der Deutsche Fußball hat weiterhin ein Randthema, um über die Sommerpause hinweg zu kommen - und damit meine ich nicht die Frauen Fußball WM. Der Lügen-Streit zwischen Ballack und Löw (wer hat wem was versprochen/erklärt) scheint zu eskalieren. Passend dazu präsentiert die BILD heute (22.6.) eine in die Kleinteiligkeit lappende Premium-Rechercheleistung, die aufdeckt, wie sich das ominöse große Löw-Ballack-Gespräch in Düsseldorf am 30. März zugetragen hat:

-          "sie tranken zwei Flaschen Wasser (San Pellegrino für je 5 Euro)"

-          "Löw aß Penne mit Filetspitzen in Safransauce"

-          "Ballack nahm Linguine mit Gambas, Pinienkernen, getrockneten Tomaten, Pecorinoflocken"

-          "beide Gerichte kosteten 12,50 Euro"

-          "Löw bezahlte die Rechnung"

-          "um 14.25 Uhr gingen sie durch den Hinterausgang, gaben sich die Hand, nahmen je ein Taxi"

Leider beleiben die dringendsten Fragen unbeantwortet:

- hat Löw wirklich Penne gegessen, oder hat der BILD-Reporter hinter dem Vorhang etwas falsch gehört und Löw hat zu Ballack "Penner" gerufen?

- hat Löw wirklich die Rechnung bezahlt oder hat Ballack noch eine Rechnung mit ihm offen?

- wer hat die Taxen bezahlt und welche Farbe hatte die Unterhose der Bedienung?

- warum sind die Dinosaurier ausgestorben?

 

14. Juni 11

Gerade hat die Frauen-Nationalmannschaft ein Training mit der Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich hinter sich (siehe Foto oben). Freundlicherweise wurde das Bildmaterial vom DFB zur Verfügung gestellt - allerdings ohne Bildunterschrift. Hier einige Bildunterschriften zur Auswahl:

- Baden-Würtembergs Werbefigur Halmich macht neue Stuttgart21-Demonstranten fit
- Regina Halmich unterrichtet Trainerin Silvia Neid im "Spielerinnen-Anschreien"
- Fußballerinnen boxen jetzt, um auch eine Ausrede für eine Nasen-OP zu haben
- Nationalspielerinnen üben Zweikampfverhalten
- Lustiger Irrtum bei der Anmeldung: Fuballerinnen verwechseln Botox-Party mit Box-Party

6. Juni 11

Joachim Löw rät Jens Lehmann von einem Engagement bei Schalke 04 ab. Mit der Begründung (Quelle: BILD) "Jens würde sich nicht als Nummer 2 zufrieden geben". Was bedeutet das? Rene Adler und Tim Wiese sollten nicht in die Nationalmannschaft berufen werden! Entweder - wie Löw argumentiert - weil sie sich nicht als Nummer 2 zufrieden geben wollen (und dann Unruhe stiften, oder was?) - oder weil sie sich als Nummer 2 zufrieden geben wollen (und so kein Wettkampf und eine Egal-Haltung entsteht). Sehr merkwürdig! Soll er doch einfach sagen, dass er ihn zu alt findet.

Ende Mai 2011

ORGANISCHE SOMMEPAUSE

Die Fußball-Sommerpause ist da: Das geht allen Fans schon jetzt an die Nieren. Dazu kam den Dortmundern die Galle hoch, weil Schalke dieses Jahr nicht Meister der Herzen wurde, sondern herzliche Glückwünsche als Pokalsieger kassierte. Wobei es die Schalker Fans im Herzen des Ruhrgebiets um-Haut, dass Dortmund Meister ist. Und in Mainz  hört man: „Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils“, während Fans in Frankfurt mit blutleerem Gesicht herumsitzen, als sei ihnen eine Laus über die Leber gelaufen. Und so sehr sie sich auch die Lunge aus dem Leib liefen: Auch auf St. Pauli musste man sich nicht nur wegen eines Hirn-losen Becherwerfers, sondern auch wegen des Abstiegs ärgern.

15. Mai 11

DIE 48. BUNDESLIGA-SAISON IST ZU ENDE. Sieht man einmal von der Relegation ab. Die Erkenntnis: Zwölf Trainerentlassungen und kein bisschen schlauer: Sind die jungen Klopps und Tuchels dieser Welt die Gewinner von Gegenwart und Zukunft? Oder zeigt uns Oldie Jupp Heynckes nächstes Jahr, dass er nicht nur Leverkusen in die Champuions-League führen, sondern - dann noch ein Jahr älter - Bayern München zum Deklassieren der Liga trainieren kann? Es bleibt spannend. Die 48. Saison ist tot - es lebe die 49.!

13. Mai 11

Wer jemals unbedacht in eine Steckdose gegriffen... (siehe "Kolumnen") 

10. Mai 11

Der Niedergang von Eintracht Frankfurt ist schon peinlich. Aber, wie peinlich ist das denn: Laut Medienmagazin meedia.de hatte die Sky-Übertragung des Spiels Wolfsburg gegen Kaiserslautern (1:2) keine, wie üblich ausgewiesen, zwei Dezimalen hinter dem Komma nachweisbaren Zuschauer. 0,00 Millionen ergaben 0,0% Marktanteil. Es könnte doch wenigstens jeder zehnte Golffahrer mal einschalten, oder? Spiteznreiter bei den Einzelspielen war übrigens (wieder einmal) ein Bayern-Spiel. Das 8:1 bei St. Pauli sahen 140.000 Zuschauer im Schnitt. Und nicht dass man denkt es würde ohnehin nur ein kleiner Bruchteil Sky-Fußball schauen: Die Konferenz hatte knapp eine Million Zuschauer, was bei einem Marktanteil von etwa 10% mit den Free-TV-Sendern mehr als mithalten kann.

08. Mai 11

Eintracht Frankfurt jetzt kurz vor dem Abstieg in die 2. Liga und Bayern München Anfang 2011 gleichen sich! Nein, damit meine ich zunächt einmal nicht den Ärger mit den Fans. Es gibt eine sportliche Parallele zwischen dem Rekordmeister und den Hessen: In beiden Fällen waren es richtige Erfolge zur falschen Zeit, die notwendige Änderungen ausbleiben ließen.

