gleich: Mainz gegen Bayern

Unverständnis in Mainz. Das Jugendwort des Jahres ist schon wieder nicht „Helau“.
Stattdessen: „Fly sein“. Um es der älteren Generation, also allen, die sich noch an eine Zeit vor der Rückpassregel oder Kanzlerin Merkel erinnern können, zu erklären: Angeblich sagen die Kids das heute zu „besonders locker drauf sein“ oder „besonders abgehen“.
Beispielsweise ist der BER definitiv nicht fly in der Flughafenbranche. Im Gegensatz dazu ist RB Leipzig fly in der Bundesliga. Im Fall von RB eigentlich kein Wunder, wenn man von Getränken profitiert, die Flügel verleihen. Doch noch mehr profitieren sie von herrlichen Angriffen über die Flügel, ein Pressing, das keine Luft lässt und einen tabellarischen Höhenflug, bei dem so manchem Neider die Luft wegbleibt.
Bei den Traditionsclubs, die zu verschiedenen Zeiten ganz oben waren, wären einige gerne so fly wie Leipzig. In Hamburg etwa waren in den letzten Jahren die Trainer eher beim Fliegen als fly. Und selbst in München setzt man in den vergangenen Wochen eher Richtung Landung an, wie etwa Chef Rummenigge bei Sky seinem Spieler Boateng empfahl, nach der Niederlage in Rostow: „Wäre gut für ihn und den Verein, wenn er – back to earth – runterkommt.“ Wer aber die Bayern kennt, der weiß wie gut sie es verstehen nie lange auf dem Teppich zu bleiben und bald wieder so fly zu sein, dass man sie auch von Leipzig aus nur mit dem Fernglas sehen kann.
In diesem Sinne:
Vor dem Stadion stehen die Bayern – wolle me se fly losse? Helau!

 

Ronaldo + Donald = kein Dschungel

Erstens hat Ronaldo einen neuen Vertrag unterschrieben der ihm jährlich 20 Millionen Euro bringt, zweitens will der 31-jährige noch bis 41 spielen. Damit fehlen ihm für die nächsten 10 Jahre leider die nötigen Voraussetzungen, um sich für das RTL-Dschungelcamp zu qualifizieren.

Thomas Häßler ist da schon einen Schritt weiter und einen Schritt von der Teilnahme entfernt.

Für die nächste Karrierestufe nach „Let’s Dance!“ kann sich „Icke“ zumindest schon mal die Rangfolge der erfolgreichsten „Nicht mehr erfolgreich“-Fußballer ansehen: Thorsten Legat (Platz 3), Jimmy Hartwig (4), Eike Immel (5), Ailton (6).

Nun heißt es also „Ich bin Weltmeister, holt mich hier rein“. Während sich die aktuellen Weltmeister durch den römischen Großstadt-Dschungel zur Papstaudienz durchquälen, quält sich der 90er Champ mit Gedanken ans Camp: Wird er diesen dünnen, fiesen Giftschlangen begegnen aus der Gattungsfamilie der Topmodeleria Bachelorensis? Für heutige Fußballer folgt: Bereits jetzt schon für eine möglichst dschungelfreie Vita planen! Wie das geht? Aus gegebenen Anlass mit den 7 Erfolgstipps von Donald Trump aus seinem Buch „Wie man reich wird“ (übersetzt für Fußballer).

  1. „Think big, live large“ (großes Auto kaufen – aber vorher Führerschein machen)
  2. „Pflegen Sie Ihr Ego“ (besonders gut wirken Pflegeprodukte im Flugzeug nach Mailand)
  3. „Engagieren sie eine großartige Assistentin“ (Spielerfrau sollte Steno können)
  4. „Schütteln sie niemandem die Hand, wenn es sich vermeiden lässt“ (Eine freundliche Kopfnuss tut es auch)
  5. „Lehren Sie ihre Kinder den Wert des Geldes zu erkennen“ (Wenn die Plagen im Ferrari mitfahren wollen, sollen sie ihn vorher waschen)
  6. „Schließen Sie einen Ehevertrag ab“ (Wichtigster Vertragsinhalt: Wenn sie Geld will, muss sie später mit in den Dschungel)
  7. „Bitten Sie zum richtigen Zeitpunkt um eine Gehaltserhöhung“ („Herzlichen Glückwunsch zum Tor!“ – „Apropos, Herr Manager, wir müssen reden“)

Wer diese Tipps beherzigt, muss nie in den Dschungel – oder wird Bundeskanzler.

Vor-Nomen Est Omen?