Fall Bayern:

Als van Gaal Trainer bei den Münchnern wurde, startete der FC Bayern mit dem schlechtesten Bundesligaanfang seit Jahren. Einer der Minushöhepunkte war die Niederlage in Mainz als die Münchner so schlecht auftraten, dass van Gaal schon in der ersten Halbzeit per Wechsel zweifach seine Aufstellung korrigierte. Nur eine Revolte innerhalb der Mannschaft (z.B.: Ribery weg von der Position in der Mitte) und der Kauf von Robben ermöglichten ein Endspurt-Double und "glückliche Auswärtsniederlagen" in der Champions-Leage, die aufgrund der auswärtsgeschossenen Tore jeweils zum Weiterkommen reichten, beschönigten den internationalen Zitter-Auftritt in der Hauptrunde. Diese Beschönigungen ließen van Gaal so viel Macht, dass notwendige Weiterentwicklungen (z.B.: neue Innenverteidigung) nach seinem Willen ausblieben.

Fall Frankfurt:

Nach mieserablem Saisonstart sammelten die Hessen 26 Punkte in der Hinrunde als "FC Gekas". Diese Punktausbeute blendete die Verantwortlichen (übrigens auch mich) und notwendige Umstrukturierungen (Sturmalternative und Ersatz für verletzten Defensiv-Star Chris) blieben aus.

Außer Fanproblemen und "fatalen Erfolgen" gibt es noch eine dritte Parallele zwischen Bayern und Eintracht: In beiden Fällen wurde der Trainer geschwächt (Hoeneß-Kritik öffentlich an van Gaal; Skibbe-Demontierung mittels Zwangsfrieden mit Amanatidis durch Vorstandsboss Bruchhagen).

Resultat des Parallel-Flugs der beiden Bundesligagründungsvereine: Bayern hat ausnahmsweise keinen Titel; Frankfurt steht vor dem Abgrund Zweitklassigkeit. Damit kann Bayern noch einigermaßen leben.

4. Mai 11

Mit dem FC Schalke 04 ist auch das letzte deutsche Team aus dem europäischen Wettbewerb ausgeschieden. Es gibt schlimmeres. Lassen wir den internationalen Scheinwerferglanz jetzt erstmal den Eishockey-Cracks, Andrea Petkovic (Tennis), Martin Kaymer (Golf) oder Dirk Nowitzki (Basketball). Der Fußball hierzulande meldet sich auf der globelen Ebene wieder im Sommer... wenn wir WeltmeisterIN sind.

1. Mai 11

Nein! Diese Saison ohne Welt- oder Europameisterschaft im Anschluss war keine Saison zum durchschnaufen. Es gab wohl kaum eine Saison in der so viel neben dem Platz passierte, wie in dieser Spielzeit. Von den schlingernden Bayern über das Ballack-Theater bis zum Trainerkarussell: Da war so viel Pfeffer drin, dass man als Fußball-Fan froh ist, dass jetzt keine WM stattfinden. Ähm... jedenfalls fast keine. Deshalb vor lauter Vorfreude jetzt schon die Top 10 der Gründe, weshalb wir es nicht erwarten können bis die neue Saison beginnt.

 

Platz 10:

Weil unsere Hauptstadt wieder an Bord ist.

Platz 9:

Um zu überprüfen, ob der FC Bayern ein „Koan-Titel-Double“ schafft

Platz 8:

Weil wir wissen wollen bei welchem Verein Felix Magath die Saison beginnt

Platz 7:

Weil man gespannt sein darf, ob Jürgen Klopp seine Coaching Zone einzäunen muss

Platz 6:

Weil bis dahin hoffentlich alle Wettpaten hinter Gitter sitzen

Platz 5:

Und in den Zellen neben den Wettpaten: Die Bierbecher-Werfer

Platz 4:

Weil wir uns jetzt schon auf das Gesicht von Jupp Heynckes freuen, wenn er merkt, dass Ribery eine noch größere Diva als Ballack ist

Platz 3:

Werder Bremen bekommt neue Trikots

Platz 2:

Weil es dann nur noch ein Jahr dauert, bis wir Europameister sindPlatz 1:

 

Weil es nichts schädlicheres für Beziehungen gibt als zu viele fußballfreie Samstage in Folge. Außer vielleicht Samstage mit Fußball

17. April 11

FC Bayern München ohne van Gaal. Das kennen wir Normalos vom Autofahren. Fußballspielen ohne van Gaal muss für einen Profi sein wie für uns Auto fahren mit Navigationssystem statt Strassenkarte. Mit Karte hat man zwar klare Anweisungen in der Hand, aber mit Navi kann man sich besser aufs Fahren an sich konzentrieren.

 

15. April 11

Aktuell in Mode: Stress-Test! Es gibt welche für Atomkraftwerke, es gibt einen für Stuttgart21. In beiden Fällen waren lautstarke Gegenstimmen und pfeifende Massen Mitauslöser für die jetzt laufenden Stresstests von unterirdischem Bahnhof und Atomtechnik. Wo gab es noch lautstarke Gegenstimmen und pfeifende Massen? Richtig – bei den beiden jüngsten Länderspielen der Fußball Nationalmannschaft. Das Publikum nölte gegen einige Szenen und einige Spieler beim Sieg gegen Kasachstan, Hoeneß beschwerte sich über ein Freundschaftsspiel (1:2 gegen Australien) im Endspurt von Bundesliga und Champions Lea... ach ne... da ist er ja nicht mehr... also nur Bundesliga.

Vor dem nächsten Freundschaftsspiel gegen Uruguay in Sinsheim muss also ein Stresstest her, um dieses Ereignis vor jeglichem Pfeif- und Beschwerde-GAU zu schützen

 Stresstest Teil 1:

Geht es in diesem Freundschaftsspiel mindestens um das Halbfinale der Weltmeisterschaft? Falls nicht werden alle Spieler des FC Bayern München gebeten eine Einverständniserklärung zur Teilnahme an minderwertigen Länderspielen gebeten.

 Stresstest Teil 2:

Wird das Niveau eines Länderspiels von einer Fachjury (Vorsitz Heiner Geissler) nicht mindestens mit „befriedigend“ eingestuft? Falls nicht bekommt entweder das Publikum Pfeifrecht während der Dauer der Halbzeitpause oder das Spiel wird ab diesem Zeitpunkt unterirdisch verlegt.

 Stresstest Teil 3:

Tragen einzelne Nationalspieler zum Misslingen eines Länderspiels bei? Falls nicht ist im Wiederholungsfall Linienrichtertätigkeiten auf St. Pauli nicht unter zwei Monaten an zu drohen.

 

10. April

van Gaal gefeuert. Der fliegende Holländer - gelandet auf dem Teppich auf dem man in München immer bleiben sollte.

05. April

Italien geschockt weil erregte Menschen übereinander und in den Armen liegen. Nein - nicht wegen der jubelnden Schalker: Der Bunga Bunga Prozess hat angefangen!                                            

4. April 11

Das mit Hochspannung erwartete "Duell" Magath mit seinen Wolfsburgern gegen Daum mit seinen Frankfurtern endete unentschieden. Oder wie man es auch sagen könnte: "Medizinball heben" gegen "über Scherben gehen" - 1:1

31. März 11

Rechtzeitig ein Tag vor den Aprilscherzen, und somit einigermaßen glaubhaft, zählt die BILD auf welche Sportskanonen sich Jupp Heynckes für seine Bayern-Trainer-Zeit ins Arsenal stellen dürfte. Für 60 Millionen Euro darf er angeblich einkaufen. Einkaufen lassen! Schließlich ist er im Augenblick noch bei Mitbewerber Leverkusen, den er nächste Saison mit eben jenen Spielern, die er während seiner Arbeitszeit für Bayer recherchiert, besiegen will. Skurril.

Die Situation erinnert an die Phase nach der Entlassung von Felix Magath bei Bayern München. Der hatte nach zwei Double-Erfolgen den Laufpass wegen sportlichen Problemen bekommen. Sein Nachfolger Hitzfeld durfte dann groß einkaufen (Ribery, Toni) und glänzen - das hätte auch Magath geschafft. Oder nach der Entlassung von Klinsmann (der nicht einmal Donovan kaufen durfte), als van Gaal einen Robben serviert bekam. Bei den Münchnern scheint nach dem Champions League Erfolg von 2001 eine Art "verzögerte Besinnung" zu regieren.

29. März 11

Was ist das: Ein Schwan fährt hinter einem Feuerwehrauto und das hinter einem Hubschrauber her?

Richtig, ein Kinderkarussell.

Und was ist das: Pezzaiuoli folgt Rangnick. Der fährt hinter Magath, welcher parallel zu Littbarski düst und versucht Daum zu überholen, der gerade an Skibbe vorbeigezogen ist? Richtig, ein Trainerkarussell!

Wem dabei schwindlig wird und generell nicht fahren will, sollte nicht nach Stuttgart oder Hamburg, sondern eher nach Bremen ziehen. Da gibt es vom dortigen Ordnungsamtsleiter Allofs ein striktes, seit fast zwölf Jahren gültiges Verbot des Aufstellens von Trainerkarussells. In Freiburg existiert ein besonderes Trainerkarussell, das sich so langsam dreht, dass man während der Fahrt aussteigen kann ohne dass es jemanden groß stört. Und Mainz hat man eine gute Erfahrung damit gemacht das Trainerkarussell nur vor und nicht während der Kirmes in Betrieb zu nehmen.

Wird das Trainerkarussell „Made in Bundesliga“ zum Exportschlager? Sportminister Löw, der selbst in einer Trainerkarussell-Fabrik in München als Generaldirektor im Gespräch war, sorgt sich zumindest um die „Seriosität“ der heimischen Produktion. Zumal aus der Produktionslinie „Trainerkarussells“ auch andere umstrittene Modellreihen stammen: „Trainerschleuderstühle“ und „Trainerkarriereachterbahnen“.

 

23. März 11

Christoph Daum vor seinem ersten Training bei Eintracht Frankfurt: "Ich werde 25 Stunden für den Verein da sein." Daran sollten sich alle Trainer ein Beispiel nehmen, die nur 24 Stunden für ihren Verein da sind. Oder hat Christoph Daum eine eigene Sommerzeit?

22. März 11

Wahnsinn - mit welchen Tricks die Bundesliga die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Jetzt startet nämlich wieder die Formel 1 Saison: Da musste man sich etwas überlegen, um die Schlagzeilen und Zuschauerzahlen weiter zu beherrschen. Die neuste Aufmerksamkeitsunterhaltungstechnik nennt sich "Trainerkarusell". Kaum gibt Vettel ein Interview - zack - schon wir in der Bundesliga ein Trainer entlassen. Kaum wird Schumachers Auto vorgestellt - zack - schon hat ein Verein einen neuen Trainer. Jetzt musste als Frankfurt für den nächsten Streich sorgen: Christph Daum kommt für Michael Skibbe. Am Wochenende startet die Formel 1 jetzt übrigens wirklich. Wenn da nicht mal kurz vor dem Startsignal der Skibbe eine Pressekonferenz bei seinem neuen Verein gibt.

14. März 11

In der aktuellen Sportberichterstattung fällt nicht angenehm auf, dass Sportler bei Interviews in einer Art Pseudoaktuallitätswahn mit den Unglücken in Japan in Verbindung gebracht werden. "Sie waren doch in einem gemeinsamen Trainingslager mit japanischen Judoka? Haben Sie noch Kontakt?"... "Sie spielen doch mit XY zusammen, der ist Japaner..." unssoweiteretceterapp. Muss man alles vermischen?

11. März 11

Neuer Trainer-Trennungs-Trend in der Bundesliga: Den Trainer die Saison noch zu Ende machen lassen. Wenn es jetzt auch - wie die WAZ meldet - Magath nach dieser Spielzeit erwischt, dann wäre er nach van Gaal und Veh schon der dritte "Übergangstrainer" in der jüngsten Zeit. Man stelle sich folgende Konstellation von: Hamburg erreicht überraschend die Chamions-League-Quali mit Platz drei, Bayern holt etwas überraschend den Champions-League-Titel und Schalke holt wenig überraschend den DFB-Pokal. Dann würden drei "Erfolgstrainer" gehen.

09. März 11

Kollektiv und Beteiligung vor Allmacht!

Dortmund (Dreier-Diskussions-Kollektiv Klopp/Watzke/Zorc) wird von Schalkes Magath und Bayerns van Gaal nur noch mit Hoenß' Fernglas wahrgenommen. Und auch Mainz hat sich vor die beiden Alleinherrscher gespielt. Mit einem Trainer Tuchel, der auch mal den Mannschaftsrat bei der Taktik mitbestimmen lässt. Der Fußball bleibt niemals stehen. Es wird die Zeit kommen, in der die Facebook-Seite eines Klubs über die Aufstellung mitbestimmt. Weil sich vielleicht die Erkenntnis durchsetzt, dass in einigen Bereichen die Durchschnittsmeinung von vielen genauer ist als die Einzelmeinung eines Fachmanns. Ein ähnliches Phänomen kennzt man von der Schönheitsforschung. Ein künstliches Gesicht aus vielen als schön ausgewählten Fotos wird insgesamt als "optimal schön" angesehen (Studie der Uni Regensburg). So funktioniert es in Zukunft vielleicht auch mit "optimal schönem Fußball" - und wenn der dann auch noch optimal erfolgreich ist...

7. März 11

„Ist er schon drin oder noch nicht?“ – diese Frage könnte im spärlichen Dialogtext eines schlechten Erotikfilm-Drehbuchs vorkommen oder aus einer Fußballberichterstattung. Im Rahmen der familienfreundlichen Kolumne eines Fußball-Blogs konzentrieren wir uns sicherheitshalber auf letztere Variante.