Neue Studien bringen immer auch neue Panik. Aktuell soll, nach einer Vornamen-Studie aus der Schweiz zu Verkehrsunfällen, ein „Michael“ schlechter Auto fahren als ein „Markus“. Schon zuvor beleuchtete eine Studie, dass ein „Alexander“ attraktiver erscheint als ein „David“. Davor wiederum wollte eine Studie herausgefunden haben, dass ein „Tim“ besser Karriere machen kann, als ein „Kevin“.
Was jetzt fehlt ist eine Vornamenstudie im Fußball!
Ist zum Beispiel ein Busfahrer sicherer auf den Straßen unterwegs, wenn er eine Mannschaft mit Namen „Borussia“ fährt, als eine mit „RasenBallsport“ im Titel? Das wird zu klären sein. Erste Erhebungen ergeben aber, dass bei selbst doppelt so vielen Borussen wie RasenBallsportler in der Liga noch keine Kollisionen bekannt wurden. Wahrscheinlich weil der Bus der RasenBallsportler, wie in Köln, zur sehr langsamen Fahrt angehalten wird.
Anders sieht es da schon bei der Attraktivität aus. Da scheint auf den ersten Blick der „Sportclub“ mit 100% Stadionauslastung weit vor einer „Hertha“ (66%) zu rangieren. Auf den zweiten Blick allerdings fällt auf, dass der Herr Sportclub in einer kleinen Pension im Schwarzwald haust, während Frau Hertha in Berlin eine große Repräsentanz aus den 30ern füllen muss.
Bleibt die Stichprobe bezüglich des Erfolgs. Vergangene Woche in der Euro League: Wer einen herausragenden Vornamen wie zum Beispiel „Royal Sporting Club“ vor seinem Anderlecht trägt, kann natürlich nur 33-mal Meister seines Landes werden. Allerdings reicht es im internationalen Vergleich nur zu einem 1:1 Unentschieden beim gutbürgerlichen „Fußball Sport Verein“ in Mainz. Der wiederum muss sich heute gegen den „Fußball Club“ aus Ingolstadt beweisen. Und das ist ein schlechtes Zeichen: Denn ein Verein mit dem gleichen Vornahmen in München ist so erfolgreich wie kein anderer Vorname in der Geschichte des deutschen Fußballs. Apropos: Ein Unentschieden gibt es beim Vornamen heute beim FC gegen den FC – Augesburg gegen Bayern München. Auch beim Ergebnis. Die Spannung wächst.
Also: Lasst die Studie beginnen! Anpfiff!

 

Schiri – wir wissen wo Dein Bus steht!

Achtung! Morgen ist wieder Europa League. Es kann bei den Spielen zu erhöhtem Verkehrsaufkommen kommen. Wegen der vielen Schiedsrichter: „Die Schiedsrichter kommen ja mittlerweile fast mit dem Omnibus – so viele sind inzwischen im Stadion“, analysierte Christian Heidel beim Schalke-Gastspiel in Nizza. Beim folgenden Heimspiel gegen Salzburg stand ein Sechstel der Schiedsrichtertruppe wieder im Blickfeld: Ausgerechnet der Torrichter, der nur schauen sollte, ob der Ball drin ist, sah nicht dass ein Ball drin ist. Doch den Mann hinter der Grundlinie traf keine Schuld – es sind einfach immer noch nicht genug Fachkräfte im Schiedsrichter-Team. Problem erkannt, Problem gebannt: Die mutmaßliche Entwicklung in nächster Zeit…

Januar 2017: Zum Jahreswechsel tritt endlich die notwendige Besetzungsänderung in Kraft: Hinter den Torrichter kommt noch ein Torrichterassistent, der mit einer grünen Flagge anzeigt, ob der Torrichter richtig liegt.

Februar 2017: Zum Beginn der KO-Runde wird endlich der Mangel ausgemerzt, dass auf einer Längsseite der Assistent nur die Hälfte bearbeiten kann – es kommen für die fehlenden Hälften noch zwei hinzu.

Juli 2017: In der Sommerpause werden die neuen Eckfahnenschiedsrichter ausgebildet. Sie müssen vor dem Spiel überprüfen, ob die Ecken die vorgeschriebenen 90 Grad haben.

Dezember 2017: Spät, aber nicht zu spät, bekommt das Schiedsrichterwesen endlich den notwendigen Schiedsrichter-Accessoire-Assistent. Er läuft neben dem Hauptschiedsrichter her und trägt Sprechfunkgerät, Uhr, Freistoßspray, Gelbe und Rote Karten sowie eine Liste der insgesamt eingeteilten Schiedsrichter des Spiels, damit er sich nicht die ganzen Namen merken muss.

Januar 2018: Für die WM 2018 wird der Bau eines weiteren Stadions begonnen: Für die Schiedsrichterbesprechungen. Tickets für die WM-Spiele gibt es keine im freien Verkauf: Weil alle Mitglieder der Schiedsrichterteams jeweils zwei Freikarten bekommen, sind alle Spiele ausverkauft.

August 2018: Nach dem Videoschiedsrichter gibt es jetzt noch jeweils elf Audioschiedsrichter. Neben jedem Spieler läuft ein solcher, um unflätige Schimpfworte zu bewerten.

Januar 2019: Christian Heidel setzt sich auf den Malediven zur Ruhe. Er hatte 2016 frühzeitig in Omnibus-Aktien investiert.

aus Liebe zum Sport