Wir leben in einer Zeit, in der daran gearbeitet wird Menschen durch den Weltraum auf den Mars zu entsenden. Zur gleichen Zeit wird nicht festgestellt, ob sich eine Kunstlederkugel vom Strafraum über die Torlinie bewegt hat? Das ist bewegend!

Als am vergangenen Wochenende der Hamburger SV gegen des FSV Mainz ein Tor erzielt hatte ohne ein Tor erzielt zu haben wurde durch die deutliche Fehlentscheidung etwas ganz deutlich. Nach der Erfindung es Feuers und des Rades wird es dringend Zeit für den dritten großen Fortschritt der Menschheit: Den Chip im Ball. Entsprechende Versuche – keine Panik – sind im Gange, doch die für die tatsächliche Regeländerung muss sich die zuständige Regelkommission „International Football Association Bord“ in Wales zunächst etwas Freiraum schaffen. Also wurde zu Beginn des meteorologischen Frühlings zunächst einmal die viel dringendere Entscheidung getroffen, dass Schlauchschals, welche sich Spieler zunehmend im kalten Winter überstülpten, ab nächster Saison verboten sind. Die gehörten nicht zum Trikot und seien zu gefährlich. Und wer selbst schon mal nachts von fiesen Schlauchschals überfallen wurde, der kann bestätigen wie gefährlich diese Textilien sind. Viel gefährlicher als Eisenstollen an den Unterseiten von Schuhsolen beispielsweise, was unter anderem Ewald Lienen bestätigen kann, der, wenn sich der Autor richtig erinnert, einmal von einem Schlauchschal den halben Oberschenkel aufgerissen bekam.

In der kurzen Übergangsphase von Schlauchschalperiode ins Chipzeitalter müssen wir uns also noch etwas in Geduld üben. Alles wird gut werden. Wir müssen nur Vertrauen haben und dürfen die Entscheider nicht unter Druck setzen. Es gibt doch so viele positive Beispiele wie schnell und unbürokratisch der Forschritt Einzug hielt. Beispielsweise wurde das Verbot von Frauenfußball durch den DFB 1955 ratzfatz 1970 wieder aufgehoben.

Freuen wir uns auf den Fußballsommer 2011. Mit schwarzrotgoldenen Fan-Schlauchschals bei der Frauen-WM und Chips – wenn auch nur zum Knabbern vor dem Fernseher.       

                                        PS: Wann wird endlich - zumindest bei den Fachmedien - aufgehört mit "der Ball muss mit vollem Umfang über der Linie sein"? Nein! Der Ball muss mit dem gesamten Durchmesser (Umfang wäre um den Faktor π größer als der Durchmesser!) über der Linie sein.

6. März 11

Was haben Louis van Gaal und der Ball beim zu unrecht gegebenen 1:0 des HSV gegen Mainz 05, dem "Hamburger Wembley-Tor", gemeinsam? In beiden Fällen gibts Verwirrung ob er drin ist oder draußen.

4. März 11

Immer mehr Medien rätseln: Wird van Gaal seinen Job los, falls er in Hannover am Samstag verliert? Zumindest könnte er sich einen schönen Schlusssatz zurechtgoogeln für die Pressekonferenz zum Anbschied: "Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht."

2. März 11

Pokal-Aus gegen Schalke 04. Bei Bayern München geht die Angst um vor einer Saison ohne nationalen Titel. Eine Saison ohne nationalen Titel... oder wie man auf Schalke sagt: Eine Saison.
 
28. Februar 11

Seit Samstag Abend zerreißt sich die Fachpresse das Maul. Bekrittelt wird der Umbau der "Mailänder Siegerelf" des FC Bayern München vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Völlig unnotwendigerweise orderte van Gaal den zentral starken Gustavo zurück an die Kreideseite der Nichtigkeit, wo eigebtlich der Linksfuß Pranjic sehr gut aufgehoben wäre - mit klarem inhaltlichem und örtlichem Aufgabengebiet. Seit Samstag Abend - schon wärend des Spiels Marcel Reif - wird kritisiert. Zu Recht!
 
27. Februar 11
 
Eben im Frankfurter Stadion. Um 15.20, zehn Minuten vor dem Anpfiff, werden Spielgergebnisse der 2. Liga durchgesagt als die Spieler sich vom Warmmachen in die Kabine begeben. Wenn die Frankfurter so weiterspielen wie beim 0:2 gegen die in Unterzahl (ab der 15.) spielenden Gäste aus Stuttgart, dann können sie sich schon an die durchgesagten Namen gewöhnen: Ingolstadt oder Osnabrück(SPIELBERICHT unter SPIELBERICHTE).

26. Februar 11

Dortmund macht sein Vize-Meister-Meisterstück mit dem 3:1 in München. Nur Bayer Leverkusen kann vielleicht noch mitmischen um die Salatschüssel - und Bayern München hat jetzt den Salat.

25. Februar 11

Fragen nach dem Bayern-Sieg (1:0) in Mailand:
1. Hat der Herr van Gaal jetzt endlich kapiert, dass Gomez ein guter Stürmer ist, auch wenn er ihn nicht persönlich aus Stuttgart geholt hat
2. Kann es sein, dass jetzt auch Herr van Gaal kapiert hat, dass Schweinsteiger besser als Quarterback im hinteren Mittelfeld wirkt als hinter den Spitzen?
 
3. Können die Herren Rummenigge und Nerlinger jetzt final den Puls auf normal stellen hinsichtlich der Entscheidung Kraft als Nummer 1 zu etablieren?
 
4. Sollte Herr van Bommel am Fernsehen endlich mitbekommen haben, dass seine Zeit bei Bayern vorbei war und athletisch-eleganter Gustavo wertvoller ist?

23. Februar 11

Aus aktuellem Anlass bitte ich die Grundschule Aschaffenburg-Leider mein Ende der 70er Jahre parallel zum normalen Schulunterricht als junger Familiensohn und Bruder erworbenes Seepferdchen abzuerkennen. Ich habe mir die Videoaufnahmen nochmal angesehen und musste feststellen, dass ich Fehler gemacht habe. Ich schwamm genauso wie Heinz-Jürgen vor mir und habe mir seinen Schwimmstil einfach abgeschaut. Ich möchte mich bei allen von herzen entschuldigen, denen ich durch meinen Egoismus Schmerzen zugefügt habe.

20. Februar 11

Was ist fußballerisch mit dem Rhein-Main-Gebiet los? Mainz 05, Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt,  Kickers Offenbach, Wehen Wiesbaden - alle verloren. Und alle waren vor Silvester noch sehr gut drauf und konnten träumen: Europäische Wettbewerbe und Aufstiege. War da was im Neujahrs-Sekt?

16. Februar 11

Wenn der FC Bayern München (für BILD-Leser: Gemeint ist der „FC Robben“) antritt, dann ist hundertprozentige Stadionauslastung hundertprozentig garantiert. Außerdem verzichtet gerade Münchens Trainer Louis van Gaal hundertprozentig auf Spieler, die nicht hundertprozentig fit sind.  Von diesen löblichen Beispielen der korrekten mathematischen Beschreibung von fußballerischen Sachverhalten abgesehen macht sich leider in der Rückrunde der Bundesliga wieder einmal das Übertreibungs-Virus bei der Prozentrechnung breit.So sprach Lukas Podolski bei Übernahme des Kapitänsamts: „Ich werde es mit 120 Prozent übernehmen und alles für den Verein geben“. Und wenig später sah sich Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooy (für HSV-Fans: gemeint ist Ruuuuuuud) veranlasst den Kritikern seines Madrid-Flirts ein „ich bin hunderttausend Prozent beschäftigt mit dem HSV“ entgegen zu schleudern.

Angesichts dieser beiden Prozentzahlen und der aktuellen Debatte rund um Söldner-Mentalität von Fußballern stellt sich eine Frage: Was ist nur los mit den Spieler, die nur hundertprozentig für ihren Verein einsetzen? Oder wie es Trappatoni sagen würde: „Was erlaube Spieler. Spiele wie Flasche gefüllt nur null Prozent!“.

Liebe Spieler, ihr mögt bitte bei Interviews wieder in zahlenmäßig normale Gefilde zurückkehren, liebe Spieler. Ein paar Wappen weniger geküsst und ein paar Prozent realistischer. Und wenn übertreiben, dann auf eine lustig-sympathische Art. Eine, an die sich besonders Münchner Fans gerne mit einem Lächeln erinnern werden. So überzeugte einst Bayern-Stürmer Roland Wohlfahrt mit dieser Rechnung: „Zwei Chancen, ein Tor – das nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung.“

10. Februar 11

Das war nix mit 2:1 gegen Italien. Nur 1:1. Warum? Vielleicht auch weil Metzelder beim 1:1 statt auf Abseits zu reklamieren hätte durchlaufen können. Dann wäre der Abpraller nach Neuers Rettung einfach wegschlagbar gewesen.

9. Februar 11

Heute Abend: Deutschland gegen Italien. Mein Tipp für das Duell "Jugend gegen Azzuro": 2:1

4. Februar 11

Die Wette der Woche kommt vor dem Hamburg-Derby von Westermann (HSV) und Asamoah (St. Pauli). Der EXPRESS berichtet, dass der Verlierer dem Sieger mit nacktem Oberkörper das Auto waschen muss. Wenn von "St. Pauli" und "freier Oberkörper" die Rede ist, denkt man ja eigentlich nicht "Schaum auf dem Auto" - eher von "Schaum vor'm Mund".

3. Februar 11

Wie viele Fernando Torres braucht man, um den Klimawandel zu stoppen, den Weltfrieden zu finanzieren oder bei den aktuellen Benzinpreisen einmal voll zu tanken? Für die Antwort dürfen Ranga Yogeshwar und Günther Jauch eine AG bilden. Grundlage der Rechnung: Knapp 60 Millionen Euro für den Wechsel von Liverpool zu Chelsea.

Wir widmen und bis dahin einer noch wichtigeren Frage. Doch Moment! Wie, wie nur soll man die Frage formulieren, um mit einem gerüttelt Maß Sachlichkeit die subversive Tonalität zu überdecken, mit der jener Transferbetrag diskutiert wird. In aller Sachlichkeit und Ruhe also: Was soll der Scheiß?

Wenn ein englischer Club für einen Spieler mehr Geld ausgibt, als alle deutschen Bundesligisten für alle Wintertransfers, dass müsste doch die Champions-League entschieden sein, oder? Ähh... nein, oder holte Real Madrid mit Ronaldo (für etwa 94 Millionen Euro aus Manchester) die europäische Krone? Warum muss es also so viel sein?

„Ist ein Mensch so viel Wert?“, fragt jetzt die ein oder andere Sozialpädagogik-Studentin ihren gerade im Fußball-Fachblatt blätternden Freund, „Angela Merkel hat eine sieben Tage Woche und regiert ein ganzes Land für etwa 250.000 Euro im Jahr, das bekommt ein Schweinsteiger für zehn Tage“. „Das ist halt so“, antwortet der brummelnd, „Angebot und Nachfrage!“.

Und so kümmert sich Frau Merkel weiter um den Klimawandel, den Weltfrieden und die Benzinpreise – hoffentlich alles gleichzeitig. Gleichzeitig sorgen die Abramowitschs dieses Planeten für millionenschweres Spielvergnügen in den Stadien.

Wem übrigens der Kauf eines einzelnen Spielers nicht genügt, der kann seiner Liebsten zum sich bedrohlich nähernden Valentinstag einen ganzen Klub schenken. Derzeit steht Champions-League-Teilnehmer AS Rom für etwa 140 Millionen zum Verkauf. Mit ein paar Torres im Angriff und Angela Merkel als Trainerin dürfte das Geld aber locker mit Sponsorengeldern und Übertragungsrechten wieder reinkommen.

28. Januar 11

Deutschlands Fußball-Zukunft kickt sich in die Herzen der Fans. Spieler wie Mario Götze (Dortmund, 18) und Julian Draxler (Schalke, 17) aber auch Alexander Merkel (Milan, 18) streben nach oben, 21jährige wie Müller, Kroos und Badstuber haben sogar schon WM-Erfahrung. Endlich gelten auf Oldies gemünzte Sprüche (stimmt's, Herr Rehagel?) wie "es gibt nicht jung oder alt, sondern nur gut und schlecht" auch anders herum gedacht. Jetzt heißt es "es gibt nicht zu junge Spieler, es gibt nur zu verzagte Trainer".

26. Januar 11

Van Bommel geht von München nach Mailand. Oder wie man in Fußballerdeutsch auch sagen könnte: Egal ob Wolfsburg oder Mailand - Hauptsache nicht van Gaal. "Schön" ist noch der kleine Laberhaken zum Abschied. Auf die Frage wer der beste Kapitänsnachfolger sei, brachte van Bommel Schweisteiger ins Spiel ("aber das muss der Trainer entscheiden") - wohlwissend, dass der Trainer um Lahm nicht herumkommt. Nette Spitze zum Abschied.

20. Januar 11

Wie der Kölner EXPRESS heute (20.1.11) berichtet hat eine Richterin einer Zivilklage statt gegeben, was mehrere Tausend Euro Schmerzensgeld betrifft: Es geht um ein Foul bei einem C-Jugendspiel in NRW, bei dem der Sohn des Klägers einen doppelten Beinbruch erlitt.

Das könnte mindestens die Ausmaße des "Bosmann-Urteils" einnehmen! Man stelle sich vor: Selbst bei Fouls ohne Rote Karte (unterstellte Absicht) könnten aus Fußballspielen von der Kreisklasse bis zur Championsleague pro Wochenende tausende von Zivilklagen auf Schmerzensgeld hervorgehen! - und da sind die Schmerzensgeldklagen von Zuschauern nach schlechten (Langeweile, Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufenden) Fußballspielen noch gar nicht mitgerechnet.

17. Januar 11

„Die Angst des Torwarts beim Elfmeter“. Der Roman von Peter Hanke von 1970 über einen ehemaligen Torwart, der zum flüchtenden Mörder wurde (und im Text nur flüchtig mit Fußball zu tun hat). Immer wieder begegnete dieser Buchtitel uns Fußball-Fans, ohne die dazugehörige Erzählung gelesen zu haben.

Zu häufig wurde der Titel zitiert. Und: Falsch, falscher, am falschsten war er. Schon immer hatte der Torwart im Duell gegen den Feldspieler (oder die schießwütigen Hans-Jörg Butts der Zunft) nichts zu verlieren. Denn wer könnte vom Schlussmann schon zwingend erwarten den von einer hochentwickelten, hochbezahlten, hochmotivierten Schussmaschine abgefeuerten Ball aus dem 7,23 x 2,44 Meter großen Zielbereich herauszuhalten.

Jetzt dreht sich die Perspektive. Gut 40 Jahre nach Veröffentlichung des Romantitels macht er endlich Sinn. Es herrscht die Angst des Torwarts, wenn ein Ball von der 10,9728 Meter entfernten Strafstoß-Markierung ins Tor befördert wird, aus dem Tor befördert zu werden und auf der Ersatzbank zu landen. Denn gerade am jüngsten Wochenende war je nach Sicht der Dinge wieder zu bewundern, betrauern, bejubeln, dass vier Strafstöße NICHT verwandelt wurden. Wobei eigentlich noch nie in der Geschichte des Fußballsports ein Strafstoß verwandelt wurde – etwa in ein Kaninchen oder eine Zauberassistentin. Aber das ist ein anderes Thema, um das sich David Copperfield kümmern kann.

Insgesamt wurden in dieser Saison nur aus 64% der „Elfmeter“ auch zählbare Tore, bei den Münchner Bayern sogar nur 60%. Es sollte sich also zunehmend der Torwart schämen, der noch hinter sich greifen muss und es lohnt sich zunehmend einen Strafstoß in Kauf zu nehmen.

Bleibt die berechtigte Frage: Warum?

Es bleibt eigentlich nur eine Erklärung. Es muss irgendein Elfmeter-Virus geben. Wie es entstand? Keine Ahnung! Wie es verbreitet wurde? Keine Ahnung! Wo es herkommt? Mit Sicherheit aus England.

14. Januar 11

Heute gehts los mit der Rückrunde. In die Rückrunde startet Kölns Podolski als neuer Kapitän. Er will die Aufgabe mit "120%" angehen, wie er über den EXPRESS vermeldet. Löblich. Daran sollten sich die ein Beispiel nehmen, die als Fußballer nur 100% geben. Allerdings muss sich Podolski vorwerfen lassen weshalb er nicht bereit ist 130% zu geben.

7. Januar 11

Man könnte (etwas boulevardesk übertrieben) sagen: Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger bezichtigt Louis van Gaal der Lüge. In der BILD vom 7.1. ist - auf van Bommel angesprochen - zu lesen: "Bei Louis van gibt es keine Stammplatz-Garantie". Allerdings hatte van Gaal betont: "Van Bommel bleibt mein Kapitän, und bei mir spielt er immer" (Quelle: abendblatt.de, 2010). Wer hat also recht?

6. Januar 11

Ui, die tollen Übertragungen der Vorbereitungsspiele auf die Rückrunde der Bundesliga. Die sind aufregend. Etwa so aufregend wie eine vegetarische Paella ohne Reis.

 

01. Januar 11

Höchstwahrscheinlich höchst unwahrscheinliche Ereignisse 2011
6.1.

Das sportliche Jahr beginnt mit einem Paukenschlag. Bei einem Neujahrsfest der FIFA reißt sich der als Joseph Blatter am Rednerpult stehende Mann eine Maske vom Kopf. Vor den Augen zahlreicher Exekutivmitglieder erscheint darunter Guido Cantz. „Verstehen Sie Spaß?“, ruft der ARD-Moderator und meint weiter: „Von wegen Weltmeisterschaft in Katar! Fußball bei 40° im Schatten! Das war doch nur ein Scherz!“.

30.1.

Deutschland ist in Schweden Handball Weltmeister geworden. Bei einer Partynacht im Nachbarland Norwegen rasiert sich Heiner Brand wegen einer verlorenen Wette den Bart ab.

6.2.

Beim Super Bowl in Amerika gibt es einen Rekord. Das Ei beim entscheidenden Field Goal fliegt 200 Yards über die Endzone hinweg mitten in die Westtribüne. Die hatte Tiger Woods komplett für seine Freundinnen reserviert. Heiner Brand sitzt derweil immer noch in Norwegen fest, weil ihn ohne Bart niemand erkennt und damit sein Pass ungültig ist. Norwegen – ausgerechnet kein Schengen-Staat.

27.2.

Bei der Bob-Weltmeisterschaft in Königsee gewinnen Georg Hackl und Stefan Raab im Zweier-Wok. Der Versuch von Heiner Brand mit dem norwegischen Bob-Team als Anschieber außer Landes zu kommen scheiterte kläglich bei der Passkontrolle.

13.3.

Die Biathlon-Weltmeisterschaft in Russland wird in die Geschichte eingehen. Wegen weltweit erhöhter Sicherheitsvorkehrungen durch Terroralarm durften keine Gewehre mitgenommen werden, so dass mit Pfeil und Bogen geschossen wurde. Michael Greis gewinnt alle Wettbewerbe, da er als Ferienjob jahrelang bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg den Häuptling Weiße Flocke gespielt hatte.

3.4.

Bei der Europameisterschaft im Ringen in Dortmund wird das finnische Team disqualifiziert. Beim Gewicht machen hatte es ihnen so gut in der Sauna gefallen, dass sie nicht mehr heraus wollten.

26.4.

Nach einem Straf-Trainingslager vom Tabellenvorletzten Schalke 04 in Norwegen versucht Felix Magath den bartlosen Heiner Brand in einem Medizinball über die Grenze zu schmuggeln. Der Schwindel fällt auf, weil die eigentlichen Medizinbälle von Felix Magath viel schwerer sind.

14.5.

Borussia Dortmund ist Meister, Bayer Leverkusen ist mit Michael Ballack Vize-Meister, FC Bayern München ist gerade noch Dritter geworden, weil sie im letzten Spiel gegen Stuttgart 7:3 gewonnen haben. Dabei fielen alle Tore durch unberechtigte Elfmeter. Die Stuttgarter standen nach dem Schlusspfiff noch eine halbe Stunde herum und warteten darauf, dass der Schiedsrichter die Maske herunter reißt und Guido Cantz von „Verstehen Sie Spaß?“ zum Vorschein kommt.

18.5.

Im UEFA Europa-League-Finale in Dublin steht Michael Ballack mit Bayern Leverkusen. Gegner ist Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart mit Trainer Werner Lorant, dem Nachfolger, vom Nachfolger, vom Nachfolger, vom Nachfolger, vom Nachfolger., vom Nachfolger von Bruno Labbadia. Das Spiel wird allerdings nicht ausgetragen, weil sich alle Beteiligten einig sind, dass Ballack sowieso kein Endspiel gewinnt.

28.05.

Der FC Bayern im Dauerstress. Kurz nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Kickers Offenbach steht das Champions League Finale in London an. Bayern München gewinnt 1:0. Das Offensivspiel von Real Madrid wurde komplett lahmgelegt, weil Anatoli Tymoschtschuk abgestellt war, um mit Christiano Ronaldo zu diskutieren, wer den besseren Friseur hat.

3.6.

Im EM-Qualifikationsspiel Österreich gegen Deutschland feiert Michael Ballack seine Rückkehr als Kapitän der Nationalmannschaft. Vor lauter Aufregung fällt Ballack bei der Seitenwahl in Ohnmacht. Durch eine beherzte Ohrfeige des geübten Lukas Podolski kann der Capitano aber schnell wieder das Bewusstsein erlangen.

17.7.

Wir sind Frauenweltmeister! Bundespräsident Christian Wulff gratuliert auf dem Frankfurter Römer mit einer bewegenden Rede und schließt mit den Worten: „Das Niveau der Frauenfußball-Weltmeisterschaft war so gut! So gut! Das hatte mit Frauenfußball so gut wie nichts mehr zu tun!“

4.8.

Felix Magath wirft einen Tag vor Bundesliga-Start auf Schalke hin, nachdem er außer dem Trainer- Sportdirektor-, Manager- und „Babysitter für Horst Held“-Posten auch noch Präsident, Aufsichtsratschef und Stadionhausmeister werden wollte – und nicht durfte. Er wechselt von blau-weiß zu schwarz-gelb und wird Konditionstrainer der Bundesregierung. Er soll das Kabinett fit machen für die nächsten Wahlen. In der ersten Übungseinheit geht es 50 mal die Treppen zur Reichstagskuppel hoch.

10.8.

Beim Freundschaftsspiel Deutschland – Brasilien ist Phillip Lahm wieder Kapitän. Er hatte angedroht so lange die Luft anzuhalten und sein Zimmer nicht mehr aufzuräumen bis im Onkel Joachim wieder das bunte Bändchen an den Arm hängt.

4.9.

Die Stars der Leichtathletik Weltmeisterschaften in Südkorea sind die norwegischen Werfer. Nach deren Aussagen sollen sie von einem ehemaligen Handball-Nationaltrainer unterrichtet worden sein, der seit Anfang des Jahres planlos und weinend durch das Land läuft, sich aber blendend mit richtigem Werfen auskennt.

18.9.

Bei der Basketball-Europameisterschaft der Herren in Litauen gewinnen die Spanier, die ihren Sieg einem gewissen „Fuentes“ widmen. Den meisten Applaus aber bekommen die Italiener für ihre Cheerleader-Truppe, die „Berlusconi-Party-Girls“.

27.11.

Neuer Formel 1 Weltmeister ist Michael Schumacher. Sebastian Vettel meint es könnte mit der Regeländerung zusammenhängen die Schumachers Freund Bernie Eccelstone durchgesetzt hatte: Weltmeister kann nur werden, wer zwischen 1968 und 1970 geboren ist und dessen Nachnahme sich auf Uhrmacher reimt.

18.12.

Mit der Segel-Weltmeisterschaft in Australien geht das Sportjahr zu Ende. Das Gewinner-Team aus Norwegen feiert zusammen mit einem blinden Passagier, der bei einem Interview nachfragt, ob Australien einen neuen Handball-Nationaltrainer braucht.

31.12.

In der Silvester-Ausgabe von „Verstehen Sie Spaß?“ in der ARD reißt sich Guido Cantz eine Maske vom Kopf. Zum Vorschein kommt Joseph Blatter und ruft: „Ätsch – die WM 2022 findet doch in Katar statt!“

 

EINTRÄGE 2010

 

20. Dezember 10

Die Hinrunde ist vorbei - es lebe die Rückrunde.

3 Tipps:

Meister Dortmund, zweiter Bayern

Absteiger St. Pauli

Frankfurt in den Europapokal

15. Dezember 10

Bayerns Ex-Manager und aktuell präsidial tätiger Uli Hoeneß sieht seinen Verein ja gerne in Gefilden, die von der fußballenden Konkurrenz nur müsam "mit dem Fernglas" zu observieren sind. Jüngst schaltete sich Franz Beckernbauer in die Entfernungswissenschaft ein, als er seine Bayern "Lichtjahre" von Borussia Dortmund distanziert sah. Nun hat die NASA eine neue Entfernungskategorie bekannt gegeben: Ihre Sonde "Voyager" ist dabei den Rand des Sonnensystem zu erreichen und ist, sagen wir als Beispiel für einen Bezugspunkt, der Allianz Arena knapp 18 Millarden Kilometer entfleucht. Noch nie war ein von Menschen erbautes Objekt so weit von der Erde entfernt - nicht einmal die ballförmige Rakete von Hoeneß die 1976 in Belgrad startete. Dortmund ist sozusagen die aktuelle Voyager-Sone der Bundesliga.

14. Dezember 10

Aus Italien kommen Meldungen denen zu Folge das Bundesligaspiel von 2009 Bochum gegen Cottbus im Verdacht steht manipuliert worden zu sein. Wenn das mit der Wettmafia so weiter geht, dann könnte es sich in den Abendnachrichten bald so anhören: "Und hier die vorläufigen Endergebnisse der Fußball-Bundesliga, die bis zur staatsanwaltlichen Anti-Wett-Überprüfung unter Vorbehalt zu sehen sind..."

Der DFB hierzu gerade eben:

Keine konkreten Hinweise auf Manipulation

Dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) liegen bislang keine Erkenntnisse und konkreten Hinweise auf eine mögliche Manipulation des Bundesligaspiels zwischen dem VfL Bochum und dem FC Energie Cottbus (Endstand 3:2) vom 28.02.2009 vor. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Bochum, bei der die Zuständigkeit für die aktuellen Wettmanipulationsfälle liegt, ist das Spiel auch dort nicht Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Der DFB steht weiterhin in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Bochum und wird den Ermittlern die ihm vorliegenden Unterlagen zur Verfügung stellen, die das genannte Spiel betreffen.

Direktion Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

12. Dezember 10

Die Nicht-Unentschieden-Spieler! Mainz 05 und SC Freiburg spielen am Sonntag wieder einmal eines nicht: Unentschieden. Es sind die einzigen Teams der Liga ohne Punkteteilung. Dafür bekommen sie die Anti-Sankt-Martin-Medaille von fussball-kolumne.de.

07. Dezember 10

Ein fußballerisches Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein Fußballfan. Der hatte im Dezember 2010 in einer verschneiten Nacht einen wüsten Albtraum:
Er wäre im Jahr 2022 aufgewacht mit einem sehr unangenehmen MuskelKatar. Doch er hatte so viel Hummels im Hintern, dass er sich unbedingt vor den Fernseher robben wollte, denn er hatte großen Bommel die Live-Übertragung seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft zu verpassen. Schließlich wollte er wissen, ob die bekloppten Jungs immer noch in der Wüste Sand im Getriebe haben. Wenigstens nahm deren Trainer kein Blatter vor den Mund und es ging dem Fan natürlich runter wie Öl, als der Nationalcoach versprach dass das Team genauso viel Gas geben werde wie bei der WM in Russland, um noch mit dem Gruppenersten auf Tuchelfühlung zu bleiben. Er hatte als alter Fuchs auf dem Wettklo seiner Stammkneipe 50 Euro auf den Titel gesetzt hatte, um sich für den nächsten Winterurlaub einen Podol-Ski kaufen zu können.
Doch kurz vor Spielbeginn: Ein heidelloses Durcheinander. Ein Spieler fehlt! „Wo ist Lewis?“, fragt der Reporter. „Ich Sahin in einem Supermarkt: Lewis holt Bier“, meint der Pressesprecher, der verärgert darauf reagierte, dass mitten im Mittleren Osten ein teures Bier geholt wurde und kein Spar-Wasser. Rechtzeitig vor Spielbeginn kam Lewis auf seiner Kagawasaki angerauscht.
In diesem Augenblick wachte der Fußball-Fan auf. „Puhhh – eine Weltmeisterschaft in der Wüste. Zum Glück war das nur ein Albtraum!“ Oder?

05. Dezember 10

Neueinstieg in der Topliste der Fußballerzitate: Udo Lattek eben im Sport1-Fußballstammtisch zur Leistung von Edin Dzeko beim 0:0 egen Werder Bremen: "Er hatte im ganzen Spiel eine schlechte Phase!".

02. Dezember 10

GANZ AKTUELL: Ein neues Spiel ist jetzt der große Hit für das Weinachtsfest als wunderbares Geschenk für Ihre Liebsten. Es heißt "Blatter-Bingo" und funktioniert so: Enthalten sind fünf Täfelchen mit den Aufschriften RUSSLAND, KATAR, GAS, ÖL und SKANDAL. Jetzt muss jeder Spieler reihum einen Satz mit diesen Worten bilden. Dabei ist es nicht verboten, sndern sogar erwünscht, dass sich die Spieler untereinader absprechen und versuchen zu bestechen.

01. Dezember 10

Schöne Variation der aktuellen Frauenfußball-Thematik: Jup Heynckes gestern auf die Frage, ob das Europaleague-Spiel in Trondheim nicht bei zu tiefen Temperaturen stattfindet: "Wir sind doch Kerle".

30. November 10

Die Auslosung der Frauen-WM gestern brauchte Losglück für die Deutsche Auswahl. Jetzt kann der, ähh. Sturm auf die Eintrittskarten losgehen. Frauenfußball. Wie sagte Kabarettist Rolf Miller: Frauenfußball ist wirklich beachtlich gut geworden. Das ist mit Frauenfußball fast gar nichts mehr zu tun.

25. November 10

Stellen Sie sich vor Sie würden Günther Jauch gegenüber sitzen. Bei „Wer wird Millionär“. Günther Jauch würde ein ernstes Gesicht machen und sagen: „So, nun ist es also soweit. Jetzt die Frage für eine Million Euro.“ Der Puls steigt. „Es ist eine Fußball-Frage“, meint Günther. Innerlich jubeln Sie schon. Fußball? Kein Problem, her mit der Frage!
„Wann steht jemand passiv im Abseits?“. Enttäuschung! Diese Frage kann niemand beantworten. Da hätte es auch nichts genutzt, wenn sie noch ihren Telefonjoker hätten. Aber Sie hatten ja schon Karl-Heinz Rummenigge angerufen bei der Frage „Wie viele Bundesligisten wurden mit 14 Punkten Rückstand noch Deutscher Meister?“.
Nun ja, man kann sich die vier Antworten bei der „passiv im Abseits stehen“ Frage ja mal anhören:
a)      wenn er einen Verteidiger rempelt
b)      wenn sein Bewacher ein Eigentor grätscht
c)      wenn er dem Torwart die Sicht verdeckt
d)      fast immer. Denn es fängt ja meistens eine totaaaaal neue Spielsituation an

Puhhh. Glück gehabt. Das war nach den jüngsten Bundesligaspieltag doch eine einfache Frage. Wer die Spiele in Mönchengladbach (Mainzer Verteidiger von Spieler im Abseits geblockt), Freiburg (Verteidiger grätscht Ball ins Tor, damit Spieler im Abseits nicht an den Ball kommt) und Gelsenkirchen (im Abseits befindlicher Huntelaar steht vor Wiese bei Rauls Torschuss) gesehen hat, weiß: Es ist Antwort d) Eine Million Euro! Was man sich dafür alles kaufen könnte? Vielleicht eine Fifa-Exekutivkomitee-Stimme, ein dreißigstel Gomez oder drei Kagawas?
Nein, wer eine Million zu viel hat, der bestellt sich natürlich Günther Jauch für die Weihnachtsfeier ihrer Abteilung. Dann darf der Abteilungsleiter zuerst auf den Stuhl. Erste Frage für 50 Euro: Wer steht am häufigsten im Abseits?
a)      die Frau Müller aus der Buchhaltung
b)      der Korb mit den zu bearbeitenden Aufträgen
c)      unser Chef
d)      Pippo Inzagi

fussball-kolumne.de